Start Blog Seite 249

Florian Warweg: Die Gleichsetzung DDR und heutige BRD ist schwierig

0

Roberto J. De Lapuente spricht mit Florian Warweg von den Nachdenkseiten. Florian Warweg ist der Parlamentskorrespondent der Nachdenkseiten und Vertreter der Bundespressekonferenz. Von wo aus er über die Vorkommnisse im Bundestag berichtet. Es war allerdings kein leichter Weg, da die Nachdenkseiten zunächst ausgeschlossen wurden, nach erfolgreicher Klage sitzt er seit September 2023 wieder wöchentlich im Haus der deutschen Bundespressekonferenz.

Roberto J. De Lapuente: Sie wurden 1979 in Magdeburg geboren. Das bedeutet, Sie sind in der DDR aufgewachsen. Wie war es, als Kind in der DDR zu leben, besonders wenn man aus einer Familie stammt, in der ein Elternteil wegen politischer Gründe im Gefängnis war?

Florian Warweg: Ja, das ist richtig. Mein Vater war wegen „Republikflucht“ im Gefängnis. Als Kind nahm ich die politische Lage nicht immer in der vollen Tiefe wahr, aber es war klar, dass es Einschränkungen und Überwachung gab. Diese Erfahrung hat mich geprägt, auch wenn ich es damals nicht immer konkret benennen konnte.

Roberto J. De Lapuente: In einem Interview mit der kubanischen Zeitung „El Komen“ haben Sie gesagt, dass es schwierige Zustände in der DDR gab. Es gibt heutzutage Vergleiche, die behaupten, die heutige Situation sei vergleichbar mit der in der DDR. Wie sehen Sie das?

Florian Warweg: Diese Vergleiche finde ich problematisch. Sie kommen oft aus politischer Richtung und hinken meiner Meinung nach. Die DDR war ein autoritäres System mit massiven Einschränkungen der Freiheit. Der Vergleich mit der heutigen Bundesrepublik Deutschland funktioniert einfach nicht gut, auch wenn es in beiden Systemen widersprüchliche Aspekte gibt.

Roberto J. De Lapuente: Gab es bestimmte Momente, in denen Sie das Gefühl hatten, dass die heutige politische Lage an die DDR-Zeit erinnert?

Florian Warweg: Ja, manchmal habe ich das Gefühl, dass es Parallelen gibt. Zum Beispiel, als ich den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesrepublik Deutschland hörte, war ich überrascht, wie stark der Fokus auf die Probleme mit Russland und Putin gelegt wurde. Es klang teilweise so, als ob alle Defizite der aktuellen Lage nur auf äußere Feinde geschoben würden – das erinnerte mich ein bisschen an die Rhetorik aus der DDR-Zeit, in der oft der „Klassenfeind“ für alle Probleme verantwortlich gemacht wurde.

Roberto J. De Lapuente: Glauben Sie, dass die Menschen in der DDR ein kritisches Bewusstsein entwickelt haben, das auch heute noch relevant ist?

Florian Warweg: Absolut. In der DDR war es wichtig, zwischen den Zeilen zu lesen und sich eine kritische Haltung zu bewahren. Diese Fähigkeit zur kritischen Betrachtung von Informationen wurde durch die ständige Überwachung und Propaganda geschärft. Heute haben wir zwar mehr Freiheiten, aber ich denke, dass eine kritische Haltung gegenüber dem, was in den Medien berichtet wird, nach wie vor wichtig ist.

Roberto J. De Lapuente: Denken Sie, dass die Leserschaft in der DDR kritischer war als heute?

Florian Warweg: Das ist schwer zu sagen, aber es könnte durchaus sein. In der DDR war es notwendig, Informationen kritisch zu hinterfragen, weil man oft nicht wusste, wieviel Wahrheit darin steckte. Heute haben wir zwar Zugang zu einer Vielzahl von Quellen, aber es scheint, dass manche Menschen sich leichter darauf verlassen, was ihnen präsentiert wird, ohne es tiefergehend zu hinterfragen.

Roberto J. De Lapuente: Was würden Sie sagen, ist das wichtigste Lernstück aus Ihrer Erfahrung in der DDR für die heutige Zeit?

Florian Warweg: Die wichtigste Lektion ist, dass man immer kritisch bleiben sollte. In der DDR musste man lernen, Informationen zu hinterfragen und nicht alles für bare Münze zu nehmen. Auch in einer demokratischen Gesellschaft ist es entscheidend, kritisch zu bleiben und sich nicht nur auf die oberflächliche Darstellung von Informationen zu verlassen. Nur so kann man eine informierte Meinung bilden und aktiv an der Gesellschaft teilnehmen.

Willensbildung in kommunistischen Parteien: Vom Zentralismus zur Demokratie

0

Die innerparteiliche Willensbildung in kommunistischen Parteien zeigt sich historisch in einer Vielzahl von Modellen, die je nach Land und politischen Umständen stark variieren können. Ein zentrales Beispiel für die Unterschiede in der innerparteilichen Organisation ist das sowjetische Modell, das den sogenannten demokratischen Zentralismus als Leitprinzip etablierte. Diese Methode, die im Wesentlichen die Entscheidungsfindung zentralisierte und die Autorität der Parteiführung stärkte, hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Struktur und Funktionsweise kommunistischer Parteien in vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks. Die Idee des demokratischen Zentralismus bedeutete, dass Diskussionen und Debatten zwar innerhalb der Partei möglich waren, aber sobald eine Entscheidung durch die Zentrale gefällt wurde, wurde diese nach unten weitergegeben und von den unteren Parteiebenen ohne Widerspruch umgesetzt.

Ein solches Modell war jedoch nicht universell. In Westeuropa, speziell in Ländern wie Frankreich und Italien, verfolgten die kommunistischen Parteien eine wesentlich demokratischere Organisationsform. Die Französische Kommunistische Partei (PCF) und die Italienische Kommunistische Partei (PCI) waren von der Struktur her eher mit liberalen oder sozialdemokratischen Parteien vergleichbar. Beide mussten sich an die politischen Gegebenheiten einer liberalen Demokratie anpassen und sich an den Wahlprozessen beteiligen, was zu einer breiteren und partizipativeren Entscheidungsfindung innerhalb der Partei führte. Ihre innerparteilichen Mechanismen unterschieden sich daher deutlich von denjenigen Parteien, die, wie in der Sowjetunion, Teil des Herrschaftsapparates wurden.

Eine bemerkenswerte Entwicklung innerhalb der kommunistischen Parteien war die Veränderung der Bolschewiki. Vor der Oktoberrevolution 1917 war die Russische Sozialdemokratische Arbeiterpartei (Bolschewiki) eine relativ offene, diskussionsfreudige Organisation, die Debatten und unterschiedliche Meinungen innerhalb ihrer Reihen zuließ. Mit dem Machterhalt nach der Revolution wandelte sich jedoch der Charakter der Partei. Sie wurde de facto von einer revolutionären Partei zu einem Herrschaftsapparat, der stark hierarchisch organisiert war. Die eigentliche demokratische Willensbildung verschwand, und die zentrale Führung übernahm die Kontrolle über alle politischen Entscheidungen. Auf lokaler Ebene gab es kaum noch eigenständige Entscheidungen; die Auswahl von Kandidaten und die Beförderungen in höhere Parteiebenen wurden zentral gesteuert, was mit dem Konzept der Bürokratie vergleichbar ist, wie es auch in staatlichen Institutionen üblich ist.

Dieser Wandel von einer demokratischen Partei hin zu einem zentralistisch geführten Apparat, der sich über die gesamte Sowjetunion erstreckte, wurde als „demokratischer Zentralismus“ bezeichnet, obwohl er kaum noch etwas mit Demokratie im eigentlichen Sinne zu tun hatte. Tatsächlich spiegelte dies eher die Organisation eines Herrschaftsapparates wider. Der politische Wettbewerb und die partizipative Entscheidungsfindung innerhalb der Partei wurden durch eine strikte Hierarchie ersetzt.

Im Gegensatz dazu waren die kommunistischen Parteien in Westeuropa gezwungen, sich den politischen Realitäten ihrer jeweiligen Demokratien anzupassen. In Frankreich und Italien entwickelten sich die kommunistischen Parteien zu bedeutenden politischen Kräften, die sich an Wahlen beteiligten und politische Allianzen bildeten. Die PCI beispielsweise erlebte in der Nachkriegszeit einen ideologischen Wandel und versöhnte sich mit der Idee der Demokratie. Diese Partei strebte nicht länger die Diktatur des Proletariats an, sondern suchte nach Wegen, den Sozialismus durch demokratische Prozesse zu fördern. Ähnlich verhielt es sich mit der PCF, die sich, insbesondere unter der Führung von Georges Marchais in den 1970er und 1980er Jahren, als Teil der demokratischen Ordnung Frankreichs etablierte.

Interessanterweise spielte die sozialdemokratische Bewegung in Europa eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der kommunistischen Parteien. Die Sozialdemokratie kann als die „Mutter aller sozialistischen Bewegungen“ angesehen werden. Sie bot Lenin und anderen Kommunisten ein frühes Vorbild, insbesondere die deutsche Sozialdemokratische Partei (SPD). Doch während der Ersten Weltkrieg und die politischen Spaltungen danach die Wege von Sozialdemokraten und Kommunisten trennten, blieb die sozialdemokratische Idee einer parlamentarischen, demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung ein zentraler Punkt in der politischen Landschaft Europas.

Im Gegensatz zu den kommunistischen Parteien in Entwicklungsländern, wie Indien oder Lateinamerika, wo soziale Ungleichheiten und Armut weiterhin fruchtbaren Boden für kommunistische Ideen bieten, mussten sich die kommunistischen Parteien in entwickelten Demokratien den Gegebenheiten ihrer Zeit anpassen. Sie entwickelten sich zu Parteien, die in demokratischen Wahlen antreten und sich mit anderen politischen Kräften auseinandersetzen mussten.

Ein Beispiel dafür ist Indien, wo der Nährboden für kommunistische Bewegungen tief in ungelösten sozialen Problemen verankert ist. In solchen Ländern verspricht der Kommunismus immer noch Modernisierung, Fortschritt und eine gerechtere Verteilung des Wohlstands.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die innerparteiliche Willensbildung in kommunistischen Parteien stark von den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Länder beeinflusst wurde, in denen sie agierten. Während in totalitären Regimen der demokratische Zentralismus zur Norm wurde, entwickelten sich kommunistische Parteien in demokratischen Gesellschaften zu sozialdemokratischen Akteuren, die sich an den politischen Gegebenheiten orientierten. Der Kommunismus, so unterschiedlich er in verschiedenen Teilen der Welt ausgeübt wurde, bleibt ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaftsstrukturen, in denen er sich entwickelte.

Von der Trockenlegung des Oderbruchs bis zur Restaurierung von Gut Friedrichshof

0

Im Jahr 1747 begann unter der Leitung von Simon Leonard von Haerlem die Trockenlegung des Oderbruchs, ein ehrgeiziges und bedeutendes Projekt im Königreich Preußen. Die vorherigen Versuche zur Landgewinnung im Oderbruch hatten keinen nachhaltigen Erfolg, doch Haerlem, der Oberdeichinspektor der Kurmark, stellte ein von Leonard Euler bestätigtes Gutachten zur Regulierung der Oder und Warthe vor. Kernpunkt des Plans war die Begradigung und Verkürzung des Flussverlaufs, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und dadurch die Überschwemmungsgefahr zu verringern. Der preußische König Friedrich II., auch bekannt als Friedrich der Große, ließ sich von den Vorschlägen überzeugen, sodass das Projekt verwirklicht werden konnte.

Johann Friedrich Christiani, ein erfahrener Wasserbauingenieur, übernahm ab 1753 die Umsetzung des Großprojekts und prägte durch den Bau wesentlicher Wasserbauwerke den Verlauf der Trockenlegung entscheidend. Christiani war nicht nur Bauleiter, sondern wurde auch zum Deichinspektor ernannt und ließ sich im Oderbruch nieder, wo er 1766 das Gut Herrenwiese erwarb und das Gutshaus Friedrichshof gründete. Der Name Friedrichshof geht jedoch nicht, wie man vermuten könnte, auf den König zurück, sondern auf Christianis dritten Sohn Friedrich.

Das Gut Friedrichshof wechselte im 19. Jahrhundert mehrmals den Besitzer, bis es 1862 in den Besitz von Jean Ferdinand Gain überging, der das Anwesen weiterentwickelte. Unter Gains Schwiegersohn, Alfred von Tilly, erlebte das Gutshaus eine Blütezeit. In dieser Phase hielt der Stil des Jugendstils und des Art déco Einzug in das Haus, insbesondere in Form eines markanten Anbaus mit einem Wintergarten. Tilly, der als Ministerialrat in Berlin tätig war, brachte seine Vorlieben für moderne Architektur nach Friedrichshof. Diese moderne Phase währte jedoch nicht lange: Tilly wurde nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet und verstarb 1946 in Berlin.

Nach dem Krieg diente Friedrichshof als Unterkunft für Flüchtlinge, bevor es in den 1980er-Jahren Pläne für ein SED-Funktionärsheim gab. Diese Pläne wurden jedoch nie realisiert. Fotos von 1989 zeigen das Gebäude in einem noch weitgehend intakten Zustand, doch der Verfall setzte rasch ein. Die fehlende Bauunterhaltung führte zu erheblichen Schäden, die letztlich Teile des Daches und der originalen Bausubstanz zerstörten.

Im Jahr 2021 begannen Sophie Gerlach und Patrick Bauer, das marode Gutshaus zu restaurieren und ihm neues Leben einzuhauchen. Trotz der sichtbaren Wunden, die der Verfall hinterlassen hat, sind die historischen Spuren und die beeindruckende Geschichte des Anwesens weiterhin deutlich erkennbar. Heute wird daran gearbeitet, Friedrichshof zu einem Symbol für den Erhalt historischer Bauten und die Wiederbelebung der Vergangenheit zu machen.

Stützerbach: Naturerlebnis und Goethes Erbe im Thüringer Wald

0

Stützerbach, ein verstecktes Juwel im Thüringer Wald, präsentiert sich seinen Besuchern als Ort der Erholung, Naturverbundenheit und historischen Entdeckungen. Als staatlich anerkannter Luftkurort begeistert Stützerbach mit seiner frischen, klaren Bergluft und den heilenden Naturerlebnissen, die Körper und Geist neue Energie verleihen.

Die Lage von Stützerbach im Herzen des Thüringer Waldes macht es zum idealen Ort für das Kneippen, eine ganzheitliche Gesundheitsmethode, die auf die natürlichen Elemente Wasser, Bewegung und frische Luft setzt. Inmitten von sanft plätschernden Bächen und üppigen Wäldern erleben Besucher das Kneippen in seiner ursprünglichsten Form. Hier können Sie die heilende Kraft des Wassers direkt erfahren und sich von der erfrischenden Umgebung verzaubern lassen.

Für Wanderfreunde hält Stützerbach ein wahres Paradies bereit. Besonders hervorzuheben ist der Goethewanderweg, der Sie auf den Spuren des berühmten Dichters Johann Wolfgang von Goethe durch malerische Waldlandschaften führt. Goethe fand hier Inspiration für einige seiner bedeutendsten Werke, und jeder Schritt auf diesem Weg lässt erahnen, warum die Umgebung so faszinierend war. Die Route bietet nicht nur beeindruckende Naturerlebnisse, sondern auch einen tiefen Einblick in die Geschichte und Kultur des Thüringer Waldes.

Ein weiteres Highlight ist der Doktor-Wald-Weg, ein spezieller Pfad, der das Waldbaden zelebriert – eine Methode, die nachweislich Stress reduziert und das Immunsystem stärkt. Auf diesem Weg können Sie die heilenden Kräfte des Waldes entdecken, während Sie durch dichte Wälder und idyllische Landschaften wandern. Der Wald wird hier zum Heilpraktiker, der mit seiner beruhigenden Präsenz und regenerierenden Energie neue Kraft spendet.

Ob beim Kneippen, auf einer Wanderung oder beim Waldbaden – Stützerbach bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Natur in ihrer reinsten Form zu erleben. Der Luftkurort lädt Sie ein, tief durchzuatmen, die beeindruckende Landschaft zu genießen und neue Lebensfreude zu entdecken. In Stützerbach wird jede Begegnung mit der Natur zu einem einzigartigen Erlebnis, das Körper und Seele gleichermaßen anspricht.

Mein Osten: SILBERMOND mit einer musikalischen Liebeserklärung

0

Silbermond ist eine deutsche Pop-Rock-Band, die 1998 in Bautzen, Sachsen, gegründet wurde. Die Band besteht aus Sängerin Stefanie Kloß, den Brüdern Johannes und Thomas Stolle sowie Schlagzeuger Andreas Nowak. Silbermond wurde 2004 mit ihrem Debütalbum Verschwende deine Zeit bekannt, das Hits wie „Symphonie“ und „Durch die Nacht“ hervorbrachte. Sie zeichnen sich durch deutschsprachige Texte aus, die oft persönliche und gesellschaftliche Themen ansprechen.

Ihr Musikstil kombiniert eingängige Melodien mit rockigen Elementen und emotionalen Balladen. Silbermond hat sich über die Jahre einen festen Platz in der deutschsprachigen Musikszene erarbeitet und wurde mit zahlreichen Preisen wie dem Echo und dem Bambi ausgezeichnet. Zu ihren weiteren erfolgreichen Alben gehören Laut gedacht (2006), Nichts passiert (2009) und Schritte (2019). Die Band ist auch für ihr soziales Engagement bekannt, unter anderem bei der Aktion „Gemeinsam gegen die Armut“ und verschiedenen Wohltätigkeitsprojekten.

Ich seh noch, die traurigen Bilder einer dunklen Nacht
Im Lauftext steht der Name meiner Heimatstadt

Ich vergess nich, wo ich herkomm
Vergess nich, wo ich herkomm

Ich kenn dich, kenn dich gut
Mein Osten, mein Osten
Versteh zum Teil auch deine Wut
Mein Osten, mein Osten
Aufgeben nicht deine Art, nicht komplett im Arsch
Mein Osten

Risse gehen durch Familien und ein Riss geht auch durch mich
Denn ich weiß mit Mittelfingern lösen wir dieses Problem hier nicht
Werden reden müssen, streiten, um Kompromisse ringen müssen und so weiter
Aber was nich hilft, sind wir uns da einig
Ideen von 1933

Vergiss nie, wo du herkommst
Vergiss nie, wo du herkommst

Ich kenn dich, kenn dich gut
Mein Osten, mein Osten
An deiner Schönheit kratzt die Wut
Mein Osten, mein Osten
Aufgeben nicht deine Art, nicht komplett im Arsch
Mein Osten

Meine Wurzeln, mein Revier
Mein Osten, mein Osten
Hab Bescheidenheit von dir, mein Osten ich steh zu dir

Ich vergess nich, wo ich herkomm
Vergess nich, wo ich herkomm
Ich vergess nich, wo ich herkomm
Vergess nicht

Ich kenn doch dein´ freundlichen Blick
Mein Osten, mein Osten
Ruppig-herzlich wie du bist
Mein Osten
Wir kriegen irgendwas hin, lass deine Ängste nich gewinn’
Mein Osten

PGH-Ausflug 1961: Gemeinschaft und Erholung in der Sächsischen Schweiz

0

Im Jahr 1961 unternahm eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) aus der DDR einen Ausflug in die Sächsische Schweiz, eine malerische Region, die für ihre beeindruckenden Felsformationen und Naturkulissen bekannt ist. Dieser Ausflug war nicht nur eine Gelegenheit für Erholung und Gemeinschaft, sondern auch ein bedeutendes Ereignis für die Mitglieder der PGH, die in der DDR eine zentrale Rolle in der Wirtschaft und Gesellschaft spielten.

Was war eine PGH?
Die Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) waren ein wesentliches Element der Wirtschaft der DDR. Die PGH wurde 1952 gegründet, als Teil der sozialistischen Umgestaltung der Wirtschaft. Diese Genossenschaften waren eine Form des kollektiven Arbeitens, bei der Handwerksbetriebe in genossenschaftlicher Form organisiert wurden. Die Mitglieder einer PGH waren Handwerker, die ihre Betriebe in die Genossenschaft einbrachten und gemeinsam wirtschafteten. Das Ziel war, die Effizienz zu steigern, Ressourcen zu bündeln und durch gemeinsames Arbeiten und Investieren den wirtschaftlichen Erfolg zu maximieren.

Die PGH waren oft auf bestimmte Handwerksbereiche spezialisiert, wie z.B. Bau, Holzverarbeitung, oder Metallverarbeitung. Die Mitglieder der PGH arbeiteten in einer kollektiven Struktur, die den Fokus auf Gemeinschaftsarbeit und Solidarität legte. Die PGH boten den Handwerkern nicht nur die Möglichkeit, ihre Arbeit in einem größeren und besser organisierten Rahmen auszuführen, sondern auch soziale Sicherheit und ein stabiles Einkommen.

Der Ausflug in die Sächsische Schweiz
Der Ausflug der PGH in die Sächsische Schweiz im Jahr 1961 war ein wichtiges Ereignis für die Mitglieder und ihre Familien. Solche Ausflüge waren nicht nur eine Möglichkeit zur Erholung und zum persönlichen Austausch, sondern auch ein Mittel, um den Gemeinschaftsgeist zu stärken und die Verbundenheit der Mitglieder zu fördern. Die Sächsische Schweiz, mit ihren atemberaubenden Landschaften und beeindruckenden Felsformationen, bot die ideale Kulisse für einen solchen Anlass.

Der Ausflug beinhaltete oft verschiedene Aktivitäten wie Wanderungen durch die spektakulären Felsformationen, Besuche von Sehenswürdigkeiten und gemeinsames Zusammensein bei geselligen Abenden. Die Region bot zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten, die den Teilnehmern die Schönheit der Natur näherbrachten und ihnen eine willkommene Abwechslung vom Arbeitsalltag boten.

Neben der Erholung und dem Freizeitvergnügen waren solche Ausflüge auch eine Gelegenheit zur Bildung und zum kulturellen Austausch. Oft wurden während der Reisen auch informative Vorträge gehalten oder kulturelle Programme organisiert, die den Mitgliedern der PGH einen tieferen Einblick in die Region und ihre Geschichte vermittelten.

Für viele Handwerker war die Mitgliedschaft in einer PGH und die Teilnahme an solchen Ausflügen ein bedeutender Bestandteil ihres Lebens in der DDR. Es half, den Gemeinschaftsgeist zu fördern, die sozialen Bindungen zu stärken und die Arbeiter für ihre Beiträge zur Wirtschaft der DDR zu würdigen. Diese Ausflüge waren ein wichtiger Teil des sozialen und kulturellen Lebens innerhalb der PGH und trugen wesentlich zur Stärkung des Zusammenhalts bei.

Insgesamt war der Ausflug der PGH in die Sächsische Schweiz im Jahr 1961 mehr als nur eine Reise. Er war eine Feier der Gemeinschaft, eine Möglichkeit zur Erholung und ein Ausdruck der Solidarität und des Engagements der Mitglieder in einer Zeit des wirtschaftlichen und sozialen Wandels in der DDR.

Wie viele Wählerstimmen gewann das BSW in Thüringen und Sachsen?

0

Die Gründung der Partei BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) hat in der politischen Landschaft für Diskussionen gesorgt, insbesondere über die Frage, ob die neue Partei der AfD Stimmen abnehmen könnte. Anfang 2024, kurz nach Veröffentlichung der ersten Umfrageergebnisse, äußerten einige Politiker und Beobachter die Hoffnung, dass BSW die AfD schwächen könnte. Selbst AfD-Co-Parteichefin Alice Weidel zeigte sich Ende 2023 besorgt, dass die Wagenknecht-Partei potenziell der AfD Wähler abziehen könnte.

Nun stellt sich die Frage, wie sich das tatsächlich in den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen ausgewirkt hat. Laut den Ergebnissen der Wählerwanderung hat BSW in Thüringen von verschiedenen Parteien Stimmen gewinnen können: 4000 von den Grünen, 6000 von der FDP, 12.000 von der AfD, 18.000 von der SPD, 27.000 von Nichtwählern und ganze 84.000 von den Linken. Die Zahl der ehemaligen AfD-Wähler, die zur BSW wechselten, war jedoch überschaubar und lag hinter den Gewinnen von Wählern der Linken und anderen Parteien.

In Sachsen zeigte sich ein ähnliches Bild: 23.000 Wähler wechselten von der AfD zur BSW, während 73.000 ehemalige Linken-Wähler ebenfalls zur neuen Partei gingen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass BSW der AfD nicht in dem Maße Wähler abgenommen hat, wie zunächst erhofft wurde. Dennoch bleibt festzuhalten, dass BSW es als einzige Partei in beiden Bundesländern geschafft hat, überhaupt Wähler von der AfD zu gewinnen, was ein erstes Anzeichen für das Potenzial der neuen Partei sein könnte.

Insgesamt bleibt unklar, wie stark die BSW langfristig der AfD schaden kann. Während einige Wähler von der AfD zur BSW gewechselt sind, scheinen andere potenzielle AfD-Wähler von der Existenz der BSW abgeschreckt worden zu sein und entschieden sich, stattdessen eine andere Partei zu wählen. Ob die BSW der AfD langfristig Wählerstimmen abnehmen kann, wird sich erst in den kommenden Wahlen zeigen.

Pyrophob-Forschungsprojekt: Wege für den Wald der Zukunft nach Waldbränden

0

Waldbrände und die verheerenden Folgen sind in vielen Regionen Deutschlands, besonders in Brandenburg, zur Realität geworden. Doch im Wildnisgebiet Jüterburg wird seit 2020 im Rahmen des Pyrophob-Forschungsprojekts, gefördert mit Bundesmitteln, untersucht, wie sich Wälder nach Bränden ohne menschliches Eingreifen entwickeln können. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Waldbewirtschaftung im Kontext des Klimawandels zu gewinnen.

Die Forschenden hoffen, aus den natürlichen Prozessen der Wiederbewaldung nach Brandkatastrophen Rückschlüsse für den Wirtschaftswald ziehen zu können. „Wir sehen, wie sich die Natur regeneriert, und können daraus Handlungsempfehlungen ableiten“, so eine Forscherin.

Auch die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock informierte sich jüngst vor Ort. Ihre Fragen richteten sich insbesondere auf präventive Maßnahmen und den Umgang mit den Flächen nach einem Brand. Erste Erkenntnisse zeigen, dass das Totholz nicht das Hauptproblem sei, sondern die Nadelstreu, die das Feuer stark begünstige.

Das Pyrophob-Projekt beobachtet sowohl Waldbrandflächen als auch Nadelwälder. Eine wichtige Schlussfolgerung lautet: Es ist sinnvoll, nach einem Waldbrand nicht alles bis auf den Mineralboden abzuräumen. Ein großer Teil des Totholzes sollte zur Humusbildung auf den Flächen verbleiben, was entscheidend für die Wiederbewaldung ist. Außerdem deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass ein minimaler Eingriff nach Bränden vorteilhafter sein könnte. Natürliche Prozesse, wie die Ansiedlung von Birken und Pappeln, bieten Schutz für nachfolgende Baumarten.

Im Bereich der Prävention bringt das Projekt wenig neue Ansätze, doch es wird deutlich, dass Nadelbäume in Deutschland zunehmend an ihre klimatischen Grenzen stoßen. Für den Wirtschaftswald bedeutet dies, auf vielfältige Baumartenmischungen zu setzen und den Wald stabiler gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen.

Kontrovers bleibt die Frage, ob es bei Naturereignissen wie Waldbränden überhaupt den Eingriff des Menschen braucht. Eine Expertin des Projekts spricht sich gegen Methoden wie das kontrollierte Abbrennen aus: „Unsere mitteleuropäischen Wälder sind nicht an Feuer angepasst und Waldbrände stellen ein gravierendes Störereignis dar.“

Das Pyrophob-Projekt liefert bereits wertvolle Erkenntnisse, doch die fünfjährige Forschungszeit war zu kurz, um belastbare Langzeitergebnisse zu gewinnen. Ob das Projekt fortgesetzt wird, ist unklar, da der finanzierende Waldklimafonds 2023 eingestellt wurde, was auf die Haushaltskrise infolge des Bundesverfassungsgerichtsurteils zurückzuführen ist.

Puppenstadt Waltershausen“: Ein verschollenes Filmjuwel der 1930er Jahre wiederentdeckt

0

Der in den 1930er Jahren entstandene Film „Puppenstadt Waltershausen“ galt lange Zeit als verschollen und ist heute ein faszinierendes Stück filmhistorischen Erbes. Die Dreharbeiten für diesen einzigartigen Film fanden in Waltershausen, einer Stadt in Thüringen, statt. Der Film dokumentiert eine außergewöhnliche Zeit in der Geschichte des kleinen Ortes, in dem Puppen eine zentrale Rolle spielten.

„Puppenstadt Waltershausen“ wurde ursprünglich von der örtlichen Filmproduktion erstellt, um die bemerkenswerte Puppenkunst der Stadt und das Leben in der Region zu präsentieren. Waltershausen war in den 1930er Jahren bekannt für seine Puppenproduktion, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung fand. Die Puppenherstellung war ein bedeutender Wirtschaftszweig, und die Stadt war stolz auf ihre Handwerkskunst. Der Film sollte nicht nur die Kunstfertigkeit der Puppenmacher zeigen, sondern auch die kulturelle Bedeutung dieser Tradition für die Stadt und ihre Menschen dokumentieren.

Der Film gilt als verschollen, weil die Originalkopien lange Zeit nicht auffindbar waren. Während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre gingen viele Filmarchive verloren oder wurden zerstört, und zahlreiche Filme wurden dabei unwiederbringlich beschädigt oder verschwanden vollständig. „Puppenstadt Waltershausen“ war ein Opfer dieser turbulenten Zeiten. Es gibt nur wenige erhaltene Hinweise auf den Film, und die genaue Anzahl der produzierten Kopien ist unbekannt.

In den letzten Jahren wurden jedoch Anstrengungen unternommen, um verschollene Filme aus dieser Ära zu rekonstruieren und wiederentdecken. Der Film „Puppenstadt Waltershausen“ erfuhr durch die Arbeit von Historikern, Archivaren und Filmrestauratoren eine bemerkenswerte Wiederentdeckung. Durch den Einsatz moderner Technologie konnten Filmrollen gesichtet und restauriert werden, die als verschollen galten. Dies ermöglichte es, den Film wiederherzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Wiederentdeckung von „Puppenstadt Waltershausen“ ist nicht nur ein bedeutender Moment für die Filmgeschichte, sondern auch für die Geschichte von Waltershausen selbst. Der Film bietet einen einzigartigen Einblick in die kulturelle Identität und die Traditionen der Stadt, die durch die Puppenkunst geprägt wurden. Er zeigt die Liebe und Hingabe, die in die Herstellung der Puppen eingeflossen sind, und stellt die Stadt als Zentrum dieser besonderen Kunstform dar.

Heute wird „Puppenstadt Waltershausen“ als wertvolles Dokument und kulturelles Erbe geschätzt. Die Wiederentdeckung des Films ist ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Geschichte und Kultur von Waltershausen und bietet den Zuschauern einen faszinierenden Blick auf eine vergangene Zeit, die durch den Verlust der Filmkopien beinahe in Vergessenheit geraten wäre. Die Bewahrung und Wiederentdeckung solcher Filme tragen dazu bei, das kulturelle Erbe zu bewahren und die Geschichte für zukünftige Generationen lebendig zu halten.