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Zukunft der DDR-Forschung im Bundestag debattiert

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Berlin. „Versprechen der Bundesministerin für Bildung und Forschung einhalten – Zukunft der DDR-Forschung sicherstellen“ lautet der Titel eines Antrags der Unionsfraktion (20/10069), den der Bundestag am Donnerstag, 16. Mai 2024, erstmals beraten hat. Im Anschluss wurde die Vorlage zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung überwiesen.

Antrag der Unionsfraktion
Die SED-Diktatur muss weiterhin durch Wissenschaft und Forschung aufgearbeitet werden, fordern die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion. Auch 34 Jahre nach der friedlichen Revolution stünden einzelne Bundesländer noch immer am Anfang der Aufarbeitung der DDR-Geschichte, heißt es ihrem Antrag. Eine im Jahr 2018 aufgesetzte Förderrichtlinie zur „Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der DDR-Forschung im Rahmenprogramm Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften“ werde im Jahr 2025 auslaufen.

Die Unionsabgeordneten fordern die Bundesregierung daher auf, die Forschung auch nach Auslaufen dieser Förderrichtlinie sicherzustellen, ohne dass eine „Förderlücke“ entsteht. Dies sei insbesondere wichtig, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine gewisse Planungssicherheit zu garantieren. Zudem solle die Bundesregierung die „gesamtgesellschaftliche Bedeutung der DDR-Forschung“ hervorheben.

weitere Informationen unter: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw20-de-ddr-forschung-1000428

Deutscher Bundestag
Der Deutsche Bundestag ist das Parlament der Bundesrepublik Deutschland und spielt eine zentrale Rolle in der Gesetzgebung, Kontrolle der Regierung und politischen Willensbildung. Er hat seinen Sitz im Reichstagsgebäude in Berlin und besteht aus etwa 700 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Zu den Hauptaufgaben des Bundestages gehören die Verabschiedung von Gesetzen, die nach Beratung in Ausschüssen und Plenardebatten beschlossen werden, sowie die Wahl des Bundeskanzlers, der die Bundesregierung führt. Außerdem überwacht der Bundestag die Arbeit der Regierung durch Anfragen, Debatten und Untersuchungsausschüsse und beschließt den Bundeshaushalt, der die finanziellen Grundlagen der Regierungspolitik festlegt. Der Bundestag ratifiziert auch internationale Verträge und trägt somit zur Gestaltung der Außenpolitik bei. Die Abgeordneten werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt, wobei das Wahlsystem eine Kombination aus Verhältnis- und Mehrheitswahl darstellt. Im Bundestag schließen sich die Abgeordneten meist zu Fraktionen zusammen, die den politischen Parteien entsprechen. Ein Großteil der parlamentarischen Arbeit findet in den Ausschüssen statt, die sich mit spezifischen Politikfeldern befassen und Gesetzesentwürfe detailliert beraten und verändern, bevor sie dem Plenum zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Bundestag repräsentiert das Volk und ist das Herzstück der deutschen Demokratie, da er sicherstellt, dass die politische Macht im Einklang mit den demokratischen Prinzipien ausgeübt wird.

TU Chemnitz lädt am 28. Mai zum 2. Diversity Day ein

Alle Interessierten aus der Universität und der Stadt Chemnitz
#wirsinddivers

Chemnitz. Die Technische Universität Chemnitz (TUC) beteiligt sich am 28. Mai 2024 am Deutschen Diversity-Tag, der von der Charta der Vielfalt e. V. initiiert wurde und seit 2012 jährlich stattfindet. Dieser Tag soll die Vielfalt und Inklusion in Organisationen fördern und anregen, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Engagement für eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitswelt zu zeigen.

Die TUC bekennt sich klar zu einem Arbeits- und Studienumfeld, das von Toleranz, gegenseitiger Achtung und Diskriminierungsfreiheit geprägt ist. Im März dieses Jahres schloss die TUC erfolgreich das Zertifikatsverfahren im Diversity Audit „Vielfalt gestalten“ ab und erhielt vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. bescheinigt, dass sie die Verschiedenheit ihrer Studierenden und Beschäftigten als Chance begreift und Wege gefunden hat, dieses Potenzial für die Organisationsentwicklung und einen Kulturwandel der Universität zu nutzen.

Unter Federführung der Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung, Prof. Dr. Anja Strobel, haben Akteurinnen und Akteure der TUC sowie Gäste aus anderen Wissenschaftseinrichtungen und der Stadt Chemnitz ein abwechslungsreiches Programm zum Thema Diversität zusammengestellt, zu dem alle Interessierten aus der Universität und der Stadt Chemnitz am 28. Mai herzlich eingeladen sind. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Ab 9:30 Uhr präsentieren sich im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes in der Reichenhainer Straße 90 Zentrale Einrichtungen der Universität, Projekte und Chemnitzer Vereine, die mit Diversität befasst sind und Gelegenheit für Information und Austausch bieten. Zeitgleich beginnend widmen sich im Hörsaal N111 vier Vorträge der Thematik: Juniorprofessorin Barbara Gross (Philosophische Fakultät, TUC), Prof. Dr. Tuulia Ortner und Günter Roiss. (Universität Salzburg/WITAF, Wien), Klara Maria Steinmetz (Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften, TUC) und Dr. Patrick Weber (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und AXA Versicherungsgesellschaft, Schweiz) geben Einblicke in ihre Forschung und reflektieren über den alltäglichen Umgang mit Diversität in unterschiedlichen Kontexten.

Am Nachmittag gibt es die Gelegenheit, Diversitätsdimensionen selbst praktisch zu erfahren. Für einen Schnupperkurs Gebärdensprache und das Ausprobieren des Alterssimulationsanzuges der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement (Leitung: Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann) wird um Anmeldung aufgrund begrenzter Plätze gebeten, die Links sind im Programm zu finden. Ausprobieren kann man weiterhin, Webseiten und Dokumente einmal aus Sicht verschiedener Zielgruppen mit individuellen Beeinträchtigungen und verschiedenen technischen bzw. körperlichen Voraussetzungen zu erleben. Wie ist es, einen PC ohne Maus zu bedienen, wie funktioniert eigentlich ein Screenreader, wie wird ein Video mit Untertiteln wahrgenommen?

In der Mensa, Reichenhainer Straße 55, können zum Diversity Day ein türkisches und ein südkoreanisches Gericht probiert werden. Eine Rezeptebörse im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes lädt zum Austausch nationaler und internationaler Spezialitäten ein – das Organisationstream freut sich auf die Rezepte der Gäste.

Den Ausklang des 2. Diversity Days an der TU Chemnitz bildet das 22. Literarische Quintett, welches um 19:30 Uhr im Ideenreich der Universitätsbibliothek (Eingang Straße der Nationen) beginnt. Hier werden fünf Bücher vorgestellt, in denen sich der Diversitätsgedanke wiederfindet.

Programm des 2. Diversity Days und weitere Informationen zu den Vorträgen: https://www.tu-chemnitz.de/tu/diversity/diversityday2024.html

Sie haben die Wahl in Jena – OB Kandidat Peter Gutjahr, parteilos

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Jena. Der Oberbürgermeister wird alle sechs Jahre gewählt; der Wahltermin wird durch die Rechtsaufsichtsbehörde festgelegt. Der nächste Wahltermin ist der 26.05.2024. Sofern eine Stichwahl notwendig ist, findet diese vierzehn Tage später am 09.06.2024 statt.

Die Wahlvorschläge für die Wahl am 26.05.2024 wurden im Amtsblatt 18/24 der Stadt Jena (PDF) veröffentlicht. Einen Muster-Stimmzettel finden Sie unter Downloads.

Die Amtszeit des Oberbürgermeisters beginnt am Tag nach der Annahme der Wahl, jedoch nicht vor Ablauf der Amtszeit des vorhergehenden Bürgermeisters.

Das Stadtgebiet Jena bildet das Wahlgebiet. Der Oberbürgermeister wird nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl gewählt. Jeder Wähler hat eine Stimme.

Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat. Erhält niemand diese Mehrheit, findet am zweiten Sonntag nach dem Wahltag eine Stichwahl unter den zwei Personen statt, die bei der ersten Wahl die höchsten Stimmenzahlen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los darüber, wer in die Stichwahl kommt. Bei der Stichwahl ist gewählt, wer von den abgegebenen gültigen Stimmen die höchste Stimmenzahl erhalten hat.

Wahlberechtigung

Jeder Deutsche und Angehörige eines anderen EU-Staates, der am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet hat (Geburtstag 26.05.2008 und vorher) und seit mindestens drei Monaten in Jena seinen Hauptwohnsitz hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen wurde, darf wählen. Er oder sie wird von Amts wegen in das Wählerverzeichnis eingetragen und erhält bis spätestens 05.05.2024 eine Wahlbenachrichtigung zugesandt.

Wählbarkeit

Wählbar für das Amt des Ortsteilbürgermeisters sind Wahlberechtigte, die am Tag der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet haben (Geburtstag 26.05.2006 und vorher) und mindestens seit sechs Monaten ihren Hauptwohnsitz in Jena haben.

Wahlvorschläge

Wahlvorschläge können von Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerbern ab Bekanntmachung der Wahl (spätestens drei Monate vor Wahltermin) eingereicht werden.

Wahlbenachrichtigung

Wer in das Wählerverzeichnis eingetragen wurde, erhält Ende April, spätestens bis zum 05.05.2024 (21. Tag vor der Wahl) per Post eine amtliche Wahlbenachrichtigung. Die Wahlbenachrichtigung erfüllt zwei Funktionen:

Sie dient zusammen mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass als Nachweis der Wahlberechtigung, wenn Sie am Wahlsonntag in Ihren Wahlraum wählen gehen. Das Schreiben ist also mitzunehmen. Ihr Wahlraum ist im Wahlbenachrichtigungsschreiben genannt.

Falls Sie Ihren Wahlraum am Wahlsonntag nicht aufsuchen, können Sie mit den Daten aus dem Wahlbenachrichtigungsschreiben Briefwahl, vorzugsweise online(Link ist extern), beantragen.

Antragswege für Briefwahlunterlagen

  • ab dem 14.04.2024 (42. Tag vor der Wahl) können Briefwahlunterlagen beantragt werden
  • die Beantragung über die Online-Maske oder per formloser E-Mail muss spätestens am Mittwoch vor dem Wahltermin erfolgen, da die Unterlagen sonst vermutlich nicht mehr rechtzeitig bei Ihnen ankommen.
  • Empfohlener Antragsweg: Online-Beantragung der Briefwahlunterlagen(Link ist extern)
  • schriftlicher Antrag / persönliche Vorsprache / Bevollmächtigung: Auf der Rückseite des Wahlbenachrichtigungsschreibens finden Sie ein Antragsformular für Briefwahlunterlagen. Dieses Formular nutzen Sie bitte, wenn Sie Ihre Briefwahlunterlagen per Post (rechtzeitig absenden!), per Fax oder durch persönliche Vorsprache beantragen wollen oder wenn Sie eine dritte Person beauftragen wollen, Ihre Briefwahlunterlagen abzuholen.
  • die persönliche Beantragung von Briefwahlunterlagen einschließlich der Option, sofort zu wählen, ist ab 06.05.2024 im Briefwahlbüro im Fachdienst Bürgerdienste, Engelplatz möglich.
  • Bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung können Briefwahlunterlagen auch noch am Wahlsonntag von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr in der Wahlzentrale abgeholt werden. Dazu sprechen Sie bitte im Bürgerservice, Engelplatz, 07743 Jena vor.

Zu wenig Jobs, überforderte Behörden – Kann Integration so gelingen?

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Im Superwahljahr 2024 ist es ein großes Reizthema: Migration. Der Vorwurf: Flüchtlinge wandern in die Sozialsysteme ein. Die Realität ist: Viele Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung oder Armut nach Deutschland. Hier wollen sie sich ein sicheres, neues Leben aufbauen. Und sie wollen vor allem eins: Arbeit. Und die zu bekommen ist, trotz Fachkräftemangel und demographischem Wandel, gar nicht so leicht.

In Deutschland haben 24,9 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. Die meisten leben in Westdeutschland, aber auch im Osten hat jede neunte Person eine migrantische Vorgeschichte. Trotzdem prägen Vorurteile den deutschen Diskurs um Migration und Asyl. Ausländern wird vorgeworfen, es sich in der sozialen Hängematte Deutschland gemütlichen machen zu wollen und die Kriminalität in die Höhe zu schrauben, anstatt Arbeit zu suchen und den Fachkräftemangel auszugleichen. Wie kann die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt unter diesen Bedingungen gelingen?

exactly beleuchtet das Spannungsfeld Migration, das gerade im Wahljahr eine große Rolle spielt. Im thüringischen Gera kocht die Stimmung hoch. Auf einer der sogenannten Montagsdemos werden Ängste geschürt. „Asylflut stoppen“ steht auf einem Transparent, Abschiebungen werden gefordert. Angemeldet wurde die Demo von dem bekannten Rechtsextremisten Christian Klar, der Verbindungen zur Partei „Die Heimat“ hat. Ehemals NPD. In Gera liegt die Migrationsquote aktuell bei 13,8 %. Vor 2015 lag sie bei unter 3 %. Doch in der Stadt ist nicht die Unterbringung das große Problem sondern der begrenzte Arbeitsmarkt und laut dem Bürgermeister die Belastung aller Ämter und Behörden – ob Sozialamt, Jugendamt oder Schulen.

Wie sieht es aus der Sicht der Migranten aus? Ihre Probleme scheinen vor allem Fremdenfeindlichkeit und die Jobsuche in Deutschland zu sein. Avraz, der vor dem Krieg im Nordirak nach Deutschland geflohen ist, lebt seit Jahren in Leipzig, hat eine Ausbildung zum Web-Entwickler gemacht, aber nur einen Job als Lieferfahrer gefunden. Er bekommt den Mindestlohn. „Man gibt mir keine Chance, obwohl in der IT so viele Leute gesucht werden“, berichtet er. Bei Sefat aus Afghanistan läuft es besser. exactly begleitet ihn an seinem Arbeitsplatz: in einem Pflegeheim in Chemnitz (Sachsen). Das Team ist multinational und die Einrichtung auf ausländische Mitarbeiter angewiesen. Deswegen gibt es sogar eine Integrationsbeauftragte. Durch das Engagement der Einrichtung hat Sefat eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen und kann als Pflegehilfskraft arbeiten. Der simple Grund laut dem Leiter: „Ohne diese Migration wäre Pflege in dieser Form nicht mehr aufrechtzuerhalten.“ Eine Seniorin sagt über die Pflegekräfte aus 13 Nationen: „Ich bin froh, dass sie da sind. Egal woher sie kommen.“

75 Jahre Deutschland – das historische Quiz

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Deutschland hat Geburtstag! Mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 entsteht die Bundesrepublik. Ein paar Monate später, am 7. Oktober 1949, wird die DDR gegründet. Was wissen die Deutschen von ihrer jüngeren Geschichte? Eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen dient als Basis für den unterhaltsamen Wissenscheck. Mirko Drotschmann, Presenter und „MrWissen2go“, hört nach bei den Menschen im Land und besucht historische Orte. Er spricht mit Promis und Zeitzeugen und befragt Expertinnen und Experten.

Bundeskanzler Scholz zu 75 Jahre Grundgesetz

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Im Grundgesetz sind all die Werte und Regeln aufgeschrieben, die Deutschland so lebenswert machen – und seine Demokratie stabil und wehrhaft gegen ihre Feinde. Es ist das Grundgesetz aller Bürgerinnen und Bürger, seit 75 Jahren. Das möchten wir gemeinsam mit Ihnen feiern: Der Kanzler lädt Sie herzlich dazu ein.

Trabi-Krimi – spektakulärer Betrug in der DDR

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So klaute ein Mann Trabis aus der Fabrik – 1988 schlägt in der DDR eine Nachricht wie eine Bombe ein: Ein Werktätiger hat 25 nagelneue Autos aus dem Autowerk „VEB“ Sachsenring entwendet. Dort und nur dort wird der Trabant produziert, das Volksauto der DDR. Der „Trabant“, kurz „Trabi“ ist der ein treuer Begleiter vieler DDR-Bürger – bis zur Wende. Und glücklich ist, wer einen hat. Denn es gibt viel mehr Kaufwillige als Autos.

Wer schneller an ein Auto kommen will, für den hat der Kfz-Schlosser Thomas B. eine Lösung. Der unbescholtene Familienvater entpuppt sich als Meisterdieb. Seine Methode ist einfach, aber genial. Und nur ein Zufall bringt ihn zur Strecke.

DDR „Nobelkarossen“ als ein sichtbares Zeichen des Status der politischen Führung

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In der DDR, wie in vielen anderen sozialistischen Staaten, gab es einen klaren Kontrast zwischen der offiziellen Rhetorik von Gleichheit und den Privilegien der Parteielite. Ein markantes Beispiel für diesen Widerspruch waren die luxuriösen Fahrzeuge, die von den führenden Funktionären der SED und der Regierung genutzt wurden. Diese „Nobelkarossen“ waren ein sichtbares Zeichen des Status und der Macht der politischen Führung.

Die Fahrzeuge, die für die Regierung und die Parteiführung der DDR bereitgestellt wurden, waren in der Regel keine gewöhnlichen Serienmodelle, sondern speziell modifizierte und oft importierte Luxusautos. Zu den am häufigsten verwendeten Marken gehörten:

Volvo: Die DDR-Regierung importierte zahlreiche Fahrzeuge der Marke Volvo, vor allem Modelle wie der Volvo 264 TE, eine verlängerte Limousine, die speziell für repräsentative Zwecke genutzt wurde. Diese Fahrzeuge boten hohen Komfort und waren für ihre Zuverlässigkeit bekannt.

Tatra: Besonders bekannt waren die Limousinen der tschechoslowakischen Marke Tatra, wie der Tatra 603 und später der Tatra 613. Diese Fahrzeuge zeichneten sich durch ihren luftgekühlten V8-Motor und ein einzigartiges Design aus, das sie von westlichen Fahrzeugen unterschied.

Mercedes-Benz: Obwohl es in der DDR offiziell keine westdeutschen Autos für die allgemeine Bevölkerung gab, nutzte die Parteielite Fahrzeuge von Mercedes-Benz, insbesondere die S-Klasse Limousinen. Diese waren mit allen erdenklichen Luxus- und Sicherheitsausstattungen versehen und wurden diskret importiert.

ZIL: Aus der Sowjetunion stammten die mächtigen ZIL-Limousinen, die oft für Staatsbesuche und besonders wichtige Anlässe genutzt wurden. Diese Fahrzeuge waren groß, schwer und boten hohen Schutz sowie Komfort.

Diese Nobelkarossen waren nicht nur Transportmittel, sondern auch ein Statussymbol, das die Macht und den Einfluss derjenigen demonstrierte, die sie fuhren. Sie waren oft mit speziellen Kommunikationssystemen ausgestattet und hatten verstärkte Sicherheitsvorkehrungen wie gepanzerte Karosserien und kugelsichere Scheiben.

Die Nutzung solcher Luxusfahrzeuge stand in starkem Kontrast zur Lebensrealität der durchschnittlichen DDR-Bürger, die auf den Trabant oder Wartburg als Standardfahrzeuge angewiesen waren. Diese Autos waren für ihren einfachen Aufbau und ihre lange Wartezeit bei der Bestellung berüchtigt. Während der Trabant und der Wartburg das Bild der DDR-Straßen prägten, repräsentierten die Nobelkarossen der Parteielite eine abgeschottete Welt voller Privilegien und Luxus.

Nach der Wende 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Diskrepanz zwischen der offiziellen Propaganda und den tatsächlichen Privilegien der DDR-Führung zunehmend offenkundig. Die Aufdeckung dieser Widersprüche trug zur Desillusionierung vieler DDR-Bürger bei und verstärkte das Bedürfnis nach Transparenz und Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Spurensuche DDR – Die Stasi-Diktatur der SED

Die Stasi, kurz für „Ministerium für Staatssicherheit“ (MfS), war der Geheimdienst und die Staatssicherheitspolizei der DDR. Gegründet am 8. Februar 1950, spielte sie eine zentrale Rolle in der Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung. Ihre Hauptaufgaben umfassten Überwachung, Spionage, die Unterdrückung von Opposition sowie Propaganda und Desinformation.

Die Stasi überwachte die Bevölkerung mittels Abhörgeräten, versteckten Kameras und Postüberwachung. Ein umfangreiches Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IMs) war im ganzen Land aktiv. Eine besonders perfide Methode war die Zersetzung, bei der psychologische und soziale Techniken eingesetzt wurden, um das Leben von Regimekritikern zu zerstören. Dazu gehörten Rufmord, soziale Isolation, berufliche Benachteiligung und psychische Belästigung. Regimekritiker wurden oft inhaftiert und verhört, wobei die Haftbedingungen brutal waren und viele Gefangene schwere psychische und physische Schäden erlitten.

Die Stasi war eine riesige Organisation mit etwa 91.000 hauptamtlichen Mitarbeitern und geschätzten 189.000 Inoffiziellen Mitarbeitern im Jahr 1989. Ihre Zentrale befand sich in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg, und sie hatte in jeder größeren Stadt und in vielen kleineren Orten der DDR Büros.

Mit dem Fall der Berliner Mauer und den politischen Veränderungen 1989/90 begann die Auflösung der Stasi. Am 15. Januar 1990 stürmten Demonstranten die Zentrale in Berlin. In den folgenden Monaten und Jahren wurden die Akten gesichtet und teilweise veröffentlicht. Viele ehemalige Mitarbeiter der Stasi wurden entlassen oder vor Gericht gestellt. Die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit ist ein fortlaufender Prozess in Deutschland. Die Unterlagen der Stasi werden vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) verwaltet und können von betroffenen Bürgern eingesehen werden.

Die Stasi war ein mächtiges Instrument der Unterdrückung und Kontrolle in der DDR, das weitreichende Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen durchführte, um die sozialistische Herrschaft zu sichern. Ihre Methoden und die psychologischen sowie physischen Folgen für die betroffenen Menschen sind ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte, das bis heute nachwirkt und aufgearbeitet wird.

VOTO – Dass Wahlhilfetool zur Kommunalwahl für Jena – Jetzt abstimmen!

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Wahlberechtigte Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Jena ab 16 Jahren sind am 26. Mai 2024 dazu aufgerufen, den Jenaer Stadtrat für die Wahlperiode 2024 bis 2029 zu wählen. Wir möchten mit dem Wahlhilfetool dazu beitragen, dass Wählerinnen und Wähler zu einer informierten Wahlentscheidung kommen.

Die VOTO gemeinnützige UG fördert das demokratische Staatswesen. Dahinter stecken Menschen mit inderdisziplinären Hintergründen aus Politik, Wissenschaft und Technik. Gemeinsam setzen wir uns als Team VOTO dafür ein, dass Wählen einfacher und attraktiver wird. Dabei haben wir uns als Team für unsere Arbeit im Umgang mit der Online-Wahlhilfe VOTO einige Prinzipien festgelegt.