Nach fast fünfzig Jahren wurde der Schriftzug „Berlin-Tempelhof“ abgebaut

Am Flughafen Berlin Tempelhof herrscht schon bei Sonnenaufgang emsiges Treiben. Der Tag beginnt nicht nur für die Stadt, sondern auch für ein bedeutendes Symbol des Flughafens: den ikonischen Schriftzug „Berlin Tempelhof“. Dieser Schriftzug hat das Dach des Gebäudes seit fast 50 Jahren geschmückt und wird heute abgebaut, um Platz für notwendige Sanierungsarbeiten zu schaffen.

Die besondere Mission
Ein mobiler Kran rückt an, um diese besondere Mission durchzuführen. Die Stahlbaufirma Heckmann aus Berlin-Hoppegarten und das Tempelhof Projekt arbeiten dabei eng zusammen. Ihre Aufgabe ist es, die schweren Metallbuchstaben sicher zu entfernen – ein Unterfangen, das sowohl Geschick als auch spezielle Ausrüstung erfordert.

Der Abbauprozess
Die ersten Buchstaben werden vorsichtig gelöst und abgeseilt. Der Einsatz von Spezialausrüstung, Rundschlingen und einem mobilen Kran ist dabei unerlässlich. Die jahrelange Belastung durch Wetter und Zeit ist den Buchstaben deutlich anzusehen. An der Vorderseite sind rundherum etwa zwei Zentimeter dicke Leuchtstoffröhren angebracht, die das typisch blaue Leuchten erzeugten.

Buchstabengröße: Etwa 2 Meter hoch
Länge des Schriftzugs: Ca. 42 Meter

Die Geschichte des Schriftzugs
Ursprünglich befand sich an der Dachkante lediglich die Aufschrift Tempelhof. Anfang der 1970er Jahre ersetzte die Berliner Flughafengesellschaft diese und installierte eine moderne Neonschrift, die über 50 Jahre lang leuchten sollte. Der Schriftzug wurde zu einem Wahrzeichen des Flughafens und war weithin sichtbar.

Die bevorstehenden Restaurierungsarbeiten
In den kommenden Monaten wird der Schriftzug mitsamt seiner Stahlunterkonstruktion umfassend und denkmalgerecht restauriert. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die integrative Geschichte des Flughafens zu bewahren und gleichzeitig die strukturelle Integrität des Gebäudes zu sichern.

Rückkehr in neuem Glanz
Schon im nächsten Sommer wird der Schriftzug in neuem Glanz wieder zum Flughafen zurückkehren. Dann kann Berlin Tempelhof wieder weit über das Feld und die Stadt erstrahlen.

Der Abbau des ikonischen Schriftzugs markiert das Ende eines Kapitels, jedoch auch den Beginn eines neuen. Mit der Restaurierung wird nicht nur ein Stück Geschichte bewahrt, sondern auch ein Symbol für die Zukunft des Flughafens geschaffen. Der Flughafen Tempelhof bleibt somit ein wichtiger Teil des Berliner Stadtbildes und der städtischen Identität.

Zwischen Warteliste und Zuteilung: Das System der Wohnungsvergabe in der DDR

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Geschichte des Wohnens in der DDR beginnt meist nicht mit dem Einzug, sondern mit dem jahrelangen Warten. Teaser: Wer sich heute an die großen Neubaugebiete des Ostens erinnert, denkt oft zuerst an den Komfortsprung durch Fernwärme und Innenbad. Doch der Weg dorthin war geprägt von einem undurchsichtigen Verteilungskampf. Offiziell sollte die Dringlichkeit entscheiden, doch in der Praxis wurde Wohnraum zu einem Instrument der Arbeitskräftepolitik. Große Betriebe nutzten eigene Kontingente, um Mitarbeiter zu binden, während andere Antragsteller oft über Jahre in maroden Altbauten ausharren mussten. Die Plattenbauwohnung war in diesem System mehr als nur ein Dach über dem Kopf; sie war eine Zuteilung, die man sich durch berufliche Relevanz oder Beziehungen erarbeiten musste. Diese Erfahrung einer politisierten Mangelverwaltung prägt den Blick auf das eigene Zuhause bei vielen Ostdeutschen bis heute, weit über das Ende der DDR hinaus. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Hinter der ideologischen Programmatik des Wohnungsbaus verbarg sich eine harte ökonomische Selektion. Teaser: Das Wohnungsbauprogramm der DDR war das zentrale sozialpolitische Versprechen der Ära Honecker. Doch die Umsetzung folgte oft weniger sozialen als wirtschaftlichen Kriterien. Da Arbeitskräfte in der Planwirtschaft knapp waren, erhielten volkswirtschaftlich wichtige Kombinate direkten Zugriff auf Wohnungskontingente. Dies führte dazu, dass die Zuteilung von Wohnraum faktisch oft an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt war. Parallel dazu verschob sich der Fokus so stark auf den industriellen Neubau, dass die historischen Innenstädte einem massiven Verfall preisgegeben wurden. Die Ambivalenz zwischen modernem Komfort in der Platte und dem Verlust städtischer Substanz im Altbau ist eine städtebauliche Erbschaft, die die ostdeutschen Städte bis in die Gegenwart hinein strukturell definiert. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer für den falschen Betrieb arbeitete, wartete oft Jahre länger auf den ersehnten Mietvertrag. Teaser: Die Gleichheit der Lebensverhältnisse war ein Postulat, das an der Wohnungstür oft endete. Das System der AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) und die Betriebskontingente schufen eine Hierarchie, die offiziell kaum thematisiert wurde. Wohnraum war ein Hebel zur Steuerung von Biografien: Er belohnte Konformität und Leistung im Sinne des Staates. Die Platte war somit nie nur Beton, sondern immer auch ein politisch aufgeladener Raum, dessen Zuteilungsmechanismen tief in die persönliche Lebensplanung eingriffen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=vT0V0y-JDgc