Die Treuhand und der Fall Carl Zeiss Jena

Die Treuhand und der Fall Carl Zeiss Jena

Die Treuhandanstalt spielte eine wesentliche Rolle im Transformationsprozess der ostdeutschen Wirtschaft nach der Wiedervereinigung. Am Beispiel von Carl Zeiss Jena, einem führenden Unternehmen der DDR, werden die Herausforderungen und Kontroversen dieses Übergangs deutlich.

Im Oktober 1990 betonte Detlev K. Rohwedder, der Präsident der Treuhandanstalt, gegenüber den Managern von Carl Zeiss Oberkochen, dem westdeutschen Pendant von Carl Zeiss Jena, die Notwendigkeit, dass das Unternehmen und die Carl-Zeiss-Stiftung “wieder nach Jena zurückkehren müssten. Was durch Gewalt getrennt wurde, könne nun wieder zusammengefügt werden.” Die Aufgabe, die Beziehung der beiden Unternehmen zu klären und möglicherweise zusammenzuführen, symbolisierte die staatliche Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR. Gleichzeitig stellte die Umstrukturierung von Carl Zeiss Jena einen besonderen Fall dar, der verschiedene Herausforderungen mit sich brachte.

In einem Vortrag erläuterte Prof. Dr. André Steiner die Ausgangssituation dieses Prozesses sowie die Interessen und Standpunkte der beteiligten Akteure, insbesondere der Treuhandanstalt. Dabei wurden die Schwierigkeiten betont, die aus den unterschiedlichen Perspektiven und Erwartungen der Beteiligten resultierten. Abschließend wurde das Ergebnis des Prozesses analysiert und bewertet.

Dieser Vortrag war Teil der Veranstaltungsreihe “Die überforderte Behörde: Neue Forschungen zur Treuhandanstalt”, die sich mit den Herausforderungen und Arbeitsweisen der Treuhandanstalt während der Transformation der ostdeutschen Wirtschaft nach der Wiedervereinigung befasste. Prof. Dr. Steiner verdeutlichte dabei die Komplexität und Vielschichtigkeit der Aufgaben der Treuhandanstalt sowie die spezifischen Probleme bei der Umgestaltung von Carl Zeiss Jena.



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