Erich-Weinert-Schule in Schwerin: Historisches Denkmal wird zur Vorzeigeschule

Schwerin. Nach dreijähriger Sanierung erstrahlt die denkmalgeschützte Regionalschule Erich Weinert auf der Westseite des Pfaffenteichs in frischem Glanz. Das 110 Jahre alte Gebäude, das 1912 erstmals für bis zu 1 400 Schüler eröffnet wurde, verbindet nun historischen Charme mit modernster Unterrichtstechnik.

„Unser Ziel war es, die Substanz des Baudenkmals zu bewahren und gleichzeitig einen zeitgemäßen Lernort zu schaffen“, erklärt Architektin Dr. Katharina Vogel, die das Projekt leitete. Vor Beginn der Bauarbeiten 2018 hatten Stadtverwaltung und Schulträger intensive Planungsphasen durchlaufen. Da der Schulbetrieb ungestört weiterlaufen musste, unterrichteten die rund 400 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 zeitweise in einer Ausweichschule am Stadtrand.

Historische Wurzeln und Stadterweiterung
Die Paulsstadt, benannt nach Großherzog Paul Friedrich, war im späten 19. Jahrhundert als bürgerlicher Stadtteil konzipiert worden. Mit dem wachsenden Bedarf an weiterführender Bildung entstanden um 1900 in Schwerin gleich sechs neue staatliche Schulen. Die Erich-Weinert-Schule zählt zu diesen prestigeträchtigen Bauten und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. In der DDR wurde sie – wie viele Bildungseinrichtungen – in eine polytechnische Oberschule umgewandelt und erhielt den Namen des Schriftstellers und engagierten Nazigegners Erich Weinert.

Moderne Technik trifft Denkmalschutz
Die größte Herausforderung lag in der Kombination aus Denkmalschutz, Brandschutz und barrierefreiem Ausbau. Die denkmalgerechte Restaurierung der Fassade und der historischen Fenster erfolgte parallel zur Installation einer CO₂-gesteuerten Lüftungsanlage, die in allen Fluren und Klassenräumen für kontinuierlich frische Luft sorgt. Dank eines ausgeklügelten Akustikkonzepts herrscht selbst in den weitläufigen Fluren eine angenehme Ruhe, die konzentriertes Arbeiten fördert.

Ein zusätzlicher Gewinn ist das neue grüne Klassenzimmer im Innenhof: Lernmodule unter freiem Himmel bieten Raum für Biologie-Projekte ebenso wie für Gruppenarbeiten. Die Mensa, unauffällig in den historischen Bestand integriert, versorgt die Schülerinnen und Schüler täglich mit frischen Mittagsmahlzeiten.

Digitale Ausstattung und Barrierefreiheit
„Digitales Lernen ist an unserer Schule keine Zukunftsvision mehr, sondern ganz selbstverständlich“, betont Schulleiterin Martina Schütz. Jeder Klassenraum ist mit interaktiven Tafeln, vernetzten Endgeräten und schnellem WLAN ausgestattet. Ein durchgängiges Leitsystem und Aufzüge in alle Stockwerke machen das Gebäude vollumfänglich barrierefrei.

Ein Leuchtturmprojekt für Mecklenburg-Vorpommern
Mit ihrem gelungenen Umbau setzt die Erich-Weinert-Schule Maßstäbe: Historische Substanz und moderne Pädagogik unter einem Dach – das ist in Mecklenburg-Vorpommern einmalig. Schülerinnen und Schüler wie Lehrkräfte genießen nun beste Rahmenbedingungen für zeitgemäße Bildung.

„Wir sind stolz darauf, diesen Spagat zwischen Geschichte und Zukunft so harmonisch gemeistert zu haben“, resümiert Architektin Vogel. Die Eröffnung der sanierten Schule im Sommer 2021 markierte nicht nur einen Meilenstein für den Standort, sondern auch für die Schullandschaft der Landeshauptstadt.

Die Organisation der Kraftstoffversorgung in der DDR durch das Kombinat Minol

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Das System der Kraftstoffversorgung in der DDR funktionierte nach Regeln, die sich nicht an Marktkräften, sondern an Planvorgaben orientierten. Teaser: Wer heute an die rot-gelben Säulen zurückdenkt, erinnert sich oft an den spezifischen Geruch des Zweitaktgemischs und den obligatorischen Reservekanister im Kofferraum. Die Versorgungssicherheit war ein ständiges Thema in einer Gesellschaft, in der Mobilität zwar gewünscht, aber infrastrukturell oft limitiert war. Das Netz der Tankstellen war dünn, die Wege oft weit, und die Organisation des Tankens erforderte vorausschauendes Handeln. Die Marke Minol stand dabei symbolisch für den Versuch, innerhalb der Mangelwirtschaft eine verlässliche Struktur zu bieten. Lösungen wie die Nachttankbox zeugen von einem Pragmatismus, der notwendig war, um Lücken im System zu schließen. Gleichzeitig offenbarte die Existenz der Intertank-Stationen die wirtschaftliche Notwendigkeit, Devisen zu generieren. Nach 1989 vollzog sich der Wandel radikal. Die Privatisierung und der Verkauf der ostdeutschen Mineralölwirtschaft beendeten nicht nur ein staatliches Monopol, sondern veränderten auch die physische Landschaft entlang der Straßen nachhaltig. B) SEITE 1 und 2 (Kontext); Hook: Die staatlich fixierten Preise für Benzin blieben in der DDR über fast drei Jahrzehnte hinweg unverändert stabil. Teaser: Hinter dieser Preisstabilität stand ein komplexes Subventionssystem, das die realen Kosten der Energieversorgung verschleierte. Das Kombinat Minol verwaltete als Monopolist die gesamte Kette von der Raffinerie bis zum Endverbraucher. Mit nur etwa 1.300 Tankstellen für das gesamte Land war die Infrastruktur jedoch chronisch unterdimensioniert. Der Übergang in die Marktwirtschaft in den frühen neunziger Jahren offenbarte den massiven Investitionsstau und führte zur vollständigen Neuordnung des Marktes, in deren Folge die traditionelle Marke fast gänzlich verschwand.