Ein Stück Geschichte neu belebt: Die MZ ES 250-2 aus dem Baujahr 1967

Ein Oldtimer-Enthusiast hat eine seltene MZ ES 250-2 aus dem Baujahr 1967, die zu den ersten produzierten Maschinen ihrer Art gehört, mit viel Liebe zum Detail restauriert. Das Motorrad, erkennbar an seiner frühen Fahrgestellnummer, erstrahlt nun in einer prächtigen Kombination aus Olivgrün und Beige, Farben, die es in der Vorkriegszeit gab. Der Besitzer hegte schon lange den Wunsch, eine Maschine in diesem spezifischen Olivton zu restaurieren, was ihn zum Kauf des damaligen Wracks – bestehend lediglich aus dem Rahmen und einigen Blechteilen – motivierte.

Die Restaurierung war ein voller Erfolg, und das Ergebnis ist ein Motorrad, das nicht nur optisch besticht, sondern auch historisch präzise die Besonderheiten des Baujahrs 1967 widerspiegelt. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf Details gelegt, die ausschließlich in diesem Baujahr zu finden waren:

• Umlaufende Linierung auf dem Seitendeckel: Diese ist noch durchgehend und in Beige gehalten.
• Lenkerabdeckung: Auch diese ist noch in Beige ausgeführt.
• Sitzbank: Sie weist eine flache Form mit einer Teilungsnaht in der Mitte auf und kann hochgeklappt werden.
• Bremsgestänge: Hier wurde noch der alte Typ mit Splint anstelle des späteren Hakens verwendet.
• Fußrastenträger: Dieser ist dreiteilig ausgeführt; ab 1968 war er ein durchgezogenes Rohr.
• Fehlender Schriftzug: Ein markantes Merkmal ist das Fehlen des Schriftzugs auf dem Motorrad, da die Modelle von 1967 diesen noch nicht trugen.
• Tankaufnahme: Der Tank verfügt noch über einen kleinen „Pilz“ als Aufnahme, während spätere Modelle ein Stück Flachstahl mit Gewinde aufwiesen.

Der Besitzer ist sichtlich stolz auf sein „gelungenes Motorrad“, das ihn seit dem letzten Jahr begleitet. Er betont, wie froh er ist, diesen Schritt gegangen zu sein und das Motorrad nun zu besitzen. Diese MZ ES 250-2 ist somit nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein fahrendes Denkmal, das die Handwerkskunst und die spezifischen Designmerkmale ihrer Epoche perfekt einfängt.

Das Konzert vom 2. Dezember 1989: Biermann, Wegner und die DDR-Opposition

Journalistischer Text – Facebook Der 2. Dezember 1989 markiert im kulturellen Gedächtnis der deutschen Teilung einen Moment von seltener Intensität. Wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer und noch vor der ersten freien Wahl fand im Ost-Berliner „Haus der Jungen Talente“ eine Veranstaltung statt, die den Titel „Verlorene Lieder – verlorene Zeit“ trug. Es handelte sich um das erste gemeinsame Konzert von in der DDR verbliebenen Liedermachern und jenen Künstlern, die das Land nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 verlassen mussten. Die Atmosphäre im Saal war geladen, geprägt von einer Mischung aus Euphorie, Neugier und der unverarbeiteten Bitterkeit der vergangenen Jahre. Auf der Bühne trafen Welten aufeinander. Wolf Biermann, der erst einen Tag zuvor sein erstes Konzert in Leipzig gegeben hatte, dominierte den Abend mit einer Haltung des historischen Triumphs. Ihm gegenüber standen Künstler wie Bettina Wegner, die weniger die politische Abrechnung als vielmehr den menschlichen Schmerz der Trennung thematisierte. Ihr Lied „Kinder“ wurde zu einem emotionalen Zentrum des Abends. Gleichzeitig vertraten Dagebliebene wie Hans-Eckardt Wenzel oder Gerhard Schöne eine Position, die sich gegen eine vereinfachende Siegermentalität des Westens wandte. Sie pochten auf die Würde einer eigenständigen ostdeutschen Erfahrung, die sich nicht allein durch Anpassung oder Flucht definieren ließ. Besondere Brisanz erhielt der Abend durch die Anwesenheit des damaligen Kulturministers Dietmar Keller. In einer für DDR-Funktionäre präzedenzlosen Geste entschuldigte er sich öffentlich für das Unrecht der Ausbürgerungen. Doch die anschließenden Diskussionen zeigten, dass eine einfache Versöhnung kaum möglich war. Die Gräben zwischen den Exilanten, die die DDR von außen bekämpften, und den Kritikern im Inneren, die das System reformieren wollten, traten offen zutage. Das Konzert dokumentiert somit nicht nur eine musikalische Wiedervereinigung, sondern auch den Beginn eines schwierigen Dialogs über Deutungshoheit und Biografie, der die Nachwendezeit noch lange prägen sollte.