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„Ulbrichts Wirtschaftswunder“ in den ’60er Jahren der DDR

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„Ulbrichts Wirtschaftswunder“ bezieht sich auf die wirtschaftlichen Reformen und den wirtschaftlichen Aufschwung in der DDR unter der Führung von Walter Ulbricht in den 1960er Jahren. Diese Periode wird oft mit dem „Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung“ (NÖSPL) verbunden, das 1963 eingeführt wurde. Das NÖSPL zielte darauf ab, die Effizienz der Planwirtschaft zu steigern und wirtschaftliche Innovationen zu fördern.

Nachfolgend die wichtigsten Aspekte von Ulbrichts Wirtschaftswunder:

Einführung des NÖSPL: Das NÖSPL führte ein neues Planungs- und Leitungssystem ein, das den Fokus auf wirtschaftliche Anreize, wissenschaftlich-technischen Fortschritt und höhere Effizienz legte. Ziel war es, die zentralisierte Planwirtschaft flexibler und leistungsfähiger zu gestalten.

Förderung von Forschung und Entwicklung: Es wurde verstärkt in Forschung und Entwicklung investiert, um technologische Innovationen voranzutreiben und die Produktivität zu steigern. Dies beinhaltete die Schaffung von Industriekomplexen und Forschungseinrichtungen.

Dezentralisierung der wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse: Betriebe und Kombinate erhielten mehr Autonomie und waren stärker an den Ergebnissen ihrer Arbeit beteiligt. Dies sollte die Motivation und Eigeninitiative der Belegschaft fördern.

Fokus auf Konsumgüterproduktion: Es gab eine verstärkte Produktion von Konsumgütern, um den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben. Dies führte zu einer gewissen Verbesserung der Versorgungslage und der Lebensqualität.

Wirtschaftliches Wachstum: Durch die Reformen und den wirtschaftlichen Aufschwung kam es zu einem deutlichen Wachstum der Industrieproduktion und des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Trotz dieser Fortschritte stieß das NÖSPL auf Widerstand innerhalb der Partei und Verwaltung, was letztlich zu seiner Abschaffung 1970 führte. Die Reformen konnten die grundlegenden strukturellen Probleme der sozialistischen Planwirtschaft nicht vollständig lösen, und es kam zu einem Rückfall in zentralistischere Steuerungsmechanismen. Ulbrichts Wirtschaftswunder bleibt jedoch eine bedeutende Phase in der Geschichte der DDR, die zeigt, dass selbst unter den Bedingungen einer sozialistischen Planwirtschaft wirtschaftliche Verbesserungen möglich waren.

Die Berichterstattung über Ostdeutschland ist pauschalisierend und peinlich

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Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall befeuern viele Medien das Bild des dummen, abgehängten Ossis und vertiefen so den Graben zwischen Ost und West. Das ist beschämend und sollte schleunigst aufhören! Ein Kommentar

Quellen zu weiterführenden Studien:

Christian Kolmer: Nachrichten aus einer Krisenregion. Das Bild Ostdeutschlands und der DDR in den Medien 1994-2007. In: Thomas Ahbe, Rainer Gries und Wolfgang Schmale (Hrsg.): Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990, Leipzig 2009, S. 181-214

MDR/Hoferichter & Jacobs, „Wer braucht den Osten?“, 2018

Juliette Wedl „Ein Ossi ist ein Ossi ist ein Ossi … Regeln der medialen Berichterstattung über „Ossis“ und „Wessis“ in der Wochenzeitung DIE ZEIT seit Mitte der 1990er Jahre, 2009 in Ahbe/Gries/Schmale „Die Ostdeutschen in den Medien“

Julia Belke „Das Bild der Ostdeutschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Diskursanalyse des ARD-Politmagazins KONTRASTE in der Zeit von 1987 bis 2005“, 2009 in Ahbe/Gries/Schmale „Die Ostdeutschen in den Medien“

Wolfgang Benz, Stereotype des Ost-West-Gegensatzes.In: Informationen zur politischen Bildung, Heft 271 (2005), S.51-52

McCombs, Maxwell E., und Shaw, Donald L.: The Agenda-Setting Function of Mass Media, Public Opinion Quarterly 36 (1972), S. 176-187

Bundeskanzler Olaf Scholz: Keine Toleranz für Hass und Gewalt

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An den Mord an Walter Lübcke vor fünf Jahren zu erinnern, ist wichtig – gerade jetzt. In diesen Tagen häufen sich politisch motivierte Anfeindungen und Angriffe. Es gibt bei uns keine Toleranz für Hass und Gewalt, sagt Kanzler Scholz. „Die Mehrheit der Anständigen muss unüberhörbar sein.“

Wolfgang Küther, der letzte Formel 3 – Meister der DDR

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Wolfgang Küther zählt heute zu den Legenden der deutschen Motorsportgeschichte. Er erlebte die Zeit, als die Verbindung zwischen Ost und West im Motorsport zerbrach. In der Nachkriegszeit ermöglichte die Formel 3 Rennsportlern aus beiden Teilen Deutschlands, sich zu messen. Bis fast 1970 gab es kaum Unterschiede, und Rennen fanden sowohl im Westen als auch im Osten statt.

Doch als die westdeutsche Autoproduktion immer mehr Fahrzeuge hervorbrachte, konnte die DDR technisch nicht mehr mithalten. Insbesondere durch die Vorgabe, dass nur noch sozialistische Motoren verwendet werden durften, war der Osten benachteiligt. Der 2-Takt-Wartburg-Motor mit etwa 1000 ccm war der bis zu 1600 ccm starken westlichen Konkurrenz unterlegen. Die Rennen wurden für den Osten unattraktiv, da Überrundungen häufig vorkamen, und der Osten erlebte eine politische Demütigung.

Bis 1971 traten Ost und West noch gemeinsam an, jedoch mit getrennter Wertung. Ab 1972 wurden die C9-Rennwagen im Osten eingeführt, und die „Melkus Wartburg“ dominierte die Rennszene. In den 70er Jahren verschwanden dann die Westrennwagen komplett aus den ostdeutschen Rennen.

In dieser Übergangszeit etablierte sich Wolfgang Küther in der Formel 3. Heinz Melkus, eine Schlüsselfigur des ostdeutschen Motorsports, war sein Mentor. Küther, bekannt als „Wolle“, brachte seinen Ideenreichtum und seine Zähigkeit in die Szene ein und wurde von westdeutschen Fahrern wie Freddy Kottulinsky unterstützt. Zwischen den Einflüssen von Melkus und Kottulinsky entwickelte sich Küther zu einem „Macher“ der Szene.

1971 wurde Küther folgerichtig als „Deutscher Meister der DDR Formel 3“ geehrt. Dieser Titel wurde danach nie wieder vergeben. In der DDR Formel 3 Rangliste steht er mit 4 Siegen bei 18 Starts in der B-Wertung und weiteren 2 Siegen in der A-Wertung.

Nach seiner Karriere coachte er Rennsport-Meister wie Hartmut Thaßler und Bernd Kasper. Im Jahr 2020, mit 80 Jahren, ist er immer noch in verschiedenen Rennteams aktiv, tritt im Audi-Sport Seyffarth R8 LMS Cup gegen junge Fahrer an und arbeitet als Fahrsicherheitstrainer für Audi Dresden.

Zeitzeugen berichten von der Zeit des Umbruchs im Herbst 1989 in Dessau

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Wie erlebten die Dessauerinnen und Dessauer die Proteste im Herbst 1989? In diesem Beitrag berichten davon drei Menschen aus Dessau-Roßlau und zeigen Originalaufnahmen aus der Zeit. Der Film entstand im Rahmen des Projekts Lebenszeiten, ein Projekt des Landesverbands der Offenen Kanäle in Sachsen-Anhalt. Gefördert wurde „Lebenszeiten“ vom Land Sachsen-Anhalt.

Im Jahr 1989 erlebte Dessau, wie viele Städte in der DDR, einen bedeutenden Wendepunkt in seiner Geschichte. Die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche, die letztlich zur Wiedervereinigung Deutschlands führten, hinterließen auch in Dessau deutliche Spuren.

Dessau war zu dieser Zeit eine typische ostdeutsche Industriestadt, geprägt von Plattenbauten, Fabriken und einer sozialistischen Infrastruktur. Die Stadt war bekannt für ihre chemische Industrie und Maschinenbauunternehmen, die einen Großteil der städtischen Wirtschaft ausmachten. Gleichzeitig litt Dessau unter den ökologischen Folgen dieser Industrialisierung, wie Luft- und Wasserverschmutzung.

Die Bürger von Dessau begannen, wie überall in der DDR, den Wunsch nach Freiheit und Reformen lautstark zu äußern. Dies geschah durch Montagsdemonstrationen, bei denen Tausende Menschen friedlich für politische Veränderungen, Meinungsfreiheit und Reisefreiheit demonstrierten. Die Nikolaikirche in Dessau spielte eine wichtige Rolle als Treffpunkt und Ausgangspunkt dieser Demonstrationen. Diese Proteste waren Teil der größeren friedlichen Revolution, die die DDR in den späten 1980er Jahren erschütterte.

Im November 1989 fiel die Berliner Mauer, was auch in Dessau zu einem Gefühl der Erleichterung und Hoffnung führte. Die Wendezeit war geprägt von einem raschen Wandel in der politischen Landschaft, wobei alte Strukturen aufgebrochen und neue Möglichkeiten eröffnet wurden. Die Menschen in Dessau begannen, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft zu beteiligen, sei es durch die Gründung neuer politischer Parteien oder Bürgerinitiativen.

Der wirtschaftliche Umbruch nach der Wiedervereinigung stellte Dessau jedoch vor große Herausforderungen. Viele der staatlich betriebenen Betriebe wurden geschlossen oder privatisiert, was zu einem erheblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit führte. Dies ging einher mit einem starken Bevölkerungsrückgang, da viele Menschen in den Westen abwanderten auf der Suche nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen.

Trotz dieser Schwierigkeiten begann Dessau, sich neu zu orientieren und seine historische und kulturelle Identität wiederzuentdecken. Die Stadt ist bekannt für das Bauhaus, eine der einflussreichsten Schulen für Architektur und Design des 20. Jahrhunderts. Nach der Wiedervereinigung wurde das Bauhaus Dessau wiederbelebt und zog viele Touristen und Kunstinteressierte an. Zudem wurde die Stadt Teil des UNESCO-Welterbes aufgrund des Bauhaus-Gebäudes und der Meisterhäuser.

Insgesamt war 1989 ein Jahr des Umbruchs und der Transformation für Dessau. Die Stadt, die einst ein Symbol der DDR-Industrie war, begann, sich neu zu erfinden und ihre historische Bedeutung und kulturellen Ressourcen zu nutzen, um eine neue Identität in einem vereinten Deutschland zu formen.

Dialog KlimaAnpassung – Rückschau auf ein Beteiligungsverfahren in Dessau-Roßlau

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Dessau-Roßlau. Von Oktober 2023 bis März 2024 fand das Beteiligungsverfahren Dialog KlimaAnpassung statt – initiiert vom Bundesumweltministerium. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus fünf deutschen Orten waren eingeladen ihr Vorschläge und Ideen für eine Klima-Anpassungsstrategie einzubringen. Der erste von fünf bundesweiten Dialogen wurde in Dessau-Roßlau veranstaltet. Hier berichten drei der Teilnehmenden von dem Verfahren und seinen Ergebnissen.

45 Jahre Europawahl: Auch 2024 sind Wahlprogramme oft unverständlich

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Hohenheimer Verständlichkeitsindex: Universität Hohenheim analysiert Wahlprogramme auf formale Verständlichkeit und auf populistische Formulierungen.

Bandwurmsätze mit bis zu 60 Wörtern (AfD), Wortungetüme wie „Quellentelekommunikationsüberwachung“ (Linke), „Female-Founders-Netzwerke“ (FDP) und „Blackrock-Kapitalismus“ (BSW) oder Fachbegriffe wie „autochton“ (Grüne) und „Go-to-Areas“ (SPD): Die Wahlprogramme der Parteien zur Europawahl sind für viele Laien schwer zu verstehen. Im Durchschnitt hat sich die Verständlichkeit gegenüber den letzten Europawahlen 2019 und 2014 sogar leicht verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Kommunikationswissenschaftler:innen der Universität Hohenheim in Stuttgart. Die Studie im Detail unter t1p.de/Verstaendlichkeit-Wahlprogramme-Europawahl-24

„Parteien sollten ihre Positionen klar und verständlich darstellen, damit die Wählerinnen und Wähler eine begründete Wahlentscheidung treffen können. Dazu dienen die Wahlprogramme“, betont der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Er hat zusammen mit Dr. Claudia Thoms die Wahlprogramme zu allen Europawahlen seit 1979 untersucht.

Mit Hilfe einer Analyse-Software fahnden die Forschenden unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern. Anhand solcher Merkmale bilden sie den „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ (HIX). Er reicht von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich).

Wahlprogramme noch etwas unverständlicher als bei den Europawahlen 2014 und 2019

Im Durchschnitt ist die Verständlichkeit der Programme zur Europawahl mit 5,3 Punkten noch etwas niedriger als bei der Europawahl 2019 (5,8 Punkte) und bei der Europawahl 2014 (6,1 Punkte).

Für Prof. Dr. Brettschneider sind diese Werte enttäuschend: „Alle Parteien könnten verständlicher formulieren. Das zeigen gelungene Passagen in den Einleitungen und in den Schlussteilen. Die Themenkapitel sind hingegen das Ergebnis innerparteilicher Expertenrunden. Diesen ist meist gar nicht bewusst, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler ihren Fachjargon nicht versteht. Wir nennen das den ‚Fluch des Wissens’.“

BSW mit der unverständlichsten Sprache, CDU/CSU am verständlichsten

Das formal verständlichste Europawahlprogramm liefert die CDU/CSU mit 8,2 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex. Die CDU/CSU kann damit ihren ersten Platz aus dem Jahr 2019 halten. Die neu gegründete Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verwendet hingegen die unverständlichste Sprache. Das BSW erreicht auf dem HIX lediglich 3,5 Punkte. Mit 4,0 Punkten belegt die AfD den vorletzten Platz – hinter den Grünen (4,4), der FDP (4,9) und der SPD (4,9).

Verständlichkeitshürden schließen Wählerinnen und Wähler aus

„Go-to-Areas“ (SPD), „autochton“ (Grüne), „Planetary-Health / One-Health-Ansatz“ (Grüne), „klimaresilient“ (Grüne), „Blackrock-Kapitalismus“ (BSW) oder „Carbon Border Adjustment Mechanism“ (FDP): Die Programme der Parteien enthalten zahlreiche Fremd- und Fachwörter. Vor allem für Leser:innen ohne politisches Fachwissen stellen diese eine große Verständlichkeitshürde dar.

Einen ähnlichen Effekt hätten Wortzusammensetzungen oder Nominalisierungen, so Dr. Claudia Thoms, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kommunikationstheorie. Einfache Begriffe würden so zu Wort-Ungetümen, wie z. B. „Quellentelekommunikationsüberwachung“ (Linke), „Einlagensicherungs-Verbundlösungen“ (AfD) oder „Diversifizierungs- und Entschuldungs­programme“ (Linke).

„Auch zu lange Sätze erschweren das Verständnis. Das gilt besonders für Wenig-Leser:innen. Sätze sollten möglichst nur jeweils eine Information vermitteln“, erklärt Dr. Thoms. „Der längste Satz findet sich im Programm der AfD mit 60 Wörtern. Aber auch bei allen anderen Parteien tauchen überlange Sätze auf. Sätze mit 30 und 40 Wörtern sind keine Seltenheit.“

Prof. Dr. Brettschneider fügt hinzu: „Die von uns gemessene formale Verständlichkeit ist natürlich nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte eines Wahlprogramms abhängt. Deutlich wichtiger ist der Inhalt. Unfug wird nicht dadurch richtig, dass er formal verständlich formuliert ist. Und unverständliche Formulierungen bedeuten nicht, dass der Inhalt falsch ist. Formale Unverständ­lichkeit stellt aber eine Hürde für das Verständnis der Inhalte dar.“

BSW, Linke und AfD mit der populistischsten Sprache

Für die Europawahlprogramme 2024 haben die Hohenheimer Forschenden erstmals auch ein computerbasiertes Sprachmodell für die Erkennung populistischen Vokabulars verwendet. Dabei wird Populismus als eine Argumentationsstrategie verstanden, derer sich unterschiedliche Ideologien bedienen können. Gemein hätten Populisten unterschiedlicher Färbung, dass sie (1) das (eine, wahre) Volk als Gegenspieler einer (2) (entfremdeten, feindlichen) Elite begreifen. Typischerweise fokussierten Rechtspopulisten dabei vor allem auf Themen wie Migration, während Linkspopulisten eher ökonomische Themen in den Mittelpunkt stellten. Das Sprachmodell konzentriert sich auf die Dimension des Anti-Elitismus.

Demnach finden sich populistische Äußerungen in den Wahlprogrammen vor allem bei den Parteien links und rechts der politischen Mitte. „Anti-Elitismus ist ein Mittel, das insbesondere von der AfD, der Linken und dem BSW eingesetzt wird“, sagt Dr. Thoms. Der höchste Anteil von Sätzen mit Anti-Elitismus-Inhalten findet sich beim Bündnis Sahra Wagenknecht (13,4 Prozent), gefolgt von der AfD (10,2 Prozent) und der Links-Partei (7,7 Prozent).

Sofern die populistischen Aussagen eine ideologische Färbung aufweisen, entspricht diese Färbung den Erwartungen: Das BSW und die Linke weisen eher linkspopulistische Aussagen auf, die AfD eher rechtspopulistische.

HINTERGRUND: Hohenheimer Verständlichkeits-Analysen

Das Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Kommunikationstheorie, an der Universität Hohenheim untersucht seit 18 Jahren die formale Verständlichkeit zahlreicher Texte: Wahlprogramme, Medienberichterstattung, Kunden-Kommunikation von Unternehmen, Verwaltungs- und Regierungskommunikation, Vorstandsreden von DAX-Unternehmen.

Möglich werden diese Analysen durch die Verständlichkeits-Software „TextLab“. Die Software wurde von der H&H CommunicationLab GmbH in Ulm und von der Universität Hohenheim entwickelt. Sie berechnet verschiedene Lesbarkeitsformeln sowie Textfaktoren, die für die Verständlichkeit relevant sind (z. B. Satzlängen, Wortlängen, Schachtelsätze). Daraus ergibt sich der „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“. Er bildet die Verständlichkeit von Texten auf einer Skala von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich) ab. Zum Vergleich: Doktorarbeiten in Politikwissenschaft haben eine durchschnittliche Verständlichkeit von 1,2 Punkten. Haushaltsreden im Deutschen Bundestag kamen 2023 im Schnitt auf 15,0 Punkte.

Weitere Informationen
Download Studie: https://t1p.de/Verstaendlichkeit-Wahlprogramme-Europawahl-24

Thüringer ChampionsMEET in Jena

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Thüringen ist stolz auf die Unternehmen des Landes. Ihr Erfolg spiegelt die wirtschaftliche Attraktivität des Freistaates wider. „Hidden Champions – Thüringer Weltmarkt und Technologieführer“ stellt eine Auswahl leistungsstarker Unternehmen vor. Unser zweites ChampionsMEET anlässlich des Öffentlichen Trainings der Deutschen Fußballnationalmannschaft in Jena bot den passenden Rahmen, um sechs neue Unternehmen in die Reihe der Hidden Champions Thüringen aufzunehmen und sie als Weltmarkt- und Technologieführer gebührend zu ehren. Mehr: https://www.hidden-champions-thuringi…

Ostdeutsche Identität(en) – Neue Zugänge zur Erinnerung an die DDR

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Ein Gespräch zwischen Olivia Wenzel und Steffen Mau
Moderation: Jeanne Bindernagel (Kulturstiftung des Bundes)

Trotz der biographischen Verschiedenheiten der Autoren und der Unterschiedlichkeit ihrer Zugangsformen weisen Olivia Wenzels Roman „1000 Serpentinen Angst“ und Steffen Maus Studie „Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft“ in ihrem Erinnern an die DDR der 1980er Jahre einige Ähnlichkeiten auf. Im Gespräch über individuelle und kollektive Erfahrungen unternehmen beide den Versuch, die DDR entlang innerdeutscher Entwicklungs- und Konfliktlinien von heute aus neu zu erinnern.

Die 1985 bei Weimar geborene Dramatikerin und Musikerin Olivia Wenzel beschreibt in ihrem Buch die Erfahrung von Rassismus, der sie und ihre Familie zu DDR-Zeiten und danach ausgesetzt war und erkennt darin, dass die Sprachpolitik der DDR keine Worte für die Erfahrung des Herausfallens aus dem Kollektiv hatte. Der 17 Jahre ältere, aus Rostock stammende Soziologe und Leibniz-Preisträger Steffen Mau erzählt in seinem Buch von seiner Kindheit und Jugend im Rostocker DDR-Modellbezirk Lütten-Klein: von der von diesem Stadtviertel ausgehenden Hoffnung auf die Modernität eines Staates, der gleichwertige Lebensverhältnisse für seine Bürger ermöglicht; und von den politischen Verordnungen und Repressionen, unter denen sich diese Hoffnung in den Zwang zur Gleichförmigkeit verkehrte. Der Unterschied zwischen beiden liegt in der Empathie von Mau und der Wut von Wenzel. Steffen Mau bemüht sich, die Entwicklung einer von ihm so umrissenen Ost-Mentalität nachzuvollziehen. Deren Wertschätzung speist sich vor allem daraus, dass er die Idee der gesellschaftlichen Gleichheit als emanzipatorische Errungenschaft würdigt. In Olivia Wenzels Roman erleben wir die Wut der Protagonistin darüber, dass ihr in der DDR die Sprache für den Rassismus genommen wurde und auch in der heutigen Erinnerungskultur nicht wiedergegeben wird – außer in einem Ost-Bashing, das den Osten als rassistisch markiert und sie darüber erneut in dieser Facette ihrer Identität diskriminiert.

Über Erkenntnisse und Versäumnisse im Umgang mit der Erinnerung an die DDR nach 1989 möchten sich Wenzel und Mau austauschen und dabei auch über die Notwendigkeit neuer Erzählformen des zeitgeschichtlichen Erinnerns in künstlerischen und wissenschaftlichen Medien sprechen.

Tag der offenen Tür des Thüringer Landtags wird wegen Unwetterwarnung verschoben

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Neuer Termin für den Tag der offenen Tür wird noch abgestimmt

Erfurt. Für das Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst für Thüringen starken Dauerregen angesagt und eine Unwetterwarnung mit Hochwassergefahr herausgegeben. Der Thüringer Landtag hat deswegen entschieden, den Tag der offenen Tür zu verschieben. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Der Tag der offenen Tür sollte an diesem Samstag im Landtag und im Beethovenpark stattfinden.

„Mit Sorge schaut der Thüringer Landtag auf die Wetterentwicklung in diesen Tagen. Für den Tag der offenen Tür am 1. Juni bedeutet dies in diesem Jahr, dass wir ihn leider verschieben müssen. Gemeinsam mit den Fraktionen und der parlamentarischen Gruppe haben wir dies mehrheitlich entschieden“, sagt Landtagspräsidentin Birgit Pommer. „Wir dürfen kein Risiko eingehen. Im Landtag können wir uns kein Fest vorstellen, wenn in Thüringen Gefahren durch ein Unwetter drohen“, so Pommer. „Viele Menschen haben sich auf das Treffen mit der Politik und dem Parlament im Landtag schon gefreut. Diesen Tag nun verschieben zu müssen, fällt uns schwer. Aber die Sicherheit der Menschen hat Vorrang. Ich hoffe sehr, dass alle Menschen in Thüringen sowie Einsatz- und Rettungskräfte das Unwetter wohlbehalten überstehen.“