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Warum Ostdeutschland anders ist – und es auch bleiben wird

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Die Diskussion über das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland flammt immer wieder auf – nicht zuletzt zu Landtags- und Europawahlen. In seinem neuen Buch »Ungleich vereint« erklärt Steffen Mau, Professor für Makrosoziologie und Bestsellerautor von »Lütten Klein« und »Triggerpunkte«, warum der Osten anders ist und bleiben wird, warum es demokratischen Parteien so schwerfällt, Unterstützung in Ostdeutschland zu gewinnen, und welche Partizipationsmöglichkeiten es gibt, die uns als Gesellschaft wieder zusammenbringen könnten.

Steffen Mau, geboren 1968, ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Buch Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft (st 5092) stand auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von ZDF, Zeit und Deutschlandfunk Kultur. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. weitere Informationen zu Steffen Mau finden sich hier: Professor Steffen Mau

Leseprobe, weitere Informationen zum Buch und bestellen hier: http://shrk.vg/UngleichVereint-Y

Im Gegensatz zu Dirk Oschmann, der behauptet, der Osten sei eine Erfindung des Westens, erkennt Mau, dass das westliche Interesse am Osten viel geringer ist, als der Osten es sich wünscht. Dies liegt unter anderem daran, dass es keine einheitliche westdeutsche Identität gibt. Stattdessen identifizieren sich die Menschen im Westen eher mit ihrem jeweiligen Bundesland. Daher haben viele Westdeutsche die Wiedervereinigung bereits als abgeschlossen abgehakt. Dies wiederum verwirrt viele Ostdeutsche und verstärkt deren Ost-Identität, selbst bei der jüngeren Generation, die den Mauerfall nicht mehr miterlebt hat.

Mau schreibt verständlich und eindrücklich über ein komplexes und brisantes Thema und verwendet dabei prägnante Begriffe wie „innerdeutsche Phantomgrenze“ oder „zivilgesellschaftliche Formschwäche“, die im Gedächtnis bleiben.

Um der ostdeutschen Eigenheit gerecht zu werden, schlägt er am Ende seines Buches die Einrichtung von Bürgerräten vor. Diese Form der direkten Demokratie könnte besonders im Osten gut funktionieren, da die Ostdeutschen ein starkes Bedürfnis haben, mitzureden. Man müsse ihnen nur die Möglichkeit dazu geben und sie nicht den rechtsextremen Rattenfängern überlassen. „Ungleich Vereint. Warum der Osten anders bleibt“ ist ein aufschlussreiches und kluges Buch, das den Lesern einen frischen Blick auf festgefahrene Diskussionen bietet. Es fordert dazu auf, den Osten mit seinen Besonderheiten zu akzeptieren und zu respektieren.

Der Thüringer Landesrechnungshof informiert

Erfurt. Mit dem Jahresbericht 2024 legt der Rechnungshof dem Landtag und der Landesregierung das Ergebnis seiner Prüfung der Haushaltsrechnung 2022 sowie der Haushalts- und Wirtschaftsführung für das entlastende Jahr, aber auch für frühere und spätere Jahre vor. Zunächst gibt der Rechnungshof eine Orientierung zur haushaltswirtschaftlichen Lage des Freistaats Thüringen. Weiterhin berichtet er über die Haushaltspolitik in Krisenzeiten mit Ausführungen zu den Auswirkungen des Urteils vom Bundesverfassungsgericht aus 2023 über das Zweite Nachtragshaushaltsgesetz des Bundes 2021. Aufgrund seiner Prüfungserfahrungen und in seiner Funktion als unabhängige externe Finanzkontrolle gibt der Rechnungshof finanzwirtschaftliche Empfehlungen.

Im Teil B berichtet der Rechnungshof über seine Prüfung zur Haushaltsrechnung der Landesregierung für 2022 und erfüllt so seinen verfassungsrechtlichen Auftrag. Inhalt und Ergebnis ausgewählter Prüfungen sind anschließend in den Teilen C und D des Berichts erläutert. Zu den in Teil C aufgeführten Prüfungen folgt die Landesregierung nicht der Auffassung des Rechnungshofs; Empfehlungen bzw. Hinweisen wird nicht oder nur teilweise entsprochen. Insbesondere diese Prüfungen werden Gegenstand des Entlastungsverfahrens der Landesregierung im Thüringer Landtag sein.

Der Jahresbericht ist eine Grundlage für den Beschluss des Landtags zur Entlastung der Landesregierung für das Haushaltsjahr 2022.


Hier finden Sie die gesamte Pressemitteilung des Thüringer Rechnungshofes:

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MV ist wieder ein gut gebuchtes und gefragtes Urlaubsland

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Thema im Landtag – Qualität, Investitionen und gute Arbeitsbedingungen im Tourismus
Meyer: Gute Gastgeber sein und erforderlichen Service leisten

Schwerin. Im Landtag ist am Freitag, 14. Juni, das Thema „Tourismusland MV braucht Qualität, Investitionen und gute Arbeitsbedingungen“ diskutiert worden. „Mecklenburg-Vorpommern ist nach der Corona-Pandemie wieder ein gut gebuchtes und gefragtes Urlaubsland. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn: Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern steht vor Herausforderungen. Fachkräftemangel, Modernisierung der touristischen Infrastruktur, Auf- und Ausbau zukunftsfähiger Organisationsstrukturen sowie das Vorantreiben von Innovationen und Trends müssen bewältigt werden. Dabei gilt es zeitgleich, den Anforderungen der Gäste und der Mitarbeitenden in den Unternehmen gerecht zu werden. Hierzu zählt auch eine hohe Qualität und bester Service. Die Tourismusbranche arbeitet weiter an der Verbesserung der Bedingungen für die Beschäftigten. Wir kümmern uns um die Rahmenbedingungen, beispielsweise auch wenn es um das Thema Fachkräftesicherung und -gewinnung geht. Da bleiben wir gemeinsam mit der Branche dran“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Diskussionen um Preis-Leistungsverhältnis im Tourismus

Tourismusminister Meyer wies mit Nachdruck auf die aktuell laufende Diskussion zum Thema Preis-Leistung im touristischen Bereich hin. Die Ergebnisse beim dwif/Trust You – Ranking 2024 zur Gästezufriedenheit zeigen, dass im Land insbesondere im Bereich Preis-Leistungsverhältnis noch Handlungsbedarf ist. Dort liegen die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vorne, dagegen Mecklenburg-Vorpommern im hinteren Bereich vor Sachsen. „Wichtig sind uns zufriedenen Gäste, die für eine angemessene Leistung einen moderaten Preis bekommen. Das ist vielerorts so, aber es gibt teilweise auch Abweichungen nach oben. Ziel ist es, Urlauber die einmal da waren, auch gern im kommenden Jahr in M-V zu begrüßen. Gleichzeitig stehen die Hoteliers und Gastronomen vor der Schwierigkeit, ansteigende Kosten bewältigen zu müssen. Hier braucht es Fingerspitzengefühl, um die notwendigen Kostenanpassungen behutsam weiterzugeben. Das ist wichtig, um die Position des Tourismus im Land angesichts einer bundesweit und international äußerst dynamischen Branche und sehr aktiven Wettbewerbsdestinationen halten zu können“, sagte Meyer.

7,1 Milliarden Euro Konsumausgaben im Tourismus

Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern hat eine große Bedeutung für das Land. Nach dem Wirtschaftsfaktor Tourismus (dwif Consulting GmbH Berechnung in 2023 für 2022) betragen die Konsumausgaben 7,1 Milliarden Euro (gegenüber dem Jahr 2019 ein Anstieg von 5,4 Prozent), die touristische Wertschöpfung auf 3,5 Milliarden Euro, (+6,9 Prozent) und die Anzahl der Erwerbstätigen 162.900 (+7,6 Prozent). Zugleich sind wachsende Ankunfts- und Übernachtungszahlen im Land zu verzeichnen. Das Urlaubsland erreichte 2023 das zweitbeste Reisejahr überhaupt: 7,7 Millionen statistisch erfasste Ankünfte und 32,2 Millionen Übernachtungen verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr. Lediglich 2019 wurden vor Corona mehr Ankünfte und Übernachtungen verzeichnet. „Das Wirtschafts- und Tourismusministerium, der Tourismusverband des Landes, die vielen touristischen Unternehmen und Kommunen im Land arbeiten eng zusammen, wenn es um die Themen Investitionen, Qualität und gute Arbeitsbedingungen geht. Investitionen der Kommunen in die touristische Infrastruktur beispielsweise in Promenaden, Radwege und weitere Freizeitinfrastruktur werden vom Wirtschaftsministerium unterstützt, um den Gästen hier eine gute Qualität bieten zu können. Aber auch im gewerblichen Bereich wurden über Jahre Investitionen in Hotels, Sportboothäfen, Tagungs-, Wellness und familienfreundliche- und barrierefreie Angebote gefördert“, betonte Wirtschafts- und Tourismusminister Meyer.

Wirtschaftsministerium hat 1.876 touristische und 3.484 gewerbliche Tourismusprojekte gefördert

Seit dem Jahr 1990 wurden 1.876 touristische Infrastrukturprojekte mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 1,948 Milliarden Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 1,37 Milliarden Euro unterstützt. Zuletzt waren dabei Investitionen in den Skywalk auf Rügen, Inselhafen Prerow und das Großaquarium im Deutschen Meeresmuseum. „Hier dürfen wir nicht nachlassen. Denn beispielsweise unsere Seebrücken kommen in die Jahre und brauchen Unterstützung bei weiteren Investitionen“, sagte Meyer.

Zudem wurden seit 1990 insgesamt 3.484 gewerbliche Tourismusprojekte mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 5,6 Milliarden Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 1,53 Milliarden Euro gefördert. Durch die Maßnahmen wurden 15.718 Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen und 20.729 Arbeitsplätzen gesichert.

Qualitäts- und Umweltmanagement in Mecklenburg-Vorpommern

Im Bereich Qualität ist Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichsten Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen erfolgreich. Es gibt unter anderem das Qualitätsmanagement Familienurlaub (QMF), wo derzeit die 69 Rezertifizierungen und 14 Neu-Zertifizierungen bei den Unternehmen, Orten und Freizeiteinrichtungen des Landes durchgeführt werden. Aber auch mit dem „Qualitätslotsen“ können Unternehmen ihre Qualität verbessern. Einfach digital führt der Qualitätslotse die Unternehmen Schritt für Schritt durch die Themen, die sie im touristischen Alltag herausfordern. Er unterstützt sie durch Anregungen und Fragestellungen, mit denen sie ihren unternehmerischen Kurs bestimmen, auch neu ausrichten können. Der Tourismusverband bietet zudem im MV Tourismustreff Schulungen für Unternehmen zu den Themen Qualität und Nachhaltigkeit sowie Arbeitskräfte an, wo auch auf praktische Best-Practice-Beispiele aus dem Land und Fördermöglichkeiten für die Unternehmen hingewiesen wird.

Deutscher Städtetag zur Reform des Straßenverkehrsgesetzes

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Dedy zum Straßenverkehrsgesetz: Nicht der ganz große Wurf

Berlin. Nach der Zustimmung des Bundesrats zum Ergebnis des Vermittlungsausschusses zum Straßenverkehrsgesetz sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages:

„Die Reform des Straßenverkehrsgesetzes ist jetzt auf der Zielgerade. Es ist gut, dass die Novelle endlich kommt. Der ganz große Wurf für mehr Entscheidungsfreiheit der Städte vor Ort ist die Reform aber definitiv nicht. Daran hat auch der Vermittlungsausschuss nichts geändert. Die Reform sorgt zum Beispiel nicht wirklich dafür, dass Tempo-30-Zonen künftig einfacher und flexibler festgelegt werden können. Tempo 30 wird lediglich an wenigen Orten wie Kinderspielplätzen oder viel genutzten Schulwegen erleichtert.

Trotzdem gehen einige neue Regelungen im Straßenverkehrsgesetz in die richtige Richtung: Die Sicherheit im Straßenverkehr wird gestärkt und der Klima- und Umweltschutz im Verkehrsrecht verankert. In der Praxis haben die Städte künftig etwas mehr Spielraum für Verkehrsmaßnahmen, wo Kinder zu Kita, Schule oder Spielplätzen unterwegs sind. Und Radfahrstreifen und Busspuren können mit weniger Hürden als bisher eingerichtet werden. Klar ist aber: Wir brauchen noch deutlich mehr kommunalen Entscheidungsspielraum, denn die Städte sind die Verkehrsexperten vor Ort.“

Bundesrat beschließt grundlegende Reform im Straßenverkehrsrecht

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Schwerin. Im Bundesrat ist am Freitag (14.06.) eine grundlegende Reform im Straßenverkehrsrecht beschlossen worden. Im zehnten Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes geht es unter anderem darum, Städten und Gemeinden mehr Spielraum etwa für die Einrichtung von Busspuren, Tempo-30-Zonen und beim Bewohnerparken zu ermöglichen. Das Gesetz schafft die dafür notwendige Grundlage, um in entsprechenden Verordnungen den Kommunen neue Befugnisse zu übertragen. Künftig sind bei der Verkehrsplanung von Städten und Gemeinden nicht länger nur Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs maßgeblich, sondern auch der Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie städtebauliche Argumente.

Konkret heißt das unter anderem, dass es für Kommunen leichter werden soll, Tempo-30-Zonen, Busspuren, Radwege oder Parkraumbeschränkungen einzurichten. So soll etwa Tempo 30 künftig auf Hauptstraßen auch ohne besonderen Grund an Schulwegen, Spielplätzen oder Zebrastreifen vorgeschrieben werden dürfen. Gleiches soll für Straßen gelten, die einfach zwei benachbarte Tempo-30-Zonen miteinander verbinden. Bisher dagegen gilt die Regel nur in der Nähe von Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Kliniken.

Statement Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern:
„Mit der Gesetzesänderung wird der richtige Weg beschritten. Künftig setzt das Straßenverkehrsgesetz Leitplanken, die Verkehrssicherheit weiterhin uneingeschränkt in den Vordergrund stellen, darüber hinaus aber auch neue Handlungsspielräume eröffnen. Die Städte und Kommunen können vor Ort am besten einschätzen, welche verkehrsplanerischen Veränderungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger klug umgesetzt werden sollten. Nach Inkrafttreten besteht die Möglichkeit für Städte und Gemeinden, beispielsweise flexible Busspuren und Tempo-30-Zonen einzurichten und das Anwohnerparken freier ausgestalten zu können. Ebenfalls ist vorgesehen, erprobungshalber Sonderfahrspuren für bestimmte neue Mobilitätsformen – etwa ausschließlich elektrisch oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge oder mit mehreren Personen besetzte Fahrzeuge – seitens der Städte und Gemeinden anzubieten.“

Ton im Thüringer Landtag ist rauer geworden

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146 Gesetze im Thüringer Landtag verabschiedet
Pommer: „Diese Wahlperiode hat Thüringen und dem Parlament viel abverlangt.“

Erfurt. Am Freitag (14. Juni) ist das Plenum zur letzten regulären Sitzung der 7. Wahlperiode zusammengekommen. In den vergangenen fünf Jahren konnten viele Entscheidungen für Thüringen getroffen werden, teils unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie.

Landtagspräsidentin Birgit Pommer: „Die vergangenen fünf Jahre haben Thüringen und auch dem Parlament viel abverlangt. Immer hat der Landtag versucht, in diesen schwierigen Zeiten Entscheidungen zu treffen. 141 Plenarsitzungen, vier Untersuchungsausschüsse, 10.241 Drucksachen, davon 271 Gesetzentwürfe, von denen 146 verabschiedet wurden, sprechen für eine arbeitsame Wahlperiode. Sie begann mit zwei Ministerpräsidentenwahlen und einer Pandemie. Sie endet in unsicheren Zeiten, die geprägt sind von Krieg, Terror und zunehmender Gewalt, auch in Deutschland. Mit der Wahl haben wir die Chance eine Entscheidung für ein friedliches Miteinander zu treffen.“

„Der Ton im Parlament ist rauer geworden“, so die Landtagspräsidentin weiter. „Immer aber habe ich auf das friedliche Miteinander, den Austausch und den Respekt untereinander gesetzt. Nur so ließ sich Politik im Landtag und für Thüringen gestalten.“

„Ich schaue auch auf viele schöne Momente zurück: immer dann, wenn wir im Landtag Menschen zu Besuch hatten, die das Gespräch und den Austausch gesucht haben. Ob bei Kunstausstellungen, diplomatischen Empfängen, Gedenkveranstaltungen oder Führungen im Haus – der Landtag war und bleibt ein Haus der Begegnungen mit zuletzt über 24.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich.“

In der 7. Wahlperiode haben zwölf Fachausschüsse, zwei Unterausschüsse und vier Untersuchungsausschüsse ihre Arbeit aufgenommen.

Der Landtag als Ort der Begegnung

· Der Landtag veranstaltete 82 Protokollveranstaltungen (darunter Gedenkakte, 30-jähriges Verfassungsjubiläum 2023, Tag der Deutschen Einheit 2022)

· Mit 65 Ausstellungen (darunter 9 Mal „Forum Hobbykunst“) wurde der Thüringer Landtag auch zu einem Haus der Kunst und Kultur.

· 21 Botschafterinnen und Botschafter besuchten den Landtag.

· Circa 55.000 Besucherinnen und Besucher (hauptsächlich ab 2022 mit der Hausöffnung nach der Pandemie) lernten den Landtag bei Führungen kennen.

· 2023 erreichte der Landtag seinen Besucherrekord mit circa 24.000 Gästen.

Der 7. Thüringer Landtag kam am 26. November 2019 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Aufgrund je eines Überhang- und eines Ausgleichsmandats hatte der Landtag 90 statt regulär 88 Mitglieder in zunächst sechs Fraktionen. Mit der Abgeordneten Birgit Pommer (ehem. Keller) wurde erstmals ein Mitglied der Fraktion DIE LINKE zur Landtagspräsidentin gewählt.

Am 5. Februar 2020 wurde der Abgeordnete Thomas Kemmerich (FDP) im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt. Zwei Tage später reichte er seinen Rücktritt ein, woraufhin am 4. März 2020 der Abgeordnete Bodo Ramelow (DIE LINKE) im dritten Wahlgang zum Ministerpräsidenten gewählt wurde.

Fast gleichzeitig wurde in Thüringen der erste bestätigte Covid19-Fall gemeldet. Der Thüringer Landtag verlegt seine Sitzungen ab Mai in die Arena des Steigerwald-Stadions. Dort hält er 32 Plenarsitzungen ab. Das Parlament war trotz Pandemie zu jeder Zeit arbeitsfähig.

Am 24. Februar 2022 beginnt der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Auch in Deutschland und Thüringen erfahren Tausende geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer Unterstützung. Aus Solidarität mit der Ukraine weht die Landesflagge vor dem Landtag. Im Juni 2022 laufen die letzten Einschränkungen im öffentlichen Leben durch die Pandemie aus. Auch der Landtag öffnet wieder für Besucherinnen und Besucher und verstärkt die Öffentlichkeitsarbeit. Das Land Thüringen ist 2022 Ausrichter der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Zu Gast im Landtag sind auch die Landtagspräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer.

Unter dem Eindruck des Terroranschlages der Hamas auf Jüdinnen und Juden in Israel am 7. Oktober 2023 hisst der Thüringer Landtag die israelische Flagge aus Solidarität mit Jüdinnen und Juden. Der Landtag feiert 2023 mit einer Reisenden Verfassung, einer Sonderausgabe und einem Festakt am 25. Oktober auf der Wartburg das 30. Verfassungsjubiläum.

2024 machte die Tour de Demokratie Station im Landtag. Das Grundgesetz erstrahlte zum 75. Jubiläum seiner Verabschiedung an der Fassade des Hochhauses und Tausende Menschen besuchten bis zu den Parlamentsferien den Landtag zu Veranstaltungen oder Führungen.

Wolfgang Benz im Gespräch mit Peter Wensierski über sein Buch „Jena-Paradies“

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Jena in Bildern aus den Jahren 1950 – 1973

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Jena, eine Stadt in Thüringen, erlebte von 1950 bis 1973 tiefgreifende Veränderungen und Entwicklungen, geprägt durch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten der DDR. Diese Zeitspanne war durch Wiederaufbau, Industrialisierung und Bildung geprägt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Jena in der Sowjetischen Besatzungszone, und die Stadt musste sich von den Kriegszerstörungen erholen. Der Wiederaufbau begann sofort, wobei viele historische Gebäude restauriert oder neu errichtet wurden. Die zentrale Rolle von Jena als Bildungs- und Wissenschaftsstandort wurde in dieser Zeit weiter gestärkt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena, eine der ältesten Universitäten Deutschlands, wurde wieder aufgebaut und erweitert. Sie spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung der neuen sozialistischen Elite und der Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

In den 1950er Jahren stand Jena im Zeichen der Industrialisierung. Die Carl-Zeiss-Werke, die bereits vor dem Krieg weltbekannt für ihre optischen Instrumente waren, wurden verstaatlicht und als VEB Carl Zeiss Jena in den volkseigenen Betrieb überführt. Dies führte zu einer intensiven staatlichen Förderung und Investitionen in die Produktion und Forschung. Die Fabrik wuchs und diversifizierte ihre Produktion, was Jena zu einem Zentrum der optischen und feinmechanischen Industrie in der DDR machte. Die Innovationskraft und das technische Know-how der Carl-Zeiss-Werke trugen wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität der Region bei.

Während dieser Zeit erlebte Jena auch einen demografischen Wandel. Die Stadtbevölkerung wuchs durch den Zustrom von Arbeitskräften und deren Familien, die in den expandierenden Industriebetrieben Arbeit fanden. Um den Bedarf an Wohnraum zu decken, wurden umfangreiche Wohnungsbauprojekte gestartet. Plattenbauweise und genossenschaftlicher Wohnungsbau prägten das Stadtbild, neue Stadtteile wie Jena-Lobeda entstanden.

In den 1960er Jahren wurden weitere soziale und kulturelle Einrichtungen errichtet, um die Lebensqualität zu verbessern. Schulen, Kindergärten, Polikliniken und Kultureinrichtungen wie Theater und Bibliotheken wurden gebaut oder erweitert. Die Stadt erhielt ein neues Gesicht mit modernen Bauten, doch auch historische Gebäude wurden gepflegt und erhalten, was zu einer Mischung aus Alt und Neu führte.

Die politischen Entwicklungen der DDR prägten das öffentliche Leben in Jena. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihre Massenorganisationen, wie die FDJ (Freie Deutsche Jugend), spielten eine zentrale Rolle im Alltag. Politische Erziehung und ideologische Schulungen waren integrale Bestandteile des Bildungssystems und des Arbeitslebens. Der Einfluss der Stasi (Staatssicherheit) machte sich auch in Jena bemerkbar, wo Überwachung und politische Repression allgegenwärtig waren.

In den frühen 1970er Jahren wurden in Jena weitere Schritte zur technologischen und wissenschaftlichen Modernisierung unternommen. Die Universität und die Forschungsinstitute arbeiteten eng mit den industriellen Betrieben zusammen, um die sozialistische Wirtschaft zu stärken und internationale Konkurrenzfähigkeit zu erreichen. Dies führte zu einer Reihe von technologischen Innovationen und Patenten, die Jena international bekannt machten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jena zwischen 1950 und 1973 eine Phase intensiver Entwicklung und Transformation erlebte. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Wissenschaft und Industrie in der DDR, geprägt durch den Wiederaufbau, die Industrialisierung und den sozialen Wandel. Trotz der politischen Repression und Überwachung blieb Jena ein Ort der Innovation und des Fortschritts, dessen Erbe bis heute sichtbar ist.

Der schwere Eisenbahnunfall von Langenweddingen 1967

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Der Eisenbahnunfall von Langenweddingen in der Nähe von Magdeburg am 6. Juli 1967 zählt zu den schwersten Katastrophen in der Geschichte der Deutschen Reichsbahn der DDR. Der Unfall ereignete sich in dem kleinen Ort Langenweddingen in Sachsen-Anhalt und hatte dramatische Folgen.

An jenem Sommertag kollidierte ein mit Benzin beladener Kesselwagenzug mit einem Personenzug an einem Bahnübergang. Der Bahnübergang war durch Schranken und ein Rotlicht gesichert. Aufgrund eines technischen Defekts oder menschlichen Versagens öffnete sich die Schranke jedoch wieder, bevor der Personenzug vollständig die Strecke überquert hatte. Ein mit Benzin beladener Güterzug fuhr daraufhin in den Übergang ein.

Der Zusammenstoß führte zu einer sofortigen Entgleisung mehrerer Kesselwagen, die dann explodierten. Die Explosion verursachte einen riesigen Feuerball und einen verheerenden Brand. Die Flammen breiteten sich schnell auf die umliegenden Häuser und Fahrzeuge aus. Die Hitze war so intensiv, dass einige der Opfer in ihren Fahrzeugen oder in der Nähe des Bahnübergangs sofort ums Leben kamen.

Insgesamt forderte der Unfall 94 Menschenleben, darunter viele Kinder, die in einem der betroffenen Waggons saßen. Die Zahl der Verletzten war ebenfalls hoch, viele Überlebende erlitten schwere Verbrennungen und andere Verletzungen. Die Rettungsarbeiten wurden durch die extreme Hitze und die verstreuten Trümmerteile erheblich erschwert. Feuerwehrleute, Sanitäter und freiwillige Helfer kämpften stundenlang gegen die Flammen und versuchten, die Verletzten zu bergen.

Die Tragödie von Langenweddingen führte zu umfangreichen Untersuchungen und Reformen im Eisenbahnbetrieb der DDR. Die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnübergängen wurden kritisch überprüft und verbessert, um ähnliche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern. Spezielle Schulungen und technische Verbesserungen sollten sicherstellen, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholen würde.

Der Eisenbahnunfall von Langenweddingen hinterließ tiefe Spuren in der kollektiven Erinnerung der Region und blieb lange Zeit ein mahnendes Beispiel für die Gefahren im Eisenbahnverkehr und die Notwendigkeit strenger Sicherheitsstandards. Bis heute erinnert man sich an die Opfer und die Ereignisse dieses schrecklichen Tages. Gedenkfeiern und Mahnmale halten die Erinnerung an die Tragödie wach und erinnern an die Bedeutung von Sicherheit und Vorsicht im Umgang mit gefährlichen Gütern und Verkehrsanlagen.

Regierungserklärung Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am 12. Juni 2024 im Landtag eine Regierungserklärung „Vorangehen. Für ein starkes und stabiles Sachsen“ gehalten. Darüber debattierten die Abgeordneten aller Fraktionen im Parlament. Die Aufzeichnung des Tagesordnungspunkts wird vom Sächsischen Landtag in voller Länge (ungekürzt) veröffentlicht.

Reihenfolge:

00:00:00 – Dr. Matthias Rößler, CDU (Landtagspräsident)
00:00:39 – Michael Kretschmer MdL, CDU (Ministerpräsident und Regierungschef)
00:46:19 – Jörg Urban, AfD
01:06:20 – Christian Hartmann, CDU
01:33:00 – Susanne Schaper, DIE LINKE
01:49:15 – Franziska Schubert, BÜNDNISGRÜNE
02:03:53 – Dirk Panter, SPD
02:13:55 – Frank Peschel, AfD