251 Badegewässer im Land Brandenburg ausgewiesen – Wasserqualität erneut hervorragend

Potsdam. Nach der Brandenburgischen Badegewässerverordnung startet am Mittwoch (15. Mai) offiziell die diesjährige Badesaison im Land Brandenburg. Für 2024 wurden 251 Badegewässer ausgewiesen, die zuvor von den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte bestimmt worden sind. Davon sind 230 (92 Prozent) mit einer „ausgezeichneten“ Badegewässerqualität eingestuft worden. Weitere 14 Badestellen erhielten das Prädikat „gut“ und zwei das Prädikat „ausreichend“. Alle Badestellen und aktuellen Informationen zur Wasserqualität sowie zur Ausstattung und Erreichbarkeit sind auf dem Portal www.badestellen.brandenburg.de veröffentlicht. Die Badestellenkarte wird regelmäßig aktualisiert.

Verbraucherschutzstaatssekretärin Dr. Antje Töpfer erklärt: „Brandenburg ist ein attraktives Seenland mit vielen Badeseen in mitten der schönen Natur und hervorragender Wasserqualität. Ungetrübter Badespaß ist ein echtes Aushängeschild für unsere Region. Für ein gesundes und sicheres Baden werden alle ausgewiesenen Badegewässer von den Gesundheitsämtern unter anderem durch regelmäßige Entnahmen von Wasserproben mindestens einmal pro Monat überwacht. Alle Badegäste sind aufgerufen, auf die Badesicherheit zu achten und Müll nicht liegen zu lassen. Dann wird auch diese Badesaison für alle ein Vergnügen.“

Nach der Brandenburgischen Badegewässerverordnung ist die „Badesaison“ der Zeitraum, in dem mit einer großen Zahl von Badenden gerechnet werden kann. Dies ist in der Regel der Zeitraum vom 15. Mai bis zum 15. September eines Jahres.

Innerhalb der Badesaison überwachen die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte die Badestellen insbesondere unter hygienischen Aspekten und führen Besichtigungen und Probennahmen durch. Sie sind auch die Ansprechpartner für Auskünfte über die aktuelle Wasserqualität und den Badestellenbereich, insbesondere in hygienischer Sicht

An den ausgewiesenen Badestellen werden neben aktuellen Hinweisen zur Überwachung der Badestelle auch ein „Steckbrief“ mit Angaben zur Badestelle, zur naturräumlichen Einordnung und das Symbol der Einstufung veröffentlicht.

Das Baden und Schwimmen in freien Gewässern ist im Land Brandenburg grundsätzlich erlaubt, es sei denn, es wird von der zuständigen Behörde an dieser Stelle ein Badeverbot aufgrund der Wasserqualität ausgesprochen. Insofern obliegt es den kommunalen Behörden vor Ort zu entscheiden, inwiefern an bestimmten Stellen nicht gebadet werden darf.

Fünf Badegewässer sind derzeit nicht eingestuft, da drei noch den Status „neu“ haben und bei zweien aufgrund von umfangreichen Sanierungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen noch keine ausreichenden Datensätze für eine Bewertung nach Brandenburgischer Badegewässerverordnung vorliegen. Eine Bewertung der Wasserqualität für diese Badestellen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Bekanntmachung der Badegewässer für 2024 wurde mit dem Amtsblatt für Brandenburg (Nummer 18 vom 8. Mai) veröffentlicht: https://bravors.brandenburg.de/sixcms/media.php/76/Amtsblatt%2018_24.pdf

Hermann Henselmann und der architektonische Wandel der DDR

A) PROFIL AP Der Weg von der radikalen Moderne in die repräsentative Staatsarchitektur ist selten geradlinig. Hermann Henselmanns Biografie zeigt exemplarisch, wie stark architektonisches Schaffen im 20. Jahrhundert von politischen Rahmenbedingungen abhängig war. Er begann als Vertreter des Neuen Bauens, der Funktionalität über Dekoration stellte, doch die gesellschaftlichen Umbrüche nach 1945 erforderten eine andere Sprache. Die Adaption des sozialistischen Klassizismus war für ihn kein reiner Pragmatismus, sondern der Versuch, dem neuen Staat ein Gesicht zu geben. Diese Phase der Monumentalität währte jedoch nur kurz. Mit der ökonomischen Notwendigkeit, Wohnraum schnell und industriell zu fertigen, geriet der individuelle Entwurf ins Hintertreffen. Henselmann, der die "Arbeiterpaläste" der Stalinallee entworfen hatte, musste zusehen, wie die Baukräne der sechziger Jahre eine standardisierte Stadtlandschaft formten. Seine Kritik an der Uniformität des Plattenbaus wurde in den Fachgremien zwar gehört, hatte jedoch gegen die ökonomischen Sachzwänge kaum eine Chance. Er blieb eine öffentliche Figur, doch seine gestalterische Handschrift verschwand zunehmend aus dem Stadtbild. Die Bauten der frühen Jahre stehen heute als steinerne Zeugen einer Zeit, in der Architektur noch den Anspruch hatte, mehr zu sein als reine Bedarfsdeckung. B) SEITE AP Die Architekturgeschichte der DDR lässt sich an den Brüchen in Hermann Henselmanns Werk ablesen. Als Chefarchitekt Ost-Berlins prägte er die Phase des nationalen Aufbaus, in der repräsentative Boulevards und aufwendig gestaltete Fassaden den Anspruch des Staates auf kulturelle Geltung untermauerten. Die Karl-Marx-Allee ist das gebaute Ergebnis dieser Doktrin, die bewusst den Gegensatz zum westlichen Funktionalismus suchte. Der Übergang zur industriellen Bauweise in den sechziger Jahren markierte jedoch eine Zäsur. Die Abkehr von handwerklicher Individualität hin zur seriellen Fertigung drängte Henselmanns architektonisches Verständnis an den Rand. Während er weiterhin für städtebauliche Qualität und differenzierte Stadträume plädierte, forderte die Planwirtschaft messbare Effizienz. Diese Entwicklung spiegelt den generellen Wandel der DDR-Gesellschaft wider, in der utopische Entwürfe zunehmend pragmatischen Sachzwängen wichen. Henselmanns Werk bleibt als Dokument dieser Spannung erhalten, sichtbar im Kontrast zwischen den Prachtbauten der fünfziger Jahre und den funktionalen Großsiedlungen der späteren Jahrzehnte. C) SEITE JP Hermann Henselmann steht wie kaum ein anderer Architekt für die visuelle Identität der frühen DDR. Seine Entwürfe für die Stalinallee definierten, wie eine sozialistische Hauptstadt auszusehen hatte: monumental, traditionsbewusst und repräsentativ. Diese Architektur war ein politisches Statement, das weit über die reine Schaffung von Wohnraum hinausging. Mit dem Einzug der Plattenbauweise verlor dieser Ansatz jedoch an Relevanz. Die Prioritäten verschoben sich zugunsten von Schnelligkeit und Kostenreduktion, was Henselmanns Position schwächte. Er wurde vom Gestalter zum Verwalter eines Erbes, das die neue Generation von Planern als überholt betrachtete. Heute ermöglicht der zeitliche Abstand einen nüchternen Blick auf sein Schaffen, das sich zwischen politischer Anpassung und künstlerischem Anspruch bewegte. Die Gebäude der Karl-Marx-Allee bilden bis heute eine markante Achse im Berliner Stadtgefüge.