Ein blaues Band für die Solidarität

Stuttgart. Uns bewegt die Trauer um den Tod unseres jungen Mannheimer Polizeikollegen, der im Einsatz für die Innere Sicherheit und bei der Abwehr eines brutalen Messerattentats selbst Opfer einer heimtückischen und tödlichen Messerattacke wurde. Wir erleben seit einigen Jahren einen Anstieg von Gewalttaten und eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Schon lange hat die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, der Polizei und der Blaulichtfamilie eine erschreckende Dimension erreicht.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft ruft heute die Bevölkerung dazu auf, sich hinter die Polizei, die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes und der Blaulichtfamilie zu stellen. Wir bitten darum, blaue Bänder als Zeichen der Trauer, als Zeichen der Solidarität und als sichtbares Zeichen gegen Gewalt zu tragen.

Dazu der stellvertretende Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Baden-Württemberg, Ralf Kusterer, heute in Berlin: „An 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr schützen wir die Bevölkerung. Täglich und stündlich stehen wir mit unserer Gesundheit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein. Heute bitten wir die Bevölkerung um Unterstützung. Heute bitten wir um ein Zeichen der Bevölkerung für uns. Für die Polizistinnen und Polizisten, für alle Polizeibeschäftigten, für die Angehörigen der Blaulichtfamilie.“

Das Zeichen kann in vielfältiger Art und Weise sichtbar getragen werden. Das kleine blaue Bändchen an der Handtasche. Das Band an der Sport- oder Einkaufstasche. Ein blaues Band am Fahrzeug, dem Fahrrad, ein kleines blaues Bändchen an der Jacke.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat bereits bundesweit innerhalb der Polizei dazu aufgerufen, auch während der Fußball-EM, blaue Bänder anzubringen.

Dazu der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt: „Der Name des Kollegen wird in ganz Deutschland gegen Gewalt gegen die Polizei, für unsere Trauer um ihn und vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst getötet oder Opfer wurden, stehen. Als äußeres Zeichen fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft eine Trauerbeflaggung über die gesamte Zeit der Fußball-EM und nicht nur bis zur Beisetzung des Kollegen. Dieses Ereignis darf nicht, wie in vielen vergangenen Fällen, zu schnell zu den Akten gelegt werden.“

Die Deutsche Polizeigewerkschaft rief deshalb bereits gestern die Polizeibeschäftigten dazu auf, mit dunkelblauen Bändern im privaten wie auch dienstlichen Bereich ein Zeichen gegen die Gewalt gegen Polizeibeschäftigte zu setzen. Die Farbe Blau seht für die blaue Uniform, unser Blaulicht und soll zukünftig gegen Gewalt stehen.

Heute bitten wir die Bevölkerung um Unterstützung und die Anbringung von dunkelblauen Bändern als sicherbares Zeichen der Solidarität für die Polizei und gegen jegliche Gewalt.

Wie ein kirchlicher Sozialarbeiter die Treuhand überzeugte

Die Spielzeugfabrik Famos in Leisnig stand 1990 plötzlich still, abgewickelt von der Treuhand, während behinderte Arbeiter über Nacht auf der Straße standen. Inmitten dieser lähmenden Unsicherheit im sächsischen Nachwende-Chaos sah ein lokaler Sozialarbeiter jedoch nicht das Ende, sondern die einmalige Chance für einen radikalen Neuanfang. Im Jahr 1990 nutzte eine kirchliche Initiative im Kreis Döbeln beschlagnahmtes SED-Parteivermögen, um den stillgelegten Betrieb für 300.000 Mark zu kaufen. Aus der Konkursmasse entstand so eine Werkstatt für hunderte Menschen, die im neuen Wirtschaftssystem sonst keinen Platz mehr gefunden hätten.

Die geheimen Millionäre der DDR – Das Schattenreich des Reichtums

Persönlicher Teaser Gleichheit war eine Lüge. Zumindest für jene, die genau hinsahen. Während wir in der Schule lernten, dass der Kapitalismus das Übel der Welt sei, trugen die Kinder der Parteifunktionäre Jeans aus dem Westen und ihre Väter tranken französischen Cognac. Es gab eine Welt hinter der Mauer, eine Welt in der Welt. Hast du dich je gefragt, wie man im Sozialismus reich wurde? Nicht reich an Geld, das man nirgends ausgeben konnte, sondern reich an Macht und Zugang? In unserem neuen Beitrag tauchen wir tief in das Schattenreich der DDR ein. Wir zeigen, wie aus Mangel Erfindungsreichtum wurde und wie ein ganzes Land lernte, zwischen den Zeilen zu leben. Es ist eine Geschichte über "Vitamin B", über heimliche Millionäre und darüber, dass am Ende jeder käuflich war – man musste nur die richtige Währung kennen.