Neuer Mietspiegel in Jena wird für weitere Mietsteigerungen sorgen

Mit Verspätung veröffentlichte die Stadt Jena am heutigen 02.11.2023 den überarbeiteten Mietspiegel für Jena. Den neuen qualifizierten Mietspiegel gibt es für Jena bereits bestätigt seit dem 20.10.2023, der als spätestes Datum zur Veröffentlichung vorzuliegen hatte. Nun wurde kurzerhand noch eine Pressemeldung der Stadtverwaltung nachgeschoben, die ihn nun auch öffentlich offiziell zur Existenz erhebt. Der nun vorliegende Mietspiegel wurde vom Deutschen Mieterbund Mieterverein Jena e. V., als Interessenverband der Mieter und dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein, Jena e. V., als Interessenvertreter der Vermieter für die Stadt Jena beschlossen und gilt damit als anerkannt und rechtlich einsetz- und einklagbar.

In der Meldung heißt es dazu vom Jenaer Stadtentwicklungsdezernenten und Bürgermeister Christian Gerlitz: „Ich freue mich, dass es uns wieder gelungen ist, rechtzeitig einen neuen Mietspiegel für die Stadt Jena auf den Weg gebracht zu haben.“ Dies Aussage ist jedoch nicht richtig! Der Mietspiegel muss alle zwei Jahre überarbeitet werden und es ist somit eine gesetzliche Notwenigkeit gegeben, diesen zu überarbeiten oder sogar neu zu erstellen. Nach den Angaben der Stadt Jena ist der vorliegende Mietspiegel 2023 eine Fortschreibung in Form einer Neuerhebung und erfolgte gem. § 558 d Abs. 2 BGB anhand einer Stichprobe. Damit ließe sich sicherlich auch darüber diskutieren, ob es nun eine Neuerhebung ist oder eben eine Fortschreibung. Beides parallel nebeneinander zu kommunizieren, sieht jedoch dann doch etwas merkwürdig aus.

Die Stadt Jena bietet darüber hinaus einen Rechner für MIETSPIEGEL-BERECHNUNG ONLINE unter https://mietspiegel.jena.de/2021/ an. Leider soll dieser erst in den nächsten Wochen für den aktuellen Mietspiegel zur Verfügung stehen. Weshalb dieses erst so spät zur Verfügung steht, teilt die Stadt in ihrer Meldung leider nicht weiter mit. Schön wäre es gewesen, wenn dieser auch bereits überarbeitet mit der Veröffentlichung gestartet wäre.

Noch einmal kurz zum Sinn eines Mietspiegels: Der Mietspiegel dient als Orientierungshilfe, gleichermaßen für Mieter/-innen und Vermieter/-innen. Er kann Mieter/-innen vor ungerechtfertigten Mieterhöhungen schützen und bietet gleichzeitig Vermieter/-innen eine Übersicht über die üblicherweise gezahlten Mieten.

Der neue Mietspiegel ist unter folgendem Link zu finden: Mietspiegel Jena 2023, die dazu gehörige Seite der Stadt Jena gibt es hier: https://service.jena.de/de/mietspiegel-fuer-wohnraummieten

In den letzten Jahren gab es nicht eine Mietspiegelerhebung, in welchem die Jenaer Mieten danach billiger wurden. In Jena gibt es den qualifizierten Mietspiegel seit 2013. Dadurch, dass der Mietspiegel „wissenschaftlich erhoben“ und es einen Arbeitskreis zur Anerkennung gibt (siehe oben), ist es nicht mehr notwendig, dass er im Stadtrat beschlossen werden muss. Ob der neue Mietspiegel jedoch zur Debatte in Jena gestellt wird, hängt nun wesentlich davon ab, ob er politisch aufgegriffen wird.

Gebrochene Seelen: Das dunkle Erbe der DDR-Umerziehung

Teaser 1. Persönlich Sie nahmen mir alles, außer meine Angst. Corinna war erst 16, als sie Hilfe suchte und in der Hölle landete. Statt Unterstützung bekam sie Dunkelhaft, Gewalt und das Gefühl, wertloser "Dreck" zu sein. Wie ihr erging es Tausenden, deren Kindheit in den Spezialheimen der DDR systematisch zerstört wurde. Noch heute, Jahrzehnte später, wachen sie nachts schweißgebadet auf, verfolgt von den Schatten der Vergangenheit. Dies ist keine Geschichte aus einem Geschichtsbuch, sondern das offene, blutende Herz einer Generation, die lernen musste, dass Gehorsam wichtiger war als Liebe. Ihre Stimmen brechen nun das Schweigen. 2. Sachlich-Redaktionell Systematischer Drill statt pädagogischer Fürsorge. Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war die Spitze eines repressiven Eisbergs. Rund 500.000 Kinder und Jugendliche durchliefen das Heim-System der DDR, doch in den Spezialheimen herrschte ein anderes Gesetz: Brechung der Persönlichkeit zur Erziehung eines "sozialistischen Menschen". Historiker und Zeitzeugen belegen mit erschütternden Dokumenten und Berichten, wie militärischer Drill, Zwangsarbeit und Isolationshaft als legitime Erziehungsmittel eingesetzt wurden. Ein analytischer Blick auf die Strukturen staatlicher Gewalt, die rechtlichen Grauzonen der Aufarbeitung und den langen Kampf der Opfer um Anerkennung und Entschädigung. 3. Analytisch und Atmosphärisch Kalte Mauern, eisiges Schweigen, verlorene Zeit. Wenn man die Ruinen der alten Werkhöfe betritt, spürt man sie noch: die beklemmende Enge der "Fuchsbauten", jener winzigen Zellen, die den Willen brechen sollten. Hier wurde Kindheit nicht gelebt, sondern exekutiert. Die Umerziehung in der DDR war mehr als Strenge; sie war eine psychologische Waffe, geschmiedet, um das Individuum im Kollektiv aufzulösen. Wir tauchen ein in die Psychogramme der Macht und der Ohnmacht, beleuchten die dunkle Pädagogik eines Staates, der Angst mit Respekt verwechselte, und zeichnen nach, wie sich das Trauma in die DNA der Betroffenen eingebrannt hat – ein Echo, das bis heute nachhallt.