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Wird der Jenaer Stadtrat den Oberbürgermeister Thomas Nitzsche verklagen?

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Es geht um das Feststellung des rechtswidrigen Verwaltungshandelns zur fehlenden Beteiligung des Stadtrates bei Personalentscheidungen. Klingt blechern und sehr bürokratisch. Ist es letztendlich aber auch. Der eingereichte Stadtratsbeschluss soll im Rahmen einer Klage dazu beitragen, die Zuständigkeiten zwischen Stadtrat und Oberbürgermeister in den strittigen Fragen – Beteiligung Stadtrat bei Personalentscheidungen und Informationsanspruch des Stadtrates – rechtlich abzuklären.

So sieht es jedenfalls die Fraktion DieLinke, denn sie bringt dazu zum nächsten Stadtrat am 22.11.2023 eine Beschlussvorlage in die nächste Stadtratssitzung ein. Weiter heißt es dazu in der Beschlussvorlage begleitend als „Klagegenstände“ bezeichnet:

„1.
die rechtswidrige nicht erfolgte Einbeziehung des Stadtrates und seiner zu beteiligenden Ausschüsse hinsichtlich des veränderten Dienstverhältnisses des
Werkleiters JenaKultur (Freistellung April bis Juli 2022), die nicht erfolgte Einbeziehung des Stadtrates und seiner Ausschüsse in die Abberufung des Werkleiters
JenaKultur bzw. in die Auflösung seines Arbeitsverhältnisses durch Aufhebungsvertrag und die Vorenthaltung der eigentlichen Gründe für die umgehende
Trennung vom Werkleiter gegenüber Stadtrat und Werkausschuss.

und

2.
die nicht erfolgte Information des Werkausschusses JenaKultur über die Fördermittelabsage der Kulturstiftung des Bundes für das Projekt „The Diamond Maker“
als wesentliche Information für eine Risikobewertung zum Vollzug des Wirtschaftsplans 2022 (unterbliebene Risikoberichterstattung) und die nicht erfolgte
Information des Werkausschusses JenaKultur über die Prüfung des Projekts „The
Diamond Maker“ durch den Fachdienst Recht Anfang April 2022, über deren
Ergebnisse und den verfügten Projektabbruch, die gestellte Strafanzeige gegen
den Werkleiter sowie die im Mai angeregte Sonderprüfung des Rechnungsprüfungsamtes.“

Hintergrund:

Ex-Chef von Jenakultur, Jonas Zipf soll Verträge für ein Kunstprojekt abgeschlossen haben, bei dem die Finanzierung noch nicht geklärt war. Es geht um insgesamt 299.000 Euro, davon 180.000 Euro Fördermittel des Bundes. Als Werkleiter durfte er Verträge nur bis 10.000 Euro schließen. Die Stadt hatte Zipf daher im April 2022 angezeigt. Im Mai verließ der Ex-Werkleiter Jena Richtung Hamburg und arbeitet dort nun als Kaufmännischer Geschäftsführer beim Theater Kampnagel. Nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Zipf wurde mit einem Aufhebungsvertrag seines Amtes enthoben. An diesem hätte der Hauptausschuss der Stadt beteiligt sein müssen, ist sich der Stadtrat sicher. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) sieht das anders. Der Jenaer Stadtrat beharrt weiter auf Akteneinsicht im Fall von Jenakultur Ex-Chef Jonas Zipf. Dabei geht es um den Aufhebungsvertrag zwischen der Stadt und dem ehemaligen Werkleiter von JenaKultur. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche weigert sich jedoch bislang, dem Beschluss des Stadtrates nachzukommen, da er ihn für rechtswidrig hält. Dabei beruft er sich unter anderem auf ein vereinbartes Stillschweigen.

Breites Bündnis fordert spürbare Anhebung der BAföG-Bedarfssätze

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  • Gemeinsamer Appell eines breiten Bündnisses von politischen und konfessionellen Studierendenverbänden, Hochschulen, Gewerkschaften, Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Deutschem Studierendenwerk (DSW)
  • HRK-Präsident Walter Rosenthal: „Eine Strukturreform des BAföG ist überfällig“
  • DSW-Präsidentin Beate Schücking: „Bundesregierung und Bundestag müssen dringend gegensteuern“

Berlin. Dreizehn Organisationen und Institutionen, die im Kuratorium des Deutschen Studierendenwerks (DSW) vertreten sind, fordern in einem breiten Bündnis die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, im Bundeshaushalt 2024 eine spürbare Anhebung der BAföG-Bedarfssätze und die im Koalitionsvertrag zugesicherte BAföG-Strukturreform zu verankern.

Das teilen die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und das Deutsche Studierendenwerk (DSW) in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Im dem Appell fordern die Mitzeichnenden:

„Es ist höchste Zeit, das BAföG wieder als Herzstück der Studienfinanzierung zu stärken. Das BAföG muss zum Leben reichen, damit eine Konzentration auf das Studium möglich ist, und es muss endlich wieder mehr Studierende erreichen. Deswegen brauchen wir endlich die versprochene BAföG-Strukturreform.“

Der HRK-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal ist Vorsitzender des DSW-Kuratoriums; er mahnt: „Systematik und Fördersätze des BAföG werden der Lebenswirklichkeit der Studierenden längst nicht mehr gerecht. Das ist nicht nur für alle, die auf diese individuelle Unterstützungsleistung im Studium angewiesen sind, sondern auch gesellschaftspolitisch fatal. Deutschland muss Bildungsgerechtigkeit wieder ernst nehmen und exzellente Bildung für alle ermöglichen. Die Studierenden von heute sichern unsere Zukunft. Eine Strukturreform des BAföG ist überfällig.“

DSW-Präsidentin Prof. Dr. Beate A. Schücking: „Die breite und einmütige politische Unterstützung in diesem BAföG-Bündnis unterstreicht, wie falsch es ist, die Haushaltsmittel für das BAföG im kommenden Jahr kürzen zu wollen. Bundesregierung und Bundestag müssen dringend gegensteuern.“

Den gemeinsamen BAföG-Appell an Bundesregierung und Bundestag tragen mit:

  • die Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
  • das Deutsche Studierendenwerk (DSW)
  • der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs)
  • der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
  • die Juso-Hochschulgruppen
  • der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
  • die Linke.SDS
  • die Universität Hildesheim
  • die Universität Konstanz
  • der Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen
  • der Verband der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland (ESG)
  • die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)

Der gemeinsame BAföG-Appell zum Download:

www.studierendenwerke.de/fileadmin/user_upload/BAfoeG-Appell_Organisationen_aus_dem_DSW-Kuratorium.pdf

Thüringer IHKs: Schulnote 3- für das Gründen in Thüringen

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Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHKs) fordern Maßnahmen zur Verbesserung des Gründungsstandortes

Eine Umfrage unter Thüringer Existenzgründern hat ergeben, dass das hiesige Gründungsklima nur als befriedigend eingeschätzt wird. Die Industrie- und Handelskammern im Freistaat haben Unternehmen befragt, die innerhalb der letzten drei Jahre gegründet wurden. Die größten Herausforderungen für die jungen Unternehmen, die mehrheitlich in Zeiten der Pandemie gegründet haben, liegen in bürokratischen Hürden sowie Kapitalbeschaffung und Kundengewinnung. Die Thüringer IHKs haben auf Basis der Ergebnisse ein gemeinsames Forderungspapier an Politik und Verwaltung erstellt.

Über 400 Antworten im Rahmen der Umfrage unter Thüringer Existenzgründern zeigen, dass den jungen Unternehmern der Standort Thüringen am Herzen liegt und sie mit ihrem Input zu einer Verbesserung der Wahrnehmung des Gründungsstandortes Thüringen beitragen wollen. Ein Großteil der Gründer hat in der Zeit der Pandemie den Schritt zum Unternehmer gewagt. Insbesondere 55 Prozent der Befragten haben aus einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gegründet. „Der besondere Optimismus zu einem solchen Wechsel und der Glaube an die eigene neue Idee für den Markt ist Grundlage erfolgreichen Unternehmertums. Er darf aber nicht durch bürokratische Hindernisse erschwert werden“, sind sich die Hauptgeschäftsführer der drei Thüringer IHKs einig.

18 Prozent der Befragten haben den Existenzgründungspass als Förderinstrument in der Vorgründungsphase in Anspruch genommen und sind schon bei der Beantragung auf ein schwer zu begreifendes bürokratisches Antragsverfahren gestoßen. Regelmäßig stellt der Existenzgründungspass den ersten Kontakt zum Fördersystem Thüringens dar und belastet aktuell die Motivation von Gründern, über weitere Förderanträge nachzudenken. Die Thüringer IHKs fordern deshalb die Fortführung des Existenzgründungspasses in einem bürokratiearmen und schlanken Antragsverfahren außerhalb der ESF-Förderung.

Die größten Herausforderungen sehen die Gründer im Dauerbrennerthema Bürokratie, in der Kapitalbeschaffung und in der Kundengewinnung. Diese Themen werden durch aktuelle Förderinstrumentarien wie Mikrodarlehen sowie Gründungs- und Beratungsförderung von der Thüringer Aufbaubank mit Förderprogrammen unterstützt.

Die Forderungen nach Optimierungs- und Erweiterungsbedarf sind in dem aktuellen Forderungspapier der Thüringer IHKs zu finden. Das Forderungspapier können Sie auf der Website einsehen und downloaden: www.suhl.ihk.de/positionen/forderungspapier-gruendungen

Die Forderungen an die Thüringer Politik und Verwaltung werden zur rechten Zeit laut: Vom 13. bis zum 19. November 2023 dreht sich in der Gründungswoche Deutschland alles um Gründergeist, Existenzgründung und berufliche Selbstständigkeit. Die IHK Erfurt startet am Montag, 13. November 2023, mit dem Gründer- und Nachfolgeforum Nordthüringen in Nordhausen und einem Vortrag zum Thema E-Commerce mit Amazon, Webshop & Co. in Erfurt. Mit Beratungssprechtagen am Dienstag und Mittwoch werden Gründern Antworten und Hilfen zur Gründung durch die IHK Erfurt gegeben.

Am 14. November von 9 bis 11 Uhr findet ein Gründersprechtag in Gera statt. Interessenten erhalten Informationen zu den einzelnen Gründungsschritten, zu gewerberechtlichen Aspekten und öffentlichen Finanzierungshilfen. Die Wirtschaftsförderagentur Saalfeld-Rudolstadt organisiert in Kooperation mit der IHK am 15. November ab 15.30 Uhr ein GründerMEETUP in Saalfeld, wo sich Gründer und Jungunternehmer treffen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und sich über die Gründung und Entwicklung des eigenen Unternehmens informieren.

Die IHK Südthüringen bietet am 15. November 2023 einen Telefonsprechtag der Gründungsberaterinnen gemeinsam mit der Rentenversicherung Mitteldeutschland an. Am 14. November 2023 stellen das ThEx Enterprise und ThEx Frauensache in Steinbach-Hallenberg „Herzensgründerinnen und Herzensgründer“ vor.

Am Donnerstag, den 16. November 2023, findet die Prämierung des ThEx AWARD 2023 statt.

Hintergrundinformation zur Umfrage: An der IHK-Umfrage nahmen 423 junge Unternehmen aus ganz Thüringen mit Gründung nach dem 01.10.2019 teil. 

Beschwingt in das neue Jahr – Neujahrskonzert in Gera und Altenburg

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Das Theater Altenburg Gera begrüßt das neue Jahr mit dem traditionellen Neujahrskonzert, das diesmal unter dem Motto „2024 – Mit Liebe, Lust und Leidenschaft!“ steht. Für beste Unterhaltung sorgen das Philharmonische Orchester Altenburg Gera mit fröhlichen und mitreißenden Melodien sowie die Tänzer:innen und Tänzerinnen des Tanzkreises Brillant in Gera und die Tanzschule Schaller sowie der 1. Tanzsportclub Schwarz-Gold in Altenburg, die wie immer eine flotte Sohle auf das Parkett legen. In gewohnt charmanter und humorvoller Weise wird Kapellmeister Thomas Wicklein die Konzerte sowohl dirigieren als auch moderieren. So sollte es doch ein Leichtes sein, gut gelaunt in ein gesundes und glückliches 2024 zu starten!

Termine

MO 1. JAN 2024 · 14:30 · Konzertsaal Gera

MO 1. JAN 2024 · 19:30 · Theaterzelt Altenburg

DI 2. JAN 2024 · 18:00 · Konzertsaal Gera

Infos und Karten in den Theaterkassen, telefonisch unter 0365 8279105 (Gera) bzw. 03447 585160 (Altenburg) sowie online unter www.theater-altenburg-gera.de

Stadt Jena will Abfallgebühren ab 2024 um 30 Prozent erhöhen

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Die Stadt Jena steht vor einer wichtigen und schwierigen Entscheidung. In der Sitzung des Stadtrats am 22. November 2023 wird erstmals seit 11 Jahren über die Erhöhung der Abfallgebühren entschieden.

Hintergründe der Kostensteigerung:
Für den Kommunalservice Jena (KSJ) als öffentlich-rechtlichen Abfallentsorger standen bereits seit geraumer Zeit die Herausforderung durch die Inflation und den damit verbundenen Kostensteigerungen im Vordergrund. Diese Situation wird ab 2024 durch die Einbeziehung der Abfallwirtschaft in den Emissionshandel weiter verschärft. Durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) wird zukünftig die thermische Behandlung von Abfällen (Restabfallbehandlung) in das nationale Emissionshandelssystem aufgenommen und mit einer CO2-Besteuerung belegt. Der Gesetzgeber sieht für 2024 eine Abgabe (CO2-Abgabe) von 40 €/t CO2 vor, die bis 2026 auf 55-65 €/t CO2 ansteigt.

Hinzu kommen massiv gestiegene Beschaffungskosten in allen Bereichen. Auch die durch die Tarifabschlüsse gestiegenen Lohnkosten tragen zur Mehrbelastung bei.

Aus der Neukalkulation ergeben sich für einen 4-Personen-Haushalt Mehrkosten von 57,88 € pro Jahr, bei zweimaliger Leerung eines 120 l Restabfallbehälters je Kalenderhalbjahr.

Konkret sehen die Änderung der Abfallgebühren wie folgt aus:

1.     Die Grundgebühr bei Anschluss an 60, 120 und 240 l Restabfallbehälter für die Entsorgung von Abfällen aus privaten Haushalten je amtlich gemeldeter Person und Halbjahr steigt von derzeit 21,42 € auf 27,85 €.
Die Grundgebühr bei Anschluss an 660 und 1.100 l Restabfallbehälter in Großwohnanlagen steigt von derzeit 19,14 € auf 24,88 €.

2.    Mengenabhängige Gebühr für die Entsorgung von Restabfällen aus Haushalten und gewerblichen Einrichtungen je Leerung:

•    60 l von derzeit     3,44 €         auf     4,47 €,
•    120 l von derzeit     5,37 €         auf     6,98 €,
•    240 l von derzeit     8,81 €         auf     11,45 € und
•    1.100 l von derzeit     16,61 €     auf     21,59 €.

Der Kommunalservice Jena verfolgt seit mehreren Jahren eine konsequente Stoffstromstrategie, die maßgeblich dazu beigetragen hat, die Abfallgebühren über einen so langen Zeitraum stabil zu halten.  So konnten Kosten für die Verwertung einzelner Abfallarten reduziert und Erträge aus der Vermarktung von Sekundärrohstoffen gesteigert werden. Die Bürgerinnen und Bürger können dies durch eine weiterhin konsequente Abfalltrennung unterstützen.

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ – Jena ist am Scheideweg zu scharf abgebogen!

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Geld macht verführer-, aber eben auch erfinderisch. Das kann man ohne Übertreibung nicht nur für private Investoren behaupten. Gerade auch Kommunen greifen immer gerne auf das Geld – meistens Fördergelder zurück, die ihnen sehr viel Spielraum für Entscheidungen geben. Vor allem aber ändert man auch mal schnell seine Prioritäten, wenn sich die Förderformalitäten ändern.

In Jena ließen sich aktuell viele Projekte finden, die sich im Laufe ihrer Zeit einfach auch mal hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit ändern. Natürlich ist aktuell der Eichplatz zu nennen, die never ending Story. Aber auch die Bibliothek, der Inselplatz incl. dem nicht mehr so wirklich gewolltem Parkhaus oder auch das deutsche optische Museum (DOM). Alles Projekte, die irrsinnig viel Geld verschlingen und teilweise bereits schon wieder in einer Sackgasse gelandet sind oder wenigstens dabei sind, sich dahin zu bewegen. Dabei reden wir noch nicht mal vom alten Klinikumsgelände in der Bachstrasse.

Jetzt kann man in Jena fast schon dafür dankbar sein, dass es weitestgehend um Projekte im Stadtzentrum oder im engeren Umkreis geht. Aber besser macht es die gesamte Situation trotzdem nicht, denn jeder Weg durch Jena führt immer direkt durch das Stadtzentrum. In diesen Bereichen wird wahnsinnig viel investiert. Man möchte zukunftsfähig sein und vor allem eins. Geld mit der Stadt verdienen. Denn der Geldhunger ist sehr groß. Auf der Strecke bleibt dabei jedoch die Stadtentwicklung. Die Stadt ist ja mehr als eben nur das Zentrum. Über 30 Ortsteile gehören dazu. Aber wem macht das kleinklein schon Spaß, wenn man einmal im Leben so richtig große Projekte auf den Weg bringen kann.

Unabhängig davon was Jena einmal ausgemacht hat, eben gute und auch kleine Projekte mit einer guten Qualität auf den Weg zu bringen, werden die neuen „Betonbunker mit Fenstern“ an so vielen Stellen in Jena nicht nur das Stadtbild verändern, sondern vor allem das Leben in der Stadt. Jena wird jetzt schon immer teurer. Der Prozess dauert schon locker 15 Jahre an. Eine Stadt als Durchlauferhitzer für die so gewünschten Fachkräfte für die Industrie zu entwickeln, scheint vielleicht erstmal logisch, aber scheinbar bleibt dabei auch vieles andere, was wichtig wäre, auf der Strecke.

Jena hat sich schon lange übernommen. Leider finden Debatten in der Öffentlichkeit dazu nicht mehr statt. Jena ist nun einmal keine wirkliche Großstadt, sondern eben vor allem auch ländlich geprägt. Und somit lebt Jena nicht mehr nur mit Wachstumsschmerzen, sondern rutscht im aktuellen Kaufkraftranking 2023 auf den Platz 392 mit 20.831 Euro von den insgesamt  400 analysierten Städten in Deutschland. Sicherlich ist es auch zu erwähnen, dass viele große Städte im Ranking ebenso stark abgestürzt sind, aber Jena gleich mit Hamburg oder München zu vergleichen, wäre dann doch etwas sehr weit hergeholt.

Viele Faktoren deuten auch in Jena schon seit langem darauf hin, dass es für viele Menschen immer schwieriger wird, sich die Stadt noch leisten zu können. Leider wird im Stadtrat bisher nur über die Fortsetzung von Wachstumsstrategien verhandelt. Über Ideen einer bezahlbaren Stadt Jena gibt es seit vielen Jahren keine Debatte mehr. Diese wäre jedoch zwingend notwendig. Denn gerade auch jetzt sieht man wieder, wie die Kosten weiter in die Höhe schießen, wie man z.B. auch im neuen Mietspiegel ersehen kann.

Zum Abschluss würde ich sehr gerne noch einen Wermutstropfen streuen, aber leider bleibt auch dieser aus. Viel Bauen bedeutet leider auch immer ganz viel Beton. Jeder Bürger, der durch Jena fährt oder läuft, sieht es bei jedem Bauprojekt. Bauen heißt auch nicht unbedingt Wachstum, sondern bedeutet erstmal nur Veränderung. Eine Veränderung, wo man die Menschen auch mitnehmen darf, ja sogar müsste. Woran es nun bei den politischen Verantwortlichen fehlt mag spekuliert werden. Im Stadtrat kann man jedoch erkennen, dass dort viel Wissen verloren gegangen ist und das ist bereits zum Problem geworden.

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer“. Wohin uns diese Logik gebracht hat, haben die Älteren unter uns bereits schon einmal erfahren. Jetzt stehen wir am Seitenrand und dürfen wenigstens noch zugucken. Mit Zukunftsfähigkeit und einem guten Leben hat das jedoch irgendwann nichts mehr zu tun. Aktuell verbrennt Jena als Stadt für Menschen. Es entsteht eine Stadt der Arbeit, in der Angst irgendetwas im Leben zu verpassen. Aber auch die Region wird uns das nicht zurückgeben, was wir aktuell und in den nächsten Jahren verlieren werden. Viele sind schon gegangen, wollen oder müssen demnächst gehen.

Ich würde mir einen ehrlicheren und transparenteren Umgang mit den Dingen in Jena wünschen. Einen Bezug zu seiner Stadt zu verlieren, bedeutet eben aber auch Heimat zu verlieren. Sicherlich ist das in einer digitalisierten kapitalistischen Welt nicht mehr gewünscht. Ohne Menschen wird es dann ja wohl doch nicht so ganz gehen. Ich kann mir das jedenfalls nicht vorstellen!

Wenn Jena selber sprechen könnte, würde die Stadt bestimmt schon lange kurzatmig hauchen: „Hetz mich nicht! Ich brauche Luft zum Atmen“

Seelenarbeit im Sozialismus wird weiter erforscht

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Fotoarchiv FSU Jena
Wohnheim für Personal und Schwestern der Universität Jena, undatierte Aufnahme (Mängel in der Bildqualität sind vorlagebedingt). Foto: FSU-Fotozentrum

Ein am Universitätsklinikum Jena koordinierter Verbund zur Erforschung von Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie im Gesundheitswesen der DDR wird weitergefördert. Die Forschungsergebnisse sollen in eine dauerhaft verfügbare Ausstellung münden. Das Jenaer Teilprojekt untersucht die ambivalente Rolle der Psychotherapie und sucht hierfür Personen, die in der DDR Psychotherapie erhielten.

Jena. „Selbstverständlich hatte der autoritäre DDR-Staat auch einen Einfluss auf die Psychotherapie, mit dem einzelne Akteure aber sehr unterschiedlich umgingen“, sagt Prof. Dr. Bernhard Strauß vom Universitätsklinikum Jena. Der Direktor des Instituts für Psychosoziale Medizin, Psychotherapie und Psychoonkologie leitet seit 2019 einen deutschlandweiten Forschungsverbund, der die Rolle von Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie im Gesundheitswesen der DDR untersucht. Das Bundesforschungsministerium verlängerte jetzt die Förderung um weitere zwei Jahre.

Das Jenaer Teilprojekt widmet sich der Psychotherapie in der DDR, die – so ein Befund –  trotz teilweise widriger Bedingungen ein breites Spektrum an eigenständigen Entwicklungen hervorbrachte, die aber im „Westen“ wenig wahrgenommen wurden und nach 1989 auch rasch an Bedeutung verloren, da man sich an das Gesundheitssystem der BRD vollständig anpassen musste. Prof. Strauß: „Die Psychotherapie lässt sich nicht per se als subversive Szene auffassen, einige Therapeuten und Therapeutinnen waren sehr stark mit dem Staat identifiziert. Jedoch kann anhand unserer Ergebnisse davon ausgegangen werden, dass die Einnahme einer psychotherapeutischen Haltung in Anbetracht der jeweiligen Bildungsbiografie durchaus möglich war.“

Analoge und digitale Ausstellung „Seelenarbeit im Sozialismus“

Am Verbund beteiligt ist auch die Universitätsmedizin Rostock, in deren Teilprojekt die Psychiatrie in der DDR Gegenstand ist. Das Projektteam der Universität Erlangen Nürnberg untersucht die Strukturen der Psychofächer im sozialistischen Gesundheitssystem. In der ersten Förderphase wurde zudem an der Fachhochschule Dortmund die Rolle der Psychologie erforscht. Ein wesentliches Ziel der nun gestarteten zweiten Förderphase ist die Gestaltung einer analogen und digitalen Ausstellung zur „Seelenarbeit im Sozialismus“. Sie soll die Projektergebnisse für die Wissenschaft, für Bildungseinrichtungen und alle interessierten Personen langfristig verfügbar zu machen.

Ehemalige Therapiepatientinnen und -patienten gesucht

Fortgesetzt wird auch die Forschungsarbeit in den Teilprojekten. Das Jenaer Projektteam möchte für die Untersuchung der DDR-Psychotherapie nun verstärkt die Sicht der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Nicht zuletzt aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie war es zuvor schwer möglich Personen, die vor mehr als drei Jahrzehnten Psychotherapie erhalten hatten, für Interviews zu gewinnen. „Deshalb freuen wir uns über jede Unterstützung durch Menschen, die uns den Kontakt zu ehemaligen Psychotherapiepatientinnen oder -patienten vermitteln können oder die selbst in dieser Rolle bereit sind, an einem Gespräch teilzunehmen“, so Prof. Strauß. Interessierte können telefonisch unter 03641/9398046 oder per E-Mail an sisap@med.uni-jena.de Kontakt zum Projektteam aufnehmen.

Lisa Eckhart träumt von der Vereinigung von Österreich und Ostdeutschland

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Überall in der Welt brennt die Luft. Nur hier, bei uns im Osten, da passiert erneut nichts. Abgesehen davon, dass weißblonde, blauäugige Faschisten sich die einwohnerärmsten Regionen Deutschlands unter den Nagel reißen. Lisa Eckhart bietet mehr! Bleibt wachsam! Wenn sie die vereinbarte Parole durchgibt, wird geputscht, um eine Utopie real werden zu lassen: Das kommunistische Kaiserreich. Prost!

Thüringenweites Pilotprojekt: Weimar fährt mit drei neuen Wasserstoffbussen

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Very & Media GmbH, Jonas Turtschan
Very & Media GmbH, Jonas Turtschan

H2 statt CO2 – das ist das Motto des thüringenweit einmaligen Pilotprojekts der Stadtwirtschaft Weimar. Am 9. November 2023 eröffneten Umweltminister Bernhard Stengele und der Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine zusammen mit den beiden Geschäftsführern der Stadtwirtschaft Weimar, Bernd Wagner und Jörn Otto, feierlich die neue Wasserstoffinfrastruktur auf dem Stadtwirtschafts-Betriebsgelände: drei Wasserstoffbusse, eine Wasserstofftankstelle und eine extra Wasserstoffwerkstatt. Anschließend ging es in einem der Busse auf die emissionsfreie Jungfernfahrt durch Weimar.

Der Freistaat Thüringen hat das ambitionierte 6-Millionen Projekt zu knapp 80 Prozent mit EFRE Mitteln der EU gefördert. Umweltminister Bernhard Stengele: „Wir brauchen solche Pilotprojekte auf kommunaler Ebene. So sammeln wir Erfahrungen mit Wasserstoff, auch im Nahverkehr. Und es ist gut, wenn wir bei Wasserstofftankstellen auch auf die Kompetenz von Thüringer Unternehmen zurückgreifen können.“ Ab Freitag sind die nagelneuen Busse der Firma Solaris dann im Einsatz und befördern Weimarer Bürger und Bürgerinnen emissionsfrei von A nach B.

Für Oberbürgermeister Peter Kleine sind die Busse deswegen ein wichtiger Baustein für noch mehr Lebensqualität in Weimar: „Wir sind natürlich stolz darauf, dass in ganz Thüringen unsere Stadt die erste Kommune mit Wasserstoffbussen ist, und dankbar für die Förderung durch das Land. Diese ersten drei Wasserstoffbusse bessern die städtische Schadstoffbilanz auf und reduzieren auch noch die Lärmbelastung – damit sind sie ein besonderer Gewinn für Weimar und ein echter Aufbruch in eine mobile Zukunft.“

Das Projekt wurde von der Stadtwirtschaft Weimar in nur 19 Monaten realisiert – von der ersten Förderbescheidübergabe für Busse und Werkstatt im März 2022 und für die Tankstelle im Juni 2022 an gerechnet. „Dass wir in nur gut eineinhalb Jahren alles unter Dach und Fach gebracht haben, ist schon ein Riesenerfolg für uns und auch für alle Weimarer, die jetzt die neuen Busse nutzen können. Vor allem die schnelle Bauzeit hat gezeigt, dass wir Tempo machen können, wenn es um Klimaschutz geht: So haben wir mit dem Bau der Werkstatt erst im Juni 2023 und mit dem Bau der Tankstelle sogar erst im August 2023 begonnen. Ein tolles Ergebnis, das uns beim Thema Mobilitätswende in Weimar wieder ein gutes Stück voranbringt, und uns vor allem anspornt, unser Ziel weiter zu verfolgen: Denn wir wollen in den nächsten Jahren unseren Fuhrpark Schritt für Schritt auf Wasserstoffbusse umstellen“, erklärt Bernd Wagnerdazu und ergänzt: „Da Weimar und die Kultur unmittelbar miteinander verbunden sind wie auch der Stadtverkehr Weimar zur Klassikerstadt gehört, erhalten alle Wasserstoffbusse Namen von Weimarer Persönlichkeiten. So sind ab Freitag Anna-Amalia, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe in Weimarunterwegs.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten für das Wasserstoffprojekt betragen ungefähr 6 Millionen Euro. Das vom Freistaat Thüringen geförderte Projekt wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Die Busse
Die Brennstoffzellen-Busse, vom Typ „Urbino 12 hydrogen“ des Herstellers Solaris bieten Platz für jeweils 80 Fahrgäste. Die 12 Meter langen barrierefreien Fahrzeuge, ausgestattet mit einer 70-Kilowatt-Brennstoffzelle sowie einer 30-kWh-Batterie, haben eine Reichweite von ca. 350 Kilometern. Durch den Einsatz der Wasserstoffbusse können über 180 Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu Dieselbussen eingespart werden.Eigene Wasserstofftankstelle auf dem Betriebsgelände.

Die passende Ladeinfrastruktur für die neuen Wasserstoffbusse wurde auf dem Betriebsgelände aufgebaut: gemeinsam mit dem Thüringer Spezialisten für Wasserstofftankstellen, MAXIMATOR Hydrogen GmbH, errichtete die Stadtwirtschaft Weimar in den vergangenen Monaten eine Wasserstofftankstelle. Die betriebseigene Zapfsäule sorgt für schnellen H2-Nachschub – ein Tankvorgang dauert max. 12 Minuten. Die Busse werden ausschließlich mit grünem Wasserstoff betankt

Die Werkstatt
Für Service und Wartung der Busse gibt es auf dem Betriebsgelände der Stadtwirtschaft eine Wasserstoffwerkstattfür die notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten an den modernen Fahrzeugen. Mehr Informationen https://sw-weimar.de/weimarer-wasserstoff

Bereits wenig künstliches Licht gefährdet Ökosysteme

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Eine neue Sammlung von Studien über künstliches Licht bei Nacht zeigt, dass die Auswirkungen der Lichtverschmutzung weitreichender sind als gedacht. Selbst geringe Mengen künstlichen Lichts können Artengemeinschaften und ganze Ökosysteme stören. Die in der Fachzeitschrift Philosophical Transactions of the Royal Society B veröffentlichte Sonderausgabe mit 16 wissenschaftlichen Studien befasst sich mit den Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf komplexe Ökosysteme, darunter Boden-, Grasland- und Insektengemeinschaften. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena betonen in der Sonderausgabe den Dominoeffekt, den Lichtverschmutzung auf Funktionen und Stabilität von Ökosystemen haben kann.

Weltweit nimmt künstliche Beleuchtung zu – auch der Nachthimmel wird damit immer heller. Die Lichtverschmutzung, die jedes Jahr um bis zu zehn Prozent zunimmt, unterbricht die natürlichen Lichtzyklen, die im Laufe der Erdgeschichte weitgehend konstant waren. Diese Zyklen sind für Organismen, die auf Licht als Energie- und Informationsquelle angewiesen sind, lebenswichtig. Bislang konzentrierten sich Studien, die die Auswirkungen von Lichtverschmutzung untersucht haben, weitgehend auf die menschliche Gesundheit und auf einzelne Arten. Die Untersuchung ganzer Ökosysteme, in denen Arten durch vielfältige Interaktionen miteinander verbunden sind, blieb hingegen meist außen vor. „Arten existieren nicht isoliert, sondern interagieren auf vielfältige Weise“, erklärt Dr. Myriam Hirt von iDiv und der Universität Jena, die gemeinsam mit Dr. Remo Ryser die Herausgabe der Sonderausgabe redaktionell leitete. „Unser Ziel war es, besser zu verstehen, wie sich die Aufhellung des Nachthimmels auf ganze Ökosysteme und die damit verbundenen Ökosystemleistungen auswirkt.“

Mithilfe des iDiv-Ecotrons, das aus mehreren kontrollierbaren Ökosystemen (sogenannten EcoUnits) besteht, simulierten und veränderten die Forscherinnen und Forscher die nächtlichen Lichtverhältnisse. Zu den wichtigsten Ergebnissen in diesem Zusammenhang gehören:

  • Die Auswirkungen von künstlichem Licht erreichen auch unterirdische Bodengemeinschaften und beeinflussen die Bodenatmung sowie die Effizienz der Kohlenstoffnutzung
  • Künstliches Licht beeinflusst die Aktivität von Insekten, was unter anderem zu höheren Prädationsraten in der Nacht führte, es gab also mehr Jagdverhalten
  • Künstliches Licht führt zu einer Verringerung der pflanzlichen Biomasse und Diversität, sowie zu Veränderung von Pflanzenmerkmalen, wie die Behaarung der Blätter
  • Durch künstliches Licht können sich die Zeiträume, in denen Arten aktiv sind, verschieben bzw. angleichen, was zu größeren Überschneidungen in deren Aktivität führt und letztlich den Fortbestand von Arten beeinflussen kann

Die Studien zeigten auch, dass selbst geringe Intensitäten der Lichtverschmutzung – weniger als bei Vollmond – tiefgreifende Auswirkungen haben, nicht nur auf das Verhalten und die physiologischen Reaktionen einzelner Arten, sondern sich auch auf komplexeren Ebenen widerspiegeln, etwa in Gemeinschaften und ökologischen Netzwerken, wie zum Beispiel Nahrungsnetzen. „Wie die einzelnen Arten auf künstliches Licht reagieren und in welcher Beziehung sie zueinander stehen, beeinflusst, wie das gesamte Ökosystem reagiert. So verändert beispielsweise eine Verschiebung der Aktivität von tagaktiven und dämmerungsaktiven Arten in die Nacht die Aussterberisiken in der gesamten Artengemeinschaft“, sagt Dr. Remo Ryser von iDiv und der Universität Jena.

Eine weitere Studie in der Sonderausgabe untersuchte, wie künstliches Licht indirekte Kaskadeneffekte hervorruft, die sich auch auf den Menschen auswirken. So kann künstliches Licht bei Nacht zum Beispiel die Häufigkeit und das Verhalten von Stechmücken beeinflussen. Die Studie zeigt, dass künstliches Licht zu Veränderungen in der zeitlichen Abfolge wichtiger Verhaltensweisen der Mücken führt, wie der Wirtssuche, der Paarung und der Flugaktivität. Dies könnte weitreichende Folgen für die Übertragung von Krankheiten wie Malaria haben. In einer anderen Studie wurde untersucht, wie verschiedene Beleuchtungsstrategien die negativen Auswirkungen von künstlichem Licht abmildern können. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass die Eindämmung von Lichtverschmutzung einen nuancierten Ansatz erfordert, da die Auswirkungen auf die verschiedenen Arten sehr unterschiedlich sein können. Entsprechend könnten vorbeugende Maßnahmen möglicherweise nicht universell anwendbar sein.

Aufgrund der stetigen Zunahme der künstlichen Beleuchtung auf der ganzen Welt finden sich immer weniger Regionen, in denen es wirklich dunkel ist – mit möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und auf Ökosysteme. Mit der Sonderausgabe möchten die Autorinnen und Autoren weitere Forschung und Maßnahmen anregen, die nicht nur dazu beitragen, die schädlichen Auswirkungen der Lichtverschmutzung zu mindern, sondern auch die Bedürfnisse von Gesellschaft und Natur zu berücksichtigen. „Natürlich hat künstliches Licht bei Nacht viele Vorteile“, sagt Dr. Myriam Hirt. „Aber wir dürfen auch seine negativen Auswirkungen nicht außer Acht lassen.“

Original-Publikation

Myriam R. Hirt, Darren M. Evans, Colleen R. Miller, Remo Ryser (2023). Light pollution in complex ecological systems. Philosophical Transactions of the Royal Society B, DOI: https://doi.org/10.1098/rstb/378/1892Externer Link