UKJ-Blutspende sucht laufbegeisterte Spender

Firmenlauf-Schirmherr Prof. Otto W. Witte eröffnet Blutspende-Aktion am UKJ / 100 Startplätze für 13. Jenaer Firmenlauf verfügbar

Jena (UKJ/ac). Eine Tradition wird fortgesetzt: Auch in diesem Jahr ist es mit einer Blutspende am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wieder möglich, Leben zu retten und sich gleichzeitig einen Startplatz für den 13. Jenaer Firmenlauf zu sichern. Der diesjährige Schirmherr Prof. Dr. Otto W. Witte, Medizinischer Vorstand am UKJ, hat nun den Startschuss für die Gutschein-Aktion gegeben. Bis Mitte Mai haben Blutspender bei dieser Aktion die Möglichkeit, sich für einen von 100 begehrten Startplätzen für den Lauf am 22. Mai 2024 zu entscheiden, wenn sie auf die übliche Aufwandsentschädigung für ihre Spende verzichten.

„Als Mediziner weiß ich, wie wichtig gespendetes Blut für die Patientinnen und Patienten unseres Klinikums ist. Prinzipiell kann jeder auf eine Blutspende angewiesen sein“, so Prof. Witte. „Deshalb freue ich mich umso mehr, dass wir die Gutschein-Aktion auch in diesem Jahr fortsetzen. Damit machen wir gemeinsam auf die Bedeutung von Blutspenden aufmerksam. Der Firmenlauf verbindet seit vielen Jahren Gesundheit und Gemeinschaftsgefühl erfolgreich miteinander und fördert gleichzeitig gemeinnützige Projekte der Region. Das unterstütze ich sehr gern mit meiner Schirmherrschaft.“

Ob kleine und große Krebspatienten, Patienten bei größeren Operationen oder nach schweren Unfällen: Jeden Tag werden am UKJ mehr als 80 Blutprodukte benötigt, um die Patientinnen und Patienten entsprechend zu versorgen. „Da das gespendete Blut jedoch teils nur wenige Tage haltbar ist, freuen wir uns regelmäßig über jeden Spender – und jede Firma, die ihre Mitarbeitenden zum gemeinsamen Spenden aufruft“, sagt Dr. Silke Rummler, Geschäftsführerin des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin Jena gGmbH am UKJ. „Deshalb hoffen wir, mit der Aktion möglichst viele von ‚#JenasFirmenSpenden‘ überzeugen zu können, passend zum Motto des Firmenlaufs ‚#JenasFirmenLaufen‘“.

Blut spenden und damit an der Aktion teilnehmen kann jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, der gesund ist und mehr als 50 Kilogramm wiegt. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird um eine telefonische Anmeldung unter 03641 9 393939 gebeten.

Blutspende am UKJ

Bachstraße 18, 07743 Jena (Zugang über Carl-Zeiss-Platz 8)

Montag, Mittwoch und Freitag: 7.30 bis 14.30 Uhr
Dienstag und Donnerstag: 11.30 bis 18.30 Uhr

Aktuelle Öffnungszeiten unter www.blut-ist-leben.de

Tel.: 03641 9 393939
E-Mail: blutspende@med.uni-jena.de

13. Jenaer Firmenlauf 2024 am 22. Mai, 19 Uhr (Sparkassen Arena Jena, Keßlerstraße 28, 07745 Jena)

Getreu dem Motto „#JenasFirmenLaufen!“ sind alle Firmen, Institutionen und Behörden, aber auch Vereins- und Freizeitmannschaften aufgerufen, beim Jenaer Firmenlauf zusammen eine rund fünf Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Dabei steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund. Das gemeinsame Erreichen des Ziels im Team ist Ansporn für alle Teilnehmer.

Weitere Informationen unter: www.jenaerfirmenlauf.de

Dieser Beitrag ist eine Meldung des Universitätsklinikums Jena.

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Blut an der Strumpfhose – Der hohe Preis der DDR-Billigware

A) PROFIL AP: Der Blick auf die deutsch-deutsche Wirtschaftsgeschichte offenbart oft pragmatische Verflechtungen, die im Alltag der damaligen Zeit kaum sichtbar waren. Konsumenten erwarben Möbel oder Kleidung im niedrigen Preissegment, ohne die Herkunft der Waren im Detail zu hinterfragen oder die Produktionsbedingungen in der DDR zu kennen. Es war ein Handel, der auf einer klaren ökonomischen Logik basierte: Devisen gegen günstige Produkte. Für die Menschen, die in den Haftanstalten der DDR, wie etwa in Hoheneck, an der Herstellung dieser Güter beteiligt waren, stellt sich die Situation gänzlich anders dar. Ihre Biografien sind eng mit den Produkten verknüpft, die im Westen als Schnäppchen galten. Die Berichte von Zeitzeugen über die Arbeitsnormen und den Druck in den Fabriken innerhalb der Gefängnismauern zeichnen ein Bild, das im Kontrast zur bunten Werbewelt der westdeutschen Prospekte steht. Die heutige Auseinandersetzung mit diesem Thema zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen mit ihrer eigenen Vergangenheit umgehen. Während einige Konzerne den Dialog suchen und Verantwortung übernehmen, ziehen sich andere auf juristische Positionen zurück. Für die Betroffenen ist diese Haltung oft schwer verständlich, da die Anerkennung des Erlebten eine wichtige Rolle im Verarbeitungsprozess spielt. Die Geschichte der deutsch-deutschen Ökonomie ist somit nicht nur eine Geschichte von Zahlen und Verträgen, sondern auch eine von individuellen Schicksalen, die bis in die Gegenwart hineinwirken. Das Schweigen mancher Akteure überdauert die politische Wende. B) SEITE AP: Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR waren dichter, als es die politische Rhetorik des Kalten Krieges oft vermuten ließ. Ein wesentlicher Aspekt dieser Beziehungen war die sogenannte Gestattungsproduktion, bei der westdeutsche Unternehmen in der DDR fertigen ließen. Dies geschah nicht selten unter Einbeziehung von Häftlingen in Strafvollzugsanstalten. Organisiert durch die Kommerzielle Koordinierung und das Ministerium für Staatssicherheit, entstand ein System, von dem schätzungsweise 6.000 westliche Firmen profitierten. Das Ziel war rein ökonomisch: Die DDR benötigte dringend konvertierbare Währung, westdeutsche Handelsketten und Versandhäuser suchten nach Möglichkeiten zur Kostensenkung. Die Bedingungen, unter denen die Häftlinge arbeiteten, spielten in den Geschäftsbeziehungen meist keine dokumentierte Rolle. In der aktuellen Debatte um Unternehmensverantwortung wird deutlich, dass dieses Kapitel noch nicht geschlossen ist. Der unterschiedliche Umgang der beteiligten Firmen mit ihrer Historie – von der Einrichtung von Entschädigungsfonds bis hin zur strikten Ablehnung jeglicher Verantwortung – prägt die Diskussion. Historische Aufarbeitung erweist sich hier als ein langwieriger Prozess, der über die reine Akteneinsicht hinausgeht. C) SEITE JP: Die Produktion von Konsumgütern für den westdeutschen Markt in DDR-Gefängnissen ist ein historisches Faktum, das lange Zeit wenig Beachtung fand. Um Devisen zu erwirtschaften, setzte die DDR-Führung gezielt Häftlinge ein, um Lieferverträge mit westlichen Konzernen zu erfüllen. Betroffene berichten von hohem Arbeitsdruck und gesundheitlichen Folgen, während die Produkte in westdeutschen Regalen landeten. Die Reaktionen der heute noch existierenden Unternehmen auf diese Vergangenheit variieren stark. Während Schritte wie die Einrichtung von Härtefallfonds als positive Beispiele der Aufarbeitung gelten, verweisen andere Firmen auf Verjährung oder fehlende direkte Zuständigkeit. Diese Diskrepanz zwischen historischer Realität und unternehmerischer Aufarbeitung belastet das Verhältnis zwischen den ehemaligen Opfern und den profitierenden Strukturen bis heute. Die Geschichte zeigt, dass ökonomische Entscheidungen auch Jahrzehnte später noch eine moralische Dimension besitzen.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl