Jungbürgermeister in Sachsen verzweifelt an der Bürokratie der Politik

Mit nur 25 Jahren wurde Philipp Eichler Bürgermeister. Der parteilose Fleischer wollte ranklotzen, doch der Kampf mit der Bürokratie ist mühsamer als gedacht. Und nach der Kommunalwahl kommt womöglich ein weiteres Problem auf ihn zu.

Philipp Eichler ist Bürgermeister in Rothenburg/O.L., der östlichsten Kleinstadt Deutschlands.

1268 erstmals urkundlich erwähnt, blickt die östlichste Kleinstadt an der Neiße auf eine lebendige Geschichte zurück. Schon damals entwickelte sich der Ort zu einer kleinen, florierenden Stadt im Mittelpunkt des landwirtschaftlichen und handwerklichen Lebens an der Neiße. Der Name leitet sich vermutlich von einem der ältesten Gutsbesitzer, von Rothenburg, ab. Die mittelalterlichen Strukturen mit schmuckem Rathaus, Marktplatz, Gässchen und „kutschengerechtem“ Kopfsteinpflaster sind gut erhalten. Saniert und liebevoll gepflegt präsentieren wir uns heute dem Besucher.

Rothenburg war über einen langen Zeitraum landwirtschaftlich geprägt und die Stadtentwicklung wurde stark durch die Familie von Martin beeinflusst. So finden sich noch heute der Martinshof (diakonische Einrichtung) und das Martin-Ulbrich-Haus (orthopädische Klinik) in der Stadt. Bis 1945 hatte Rothenburg den Sitz der Kreisverwaltung inne. Nach dem 2. Weltkrieg fiel dieser an die Stadt Niesky.

Nördlich der Stadt entstand ab den 1950er Jahren ein Militärflugplatz. Im Jahr 1991 wurde dieser aufgelöst und schrittweise in eine zivile Nutzung überführt. Auf dem Gebiet des ehemaligen militärischen Geländes siedelte sich vor allem produzierendes Gewerbe an. Wo einst die Schulungsgebäude standen, findet sich heute ein moderner Sportkomplex. Die Sporteinrichtungen werden auch von der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) genutzt, welche seit 1994 in der Kleinstadt an der Neiße ihren Sitz hat.

Auf den ersten Blick ist es romantisch still… Doch der zweite Blick zeigt das lebendige Rothenburg: Hier gibt es eine Schwimmhalle, 36 aktive Vereine, Kindergärten, Grund- und Oberschule, ein Mehrgenerationenhaus, Gewerbegebiete, eine Bibilothek und Museen… und das mitten in einer noch unberührten Landschaft, die zum Durchatmen einlädt.

Haare ab, Uniform an: Ein ehrlicher DEFA-Blick auf die NVA-Wehrpflicht

Persönlicher Teaser 18 Monate Lebenszeit. So lange dauerte der Dienst, zu dem sie alle mussten. Der DEFA-Film „Einberufen“ nimmt uns mit zurück ins Jahr 1971, direkt an das Kasernentor in Rostock. Wir spüren den Abschiedsschmerz, riechen förmlich das Bohnerwachs der Stuben und hören das Klicken der Schere, wenn die langen Haare fallen. Es ist ein Film über Jungs, die plötzlich Männer sein sollen, über den Verlust der Individualität und den Versuch, sich im grauen NVA-Alltag nicht selbst zu verlieren. Ein absolut sehenswertes Stück Zeitgeschichte, das ganz nah dran ist.

Manfred Krug: Der Luxus des doppelten Lebens

Persönlicher Teaser Haben Sie ihn auch noch im Ohr? Diese Stimme, die klang wie raues Schmirgelpapier auf Samt? Manfred Krug war für uns mehr als nur der Anwalt aus Kreuzberg oder der singende Tatort-Kommissar. Er war einer von uns, egal auf welcher Seite der Mauer man groß wurde. Seine Geschichte ist der ultimative Beweis dafür, dass man Systeme wechseln kann, ohne sein Rückgrat zu brechen. Wir werfen einen Blick darauf, was „Luxus“ für einen Mann bedeutete, der im Osten alles hatte und alles riskierte, um im Westen er selbst zu sein. Eine Reise zwischen Pankow und Charlottenburg, zwischen Zensur und Freiheit