TU Chemnitz lädt am 28. Mai zum 2. Diversity Day ein

Alle Interessierten aus der Universität und der Stadt Chemnitz
#wirsinddivers

Chemnitz. Die Technische Universität Chemnitz (TUC) beteiligt sich am 28. Mai 2024 am Deutschen Diversity-Tag, der von der Charta der Vielfalt e. V. initiiert wurde und seit 2012 jährlich stattfindet. Dieser Tag soll die Vielfalt und Inklusion in Organisationen fördern und anregen, sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Engagement für eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitswelt zu zeigen.

Die TUC bekennt sich klar zu einem Arbeits- und Studienumfeld, das von Toleranz, gegenseitiger Achtung und Diskriminierungsfreiheit geprägt ist. Im März dieses Jahres schloss die TUC erfolgreich das Zertifikatsverfahren im Diversity Audit „Vielfalt gestalten“ ab und erhielt vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. bescheinigt, dass sie die Verschiedenheit ihrer Studierenden und Beschäftigten als Chance begreift und Wege gefunden hat, dieses Potenzial für die Organisationsentwicklung und einen Kulturwandel der Universität zu nutzen.

Unter Federführung der Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung, Prof. Dr. Anja Strobel, haben Akteurinnen und Akteure der TUC sowie Gäste aus anderen Wissenschaftseinrichtungen und der Stadt Chemnitz ein abwechslungsreiches Programm zum Thema Diversität zusammengestellt, zu dem alle Interessierten aus der Universität und der Stadt Chemnitz am 28. Mai herzlich eingeladen sind. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Ab 9:30 Uhr präsentieren sich im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes in der Reichenhainer Straße 90 Zentrale Einrichtungen der Universität, Projekte und Chemnitzer Vereine, die mit Diversität befasst sind und Gelegenheit für Information und Austausch bieten. Zeitgleich beginnend widmen sich im Hörsaal N111 vier Vorträge der Thematik: Juniorprofessorin Barbara Gross (Philosophische Fakultät, TUC), Prof. Dr. Tuulia Ortner und Günter Roiss. (Universität Salzburg/WITAF, Wien), Klara Maria Steinmetz (Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften, TUC) und Dr. Patrick Weber (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und AXA Versicherungsgesellschaft, Schweiz) geben Einblicke in ihre Forschung und reflektieren über den alltäglichen Umgang mit Diversität in unterschiedlichen Kontexten.

Am Nachmittag gibt es die Gelegenheit, Diversitätsdimensionen selbst praktisch zu erfahren. Für einen Schnupperkurs Gebärdensprache und das Ausprobieren des Alterssimulationsanzuges der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement (Leitung: Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann) wird um Anmeldung aufgrund begrenzter Plätze gebeten, die Links sind im Programm zu finden. Ausprobieren kann man weiterhin, Webseiten und Dokumente einmal aus Sicht verschiedener Zielgruppen mit individuellen Beeinträchtigungen und verschiedenen technischen bzw. körperlichen Voraussetzungen zu erleben. Wie ist es, einen PC ohne Maus zu bedienen, wie funktioniert eigentlich ein Screenreader, wie wird ein Video mit Untertiteln wahrgenommen?

In der Mensa, Reichenhainer Straße 55, können zum Diversity Day ein türkisches und ein südkoreanisches Gericht probiert werden. Eine Rezeptebörse im Foyer des Zentralen Hörsaal- und Seminargebäudes lädt zum Austausch nationaler und internationaler Spezialitäten ein – das Organisationstream freut sich auf die Rezepte der Gäste.

Den Ausklang des 2. Diversity Days an der TU Chemnitz bildet das 22. Literarische Quintett, welches um 19:30 Uhr im Ideenreich der Universitätsbibliothek (Eingang Straße der Nationen) beginnt. Hier werden fünf Bücher vorgestellt, in denen sich der Diversitätsgedanke wiederfindet.

Programm des 2. Diversity Days und weitere Informationen zu den Vorträgen: https://www.tu-chemnitz.de/tu/diversity/diversityday2024.html

Zwischen Warteliste und Zuteilung: Das System der Wohnungsvergabe in der DDR

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Geschichte des Wohnens in der DDR beginnt meist nicht mit dem Einzug, sondern mit dem jahrelangen Warten. Teaser: Wer sich heute an die großen Neubaugebiete des Ostens erinnert, denkt oft zuerst an den Komfortsprung durch Fernwärme und Innenbad. Doch der Weg dorthin war geprägt von einem undurchsichtigen Verteilungskampf. Offiziell sollte die Dringlichkeit entscheiden, doch in der Praxis wurde Wohnraum zu einem Instrument der Arbeitskräftepolitik. Große Betriebe nutzten eigene Kontingente, um Mitarbeiter zu binden, während andere Antragsteller oft über Jahre in maroden Altbauten ausharren mussten. Die Plattenbauwohnung war in diesem System mehr als nur ein Dach über dem Kopf; sie war eine Zuteilung, die man sich durch berufliche Relevanz oder Beziehungen erarbeiten musste. Diese Erfahrung einer politisierten Mangelverwaltung prägt den Blick auf das eigene Zuhause bei vielen Ostdeutschen bis heute, weit über das Ende der DDR hinaus. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Hinter der ideologischen Programmatik des Wohnungsbaus verbarg sich eine harte ökonomische Selektion. Teaser: Das Wohnungsbauprogramm der DDR war das zentrale sozialpolitische Versprechen der Ära Honecker. Doch die Umsetzung folgte oft weniger sozialen als wirtschaftlichen Kriterien. Da Arbeitskräfte in der Planwirtschaft knapp waren, erhielten volkswirtschaftlich wichtige Kombinate direkten Zugriff auf Wohnungskontingente. Dies führte dazu, dass die Zuteilung von Wohnraum faktisch oft an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt war. Parallel dazu verschob sich der Fokus so stark auf den industriellen Neubau, dass die historischen Innenstädte einem massiven Verfall preisgegeben wurden. Die Ambivalenz zwischen modernem Komfort in der Platte und dem Verlust städtischer Substanz im Altbau ist eine städtebauliche Erbschaft, die die ostdeutschen Städte bis in die Gegenwart hinein strukturell definiert. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer für den falschen Betrieb arbeitete, wartete oft Jahre länger auf den ersehnten Mietvertrag. Teaser: Die Gleichheit der Lebensverhältnisse war ein Postulat, das an der Wohnungstür oft endete. Das System der AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) und die Betriebskontingente schufen eine Hierarchie, die offiziell kaum thematisiert wurde. Wohnraum war ein Hebel zur Steuerung von Biografien: Er belohnte Konformität und Leistung im Sinne des Staates. Die Platte war somit nie nur Beton, sondern immer auch ein politisch aufgeladener Raum, dessen Zuteilungsmechanismen tief in die persönliche Lebensplanung eingriffen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=vT0V0y-JDgc