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Die Entdeckung eines verlassenen Tuchmacherhauses in Görlitz

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In einem fesselnden Video nimmt das Team von Goerlitz21, bestehend aus erfahrenen Lost Places Guides, die Zuschauer mit auf eine spannende Erkundungstour durch die Altstadt von Görlitz. Hinter der unscheinbaren Fassade eines bürgerlichen Altstadthauses verbirgt sich das beeindruckende Erbe eines verlassenen Tuchmacherhauses. Dieses Gebäude, das einst das Zentrum des geschäftigen Lebens von Tuchhändlern war, ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Ort voller Geheimnisse und Geschichten, die tief in den Mauern der Stadt verwurzelt sind.

Die Görlitzer Tuchmacherhäuser, die im Mittelalter von wohlhabenden Händlern erbaut wurden, prägen das historische Stadtbild bis heute. Diese beeindruckenden Bauwerke spiegeln den Reichtum und die Bedeutung des Tuchhandels in dieser Region wider. Görlitz bietet eine einzigartige architektonische Landschaft, die sich durch Stile von der Gotik über die Renaissance bis hin zum Barock erstreckt. Der Besuch eines solchen Hauses ermöglicht den Zuschauern, in die Geschichte einzutauchen und die kulturelle Bedeutung dieser einzigartigen Stadt zu verstehen.

Sobald die Guides die Eingangshalle betreten, spüren sie sofort die Atmosphäre vergangener Zeiten. Diese Halle diente einst als Vorhalle für die Fuhrwerke, die hier ein- und ausfuhren. Der Raum ist geprägt von der Stille der Vergangenheit und dem Verfall, der im Laufe der Jahre eingetreten ist. Die Wände sind Zeugen unzähliger Geschichten und Begegnungen, die sich in diesem Raum abgespielt haben. Besonders auffällig sind die detailreichen Fassaden, die mit floralen Ornamenten verziert sind und das handwerkliche Können der damaligen Zeit widerspiegeln. Jedes Detail erzählt von der Kunstfertigkeit und dem Stolz, den die Handwerker in ihre Arbeit steckten.

Die Führung durch das Tuchmacherhaus ermöglicht den Guides und den Zuschauern einen faszinierenden Einblick in das Leben der Tuchmacher, die einst hier arbeiteten. Diese Handwerker waren nicht nur für die Herstellung von hochwertigen Textilien verantwortlich, sondern auch für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt Görlitz. Ihre Geschäfte waren florierend, und sie trugen maßgeblich zur Entwicklung der Stadt bei. Doch mit der Zeit und dem wirtschaftlichen Wandel geriet das Tuchmacherhandwerk in Vergessenheit, und die einst blühenden Gebäude fielen dem Verfall anheim.

Im Video erfahren die Zuschauer mehr über die Herausforderungen, die mit dem Erhalt solcher historischen Gebäude verbunden sind. Es ist wichtig, diese Schätze der Vergangenheit zu bewahren und die Geschichten, die sie erzählen, weiterzugeben. Während sie durch die Räumlichkeiten des Tuchmacherhauses schlendern, können sie die Schönheit und die Dramatik der verlorenen Handwerkskunst förmlich spüren. Die gefallenen Decken, die bröckelnden Wände und die vergilbten Tapeten sind allesamt Erinnerungen an eine Zeit, in der das Tuchmacherhandwerk blühte.

Diese Exkursion ist nicht nur eine Erkundung des Verfalls, sondern auch eine Feier des kulturellen Erbes, das Görlitz zu bieten hat. Indem die Guides von Goerlitz21 sich auf diese Reise begeben, erhalten sie nicht nur wertvolle Einblicke in die Geschichte der Stadt, sondern auch in die Herausforderungen, die der Erhalt solcher historischen Stätten mit sich bringt.

Die Zuschauer werden eingeladen, an dieser exklusiven Tour teilzunehmen und zu erleben, wie die Geschichte von Görlitz durch das verlassene Tuchmacherhaus zum Leben erwacht. Sie dürfen sich auf die Geheimnisse dieser faszinierenden Stadt freuen und die Pracht vergangener Zeiten bewundern, die in den Mauern dieses besonderen Ortes verborgen sind. Letztlich ermutigt das Video dazu, die Bedeutung des Tuchmacherhandwerks in Görlitz zu erfassen und die Herausforderungen zu erkennen, die mit dem Erhalt dieser wertvollen historischen Stätten verbunden sind.

Das Mansfelder Land 1991und der Untergang des Bergbaus

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Der Bericht beleuchtet die Auswirkungen von 40 Jahren Planwirtschaft auf das Mansfelder Land und die Region rund um Lutherstadt Eisleben, die stark unter dem industriellen Erbe und den ökologischen Schäden gelitten hat. Das Mansfelder Land, einst eine bedeutende Industrieregion in der DDR, wurde zum Sinnbild für die verfehlte Wirtschafts- und Umweltpolitik der ehemaligen DDR-Führung. Die Region, die durch den Kupferbergbau geprägt war, litt stark unter der wirtschaftlichen und ökologischen Last des jahrzehntelangen subventionierten Bergbaus, der zwar Arbeitsplätze sicherte, jedoch immense Umweltschäden hinterließ.

Zu Beginn des Videos steht der verheerende Zustand der Umwelt und der Industrie im Vordergrund. Der „Vorrang von Ökonomie vor Ökologie“ beschreibt treffend die Politik der DDR-Führung, die über Jahrzehnte hinweg die Umwelt vernachlässigte, um die industrielle Produktion aufrechtzuerhalten. Dies hatte verheerende Folgen für die Region, in der sich der Bergbau als unrentabel herausstellte und dennoch subventioniert wurde. Die Umwelt im Mansfelder Land wurde schwer geschädigt, der Boden verseucht, und die Natur litt unter der Belastung durch Schwermetalle und andere Schadstoffe. Die Planerfüllung geschah „nach dem Motto verbrannte Erde“.

Mit der deutschen Wiedervereinigung änderte sich die politische und wirtschaftliche Situation grundlegend. Der Kapitalismus hielt Einzug, und die unrentablen Betriebe wurden schnell stillgelegt. Dies hatte jedoch massive soziale Folgen: Während die Umwelt in den Fokus rückte und Sanierungspläne entwickelt wurden, verloren tausende Menschen ihre Arbeitsplätze. Fritz Franz, ein ehemaliger Arbeiter in der Hütte, steht im Mittelpunkt des Berichts. Er hatte große Hoffnungen in die Wiedervereinigung und die Einführung der Marktwirtschaft gesetzt, jedoch ist er nach der Stilllegung seines Betriebs arbeitslos geworden. Die „Hoffnung ging wie eine Seifenblase auf“, beschreibt Franz die Enttäuschung, die viele ehemalige Bergleute empfanden, als ihnen klar wurde, dass die neuen politischen Verhältnisse nicht sofort Arbeitsplätze schaffen würden.

Das Video zeigt eindrücklich, wie schwer es den Menschen fiel, ihre Existenzgrundlage zu verlieren. Für viele war die Arbeit im Bergbau nicht nur eine Einkommensquelle, sondern ein Lebensinhalt. Die ehemalige DDR-Verfassung garantierte das „Recht auf Arbeit“, doch mit der Wende wurde dieses Recht de facto abgeschafft. Die Mansfelder Kumpel, die sich vom Westen „goldene Berge“ erhofft hatten, mussten erkennen, dass sie nun ohne Perspektive und ohne Arbeitsplatz dastehen. Die Arbeitslosenquote in der Region stieg rapide an, und viele Menschen fühlten sich vom Westen im Stich gelassen. „Wir sind ein Volk zweiter Klasse“, beschreibt Franz die Gefühle vieler Ostdeutscher, die sich gegenüber den Westdeutschen benachteiligt fühlen.

Der Bericht beleuchtet auch die ökologischen Herausforderungen, denen sich die Region heute gegenübersieht. Die industrielle Produktion in der DDR hatte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch massive ökologische Schäden hinterlassen. Die Böden sind verseucht, und viele Flächen müssen aufwendig saniert werden. Der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, der im Video zu Wort kommt, spricht von einem „exemplarischen Sanierungsprogramm“, das zeigen soll, wie man ökologische Probleme lösen kann, um gleichzeitig neue Arbeitsplätze zu schaffen. Doch die Menschen vor Ort sind skeptisch. Für viele bedeutet die Sanierung vor allem eines: den endgültigen Verlust ihrer Existenzgrundlage. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, und die versprochenen neuen Arbeitsplätze lassen auf sich warten.

Trotz der schwierigen Lage gibt es auch Hoffnungsschimmer. Der Minister betont, dass die Region durch die ökologische Sanierung neue Chancen erhalten könne. Wer die ökologischen Probleme bewältige, könne auch die ökonomischen Herausforderungen lösen, so die Hoffnung. Doch für Menschen wie Fritz Franz bleibt die Situation schwierig. Er möchte wieder arbeiten, „etwas leisten“, wie er sagt, doch die Realität ist eine andere. Viele ehemalige Bergleute sind zu alt, um in neuen Berufen Fuß zu fassen, und die wenigen neuen Unternehmer in der Region benötigen nur eine begrenzte Zahl an Arbeitskräften.

Das Video endet mit der ernüchternden Erkenntnis, dass der Wandel für viele Menschen im Mansfelder Land nicht den erhofften Aufschwung gebracht hat. Die Region steht vor einer ungewissen Zukunft, und viele ehemalige Arbeiter fragen sich, ob sie jemals wieder eine feste Anstellung finden werden. Die „goldenen Berge“ haben sich als Illusion herausgestellt, und die Herausforderungen bleiben immens – sowohl auf ökologischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene.

Insgesamt bietet der Bericht einen eindrucksvollen Einblick in die Stimmungslage im Mansfelder Land und in Ostdeutschland im Allgemeinen. Er zeigt, wie schwierig der Übergang von einer Planwirtschaft zu einer Marktwirtschaft war und wie sehr die Menschen unter den sozialen und ökologischen Folgen der DDR-Wirtschaftspolitik leiden. Gleichzeitig wirft er die Frage auf, wie eine nachhaltige wirtschaftliche und ökologische Sanierung der Region gelingen kann.

Seltene Aufnahmen der Lutherstadt Eisleben der 80er Jahre in der DDR

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In den Jahren 1980 bis 1987 war die Lutherstadt Eisleben, die Geburts- und Sterbestadt von Martin Luther, eine typische Kleinstadt der DDR, die stark vom sozialistischen Alltag und der Planwirtschaft geprägt war. Die Stadt, gelegen im heutigen Sachsen-Anhalt, spielte jedoch eine besondere Rolle aufgrund ihrer historischen Bedeutung für die Reformation und das Leben Martin Luthers. Sie zog dadurch nicht nur innerdeutsche Besucher, sondern auch internationale Gäste an, die sich für das Erbe des Reformators interessierten.

Wirtschaft und Alltag
Eisleben war in dieser Zeit, wie viele andere Städte in der DDR, stark von der sozialistischen Planwirtschaft abhängig. Die Wirtschaft der Region war vor allem durch den Kupferbergbau geprägt. Das Mansfelder Land, zu dem Eisleben gehört, hatte eine lange Tradition im Bergbau, die bis ins Mittelalter zurückreichte. Der Abbau von Kupferschiefer war über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Einnahmequelle, und auch in den 1980er Jahren war der Bergbau ein zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens in der Region. Allerdings befand sich die Kupferproduktion in der DDR in den 1980er Jahren in einer Krise. Veraltete Technik und sinkende Rohstoffvorkommen führten dazu, dass die Wirtschaftlichkeit des Kupferabbaus stetig abnahm. Die Auswirkungen dieses Niedergangs waren in Eisleben spürbar, da viele Menschen in der Region in der Kupferverarbeitung und verwandten Industrien arbeiteten.

Der sozialistische Alltag in Eisleben war von den typischen Herausforderungen der DDR geprägt: Mangel an Konsumgütern, lange Wartezeiten auf bestimmte Produkte, Wohnungsbauprojekte und die omnipräsente politische Kontrolle durch die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Die Stadt war eingebunden in die Pläne der Regierung, die Wohnungsnot zu lindern. So entstanden auch in Eisleben in den 1980er Jahren neue Plattenbaugebiete, die das Stadtbild prägten.

Politische Kontrolle und Überwachung
Wie überall in der DDR spielte auch in Eisleben die politische Kontrolle durch die SED eine zentrale Rolle im Leben der Menschen. Die Staatssicherheit (Stasi) war auch in kleinen Städten wie Eisleben präsent und überwachte systematisch das Leben der Bürger. Politisch Andersdenkende oder Menschen, die der SED kritisch gegenüberstanden, mussten mit Repressionen rechnen. Besonders in einer Stadt wie Eisleben, die durch ihre Verbindung zu Martin Luther ein Symbol für Freiheit und Widerstand darstellte, war die politische Kontrolle stark ausgeprägt. Die Kirche, die zu DDR-Zeiten in vielen Städten ein Zentrum der Opposition war, spielte auch in Eisleben eine wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf die historische Bedeutung des Ortes für die Reformation.

Kirchliche Bedeutung und Reformationserbe
Eisleben ist vor allem bekannt als Geburts- und Sterbeort von Martin Luther. Dieses Erbe prägte die Stadt auch in der DDR-Zeit, in der religiöse Themen oft im Spannungsfeld mit der atheistischen Staatsideologie standen. Trotz der offiziellen atheistischen Ausrichtung der DDR spielte die Erinnerung an Luther eine wichtige Rolle in Eisleben. Die beiden Luther-Gedenkstätten – das Geburtshaus und das Sterbehaus – waren wichtige Anlaufpunkte für Besucher. Auch die St.-Petri-Pauli-Kirche, in der Luther getauft wurde, und die Andreaskirche, in der er seine letzte Predigt hielt, zogen viele Besucher an.

In den 1980er Jahren erlebte Eisleben mehrere bedeutende Luther-Jubiläen, darunter den 500. Geburtstag von Luthers Vater Hans Luther im Jahr 1985 und die Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 1983, das an den Anschlag der 95 Thesen in Wittenberg erinnerte. Diese Feierlichkeiten wurden auch von der DDR-Regierung genutzt, um sich als Hüter des kulturellen Erbes der Nation zu inszenieren. Obwohl die DDR offiziell atheistisch war, versuchte das Regime, das Luther-Erbe für ihre ideologischen Zwecke zu vereinnahmen, indem sie Luthers soziale Reformen hervorhob und versuchte, ihn als eine Figur darzustellen, die gegen die katholische Kirche und somit gegen eine „feudalistische“ Ordnung gekämpft hatte. Die Kirche und viele Bürger sahen in Luther jedoch ein Symbol des geistigen Widerstandes gegen jede Form der Unterdrückung, auch gegen die des DDR-Regimes.

Kultur und Tourismus
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der politischen Repressionen war Eisleben auch ein Zentrum des Tourismus, insbesondere wegen seiner historischen Bedeutung. Viele internationale Besucher, insbesondere aus dem Westen, kamen in die Stadt, um die Lutherstätten zu besichtigen. Der Tourismus brachte eine gewisse Offenheit mit sich, da die Stadt dadurch in Kontakt mit Menschen außerhalb des sozialistischen Blocks kam. Allerdings wurde auch der Tourismus streng kontrolliert, und Besucher wurden in der Regel von offiziellen Führern begleitet.

Die Lutherstätten in Eisleben waren in den 1980er Jahren Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, was die Bedeutung der Stadt im internationalen Vergleich hervorhob. Die DDR bemühte sich, die historischen Gebäude und Denkmäler in einem guten Zustand zu erhalten, auch wenn die Ressourcen begrenzt waren. Es gab verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen, die sich mit dem Leben und Werk Luthers auseinandersetzten. In den Schulen spielte die Reformation und die Rolle Luthers ebenfalls eine wichtige Rolle im Geschichtsunterricht, allerdings immer aus einer marxistisch-leninistischen Perspektive.

Fazit
Die Lutherstadt Eisleben in den Jahren 1980 bis 1987 war eine Stadt im Spannungsfeld zwischen ihrer historischen Bedeutung und den Herausforderungen des sozialistischen Alltags. Die wirtschaftlichen Probleme, insbesondere im Zusammenhang mit dem Niedergang des Kupferbergbaus, die politische Kontrolle durch die SED und die Überwachung durch die Stasi, sowie die Bemühungen der DDR, das Erbe Martin Luthers für sich zu vereinnahmen, prägten das Leben in der Stadt. Trotz dieser Herausforderungen blieb Eisleben ein wichtiger Ort der Erinnerung an die Reformation und Martin Luther, was der Stadt auch in der DDR-Zeit eine besondere Stellung verlieh.

Beobachtungskultur in der Demokratie – Verfassungsschutz 2.0

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Das Video thematisiert die seit 2021 etablierte Kategorie des „Verfassungsschutz-relevanten Delegitimierung des Staates“, die in der Behörde als neuer Phänomenbereich fungiert. Dieser Begriff umfasst sogenannte Staatsdelegitimierer, also Personen, die laut Verfassungsschutz die freiheitlich-demokratische Grundordnung verächtlich machen oder in Frage stellen. Diese Menschen gehören nicht zwingend zu den Bereichen des Links- oder Rechtsextremismus, verfolgen jedoch eindeutig verfassungsfeindliche Bestrebungen. Ihr Ziel ist es, den bestehenden Staat zu überwinden und ein anderes System zu etablieren, was die roten Linien der Verfassung überschreitet.

Der neue Phänomenbereich entstand intern in der Behörde und wurde nie formal durch den Bundestag verabschiedet. Der Verfassungsschutz hat die Aufgabe, verfassungsfeindliche Bestrebungen zu beobachten, die darauf abzielen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu untergraben. Der Begriff „Delegitimierung“ wird von der Behörde verwendet, um Meinungen zu erfassen, die potenziell zu solchen Bestrebungen führen könnten. Laut dem Verfassungsschutzbericht 2023 werden in Deutschland rund 1.600 Menschen unter dieser neuen Kategorie beobachtet. Die genaue Zahl ist unklar, da nicht nur die Zielpersonen, sondern auch deren Umfeld mit einbezogen wird.

Diese neue Form der Massenüberwachung wurde durch ein neues Verfassungsschutzgesetz ermöglicht, das 2021 verabschiedet wurde und die Überwachung von Einzelpersonen erlaubt, während zuvor nur Gruppen beobachtet werden konnten. Ein Whistleblower aus dem Verfassungsschutz äußerte kürzlich, dass was gestern legale Kritik war, heute als Grund für die Beobachtung durch den Verfassungsschutz dienen kann. Es wird versucht, Personen zu diskreditieren und auszugrenzen, die zuvor als gesellschaftlich akzeptabel galten. Der Whistleblower berichtete, dass die Behörde das Umfeld von Zielpersonen durchleuchtet, um ein umfassendes Bild zu erhalten, was auch ganz normale Bekannte und Arbeitgeber umfasst.

Diese neuen Praktiken können bereits Personen betreffen, die sich lediglich politisch äußern oder an Demonstrationen teilnehmen. Der Whistleblower wurde mittlerweile suspendiert und von seinem Arbeitgeber strafrechtlich verfolgt. Auch der Videoersteller selbst ist betroffen und wurde für einen Social-Media-Beitrag sowie einen journalistischen Artikel aus dem Jahr 2022 beobachtet, mit insgesamt 81 Einträgen zu seiner Person, die jedoch möglicherweise auch einem anderen mit demselben Namen zugeordnet werden könnten.

Um mehr Transparenz zu schaffen, wurde die Plattform „wirbeobachtenzurück.de“ ins Leben gerufen. Dort können Betroffene innerhalb weniger Minuten Auskunftsanträge an die Verfassungsschutzämter stellen. Das Tool ist speziell auf den neuen Phänomenbereich zugeschnitten und ermöglicht es, persönliche Gründe für die Beobachtung anzugeben, wodurch ein Rechtsanspruch auf Auskunft entsteht. Das Projekt zielt auch darauf ab, eine Übersicht über die Verbreitung dieser Beobachtungen zu erhalten. Zudem wird eine monatliche Rückmeldung über die Anzahl der neuen Beobachtungsfälle angestrebt.

Die Initiative hat das Ziel, ein öffentliches Bewusstsein für die Praktiken des Verfassungsschutzes zu schaffen und den Druck auf die Behörde zu erhöhen. Der Videoersteller ist der Meinung, dass es notwendig ist, die neoddr in Deutschland zu verhindern, in der eine Behörde Regierungskritiker als Staatsfeinde brandmarkt. Die Botschaft des Projekts ist klar: „Wir beobachten zurück“.

Die neuen Beobachtungspraktiken des Verfassungsschutzes haben inzwischen unerträgliche Ausmaße angenommen. Deshalb wurde ein Formular-Generator aufgesetzt, mit dem man erfahren kann, ob man vom Verfassungsschutz beobachtet wird: https://wirbeobachtenzurueck.de/

„Dich auf dem Eis zu erleben“ – Ein Blick auf Katharina Witt und ihren außergewöhnlichen Lebensweg

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Die Welt des Eiskunstlaufs ist nicht nur eine Arena für sportliche Höchstleistungen, sondern auch ein Ort, an dem Emotionen, Identität und politische Dimensionen aufeinandertreffen. Die Geschichte von Katharina Witt, einer der bedeutendsten Sportlerinnen der DDR und der internationalen Eislaufgeschichte, ist eine solche Erzählung, die nicht nur ihre beeindruckenden Erfolge auf dem Eis umfasst, sondern auch die Herausforderungen und den inneren Konflikt, den sie als Frau in einer sich wandelnden Gesellschaft erlebte.

Katharina Witt war mehr als nur eine Athletin; sie war ein Symbol für die Hoffnung und den Stolz der DDR. Ihre Leidenschaft für den Eiskunstlauf war unübersehbar, und sie kämpfte mit einem unermüdlichen Willen, um nicht nur ihre sportlichen Ziele zu erreichen, sondern auch die Herzen der Zuschauer zu gewinnen. In der Zeit, als sie die Eisfläche betrat, schien es, als würde die Welt stillstehen, und alle Augen wären auf sie gerichtet. Der Begriff „Kati, eine Kühe die bleibt“, der den neuen Eventfilm beschreibt, bezieht sich nicht nur auf ihre sportlichen Leistungen, sondern auch auf die Stärke und Ausdauer, die sie als Person verkörperte.

Am 3. Oktober 2024 feierte der Film „Kati, eine Kühe die bleibt“ seine Premiere im ZDF, passend zum Tag der Deutschen Einheit. Unter der Regie von Michaela Mimi Käele und dem Drehbuch von Dr. Andreas Stoll wird die Biografie der Eiskunstlauflegende Katharina Witt auf eine tiefere emotionale und politische Dimension konzentriert. Der Film thematisiert nicht nur die olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer, sondern auch die komplexe Beziehung zwischen Witt und ihrer Trainerin Jutta Müller. Diese Beziehung spiegelt den Identitätskampf zweier Frauen wider, die nach dem Fall der DDR ihren Platz in einer neuen Gesellschaft finden müssen.

Katharina Witt, gespielt von Lavinia Novak, strebt nach ihrem Rückzug aus dem Eiskunstlauf ein Comeback an, um ein Stück Heimat im vereinten Deutschland zu finden. Dagmar Manzel verkörpert die strenge Trainerin Jutta Müller, deren Disziplin und Engagement Katharinas Karriere maßgeblich prägten. Der zentrale Konflikt des Films ist weniger sportlicher Natur, sondern dreht sich um den inneren Kampf der Figuren, sich in einer neuen Welt zu behaupten. Insbesondere Katharina hat mit den politischen Folgen ihrer Vergangenheit in der DDR zu kämpfen, die sie als SED-Musterschülerin und ihre Verbindungen zur Stasi begleiten.

Die Konfrontation mit Egon Krenz, gespielt von Alexander Schubert, zeigt die persönliche und politische Brisanz der Geschichte und unterstreicht den inneren Zwiespalt, in dem sich Katharina befindet. Der Film geht über die sportlichen Errungenschaften hinaus und beleuchtet, wie der politische Wandel nicht nur das Leben von Katharina, sondern auch das ihrer Trainerin beeinflusst hat.

Lavinia Novak, die die Rolle der Katharina Witt spielt, beeindruckt nicht nur durch ihre physische Ähnlichkeit, sondern auch durch die Tiefe, mit der sie die Zerrissenheit ihrer Figur darstellt. Die Chemie zwischen Novak und Dagmar Manzel als Jutta Müller verleiht dem Film eine emotionale Schwere, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Manzels Darstellung einer disziplinierten, fast militärisch wirkenden Trainerin, die gleichzeitig eine Mutterfigur für Katharina darstellt, ist besonders hervorzuheben. Diese komplexe Dynamik wird eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht und zeigt, dass der Erfolg von Katharina auch das Resultat der harten Arbeit und des Engagements ihrer Trainerin war.

Der Film ist jedoch nicht nur ein Porträt einer Athletin; er ist auch eine Geschichte über den politischen Wandel und die Herausforderungen, die Frauen in dieser Zeit begegneten. Die Zuschauer werden in die Welt der 90er Jahre eintauchen, in eine Zeit, in der alles im Umbruch war. Katharina, die vor der Herausforderung steht, in einem neuen Deutschland ihren Platz zu finden, wird zur Symbolfigur für viele Frauen, die mit ähnlichen Fragen und Unsicherheiten konfrontiert waren.

Die kreative Inszenierung von Michaela Käele zeigt ihre Stärke im Umgang mit den emotionalen Konflikten, während die Kameraarbeit von Holly Finink die ästhetische Seite des Films gekonnt einfängt. Besonders beeindruckend sind die Eislaufszenen, die nicht nur die sportliche Leistung zeigen, sondern auch die innere Zerrissenheit der Figuren widerspiegeln. Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und Bewegung auf dem Eis verleiht dem Film eine besondere visuelle Tiefe.

Katharina Witt ist nicht nur eine Eiskunstläuferin, sondern auch eine Frau, die mit den Herausforderungen ihrer Vergangenheit und ihrer Identität konfrontiert wird. Der Film beleuchtet die Nachwirkungen der Wendezeit aus einer weiblichen ostdeutschen Perspektive und zeigt, wie Katharina und Jutta gemeinsam durch die Stürme des Wandels navigieren.

„Kati, eine Kühe die bleibt“ ist mehr als nur ein Sportdrama. Es ist eine Geschichte über Identität, politischen Wandel und die Kraft von Beziehungen in Zeiten des Umbruchs. Lavinia Novak und Dagmar Manzel liefern herausragende Leistungen ab und verleihen dem Film emotionale Tiefe und Authentizität. Für Fans von Katharina Witt und für jene, die sich für Geschichten über starke Frauen in herausfordernden Zeiten interessieren, ist dieser Film ein Muss.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Film „Kati, eine Kühe die bleibt“ nicht nur eine Hommage an Katharina Witts beeindruckende Karriere ist, sondern auch eine Reflexion über die sozialen und politischen Herausforderungen, die Frauen in der Zeit des Wandels gegenüberstanden. In einer Welt, die sich schnell verändert, bleibt die Suche nach Identität und Zugehörigkeit eine universelle und zeitlose Erzählung. Der Film lädt die Zuschauer ein, Katharina Witt auf ihrem Weg zu begleiten, und bietet einen tiefen Einblick in die emotionale und politische Dimension ihres Lebens.

Den gesamten Film gibt es hier zum Anschauen. KLICK

Das Interview mit Erich Honecker: Ein Blick in die Gedankenwelt eines starrsinnigen Ideologen

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Das Interview mit Erich Honecker, dem ehemaligen Staats- und Parteichef der DDR, das 1991 in Moskau geführt wurde, bietet einen faszinierenden Einblick in die Gedankenwelt eines Mannes, der bis zum Schluss von den Idealen des Sozialismus überzeugt war. Trotz seines angeschlagenen Gesundheitszustands präsentiert sich Honecker als unbeirrbarer Verfechter seiner Politik und der DDR. Dieses Interview ist nicht nur ein Dokument seiner Überzeugungen, sondern auch ein eindringliches Zeugnis einer Ära, die sich dem Ende zuneigte.

Honecker rechtfertigt die DDR-Vergangenheit, indem er die Schuld am Untergang der DDR nicht in der eigenen Politik sucht, sondern die Sowjetunion unter Gorbatschow dafür verantwortlich macht. Diese Abkehr von der eigenen Verantwortung ist charakteristisch für seine Denkweise. Die Grenzschließung von 1961, die zur dramatischen Flucht von vielen Bürgern führte, betrachtet er als notwendige Maßnahme, um den Frieden zu sichern und die DDR vor weiterer Abwanderung zu schützen. Die Soldaten, die auf Flüchtlinge geschossen haben, hätten seiner Meinung nach lediglich ihre Pflicht erfüllt. Hier wird deutlich, dass Honecker die tragischen Folgen dieser Entscheidungen entweder nicht wahrhaben kann oder willentlich ignoriert.

Ein weiterer Punkt, den Honecker anführt, ist die Rolle der Stasi. Er räumt zwar ein, dass die Stasi ein staatliches Organ gewesen sei, übernimmt jedoch keine Verantwortung für deren Übergriffe und die Bespitzelung der Bevölkerung. Stattdessen behauptet er, die Stasi habe ihre Kompetenzen überschritten. Diese Verteidigung seiner Politik zeugt von einer grundlegenden Unfähigkeit, die eigene Rolle in der Geschichte zu reflektieren und die Verantwortung für die Taten des Regimes zu übernehmen.

In der Auseinandersetzung mit den Vorwürfen, er habe Reformen in der DDR blockiert, weist Honecker diese zurück. Seiner Meinung nach sei es notwendig gewesen, die Konterrevolution zu bekämpfen. Diese Vorstellung ist symptomatisch für sein Weltbild und seine Unbeweglichkeit. Er sieht sich selbst nicht als den Hauptverantwortlichen für die stagnierenden Verhältnisse in der DDR, sondern schiebt die Schuld auf andere Funktionäre ab, insbesondere auf Erich Mielke, den ehemaligen Chef der Stasi. Dies zeigt, wie Honecker in seinem Denken verhaftet bleibt und nicht bereit ist, Fehler einzugestehen.

Des Weiteren behauptet Honecker, die DDR habe Andersdenkende nicht unterdrückt, sondern sei immer zum Dialog bereit gewesen. Diese Aussage wirkt in Anbetracht der zahlreichen Repressionen, die in der DDR stattfanden, grotesk. Die Realität, in der Dissidenten verfolgt und inhaftiert wurden, scheint in seinem Gedächtnis verzerrt oder völlig ausgeblendet zu sein. An die Behauptung, er habe von den Machenschaften der Stasi, wie der Unterbringung von RAF-Terroristen in der DDR, nichts gewusst, glaubt Honecker selbst nicht. Dies wirft die Frage auf, wie sehr er die Informationsflüsse innerhalb seines eigenen Regimes wirklich kontrollierte oder ob er in einem System lebte, das ihn vor unangenehmen Wahrheiten schützte.

Honeckers Weltbild ist stark von der sozialistischen Idee geprägt. Er klammert sich an das, was er als Bestätigung für den Fortbestand des Sozialismus ansieht, wie etwa die Länder China, Vietnam und Kuba. Diese Länder dienen ihm als Beispiele dafür, dass der Sozialismus nicht tot ist und weiterhin eine Alternative darstellt. Die Wiedervereinigung Deutschlands betrachtet er als Annexion der DDR durch die Bundesrepublik, was seine Unfähigkeit zeigt, die Realität nach dem Mauerfall zu akzeptieren.

Darüber hinaus gibt Honecker an, zurücktreten zu wollen, sollte die SED dem Wendebeschluss zustimmen. Diese Aussage verdeutlicht seine Weigerung, die DDR-Politik zu reformieren, und sein festes Festhalten an den eigenen Überzeugungen. Es zeigt auch, wie wenig er bereit ist, auf die Forderungen der Bürger einzugehen und die Situation der DDR grundlegend zu hinterfragen.

Insgesamt zeigt das Interview Honecker als starrsinnigen Ideologen, der nicht bereit ist, Fehler einzugestehen oder die Realität der späten DDR anzuerkennen. Er präsentiert sich als Opfer einer Intrige und sucht die Schuld für den Untergang der DDR bei anderen. Diese Haltung hinterlässt den Eindruck eines Mannes, der in seiner eigenen Welt lebt und die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat oder nicht erkennen wollte. Seine Entschlossenheit, an den Idealen festzuhalten, die letztlich zur Isolation und zum Verfall des Staates führten, macht das Interview zu einem eindringlichen Zeugnis eines gescheiterten Regimes und seiner Führer.

DDR-Gaststätten im Visier: Betrug, Kontrollen und moralische Dilemmas

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Der kritische Bericht aus der DDR-Sendung „Prisma“, ausgestrahlt am 20. November 1980, wirft ein scharfes Licht auf die Missstände im Gastgewerbe Ostberlins und bietet einen seltenen Einblick in das Alltagsleben in der DDR. Im Zentrum des Beitrags steht ein Betrugsprozess gegen einen Kellner, dessen Handlungen als Aufhänger dienen, um umfassend über die Qualität der Gaststätten und die Arbeitsmoral in der Gastronomie zu berichten.

Die Reportage setzt an einem konkreten Fall an: Ein Kellner aus Ostberlin hatte über einen längeren Zeitraum hinweg Gäste systematisch betrogen, indem er Rechnungen aufrundete und nicht bestellte Speisen und Getränke abrechnete. Sein Fall war ein prominentes Beispiel für den Missbrauch von Vertrauen im Gastgewerbe, das in der DDR, wo Verpflegung ein elementarer Teil des Soziallebens war, besonders stark im Fokus stand. Die Verurteilung des Kellners, die in der Sendung angesprochen wird, verdeutlicht die Entschlossenheit der DDR-Behörden, derartige Verstöße zu ahnden. Der Prozess diente als Mahnung und sollte sowohl das Vertrauen der Gäste wiederherstellen als auch ein Exempel statuieren, dass Betrug im Gastgewerbe nicht toleriert wird.

Eine bemerkenswerte Zahl von 900 Kontrollen in Ostberliner Gaststätten bildete den Kern der Untersuchung. Die Beamten nahmen sich dabei nicht nur die Rechnungslegung vor, sondern prüften auch die Qualität des Essens, die Einhaltung von Hygienevorschriften und die Möglichkeiten der Platzreservierung. Diese Kontrollen spiegeln das wachsende Unbehagen der DDR-Führung gegenüber einem Sektor wider, der sich oft als schwer zu regulieren erwies. Gaststätten galten nicht nur als Orte des Essens, sondern auch als wichtige Treffpunkte im öffentlichen Leben. Sie boten den Menschen die Möglichkeit, in einer oft grauen und materialknappen Umgebung etwas Normalität zu genießen. Umso entscheidender war es für die Behörden, dass diese Orte funktionierten und ihren Zweck ohne Betrügereien erfüllten.

Der Bericht aus „Prisma“ zeigt jedoch, dass es in vielen Fällen anders aussah. Die Kontrollen legten erhebliche Mängel offen: von schlechtem Essen über unsaubere Küchen bis hin zu betrügerischen Kellnern. Diese Ergebnisse weckten verständlicherweise Unmut bei den DDR-Bürgern, die auf ein zuverlässiges gastronomisches Angebot angewiesen waren. Die Sendung reflektierte auch die wachsende Skepsis der Bevölkerung gegenüber der Gastronomie, ein Sektor, in dem oft Mangelwirtschaft und ineffiziente Verwaltung zu Problemen führten.

Interessant ist auch der Aspekt der Ausbildung im Gastgewerbe, der in der Sendung angesprochen wird. In Interviews kommen Auszubildende zu Wort, die ihre Sicht auf die Herausforderungen der Branche schildern. Eine junge Auszubildende hebt besonders hervor, wie groß die Versuchung sein kann, in der Gaststätte mehr Geld zu verdienen, als es durch ehrliche Arbeit möglich ist. Die Verantwortung eines Kellners, ehrlich mit den Gästen und dem Betrieb umzugehen, wird betont – aber ebenso die Schwierigkeit, dieser Verantwortung in einem Umfeld gerecht zu werden, das oft von knappen Ressourcen und dem Druck, den Lebensunterhalt zu sichern, geprägt war. Diese Aussagen werfen ein Licht auf die moralischen Dilemmata, mit denen viele in der Gastronomie Beschäftigte in der DDR konfrontiert waren.

Die Moralvorstellungen der Auszubildenden und ihr Bewusstsein für die Problematik zeigen, dass nicht alle Beschäftigten der Branche gleichgültig gegenüber den Anforderungen an Ehrlichkeit und Professionalität waren. Die Ausbildung in der DDR zielte darauf ab, die jungen Arbeitskräfte nicht nur fachlich, sondern auch moralisch zu schulen. Der Bericht lässt aber auch durchblicken, dass die Realität oft schwieriger war, als die Theorie es vorgab. In einer Gesellschaft, in der wirtschaftliche Ressourcen knapp und Löhne oft unzureichend waren, bestand immer die Gefahr, dass einige Beschäftigte dem Druck nachgaben und nach Wegen suchten, ihre Einnahmen zu steigern – sei es durch kleine „Fehler“ auf der Rechnung oder durch bewusste Manipulationen.

Insgesamt zeichnet der Bericht aus „Prisma“ ein differenziertes Bild des DDR-Gastgewerbes. Einerseits gab es Bestrebungen, die Qualität und Ehrlichkeit in den Gaststätten zu sichern – sei es durch strenge Kontrollen oder durch die Ausbildung der Mitarbeiter. Andererseits herrschte ein spürbarer Mangel an Vertrauen, sowohl seitens der Gäste als auch der Behörden. Der Prozess gegen den betrügerischen Kellner wurde zum Symbol für die Schwierigkeiten, ein sektorales Gleichgewicht zwischen staatlichen Vorgaben und der Realität in einem Mangelwirtschaftssystem zu finden.

Für die Zuschauer der DDR war der Bericht eine Mischung aus Warnung und Aufklärung. Er sollte darauf hinweisen, dass die Regierung und die Aufsichtsbehörden wachsam sind und Fehlverhalten nicht tolerieren würden. Gleichzeitig bot die Sendung einen Einblick in die Herausforderungen, mit denen Kellner und andere Beschäftigte im Gastgewerbe konfrontiert waren. Die Frage der Ehrlichkeit und des Umgangs mit Versuchungen war nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung.

Mit der Analyse der Ausbildung von Gastronomiefachkräften und der intensiven Prüfung von Gaststätten durch die Behörden bot der Bericht aus „Prisma“ ein tiefes Verständnis der Schwierigkeiten, mit denen die DDR-Gastronomie in den 1980er Jahren konfrontiert war. Der Fall des betrügerischen Kellners verdeutlichte, dass es nicht nur um die Qualität des Essens oder den Zustand der Gaststätten ging, sondern um grundlegende Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Verantwortung, die in der sozialistischen Gesellschaft besonders hochgehalten wurden.

Weimar 1936: Zwischen Kulturglanz und politischen Schatten

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Die Stadt Weimar, berühmt für ihre kulturellen Errungenschaften und historischen Persönlichkeiten, ist ein bedeutendes Zentrum der deutschen Geschichte. Im Jahr 1936 war Weimar nicht nur ein kulturelles Zentrum, sondern auch ein Ort, an dem die nationalsozialistische Ideologie allgegenwärtig war. In diesem Kontext sind seltene Filmaufnahmen von Weimar aus dieser Zeit von besonderem Interesse, da sie sowohl die Schönheit der Stadt als auch die politischen Strömungen widerspiegeln.

Die Goethe-Häuser in Weimar sind ein besonders wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes der Stadt. Das Wohnhaus von Johann Wolfgang von Goethe, einem der bedeutendsten Dichter der deutschen Literatur, ist ein Ort, der Besucher aus aller Welt anzieht. Die Filmaufnahmen aus dieser Zeit zeigen das historische Ambiente des Hauses und die gepflegten Gärten, die Goethes Liebe zur Natur und zur Ästhetik widerspiegeln. In den Aufnahmen sind möglicherweise auch Szenen zu sehen, in denen Besucher das Haus besichtigen und sich von der Geschichte und den Kunstwerken, die Goethes Leben prägten, inspirieren lassen.

Besonders eindrucksvoll ist der Park an der Ilm, der sich hinter dem Goethe-Haus erstreckt. Dieser Landschaftspark, entworfen von Goethe selbst, ist ein Ort der Ruhe und der Besinnung. In den Aufnahmen aus dem Jahr 1936 sieht man die prächtigen alten Bäume, die sanften Hügel und die romantischen Wege, die zum Entspannen einladen. Man kann sich die Menschen vorstellen, die an diesen idyllischen Orten spazieren gehen und die Schönheit der Natur genießen. Es ist ein Ort, der die Philosophie der Weimarer Klassik verkörpert und gleichzeitig einen Kontrast zu den politischen Ereignissen dieser Zeit bietet.

Ein weiteres bemerkenswertes Motiv in den Filmaufnahmen ist das Schloss Belvedere, das auf einem Hügel oberhalb von Weimar thront. Dieses prächtige Bauwerk, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, war einst ein beliebter Rückzugsort für die Weimarer Herzogsfamilie. Die Aufnahmen zeigen das Schloss mit seiner beeindruckenden Architektur und den weitläufigen Gärten, die die Besucher in ihren Bann ziehen. Im Jahr 1936 war Belvedere auch ein Ort der politischen Symbolik, da das nationalsozialistische Regime versuchte, sich mit der deutschen Kultur und Geschichte zu identifizieren. Die Filmaufnahmen könnten beispielsweise Menschen zeigen, die an politischen Veranstaltungen teilnehmen oder Führungen durch das Schloss machen, die die Ideologie des Regimes in den Vordergrund stellen.

Die seltenen Filmaufnahmen von Weimar im Jahr 1936 bieten einen faszinierenden Einblick in eine Zeit, in der die Stadt sowohl ein Zentrum der Kultur als auch ein Schauplatz für die politischen Umwälzungen in Deutschland war. Sie zeigen, wie die Schönheit der Stadt und ihrer historischen Stätten mit der düsteren Realität des Nationalsozialismus verflochten war. Die Kombination aus Kunst, Natur und der politischen Landschaft dieser Zeit macht Weimar zu einem einzigartigen Studienobjekt, dessen Bedeutung weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht.

Diese Filmaufnahmen sind nicht nur eine historische Quelle, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der komplexen Beziehung zwischen Kultur und Politik in einer der turbulentesten Perioden der deutschen Geschichte. Sie erinnern uns daran, dass trotz der Herausforderungen und der politischen Unterdrückung die kulturellen Werte, die Weimar repräsentiert, weiterhin von großer Bedeutung sind und einen bleibenden Einfluss auf die deutsche Identität haben.

Meiningen und Gotha 1977: Ein Jahr zwischen Aufbruch und Stillstand

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Im Jahr 1977 war die Situation in den Städten Meiningen und Gotha in Thüringen von den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der DDR geprägt. In dieser Zeit erlebten beide Städte Veränderungen, die sowohl kulturell als auch wirtschaftlich von Bedeutung waren.

Meiningen, eine Stadt mit einer reichen Theatertradition, war bekannt für das Meininger Theater, das 1874 gegründet wurde. In den 1970er Jahren setzte das Theater weiterhin Maßstäbe für das deutschsprachige Schauspiel und zog Zuschauer aus der gesamten DDR an. Die Stadt war stolz auf ihre kulturellen Leistungen und versuchte, diese durch verschiedene Veranstaltungen und Festivals weiter zu fördern. Die Stadtverwaltung arbeitete daran, die Stadt als kulturelles Zentrum zu positionieren, was sich in der Renovierung historischer Gebäude und der Unterstützung kultureller Initiativen zeigte.

Gleichzeitig war Meiningen, wie viele Städte in der DDR, mit den Herausforderungen des Alltagslebens konfrontiert. Die Planwirtschaft hatte ihre Vorzüge, brachte jedoch auch Engpässe in der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs mit sich. Die Bürger mussten oft Geduld aufbringen, um an alltägliche Waren zu gelangen, was zu Unzufriedenheit und Frustration führte. Dennoch blieb die Stadt durch ihre kulturellen Aktivitäten ein beliebter Ort für viele Thüringer.

Gotha, die Residenzstadt der ehemaligen Herzogtümer, hatte ebenfalls eine bedeutende Rolle in der Region. In den 1970er Jahren war Gotha stark von der Industrie geprägt, insbesondere durch Unternehmen wie die Gothaer Waggonfabrik und die Zündapp-Werke. Diese Industrien trugen zur wirtschaftlichen Stabilität der Stadt bei, auch wenn sie unter den Rahmenbedingungen der DDR nicht immer reibungslos liefen. Die Planwirtschaft hatte ihre eigenen Herausforderungen, und die Betriebe waren häufig mit Schwierigkeiten konfrontiert, die Effizienz und Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten.

In Gotha fand auch eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stadt statt. Die historische Altstadt und das Schloss Friedenstein waren beliebte Ziele für Touristen und Einwohner. Das Schloss beherbergte eine Vielzahl von Kunstsammlungen und historischen Artefakten, die das reiche Erbe der Stadt unterstrichen. Die Stadt war bestrebt, ihren historischen Charme zu bewahren, während sie sich gleichzeitig in die modernen Gegebenheiten der DDR einfügte.

Die politische Situation in der DDR prägte das Leben in beiden Städten. 1977 war das Jahr, in dem die Regierung unter Erich Honecker versuchte, die Kontrolle über das gesellschaftliche Leben zu festigen. Die Stasi war aktiv und überwachte potenzielle Regimekritiker. Diese Repression führte dazu, dass viele Bürger in der Öffentlichkeit ihre Meinungen und Bedenken über die Regierung zurückhielten, was zu einem Gefühl der Isolation und der Entfremdung führte. Dennoch gab es in beiden Städten auch eine lebendige Kulturszene, die den Menschen Möglichkeiten bot, ihre Kreativität auszudrücken und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Meiningen und Gotha im Jahr 1977 eine Mischung aus kultureller Blüte und politischer Repression erlebten. Beide Städte hatten ihre eigenen Herausforderungen und Möglichkeiten, die sie in der sich ständig verändernden Landschaft der DDR navigieren mussten. Trotz der politischen Einschränkungen blieben die Menschen in diesen Städten bestrebt, ihre kulturelle Identität zu bewahren und sich in ihrer Gemeinschaft zu engagieren.

Politik ohne Herz: Die Gefahr der Paragrafen-Republik

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Pater Franz Maria Schwarz, Prior von St. Wigberti, wendet sich in dieser Rede an seine Gemeinde, aber auch an die breite Gesellschaft, um wichtige Werte anzusprechen und die Menschen zur Selbstreflexion aufzurufen. Im Zentrum seiner Worte steht der Glaube, die Verantwortung und die Bedeutung von Gemeinschaft. Diese Rede zeichnet sich durch seine tiefgründigen Überzeugungen und seine Verbundenheit mit dem christlichen Glauben aus.

Zu Beginn betont Pater Franz die Dankbarkeit gegenüber Gott, insbesondere in einer Zeit, in der Gottesdienste nicht mehr selbstverständlich sind. Er erinnert daran, dass das dritte Gebot – „Du sollst den Feiertag heiligen“ – nicht verhandelbar sei. In einer Welt, die zunehmend von individuellen Entscheidungen dominiert wird, mahnt er an, die Zeit nicht nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten, sondern nach dem Willen Gottes. Für Pater Franz ist dies eine Frage der Prioritäten: „Wenn ich euch lieb bin, dann werdet ihr Zeit für mich haben.“ Er ruft dazu auf, sich diese Worte zu Herzen zu nehmen und das Verhältnis zu Gott in den Mittelpunkt zu stellen.

Er zeigt sich tief besorgt über die Entwicklungen in der modernen Gesellschaft und im politischen Leben. Die Auseinandersetzungen im Thüringer Landtag werden von ihm kritisch betrachtet. Es sei ein Armutszeugnis, wenn sich Politiker in endlosen Streitereien verlieren, anstatt das Wohl des Volkes im Blick zu haben. „Wenn die uns regieren wollen, sollen sie lieber heimbleiben“, sagt er mit einem deutlichen Verweis auf seine Erziehung und die Werte, die ihm seine Mutter mit auf den Weg gegeben hat: „Mein Junge, das gehört sich nicht.“ Respekt und Verantwortung sind für ihn fundamentale Tugenden, die in der heutigen Zeit oft verloren gegangen sind.

Pater Franz nimmt sich auch der Frage der Wahrheit an. Für ihn ist es unerlässlich, klar zwischen Wahrheit und Halbwahrheiten zu unterscheiden. Die christliche Wahrheit sei nicht flexibel, sie könne nicht nach Belieben interpretiert werden. Eine Halbwahrheit, so betont er, sei immer gefährlich und könne zu bösen Folgen führen. Besonders in einer Zeit, in der jeder nach seiner eigenen „Versung“ selig werden wolle, müsse man die Menschen darauf hinweisen, dass dies nicht der Weg sei, den Jesus uns vorgegeben habe. Der Glaube müsse klar und unmissverständlich gelebt werden, nur so könne er weitergegeben werden.

Die Zerrissenheit in Glaubensfragen und die Vielfalt der Kirchen sieht Pater Franz kritisch. „Jesus hat uns gewarnt, bleibt zusammen, haltet zusammen, dass ihr einig seid.“ Diese Einheit sei jedoch in Gefahr, wenn jeder nach seiner eigenen Überzeugung handle. Pater Franz mahnt eindringlich, dass die christliche Wahrheit nicht dem Zeitgeist geopfert werden dürfe. Es sei eine gefährliche Entwicklung, dass die Menschen immer mehr ihren eigenen Weg gehen wollen, ohne sich an der göttlichen Wahrheit zu orientieren.

Ein besonderes Anliegen ist Pater Franz die Familie und die Erziehung der Kinder im Glauben. Er ist überzeugt, dass Kinder den Glauben nur leben können, wenn er ihnen vorgelebt wird. „Die Kinder können glauben nur nachleben, wenn wir ihm vorleben.“ Die Verantwortung der Eltern und Großeltern sieht er als entscheidend an. Er lobt diejenigen Familien, in denen noch eine Großmutter für die Familie betet, und weist darauf hin, dass dies eine Kraftquelle sei, die viele unterschätzen. Ohne diese Glaubensvorbilder, so Pater Franz, drohe der Glaube in der nächsten Generation zu schwinden.

Mit klaren Worten fordert Pater Franz die Gesellschaft auf, sich nicht von Halbwahrheiten und vermeintlichen Lösungen blenden zu lassen. „Die Lüge braucht viel Erklärung, die Wahrheit ist nie lang“, betont er. Es sei wichtig, sich geistlich zu stärken, um den Versuchungen und Angriffen des Unglaubens widerstehen zu können. Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe seien die drei zentralen Werte, die das Leben prägen müssten. Ohne diese Werte sei das Leben chaotisch und orientierungslos.

Zum Ende seiner Rede verweist Pater Franz auf die große Bedeutung des Gebets und der geistlichen Waffenrüstung. „Das aufrechte Gebet glaubt mir, das ist eine Kampfansage an alles Böse.“ Er ermutigt die Gemeinde, für den Schutz ihrer Familien und Kinder zu beten, denn nur durch das Gebet könne man die Angriffe des Bösen abwehren. Pater Franz macht klar, dass dieser Kampf um den Glauben ein fortwährender Prozess sei, der Geduld und Ausdauer erfordere. Die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe seien die einzige Antwort auf die Herausforderungen der heutigen Zeit.

Abschließend fordert er die Menschen auf, sich in Demut und Gebet wieder auf die wahren Werte zu besinnen. Nur so könne man die gesellschaftlichen und politischen Probleme überwinden und eine bessere Zukunft gestalten. Der Schlüssel liege in der Rückbesinnung auf die göttliche Ordnung, die in der Heiligen Schrift und den Sakramenten verankert sei. „Bleiben wir dran am Bau des Tempels der Liebe Gottes, um die Herzen zu stärken“, schließt Pater Franz seine Rede.