„Unser System steht vor dem KOLLAPS!” – Experte warnt vor dramatischer KI-Revolution

Die größte Transformation der Arbeitswelt hat bereits begonnen. Führende Zukunftsforscher wie Prof. Dr. Pero Mićić warnen davor, die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik zu unterschätzen, und fordern eine radikale Neuaufstellung unseres Wirtschaftssystems. Andernfalls droht das „Horrorszenario“.

Pero Mićić, international anerkannter Experte für Zukunftsmanagement, der bereits 1991 das erste Unternehmen für Zukunftsmanagement in Europa gründete, schlägt Alarm. Er gilt als Koryphäe seines Fachgebiets und berät Führungsteams großer Konzerne und Mittelständler zu Zukunftsstrategien. Mićić zufolge befindet sich die Welt bereits auf einer Exponentialkurve der Entwicklung in den Bereichen KI und Robotik.

Geschwindigkeit und Bedeutung: Warum es diesmal anders ist
Während viele Menschen die Befürchtungen über Jobverluste durch KI mit Verweis auf vergangene Industrielle Revolutionen abtun, warnen Experten vor einem gefährlichen Trugschluss. Das Argument, dass bisher immer neue Jobs entstanden sind (wie nach der Dampfmaschine oder der Einführung des Internets), hat diesmal gewichtige Einschränkungen.

Die aktuelle technologische Entwicklung unterscheidet sich laut Mićić in dreifacher Hinsicht von früheren Umbrüchen:

1. Die Geschwindigkeit: Eine Technologie hat sich noch nie in dieser Geschwindigkeit entwickelt.

2. Die Bedeutung: Bisher wurden primär körperliche und Teile der kognitiven Fähigkeiten erweitert. Jetzt wird tatsächlich das menschliche Gehirn erweitert.

3. Die Emotionen: Menschen tendieren zum Confirmation Bias, indem sie Nachrichten herausfiltern, die ihre eigene positive Erwartung bestätigen.

Die Leistungsfähigkeit moderner KI wird massiv unterschätzt. Modelle erreichen mittlerweile Intelligenzquotienten von 140 und mehr. Kein Mensch kann all jene Aufgaben lösen, die die besten KIs heute in dieser Geschwindigkeit bewältigen.

Die Konsequenzen sind drastisch und dramatisch: Innerhalb eines langfristigen Horizonts von 10 bis 15 Jahren werden 60 bis 80 Prozent der heutigen menschlichen Tätigkeiten nicht mehr durch Menschen erledigt.

Der Webfehler des Systems und das Eigentum
Die Mehrheit der Menschen baut ihre Existenz auf ihrer Arbeitsleistung auf. Das derzeitige System, in dem über 90 Prozent der Menschen abhängig beschäftigt sind, hat 200 Jahre lang gut funktioniert, wird aber in der Post Labor Economy versagen. Mićić spricht hier vom katastrophalen Webfehler unseres Wirtschaftssystems.

Um einen Zusammenbruch zu verhindern, muss das System geändert werden. Die einzige Gruppe, die sich heute schon auf die KI-Welt freut und keine Angst vor zunehmender Automatisierung hat, sind die Eigentümer produktiven Vermögens (Anteile an Unternehmen, die sich auf KI vorbereitet haben).

Die logische Konsequenz ist, Menschen zu Eigentümern produktiven Vermögens zu machen. Dies ist eine riesige Aufgabe, die politisch bisher kaum angegangen wurde, da politische Akteure selten zukunftsintelligent handeln.

Als konkrete Maßnahmen nennt Mićić unter anderem:

• Startkapital bei Geburt: Jedes Baby könnte 100.000 Euro erhalten, auf die es bis zum 60. Lebensjahr nicht zugreifen darf, die es aber beleihen könnte.

• Investitionsförderung: Menschen, die ihren Job an autonome Technologie verlieren (z. B. LKW-Fahrer an autonome LKWs), müssen geholfen werden, direkt in diese neuen Technologien zu investieren.

Grundeinkommen und Negative Einkommenssteuer
Da der Aufbau von Vermögen Zeit benötigt, werden Transferleistungen nötig sein. In der Diskussion stehen das bedingungslose Grundeinkommen (Existenzsicherung) und das von Elon Musk geforderte Universal High Income (UHI).

Mićić hält ein bedingungsloses Grundeinkommen für nicht notwendig. Er schlägt stattdessen eine negative Einkommenssteuer vor. Dieses Konzept sieht vor, dass nur jene einen Betrag vom Finanzamt aufgefüllt bekommen, die in ihrer Steuererklärung ein Einkommen unter einem bestimmten Betrag nachweisen. Dadurch könnte das gesamte Sozialsystem theoretisch ersetzt werden, da die Infrastruktur (Software, Daten, Prozesse) bereits vorhanden ist.

Als plausibelste Finanzierungsquelle für diese Transfers sieht der Experte nicht die Besteuerung großer Vermögen (die nur für wenige Monate reichen würde) oder die Maschinensteuer, sondern die Unternehmenssteuern. Mićić argumentiert, dass die Produktivität besteuert werden müsse, da der Unternehmensertrag die gesamte Wertschöpfung abbilde.

Der wahrscheinlichste Pfad: Krise vor Überfluss
Obwohl langfristig ein Überflussszenario (Sustainable Abundance) möglich ist, in dem die Lebensqualität enorm zunimmt und die Lohn- und Gehaltskosten aus Produkten und Dienstleistungen verschwinden (massive technische und wirtschaftliche Deflation), glaubt Mićić, dass der Weg dorthin steinig wird.

Der Mensch sei ein kurzsichtiges Wesen (Homopräsenz), das Risiken meiden möchte. Die Angst vor dem Risiko führt paradoxerweise zum größten Risiko.

Da die Menschen nicht reibungslos agieren und das deutsche Sprachgebiet aufgrund der Risikoaversion nicht zu den Vorreitern gehören wird, erwartet Mićić, dass wir zuerst in ein mehr oder minder schlimmes Krisenszenario geraten, bevor wir uns langsam dem Überflussszenario nähern.

Das Horrorszenario skizziert Mićić wie folgt: Unternehmen werden aus Wettbewerbsgründen gezwungen sein, KI und humanoide Roboter zu nutzen. Humanoide Roboter könnten pro Stunde nur 3 bis 4 Euro kosten. Wenn Menschen dadurch weniger traditionelle Arbeitsplätze und Einkommen haben, können sie weniger kaufen. Dies führt zu sinkenden Umsätzen bei Unternehmen und fehlenden Steuereinnahmen beim Staat, der die Transfers nicht zahlen kann. Es entsteht eine Abwärtsspirale, die politisch und gesellschaftlich schwierig wird.

Die Rolle des Menschen: Unternehmer sein
In dieser transformierten Welt sind die menschlichen Fähigkeiten wichtiger denn je. Mićić rät dringend dazu, nicht länger in Berufen oder Jobs zu denken, sondern sich auf Probleme von Menschen zu konzentrieren und deren Lösung zur eigenen Mission zu machen.

Die Rolle des Menschen sei es, Mensch zu sein—und zwar ein exzellenter Mensch. Maschinen können dies nicht. Gefragt sind:

• Logisches Denken
• Empathie und emotionale Intelligenz
• Selbstinitiative und unternehmerisches Handeln
• Handeln nach ethischen Prinzipien

Ergänzend dazu sei eine technologische Qualifikation in der Tiefe nötig.
Der Arbeitsmarkt wird sich stark verändern. Das Angestelltenverhältnis, das Mićić als „Selbstständigkeit mit einem Kunden“ beschreibt, werde weniger sicher. Er erwartet einen starken Trend hin zur Gig Economy. Angesichts der Unsicherheit, die KI in traditionelle Jobs bringt, sei es sicherer, mehrere Kunden als Freiberufler oder Selbstständiger zu haben. Mićić rät Studierenden: „Have a business und sei auch nur nebenbei“.

Das Positive daran ist, dass wir Menschen uns künftig mehr um das kümmern können, was uns wirklich wichtig ist, etwa um unsere Mitmenschen. Es besteht die Hoffnung auf eine menschlichere Welt.

Silvester 1989: Ein Jahreswechsel im politischen Niemandsland

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Es gibt Nächte, die riechen anders als alle anderen zuvor, eine Mischung aus Schwefel, Sekt und einer Kälte, die man in der Aufregung kaum spürt. Teaser: Wer sich an den 31. Dezember 1989 erinnert, denkt oft zuerst an die Bilder vom Brandenburger Tor. An die Menschenmassen, die sich dort drängten, wo wenige Wochen zuvor noch Schießbefehl herrschte. Doch die Realität dieser Nacht war komplexer als die Fernsehbilder. Es war eine Nacht des absoluten Vakuums. Die alte Ordnungsmacht, die Volkspolizei, hatte sich fast vollständig zurückgezogen. Sie stand am Rand, defensiv, unsichtbar gemacht durch die eigene Geschichte. Das schuf Raum für Euphorie, aber auch für eine gefährliche Form der Anarchie. Millionen D-Mark, ausgezahlt als letztes Begrüßungsgeld, waren in den Tagen zuvor in westdeutsches Feuerwerk umgesetzt worden. Der Himmel über dem Osten leuchtete so hell und laut wie nie zuvor. Es war ein fast trotziges Verprassen, getrieben von der Freude über die Freiheit, aber auch von der klammheimlichen Angst, was das eigene Geld bald noch wert sein würde. Während in Berlin die Gerüste unter der Last der Feiernden wankten, kämpfte die Regierung Modrow im Hintergrund schlicht darum, dass in den Kraftwerken die Kohle nicht ausging. Diese Gleichzeitigkeit von Rausch und Kollaps, von privatem Glück an der geöffneten Grenze im Harz oder Thüringen und der staatlichen Agonie in Ost-Berlin, macht diesen Jahreswechsel so einzigartig. Es war der Moment, in dem die DDR zwar noch auf der Landkarte existierte, aber in den Köpfen der Menschen bereits Geschichte war. Als die Sonne am Neujahrsmorgen über den Müllbergen aus West-Verpackungen und Ost-Glas aufging, war die Stille fast lauter als der Lärm der Nacht. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Zwischen dem juristischen Fortbestand der DDR und ihrem faktischen Ende lag in dieser Nacht nur eine dünne Schicht aus Feierlaune und Chaos. Teaser: Die Silvesternacht 1989/90 markiert eine historische Anomalie. Völkerrechtlich war die DDR noch ein souveräner Staat, doch im Inneren war das Machtmonopol bereits erloschen. Die Sicherheitsorgane, einst omnipräsent, kapitulierten vor der schieren Masse der Menschen. Am Brandenburger Tor, wo 500.000 Menschen den Jahreswechsel begingen, wurde dies am deutlichsten: Die Volkspolizei griff selbst bei der Demontage von Staatssymbolen oder gefährlichen Kletteraktionen kaum noch ein. Gleichzeitig wirkte im Hintergrund eine ökonomische Dynamik, die den politischen Prozess beschleunigte. Das Ende der Barauszahlung des Begrüßungsgeldes führte zu einem letzten Konsumrausch, der die wirtschaftliche Asymmetrie zwischen den beiden deutschen Staaten in jeder explodierenden Rakete am Himmel sichtbar machte. Die Politik, ob in Bonn oder Ost-Berlin, hinkte dem Geschehen auf der Straße hinterher. Es war eine Nacht, die zeigte, wie schnell Institutionen ihre Bindungskraft verlieren, wenn die Angst weicht. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Freiheit lässt sich nicht verordnen, aber in jener Nacht konnte man sie kaufen – für 100 D-Mark Begrüßungsgeld in Form von Raketen. Teaser: Der Jahreswechsel 1989 war vielleicht die ehrlichste Abstimmung, die je in der DDR stattfand. Die Menschen stimmten mit den Füßen ab – hin zu den Plätzen, rauf auf die Mauern, weg von den staatlichen Vorgaben. Die Sorge um die Sparguthaben mischte sich mit der Ekstase des Augenblicks. Dass dabei auch Denkmäler zu Bruch gingen und die Sicherheit litt, war der Preis für diesen unregulierten Übergang. Am nächsten Morgen blieb das Gefühl, dass nun alles möglich, aber nichts garantiert war.