Der rostigste Star ist zurück: Olsenbande-Chevrolet in Silstedt aufgetaucht!

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Für viele hierzulande dürfte sie noch immer ein Begriff sein: die Olsenbande, stets auf dem Weg zum ganz großen Coup oder um Egon aus dem Gefängnis zu holen. Immer mit dabei war ein rostiger Chevrolet, und genau dieser Kult-Fluchtwagen steht nun in Silstedt in der Harzer Bikeschmiede.

Tilo, der Inhaber der Bikeschmiede, hat nach eigenen Angaben einen wahren Coup gelandet. Er erhielt das Fahrzeug von Freunden als Leihstellung und ist sich sicher, dass es sich um eines der echten Filmautos handelt. Die Authentizität des Fahrzeugs lässt sich laut Tilo an spezifischen Details erkennen, die auch in den Filmszenen zu sehen sind. Dazu gehören die fehlende Blende des Standlichts sowie zwei große Rostflecken auf der Seite, die ebenfalls mehrfach im Film auftauchen.

Tilo und sein Vater Wilfried haben in Silstedt, einem kleinen Ort im Harzvorland, ein bemerkenswertes und „etwas verrücktes Fahrzeugmuseum“ aufgebaut. Dort präsentieren sie eine Sammlung echter Raritäten und Schmuckstücke. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Eigenbauten, von praktischen Gefährten aus DDR-Zeiten bis hin zu außergewöhnlichen Kreationen. Als Beispiel für ihre ambitionierten Projekte dient ein Motorrad mit V8-Motor, das sie bereits 2002 als ihr „erstes größeres Wagnis“ realisierten. Dieses Projekt galt als „Leitwind der ganzen Szene“, und viele erklärten sie damals für verrückt, als die Idee eines Motorrads mit Tatra-Motor durchsickerte. Ihr bislang größter Coup war jedoch ein Riesenmotorrad mit Panzermotor, das ihnen sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte.

Am kommenden Wochenende soll der Olsenbande-Chevrolet im Rahmen eines großen Showprogramms bei der Eröffnung der Bikeschmiede für Besucher in Aktion gezeigt werden. Es wird eine Generalprobe geben, bei der der Wagen neben anderen Attraktionen präsentiert wird. Ganz im Sinne von Egon Olsen, der stets zu sagen pflegte: „Ich habe einen Plan“.

Die Biermann-Ausbürgerung und der Beginn des offenen Widerstands in Jena

1. Teaser Profil Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Es war jener graue Novemberabend, an dem die Tagesschau in Schwarz-Weiß flimmerte und eine Nachricht in die Wohnzimmer trug, die wie ein physischer Schlag wirkte. In einer Jenaer Privatwohnung saßen zwei Dutzend junge Menschen, umgeben von Zigarettenrauch und klirrenden Teegläsern, und starrten ungläubig auf den Bildschirm. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war nicht nur ein Verwaltungsakt gegen einen Liedermacher; sie war für diese Generation in der DDR das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Die Reaktion ließ in der Universitätsstadt nicht lange auf sich warten. Einen Tag später, im „Klub der Intelligenz“, suchten viele nach Antworten. Der Saal war überfüllt mit jungen Gesichtern, die eigentlich wegen einer Lesung von Jurek Becker gekommen waren. Als dieser die Protestnote der Berliner Künstler verlas, brach sich das Unausgesprochene Bahn. Ein Raunen schwoll zu einer offenen Debatte an, die den Rahmen des Erlaubten sprengte. Doch der Geist war aus der Flasche. In der Evangelischen Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte gärte es weiter. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde gehandelt. Man schrieb den Offenen Brief der Künstler ab und sammelte Unterschriften. Die Antwort des Repressionsapparates folgte prompt und brutal in der Nacht zum 19. November. Doch statt Rückzug erzeugte die staatliche Härte eine Solidarisierungswelle, die quer durch die sozialen Schichten Jenas ging. 2. Teaser Seite Arne Petrich Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war für viele junge Menschen in Jena das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Im „Klub der Intelligenz“ eskalierte die Situation, als Jurek Becker statt nur aus seinen Büchern zu lesen, die politische Realität thematisierte. Die daraufhin einsetzende Repression der Stasi, verraten durch Spitzel in den eigenen Reihen, führte zu Verhaftungen in der Jungen Gemeinde. Doch das Kalkül der Macht ging nicht auf: Statt Angst herrschte plötzlich eine neue, praktische Solidarität. Matthias Domaschk und andere organisierten Hilfe, sammelten Geld und vernetzten sich über soziale Grenzen hinweg. Es entstand ein Riss zwischen Staat und Jugend, der sich bis 1989 nicht mehr schließen sollte. 3. Teaser Jenapolis Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich. Die Nachricht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns löste in Jena eine Kettenreaktion aus, die vom „Klub der Intelligenz“ bis in die Junge Gemeinde reichte. Wo der Staat mit Härte und Verhaftungen reagierte, entstand unerwartet eine breite Solidaritätsbewegung. Historisch betrachtet markiert dieser November den Moment, in dem sich ein Riss auftat, der das Ende der DDR einläutete – der Beginn eines offenen Widerstands, der sich nicht mehr einschüchtern ließ.