3. Leipziger Nacht der Ausbildung mit 100 Unternehmen – jetzt anmelden!

Unternehmen an einem Abend direkt vor Ort erkunden und Berufe praktisch ausprobieren – das ist das Markenzeichen der „Leipziger Nacht der Ausbildung“ am Freitag, 7. Juni 2024, von 16:00 bis 24:00 Uhr.

Die Platzbuchung ist ab sofort möglich – noch mehr Angebote als in den beiden Vorjahren erwarten die Schülerinnen und Schüler.

Die Besonderheit der Leipziger Nacht der Ausbildung liegt darin, dass alle beteiligten Firmen spannende Mitmach-Aktionen vorbereitet haben. Die Unternehmen stellen Ausbildungsplätze, Duale Studiengänge und Praktikumsangebote vor. Was konkret hinter jedem Beruf steckt, erklären Azubis und Ausbildungsverantwortliche aus erster Hand.

100 Stätten und 40 Bus-Routen zur Nacht der Ausbildung

Etwa 100 Leipziger Ausbildungsbetriebe (gegenüber 80 im Vorjahr) sind am 7. Juni dabei. Auf über 40 Routen können sie im kostenfreien Bus-Shuttle angesteuert werden.

Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales: „Fachkräfte bringen unsere Wirtschaft zum Laufen, sind aber vielfach gesucht. Fachkräftegewinnung beginnt schon mit der Ausbildung. Die „Leipziger Nacht der Ausbildung“ ist ein gutes Format, um junge Menschen und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. In diesem Jahr geben rund 100 Unternehmen praxisnahe Einblicke in über 150 Berufsbilder.“

Eingeladen sind Jugendliche ab der 7. Klasse zusammen mit Eltern oder Angehörigen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch notwendig. Online entscheiden sich die Besucherinnen und Besucher für eine begleitete Bus- oder Laufroute, auf der sie drei Unternehmen ansteuern. Alternativ können auch Termine für Direktbesuche in den Unternehmen gebucht und per „eigener Anreise“ mit Gratis-Ticket der LVB aufgesucht werden.

Über 20 Unternehmen öffnen für Spontanbesucher auch ohne Anmeldung ihre Türen. Zudem sind drei große Standorte „Neues Rathaus“, „Haus des Handwerks“ sowie „Flughafen“ eingerichtet. Hier können Familien ohne Anmeldung gleich mit mehreren Unternehmen ins Gespräch kommen.

Weitere Informationen

Platzbuchung, Informationen über alle beteiligten Unternehmen, die verschiedenen Routen sowie weitere Details finden Sie unter www.leipzig.de/ausbildungsnacht.

Die 3. Leipziger Nacht der Ausbildung wird vom städtischen Referat Beschäftigungspolitik organisiert und von der Leipziger Gruppe gefördert.

33.000 Freigekaufte: Die Bilanz des deutsch-deutschen Häftlingshandels

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn sich die Tore des Gefängnisses auf dem Kaßberg öffneten, wussten die Insassen im Bus oft nicht, ob sie verlegt oder verkauft wurden. Teaser: Über Jahrzehnte hinweg war dieser Moment der Ungewissheit für tausende politische Häftlinge in der DDR der erste Schritt in ein neues Leben. Der Weg führte von Chemnitz über den Grenzübergang Herleshausen in den Westen. Doch die Ankunft in der Bundesrepublik war selten der unbeschwerte Triumph, den man sich vorstellen mag. Wer aus dem Bus stieg, trug nicht nur die physischen Narben der Haft in Bautzen oder Hoheneck, sondern oft auch eine unsichtbare Last. Das Wissen, dass die eigene Freiheit einen exakten Preis hatte, wog schwer. Rund 96.000 D-Mark „kostete“ ein Mensch in den späteren Jahren, verrechnet in Warenlieferungen wie Kaffee, Obst oder Erdöl. Man war zur Handelsware geworden, verschoben zwischen zwei ideologischen Blöcken. Für viele kam hinzu, dass Familien zerrissen wurden; Kinder blieben oft als Pfand im Osten zurück, während die Eltern im Westen neu beginnen mussten. Die psychische Architektur dieses Handels war darauf ausgelegt, maximale Devisen zu generieren und gleichzeitig Kontrolle auszuüben. Es ist eine Geschichte von 33.755 Menschenleben. Hinter jeder Zahl in den Bilanzen der Kommerziellen Koordinierung stand ein Schicksal, eine unterbrochene Biografie. Der Häftlingsfreikauf war für die Bundesrepublik ein humanitärer Akt der Notwendigkeit, für die DDR eine ökonomische Überlebensstrategie. Die Busse fuhren jahrelang, Woche für Woche, und transportierten Menschen, deren Wert in Listen festgehalten wurde. In den Archiven liegen heute die Quittungen einer Ära, in der ein Staat seine Kritiker nicht nur einsperrte, sondern sie am Ende als Rohstoff nutzte. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Es begann als humanitäre Geste der Kirchen und endete als fester Posten im Devisenhaushalt der DDR. Teaser: Der Häftlingsfreikauf zwischen den beiden deutschen Staaten ist ein historisches Phänomen, das in seiner Dimension oft unterschätzt wird. Zwischen 1963 und 1989 flossen rund 3,4 Milliarden D-Mark von Bonn nach Ost-Berlin, um die Freilassung von 33.755 politischen Gefangenen zu erwirken. Was als „Besondere Bemühungen“ getarnt war, folgte einer präzisen ökonomischen Mechanik. Die Preise waren dabei keineswegs willkürlich, sondern das Ergebnis kühler Kalkulationen, die oft Ausbildungskosten und den „Volkswirtschaftlichen Schaden“ durch den Weggang der Person einpreisten. Bezahlt wurde selten in bar, sondern meist in Waren, die in der DDR Mangelware waren. So stabilisierte der Westen durch den Freikauf paradoxerweise genau jenes System, das die Häftlinge erst produziert hatte. Die Abhängigkeit der DDR von diesen Einnahmen wuchs parallel zu ihrem wirtschaftlichen Niedergang. Die moralische Ambivalenz dieses Tauschgeschäfts beschäftigt Historiker bis heute. War es legitim, eine Diktatur zu finanzieren, um Menschenleben zu retten? Die Antwort der damaligen Bundesregierungen war ein klares Ja zur Humanität. Auf der anderen Seite der Mauer wurde der Mensch zur Ressource, deren Freiheitsdrang sich monetarisieren ließ. Die Aktenberge über diese Transaktionen sind heute zugänglich und zeigen das bürokratische Gesicht eines unmenschlichen Handels. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Darf ein Staat Menschenleben kaufen, um sie zu retten, wenn er damit deren Unterdrücker finanziert? Teaser: Der Häftlingsfreikauf war vielleicht das größte moralische Dilemma der deutsch-deutschen Geschichte. Auf der einen Seite standen über 30.000 Menschen, die in DDR-Gefängnissen litten und deren einzige Hoffnung der Westen war. Auf der anderen Seite stand ein Regime, das lernte, dass sich mit politischen Gefangenen stabile Deviseneinnahmen generieren ließen. Je mehr der Westen zahlte, desto lukrativer wurde das Geschäft für den Osten. Es entstand ein Markt für Freiheit, auf dem Preise steigen und Waren fließen konnten. Die Bundesrepublik entschied sich für das Leben der Einzelnen und nahm die politische Pikanterie in Kauf. Für die Betroffenen blieb oft das Gefühl, eine Ware gewesen zu sein – eingetauscht gegen Orangen oder Industriegüter. Die Frage nach der Moral verhallt in den leeren Gängen der ehemaligen Haftanstalten.