Kommunale Arbeitgeber unter Beschuss – Falschinformationen zum Streikrecht

In Thüringen sorgt der anstehende Warnstreik am 7. März 2025 für Unruhe. Mitgliederanfragen haben ans Licht gebracht, dass kommunale Arbeitgeber Falschinformationen zum Streikrecht ihrer Beschäftigten verbreiten. Die Gewerkschaft GEW Thüringen weist diese Behauptungen entschieden zurück und fordert, dass geltendes Recht uneingeschränkt respektiert wird.

Unklare Aussagen verwirren Beschäftigte

„Mit unserem Streikaufruf rufen wir zwar die Gewerkschaftsmitglieder explizit auf. Einem Streikaufruf dürfen aber alle Beschäftigten folgen, die unter den Tarifvertrag TVöD fallen. Alle Erzieherinnen und Erzieher, die an kommunalen Kindergärten arbeiten, dürfen sich also am Kita-Streik beteiligen. Sie müssen sich auch nicht beim Arbeitgeber abmelden oder ihre Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft gegenüber dem Arbeitgeber nachweisen. Und genau das haben die kommunalen Arbeitgeber aber behauptet“, erklärte Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen. Die Falschinformationen hätten bereits zu erheblicher Verunsicherung geführt, weshalb eine zeitnahe Richtigstellung aller kommunalen Arbeitgeber dringend erforderlich sei.

Hintergrund der Tarifverhandlungen

Seit dem 24. Januar 2025 befinden sich Gewerkschaften und Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in intensiven Verhandlungen mit dem Bund. Ziel ist eine angemessene Gehaltserhöhung für alle tarifbeschäftigten Mitarbeitenden im Geltungsbereich des TVöD. Nach zwei erfolglosen Verhandlungsrunden, in denen seitens der Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wurde, sieht sich nun ein landesweiter Warnstreik in den Kindertageseinrichtungen angekündigt.

Klar formulierte Forderungen

Gemeinsam mit ver.di fordert die GEW:

  • Eine Gehaltserhöhung von 8 Prozent, mindestens jedoch 350 Euro monatlich, ergänzt durch höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten,
  • Einen befristeten Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten,
  • Entlastungsmaßnahmen und zusätzliche freie Tage zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

In Thüringen gibt es rund 1.300 Kindergärten – etwa ein Drittel davon befinden sich in kommunaler Hand. Diese Einrichtungen sind unmittelbar von dem Warnstreikaufruf betroffen, der als Druckmittel in den bevorstehenden Verhandlungen eingesetzt wird.

Ausblick auf die nächste Verhandlungsrunde

Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 14. bis 16. März 2025 in Potsdam angesetzt. Die DGB-Gewerkschaften überlassen die Verhandlungsführung ver.di, die nun alle Kräfte mobilisiert, um zu einer Einigung zu gelangen, die den Forderungen der Beschäftigten gerecht wird.

Mit dem Warnstreik am 7. März positionieren sich die Gewerkschaften entschlossen, um auf die Notwendigkeit fairer Arbeitsbedingungen und einer gerechten Bezahlung hinzuweisen – und fordern gleichzeitig, dass alle Falschinformationen umgehend korrigiert werden.

Das Sicherheitsgefühl in der DDR als soziale und biografische Erfahrung

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Sicherheit ist für viele Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, kein abstrakter Begriff aus der Kriminalstatistik, sondern eine Erinnerung an ein Lebensgefühl der Vorhersehbarkeit. Teaser: Wer heute zuhört, wenn Ostdeutsche über ihre Vergangenheit sprechen, stößt oft auf eine Diskrepanz zwischen der historischen Realität einer Diktatur und dem persönlichen Erleben eines geschützten Alltags. Diese Wahrnehmung basiert stark auf der Erfahrung einer fast lückenlosen sozialen Absicherung. Der Arbeitsplatz war garantiert, die Miete festgeschrieben, und der Lebensweg verlief oft in geregelten Bahnen, die kaum individuelle Risiken bargen. Diese staatlich garantierte Statik nahm dem Alltag eine existenzielle Schärfe, die erst mit den Umbrüchen der Nachwendezeit in das Leben vieler Menschen trat. Hinzu kam ein öffentlicher Raum, der durch eine hohe soziale Kontrolle und geringe Mobilität geprägt war. Man blieb oft über Jahrzehnte im gleichen Wohnviertel, kannte das Umfeld und bewegte sich in einer homogenen Gesellschaft, in der Fremdheit die absolute Ausnahme bildete. Die staatliche Ordnungsmacht sorgte zudem rigoros dafür, dass Konflikte selten sichtbar im Straßenbild ausgetragen wurden. In der Rückschau verschmelzen diese Faktoren – die soziale Planbarkeit, die vertraute Umgebung und die sichtbare Ruhe – zu einem Sicherheitsbegriff, der sich fundamental von heutigen Definitionen unterscheidet. Er beschreibt weniger den Schutz vor Verbrechen als vielmehr die Abwesenheit von unvorhersehbaren Veränderungen. B) SEITE 1 und 2 (Kontext): Hook: Wenn Ostdeutsche sagen, früher sei es sicherer gewesen, vergleichen sie die Gegenwart oft nicht mit dem politischen System der DDR, sondern mit einer spezifischen Form der sozialen Stabilität. Teaser: Die Analyse dieses Gefühls zeigt, dass Sicherheit in diesem Kontext vor allem als Planbarkeit des eigenen Lebens verstanden wird. In der DDR waren Erwerbsbiografien und Wohnsituationen langfristig gesichert, was eine mentale Entlastung von existenziellem Wettbewerb bedeutete. Der abrupte Wegfall dieser Strukturen nach 1990 und die Erfahrung massiver Unsicherheit prägen den rückblickenden Vergleich bis heute. Verstärkt wird dies durch den Kontrast zwischen der damaligen medialen Filterung, die Konflikte ausblendete, und der heutigen Informationsdichte, die Risiken permanent sichtbar macht. Sicherheit erscheint in dieser Lesart als ein Zustand, in dem die Komplexität der Welt noch überschaubar war. QUELLE Basis: Video-Analyse „Warum viele Ostdeutsche sagen: ‚In der DDR war es sicherer‘“