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Erich Mielke: Vom „Meister der Angst“ auf die Anklagebank

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Berlin – Jahrzehntelang stand er an der Spitze des gefürchtetsten Geheimdienstes der Deutschen Demokratischen Republik: Erich Mielke, der „Meister der Angst“. Seine Handschrift trug die systematische Überwachung der DDR-Bürger. Doch nach dem Fall der Mauer fand sich der einstige Machtmensch, der als ältester Häftling Deutschlands galt, auf der Anklagebank des Landgerichts Berlin wieder. Ein tiefer Fall für den Mann, der 32 Jahre lang Minister für Staatssicherheit war.

Kindheit und politisches Erwachen Geboren am 28. Dezember 1907 im Berliner Wedding, wuchs Erich Mielke in beengten Verhältnissen auf und schämte sich für sein Zuhause. Er beschrieb sich selbst als einen ängstlichen, überempfindlichen Jungen, geprägt von Kontaktmangel und Selbstunsicherheit. Seine Eltern traten bereits 1919 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei, und Mielke selbst wurde mit 14 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband. Er wollte die Verhältnisse der Weimarer Republik verändern und die Unterdrückung der Arbeiterklasse beenden.

Seine wahre Bestimmung fand Mielke im Parteiselbstschutz, einer paramilitärischen Gruppe der KPD. Dort radikalisierte er sich schnell. Am 9. August 1931 war Mielke zusammen mit Erich Ziemer mutmaßlich an der Ermordung zweier Polizisten am Bülowplatz beteiligt. Die Attentäter gaben aus nächster Nähe Schüsse auf die Beamten Franz Lenck und Paul Willig ab. Mielke brüstete sich später in seinem Stammlokal mit den Morden und zeigte die Tatwaffe, was ihm den Spitznamen „Pistolen-Erich“ einbrachte. Von manchen wurde er als „trivialer Mörder“ wahrgenommen, der sich hinter Ideologien versteckte. Nach der Tat floh Mielke nach Moskau, wo er die Internationale Lenin-Schule besuchte und unter dem Decknamen Paul Bach lernte. Sein großes Vorbild war Stalin, den er als „Lehrer“ und „Vater“ verehrte.

Der Architekt der Angst: Mielkes Stasi-System Nach seiner Rückkehr ins zerstörte Berlin 1945 machte Mielke in der sowjetischen Besatzungszone schnell Karriere in der Volkspolizei und später in der neu entstehenden Staatssicherheit. Er knüpfte Kontakte zu den Mächtigen wie Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht und genoss die Anerkennung, nach der er sich so lange gesehnt hatte. Als Minister für Staatssicherheit etablierte Mielke ein umfassendes System der Überwachung. Die Stasi schürte bewusst Angst, um Unsicherheit zu verbreiten und den Bürgern das Gefühl zu geben, verfolgt zu werden. Mielke repräsentierte dieses System, von den hauptamtlichen Offizieren bis zu den inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Sein Misstrauen gegenüber dem eigenen Volk war immens, doch gleichzeitig sehnte er sich nach dessen Liebe – eine Paranoia, die er unter dem Mantel der Volksnähe verbarg.

Mielke war ein Mann mit einem starken Willen zur Macht, geprägt von den Kämpfen der 1920er und 30er Jahre. Er lebte asketisch, rauchte und trank nicht und war der Partei bis zu seiner Haft treu ergeben. Sein Kontrollzwang reichte bis in den Sport, wo er Fußballmannschaften abhören und Schiedsrichter bestechen ließ. Er sah die Welt in Freunden, Feinden und Verrätern, wobei er die „Verräter“ am meisten hasste. Unter seiner Führung entwickelte sich die Stasi sogar zu einer härteren Kontrollinstanz als der sowjetische KGB. Mielke war überzeugt, dass Angst die wirkungsvollste Triebfeder menschlichen Handelns sei, „stärker als Ehrgeiz, als Hoffnung und alles zusammen“.

Der Fall des Ministers: 1989 und das Ende der DDR In den späten 1980er Jahren geriet Mielkes System ins Wanken. Er widersetzte sich vehement den Reformen Michael Gorbatschows in der Sowjetunion, die er als „Anfang vom Ende des Sozialismus“ betrachtete. Die Kommunalwahlen im Mai 1989, die traditionell mit Zustimmungswerten von bis zu 99 Prozent endeten, wurden zu einem Wendepunkt. Trotz Mielkes anfänglicher Anweisung, „keine Manipulation“, wurden die Ergebnisse massiv gefälscht, um eine höhere Zustimmung vorzugaukeln.

Die Fälschungen führten zu wachsendem Protest und Demonstrationen. Mielke, der die Massenproteste als „neue Phase des Klassenkampfes“ sah, forderte drastische Maßnahmen, wie die Verhaftung von fast 14.000 „staatsgefährdenden Elementen“. Er verglich die Situation mit dem Mauerbau 1961, doch die Zeiten hatten sich geändert. Die Sowjetunion, einstiger „Waffenbruder“, erklärte, die DDR nicht mehr schützen zu können. Dies war ein „Verrat“, der Mielke und viele Genossen tief traf.

Mielkes Macht schwand zusehends. Wenige Tage nach dem 40. Jahrestag der DDR war er maßgeblich an der Absetzung Erich Honeckers beteiligt. Doch auch Honeckers Nachfolger, Egon Krenz, hörte nicht mehr auf Mielkes Ratschläge. Der „Meister der Angst“ erteilte schließlich den Befehl zur Aktenvernichtung, um die operativen Methoden der Stasi vor dem „Klassenfeind“ zu verbergen. Seine letzte Rede vor der Volkskammer wurde mit Lachen quittiert – ein Symbol für das Ende seiner Ära und die Überwindung der Angst durch die Bevölkerung.

Der Prozess und das Erbe Nach der Wende wurde Erich Mielke inhaftiert. Er sah sich als Märtyrer, der sein ganzes Leben lang die DDR gegen „Klassenfeinde“ verteidigt hatte, und gab an, wenn es nach seinem Willen gegangen wäre, gäbe es die DDR noch heute. Im Gerichtssaal schwieg er oft stundenlang. Mediziner stellten seine Haftfähigkeit fest.

Im Jahr 1993 wurde Erich Mielke wegen des Doppelmordes an den Polizisten im Jahr 1931 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Alle weiteren Verfahren gegen ihn als Minister für Staatssicherheit der DDR wurden wegen Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. Ende 1995 wurde er auf Bewährung entlassen.

Mielkes Leben ist untrennbar mit dem System der DDR-Staatssicherheit verbunden. Er glaubte fest an die Überlegenheit seiner Methoden, doch am Ende scheiterte er an der Entschlossenheit der Bürger, die sich von der Angst befreiten und friedlich auf die Straße gingen. Seine Geschichte ist eine Mahnung an die zerstörerische Kraft der Angst und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

Die Waldsiedlung Wandlitz: Macht, Privilegien und der Untergang der DDR

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Die Waldsiedlung Wandlitz, etwa 30 km nördlich von Berlin und nahe Wandlitz im Wald gelegen, war der streng abgeschirmte Wohnsitz der mächtigsten Persönlichkeiten der DDR, darunter Walter Ulbricht, Erich Honecker und Erich Mielke. Sie wurde zu einer Projektionsfläche für viele Widersprüche und Probleme der DDR-Gesellschaft und gilt als einer der „Sargnägel“ für das SED-Regime und den Untergang der DDR.

Bau und Abschottung Der Bau der Waldsiedlung begann im Mai 1958 unter höchster Geheimhaltung im 1,5 km² großen Waldgebiet bei Wandlitz in der Nähe von Bernau. Die Bauarbeiten wurden von der Stasi überwacht. Gerüchte über den Bau, darunter die Annahme, dass die sowjetische Militär-Administration dort bauen würde, machten schnell die Runde, doch es wurde rasch klar, dass die DDR-Regierung der Bauherr war, da viele Handwerker aus der Umgebung dort arbeiteten. Einige dieser Handwerker setzten sich nach West-Berlin ab und versorgten die westliche Presse mit Informationen und Gerüchten über eine luxuriöse Siedlung für die SED-Prominenz. Es gab Berichte über die Verwendung edelster Materialien, wie Marmor aus Italien, was auch Teil der ideologischen Auseinandersetzung und Propaganda im Kalten Krieg war.

Die Waldsiedlung war von Anfang an ein Stasi-Objekt. Heinz Gläske, Deckname Hegl, ein Stasi-Mann und Chef des Sonderbaustabes 10, leitete die gesamten Bauplanungen. Er war ein vertrauenswürdiger Mann, da er sich aufgrund seiner Vergangenheit – der Tötung eines Antikommunisten im Auftrag der Staatssicherheit – nicht in den Westen absetzen konnte. Gläske koordinierte die Bauplanungen mit 100 Fremdfirmen und 650 Bauarbeitern, die alle streng von der Staatssicherheit kontrolliert wurden.

In nur zwei Jahren entstand ein „Städtchen im Wald“ mit einem Innen- und Außenring, umgeben von einer 2 Meter hohen Mauer mit Stacheldraht und zwei Drähten (einer stromführend, einer ohne Strom). Im Inneren gab es keine Wege- oder Straßennamen; die Häuser der Funktionäre waren von 1 bis 23 nummeriert, während Dienstboten Postfachnummern in Bernau hatten. Niemand durfte ohne speziellen Ausweis oder Besuchserlaubnis hinein. Das gesamte Personal, das die 23 Familien versorgte (650 Mitarbeiter), waren Mitglieder des Personenschutzes der Staatssicherheit, alle mit Schweigegelübde und militärischem Rang. Sie trugen Berufsbekleidung, hatten aber Uniformen in ihren Schränken für militärische Einsätze und absolvierten regelmäßig militärische Übungen und Schießtraining. Personenschützer mussten sogar bei Staatsempfängen ihre Pistolen bei sich tragen, aus Angst vor Attentaten.

Der Umzug der Partei-Elite aus dem Pankower Städtchen, dem Majakowskiring, im Spätsommer 1960 wurde als notwendig erachtet, da es dort zu eng und zu gefährlich geworden war, insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953. Auch wenn es keine direkten Beweise dafür gibt, dass der 17. Juni der alleinige Grund war, so wollte man doch in einen Bereich ziehen, der unter Sicherheitsaspekten besser geschützt werden konnte. Das Politbüro wollte sich aus der „Schusslinie des Kalten Kriegs“ nehmen und den vielen betagten Genossen eine naturnahe Umgebung garantieren. Ulbricht persönlich gab sein Okay für Wandlitz, da es abgeschottet und mitten in der Natur lag – eine wahre „Enklave der Macht“.

Lebensstil und Privilegien Die Häuser in der Waldsiedlung, obwohl von außen als „relativ bescheiden“ wahrgenommen, waren in Wirklichkeit anspruchsvolle Bauten mit Grundtypen in verschiedenen Variationen, angepasst an die Bedürfnisse der Bewohner. Die Miete von 400 bis 800 DDR-Mark beinhaltete alles: Um-, An- und Sonderbauten, die Nutzung selbst ausgewählter, oft teuer gebauter Möbel, sowie die Kosten für das Dienstpersonal wie Putzfrauen, Köche, Kellner, Schneider oder Friseure. Auch private Tankfüllungen wurden von der Stasi bezahlt, die für den Schutz und die komplette Rundumversorgung zuständig war. Jeder Wunsch war Befehl; ein „Nein“ war nicht möglich.

Die Wünsche hielten sich anfangs noch in den Grenzen des Ostens, so gab es für Lotte Ulbricht Äpfel aus Bulgarien. Lothar Herzog, der 23 Jahre lang als Kellner im Klubhaus und als persönlicher Steward Honeckers arbeitete, erinnerte sich an solche Details. Der Funktionärsclub (F-Club) im Zentrum der Siedlung bot Annehmlichkeiten wie eine Gaststätte, Sauna, Kegelbahn, Schwimmhalle und einen Kinosaal. Hier wurden selbst um 6 Uhr morgens Mineralwasserwünsche von Minister Mielke erfüllt.

Mit dem Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker im Jahr 1971 begann eine Zeitenwende in der Waldsiedlung. Das sichtbarste Zeichen war das „Ladenkombinat“, das ein Warenangebot für jährlich bis zu 8 Millionen D-Mark bereitstellte, mit allem, was im Alltag der DDR nicht zu kaufen war. Schon in den 1960ern gab es West-Waren in kleinerem Umfang. Nach dem Grundlagenvertrag mit der Bundesrepublik 1972 mussten die West-Waren anders beschafft werden; die Stasi gründete 1965 dafür die Handelsfirma LETEX, die über Stasi-Mann Alexander Schalck-Golodkowski West-Produkte speziell für die Waldsiedlung einkaufte. Spezielle Wünsche, wie Kostüme für Margot Honecker oder Babyausstattung für Tochter Sonja, wurden an Sigrid Schalck-Golodkowski gerichtet, deren „Gruppe Schlegelstraße“ ab 1977 als Privatleute getarnt zum Ku’damm fuhr und einkaufte. Das Ladenkombinat machte Miese, da der Umtauschkurs für die Bewohner bei 1,5 Ostmark für eine Westmark lag, während für normale DDR-Bürger inoffiziell 1:10 üblich war.

Politische Machtkämpfe und Isolation Die Waldsiedlung wurde zum Sinnbild der Kluft zwischen Volk und Herrschaft, da sich die SED-Führung zunehmend von den wirklichen Problemen der DDR-Gesellschaft und ihren proklamierten politischen Zielen entfernte. Es war eine doppelte Abschottung: durch den Zaun und die Bewachung sowie durch die Distanz zur Gesellschaft. Die Funktionäre nahmen die DDR-Wirklichkeit nur noch aus den Fenstern ihrer Limousinen wahr, und Begegnungen waren hochgradig inszeniert.

Die Siedlung war auch ein Ort des Misstrauens und der sozialen Kälte. Konrad Naumann, der Berliner SED-Chef, der 1976 in Haus 16 zog, empfand die Waldsiedlung als „hässliches Ghetto“ und sah seine Nachbarn wie Erich Mielke und Günter Schabowski als fremd an. Es herrschte Angst vor Verrat durch ein falsches Wort, und man isolierte sich gegenseitig. Obwohl sich keine Belege dafür gefunden haben, dass die Waldsiedlung systematisch von der Staatssicherheit mit Abhöranlagen überwacht wurde, war die Stasi mit ihren Bediensteten und dem Bewachungspersonal, deren oberster Chef Erich Mielke war, schon vor Ort, was zu einem Klima des Misstrauens führte.

Machtkämpfe fanden auch innerhalb der Siedlung statt. Erich Apel, Leiter der Staatlichen Plankommission, versuchte Wirtschaftsreformen (NÖSPL) durchzusetzen, sah sich aber Boykott von Erich Honecker und Günter Mittag gegenüber. Nach einer kritischen Diskussion seiner Plan-Entwürfe am 2. Dezember 1965 wurde Apel am nächsten Morgen tot in seinem Berliner Büro gefunden, mit einem Kopfschuss und der Pistole in der Hand. Obwohl offiziell als Unglücksfall infolge einer Kurzschlusshandlung deklariert, gab es Zweifel am Suizid, da der Tatort verändert und eine volle Patronenschachtel gefunden wurden. Seine Frau Christa Apel musste die Waldsiedlung mit ihrer Tochter verlassen, und kein Genosse des Politbüros meldete sich bei ihr, auch nicht Apels „bester Freund“ Günter Mittag, der stattdessen Karriere machte.

Günter Mittag übernahm Apels Jagdhütte und fand einen neuen Jagdfreund in Erich Honecker. Beide nutzten gemeinsame Jagdausflüge, um Strippen gegen Walter Ulbricht zu ziehen. Honecker sicherte sich zudem langfristig die Unterstützung des Kreml-Chefs Leonid Breschnew, indem er sich seit 1965 mit ihm in der Schorfheide traf. Obwohl Ulbricht Breschnew bereits 1969 mitgeteilt hatte, dass er nicht mehr lange als Erster Sekretär tätig sein könne, bat Breschnew ihn zu bleiben. Doch mit Moskaus Unterstützung gelang es Honecker, Ulbricht zu entmachten. Am 3. Mai 1971 trat Ulbricht offiziell zurück und zog freiwillig aus der Waldsiedlung aus.

Jagd war ein Statussymbol der Macht. Honecker und Mittag nutzten die Jagd in Honeckers Refugium „Wildfang“ in der Schorfheide als heimliche Machtzentrale, wo wichtige Themen besprochen wurden. Mielke hatte sogar ein höheres Sicherheitsbedürfnis als Honecker; wenn er ankam, wurde die Schorfheide von etwa 80 Mitarbeitern umzingelt, im Vergleich zu 13-14 Mann bei Honecker. Es wurde auch berichtet, dass Honecker und Mittag bei einer Jagd in anderthalb Stunden vier bis fünf Hirsche erlegten, indem sie die Tiere mit dem Jagdwagen umfuhren, sodass diese nicht entkommen konnten.

Das Ende der Ära und das Erbe Am 17. Oktober 1989 wurde Erich Honecker von allen Ämtern zum Rücktritt gezwungen, unter anderem von seinem Jagdfreund Günter Mittag und Stasi-Chef Erich Mielke. Am 8. November erlegte Honecker seinen letzten Hirsch, und am 9. November fiel die Mauer. Danach gingen in der Waldsiedlung nach und nach die Lichter aus.

Im März 1990 arbeitete Paul Bergner, ein ehemaliger Bereitschaftspolizist, als Gärtner in der Waldsiedlung. Er musste die oft fluchtartig verlassenen Häuser ausräumen, um Platz für die Patienten der Reha-Klinik zu schaffen. Das zurückgelassene Erbe der Bewohner wurde wochenlang auf einem Brandplatz verbrannt, was Bergner als „barbarischen Umgang mit der Geschichte“ empfand. Er selbst rettete Gemälde, Skulpturen, Plattensammlungen und Bücher.

Die Geschichte des Ortes umfasst auch Bunker, wie den früheren Stabsbunker, der ab 1968 gebaut wurde und im Kriegsfall bis zu 135 Personen sieben Tage lang Schutz bieten sollte. Paul Bergner bemühte sich jahrelang darum, dass die Häuser, Skulpturen, Bunker und die gesamte Anlage als Zeitzeugnis unter Denkmalschutz gestellt würden, doch in den 1990ern wollte niemand einen „Wallfahrtsort für eine Diktatur“. Erst langsam setzte sich das Bewusstsein für die historische und politisch-analytische Bedeutung solcher Orte durch. Heute stehen viele der wertvollen Skulpturen, die einst die Waldsiedlung zierten, aufwendig restauriert im Kunstraum Bernau. Einzelne Häuser und der Funktionärsclub wurden erst 2017 unter Schutz gestellt, doch der Charakter der Waldsiedlung war da bereits von der größten Reha-Klinik Brandenburgs überformt.

Heute erinnern nur noch Stelen an die einstigen Bewohner und die frühere „Landschaft der Macht“. Die Waldsiedlung Wandlitz bleibt ein offener Ort für die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Sie macht deutlich, wie Macht dazu verleiten kann, Privilegien zu sichern und sich von den Bedürfnissen des Volkes zu entfernen. Sie ist ein Symbol für den Missbrauch von Macht und die Angst der Mächtigen, vom Volk bei diesem Missbrauch entlarvt zu werden.

Wandlitz Waldsiedlung: Das verborgene Paradies der DDR-Elite

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Die Wandlitz Waldsiedlung, einst das streng abgeschirmte Wohngebiet der DDR-Regierungsspitze, ist heute größtenteils als Brandenburgklinik bekannt und für die Öffentlichkeit zugänglich. Doch wer die Anlage betritt, begibt sich auf eine Reise in eine Zeit, in der hier die mächtigsten Männer und Frauen des Staates lebten – abgeschirmt von der Mangelwirtschaft, die den Alltag der normalen Bürger prägte.

Ein Leben abseits der Realität Bis zur Wende war der Zugang zur Waldsiedlung für normale Bürger undenkbar. Hier residierten Persönlichkeiten wie Erich und Margot Honecker, Walter und Lotte Ulbricht, Gerhard Schürer, der Chef der staatlichen Plankommission, der Sicherheitschef Erich Mielke und Erich Honeckers Nachfolger Egon Krenz. Obwohl die Häuser heute saniert und teils anders aussehen als damals, zeugen Informationsschilder an einigen ehemaligen Wohnhäusern, etwa dem von Erich und Margot Honecker, von der einstigen Prominenz der Bewohner.

Die Kinder der DDR-Führung gingen zwar in Wandlitz mit bürgerlichen Kindern zur Schule, doch selbst hier gab es einen bemerkenswerten Unterschied: Ihre Brotboxen waren „anders bestückt“, und es fanden sich darin „die eine oder andere Banane oder Orange zum Vorschein“, was für Normalbürger ein seltener Luxus war.

Luxus im Mangelstaat Das markanteste Zeichen des privilegierten Lebens in der Waldsiedlung war jedoch der exklusive Einkaufsladen. Dieser war ausschließlich den Bewohnern der Siedlung vorbehalten und bot „ausschließlich nur Westprodukte“ an. Während Bananen und andere Artikel für die breite Bevölkerung „Luxusware“ und oft nur als „Bückware“ oder durch spezielle Informationen im Betrieb erhältlich waren, war in Wandlitz alles verfügbar, was anderswo rar war. Diese massive Diskrepanz zwischen dem Überfluss der Elite und der allgemeinen Mangelwirtschaft prägte die Wahrnehmung der DDR.

Erinnerungen und Einblicke Der heutige Besucher kann sich ein Bild von diesem ehemaligen „Paradies“ machen. Einige Häuser sind mit Tafeln versehen, die über die früheren Bewohner informieren, auch wenn der Ersteller eines YouTube-Videos, der kürzlich die Waldsiedlung besuchte, anmerkt, dass nicht an jedem Haus Schilder zu finden sind, sondern nur bei den „gehobenen Persönlichkeiten“.

Interessante Anekdoten aus jener Zeit bleiben in Erinnerung, wie etwa Erich Mielkes berühmter Satz aus seiner letzten Rede: „Aber ich liebe doch ich liebe doch alle Menschen, ich liebe sie doch alle“. Oder die Bemerkung über Egon Krenz, der, obwohl bereits älter, in einer Reportage noch „die kleinsten Details“ über die damalige Zeit berichten konnte.

Die Waldsiedlung in Wandlitz ist somit nicht nur ein ehemaliger Wohnort, sondern ein Symbol für die internen Widersprüche der DDR und eine faszinierende Momentaufnahme einer vergangenen Ära. Das Gelände, das einst das Herzstück der DDR-Regierung darstellte, bietet heute einen seltenen Einblick in das Leben derer, die den „Mangelstaat“ von oben lenkten.

Wie die DDR-Nationalelf 1989 die Qualifikation verpasste

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Leipzig, 9. November 1989. In der Sportschule des DDR-Fußballverbandes bereitet sich die Nationalmannschaft um Stars wie Matthias Sammer und Ulf Kirsten auf die vielleicht wichtigste Partie seit Jahren vor. Es geht um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Überraschend war das Team nach einem Heimsieg gegen den Vize-Europameister UdSSR Wochen zuvor noch im Rennen. Doch das bevorstehende entscheidende Qualifikationsspiel in Österreich stand im Schatten der Montagsdemonstrationen und des politischen Zusammenbruchs der DDR. Auch in der Sportschule lief nicht mehr alles nach Plan.

Trainer Eduard Geyer, der sich mit den ungewöhnlichen Bedingungen abfinden musste, wollte die Mannschaft auf das Spiel vorbereiten wie auf jedes andere auch. Doch statt Training wurde der Fernsehraum zum zentralen Punkt. „Rein in den Fernsehraum, da wieder geschaut“, erinnert sich Geyer. Die politischen Ereignisse waren dominant; die Spieler konzentrierten sich nicht auf Fußball, sondern auf das DDR-Fernsehen. Nie war der Fernsehraum der Sportschule interessanter als am Tag des Mauerfalls. Die wichtigsten Informationen kamen jedoch aus anderen Quellen, es gab „Horrormeldungen“ und Spieler, die verbotenerweise West-Radio hörten. Geyer beschreibt die Situation als etwas, das es „eigentlich in der Welt noch nie gab“, unnachspielbar und ohne Präzedenzfall.

Dennoch reiste die Mannschaft mit großer Zuversicht nach Linda Brunnen in der Nähe von Wien. Nur noch ein Punkt in Österreich trennte die Ost-Kicker von ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1974, und ein Unentschieden schien machbar. „Wir waren eigentlich sehr zuversichtlich, dass wir das Spiel gewinnen, zumindest den Punkt holen“, so Geyer. Das Team hatte eine sehr gute Mannschaft, vom Leistungspotenzial her sogar besser als die österreichische.

Zwei Tage vor dem Spiel stellten die Journalisten die Fragen, die sich Spieler und Trainer längst selbst stellten: Wie sieht die Zukunft des DDR-Fußballs aus? Welche Möglichkeiten eröffnet die offene Grenze für Sammer & Co.?. Spieler wie Matthias Sammer äußerten sich offen: „Ja klar, wenn ich irgendwann in der Bundesliga spielen kann, gehe ich dahin“.

Das Spiel in Wien wurde dank der nun geöffneten Grenze auch zum Ziel unzähliger ostdeutscher Fans. Fußballfan Gerd Zimmermann aus Dresden reihte sich mit seinem Wartburg in die Blechlawine gen Westen ein – nicht wegen Begrüßungsgeld oder Verwandtschaftsbesuch, sondern um das Länderspiel zu sehen. Im Nachhinein sei es „ohne nachzudenken“ gewesen, mit 80 Litern Sprit im Tank durch die Gegend zu fahren, aber „Wien musste sein“. Erstmals durften und konnten 5000 ostdeutsche Fans im ausverkauften Praterstadion ein Spiel der DDR-Auswahl im Westen live erleben. Sie waren beeindruckt vom Stadion und hatten patriotische Erwartungen an ein 1:1 oder 2:1.

Die Erwartungen wurden auch durch die Probleme des Gegners genährt: Österreich musste gewinnen, Trainer Josef Hickersberger stand in der Kritik, und Torjäger Toni Polster hatte seit Wochen Ladehemmung. Doch ausgerechnet Polster dämpfte nach nur zwei Minuten die großen WM-Hoffnungen der DDR-Kicker mit dem Führungstreffer.

Das Praterstadion war an diesem Abend voller Spione aus der Bundesliga. Trainer Christoph Daum vom 1. FC Köln und ein Mitarbeiter von Bayer Leverkusen, geschickt von Manager Reiner Calmund, beobachteten die DDR-Spieler. Alle wollten nur eines: Kontakt zu Sammer & Co. – am besten schon während des Spiels. Spieler mit West-TV-Erfahrung wunderten sich kaum noch. „Vielleicht geht dann irgendwann doch was Richtung Bundesliga“, dachten viele. Wolfgang Ahnert von Calmunds Mitarbeiter angesprochen: „Ich bin hier von Bayer Leverkusen von einem Calmund beauftragt mit zu gucken“.

Am Ende blieb es beim 3:0 für Österreich, das damit zur Weltmeisterschaft nach Italien fahren durfte. DDR-Trainer Eduard Geyer hadert bis heute mit dem Schicksal und den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen des Spiels: „Aufgrund der Umstände hat man keine Chance“. Er sagte stets: „Die Mauer ist sechs, acht Wochen zu früh geöffnet worden“. Ohne diese Ablenkung wäre die volle Konzentration da gewesen, und die Qualifikation hätte erreicht werden können.

Das Nichterreichen der WM bewahrte die Fußballwelt vor einem Kuriosum, denn am selben Abend qualifizierte sich die Bundesrepublik mit einem Last-Minute-Sieg gegen Wales ebenfalls für die WM. Was wäre passiert, wenn nur wenige Wochen vor der Wiedervereinigung zwei deutsche Teams in Italien gespielt hätten?. Die DDR-Elf existierte noch bis September 1990, bestritt nur noch Freundschaftsspiele – stets ungeschlagen – und verhandelte fleißig mit den Bundesliga-Klubs.

In der Sportschule Leipzig wurde nun offen über die West-Zukunft der Stars diskutiert. Sammer, Kirsten und Thom sollten laut Calmunds Vorstellungen zu Bayer Leverkusen wechseln. Doch in Matthias Sammers Fall spielte die Politik möglicherweise eine Rolle: Er landete nicht in Leverkusen, sondern in Stuttgart. Angeblich intervenierte Bundeskanzler Helmut Kohl, um zu verhindern, dass alle Top-Spieler aus der DDR bei Bayer Leverkusen landeten.

Vom Sandmännchen erklärt: So arbeitete ein Gas-Wasser-Installateur in der DDR

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Ein faszinierender Einblick in den Alltag eines Handwerkers in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wird uns durch die Augen der kleinen Grit und authentische Arbeitsbeschreibungen gewährt. Basierend auf Aufnahmen des DDR-Abend-Fernsehens aus dem Jahr 1978 in der Sendung „Das Sandmännchen“ sowie einem Transkript des YouTube-Videos „Wie in der DDR ein Gas-Wasser-Installateur arbeitete“ erhalten wir ein lebendiges Bild des Berufs eines Gas-Wasser-Installateurs.

Die kleine Grit erklärt den Beruf ihres Vaters als Gas-Wasser-Installateur und schildert, wie er oft „defekt“ nach Hause kommt. Ihr Vati ist nicht nur ein Meister seines Faches, sondern auch Ausbilder: Er bildet in seiner Werkstatt Lehrlinge aus, die ebenfalls Gas-Wasser-Installateur werden möchten. Oft nimmt er seine Schützlinge sogar zu Reparaturarbeiten mit, um ihnen praktische Erfahrungen zu vermitteln.
Die Arbeit eines Gas-Wasser-Installateurs in der DDR war vielfältig und erforderte den Einsatz verschiedener Werkzeuge und Techniken. Zu den grundlegenden Werkzeugen, die der Vater von Grit benutzt, gehören eine Rohrzange, ein Hammer, eine Säge, ein Schraubenzieher und Gewinnemaschinen.

Ein konkretes Beispiel seiner Arbeit wird detailliert beschrieben: Wenn ein Rohr kaputt ist, schneidet der Lehrling bereits ein neues Rohr zu. Grits Vater hingegen sägt das undichte Teil heraus und beseitigt das Gewinde. Manchmal benötigt er auch eine heiße Flamme, um zum Beispiel ein Plaste-Rohr zu erwärmen und das Verbindungsstück zum Waschbecken wieder zu befestigen. Eine solche Reparatur hat einen direkten Nutzen für die Gemeinschaft: Grit und alle anderen Schülerinnen können ihren Waschraum anschließend wieder benutzen.

Über seine handwerkliche Tätigkeit hinaus wird Grits Vater auch als jemand beschrieben, der in der Schule „Geschichten erzählen von Freude und Fleiß“, Geschichten, „die noch keiner weiß“. Dies unterstreicht die Rolle des Handwerkers nicht nur als technischen Problemlöser, sondern auch als einen Menschen, der Wissen und Lebenserfahrung teilt.

Die damaligen Medien, wie „Das Sandmännchen“, spielten eine wichtige Rolle dabei, Kindern die verschiedenen Berufe näherzubringen und ein Verständnis für die Arbeitswelt zu vermitteln. Die vorliegenden Quellen geben uns einen authentischen Einblick in einen essentiellen Beruf in der DDR, der sowohl handwerkliches Geschick als auch soziale Verantwortung umfasste.

Verlust und Erwartung: Ein Rückblick auf die DDR-Führung und die Wendejahre

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In einer bemerkenswerten Buchvorstellung in Berlin präsentierte Egon Krenz, einst Staatsratsvorsitzender der DDR, seinen dritten Memoirenband mit dem Titel „Verlust und Erwartung“. Das Gespräch, moderiert von Holger Friedrich, dem Verleger der Berliner Zeitung, versprach von Anfang an mehr als ein herkömmliches Interview zu sein: Es sollte ein „Gespräch zwischen einem leidenschaftlichen Zeitungsmann und einem leidenschaftlichen Sozialisten“ werden. Diese ungewöhnliche Begegnung bot tiefe Einblicke in Krenz’ persönliche Reflexionen und die komplexen Entscheidungsprozesse am Ende der DDR.

Die persönliche Perspektive des Egon Krenz
Für Egon Krenz sind seine Memoiren, darunter die Bände „Aufbruch und Aufstieg“ und „Gestaltung und Veränderung“, vor allem seine Biografie. Er betont, dass die DDR „viele Facetten“ hatte und dass er sich entschieden hat, seine Erfahrungen nicht dem „Verludern“ zu überlassen. Krenz, 1937 in Kolberg geboren und somit ein Kriegskind, hat Hunger und die Zerstörung seiner Heimatstadt erlebt. Das zentrale Wort seines Lebens und seiner Bücher sei „Frieden“. Er erinnert an ein Treffen zwischen Erich Honecker und Helmut Kohl 1985 in Moskau, bei dem beide Seiten schworen: „Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen.“ Krenz äußert die Sorge, dass dieses Erbe heute in Gefahr sei, insbesondere angesichts der aktuellen deutschen Rüstungspolitik und der Debatten um Waffenlieferungen, die Deutschland in einen Krieg gegen Russland ziehen könnten. Er sieht darin das Gegenteil dessen, was die Bürger der DDR im Herbst 1989 einforderten, als die NVA sogar reduziert wurde.

Die Mauer und die Last der Entscheidungen
Ein zentraler, emotionaler und historisch belasteter Punkt der Diskussion war die Gewalt an der innerdeutschen Grenze. Holger Friedrich konfrontierte Krenz mit dem Tod von Chris Gueffroy im Februar 1989 und Krenz‘ Verantwortung für die Sicherheit als Politbüromitglied. Krenz bedauerte jeden Todesfall an der Grenze und erklärte, sich dafür „vor Gericht entschuldigt“ zu haben. Er beleuchtete die historischen und geopolitischen Hintergründe der Grenze, die als „Systemgrenze“, „militärische Grenze“ zwischen Warschauer Pakt und NATO sowie als „Staatsgrenze“ zwischen DDR und BRD fungierte. Er widersprach der westlichen Propaganda, dass die DDR-Führung sich über Tote gefreut hätte. Nach Gueffroys Tod sei im Politbüro festgelegt worden: „Es wird an der Grenze nicht mehr geschossen“, was auch im Urteil über ihn enthalten sei und seitdem zu keinem weiteren Todesfall führte.

Krenz räumte ein, dass die Frage der Reisefreiheit 1989 eine der Hauptfragen war und dass man sie hätte früher lösen sollen. Er erklärte die damalige Sichtweise, dass die Reisefreiheit auch eine Frage der Ökonomie war, da Reisende von Verwandten oder dem BRD-Staat abhängig wurden. Ein weiteres Problem war die Nicht-Respektierung der DDR-Staatsbürgerschaft durch die Bundesrepublik, was die Entscheidungen der DDR-Führung erschwerte.

Emanzipation und die Wende von 1989
Trotz der starken Abhängigkeit von der Sowjetunion gab es Momente der Emanzipation. Krenz erinnerte an Honeckers öffentlichen Widerstand gegen die Stationierung von Raketen auf deutschem Boden, was zu einer Auseinandersetzung mit der sowjetischen Führung, insbesondere mit Gorbatschow, führte. Obwohl Honecker dies ohne Gorbatschows Zustimmung tat, sieht Krenz es im Nachhinein als Fehler an.

Holger Friedrich beschrieb die offensichtliche Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Bevölkerung und der Reaktion der politischen Führung im Sommer 1989. Krenz bestätigte, dass das Politbüro – insbesondere er selbst, Siegfried Lorenz, Bernhard Felfe, Gerhard Schürer und Harry Tisch – diskutierte, dass Honecker nach 18 Jahren an der Spitze abgelöst werden müsste. Krenz‘ eigene Illusion war es, Honecker dazu zu bewegen, die notwendigen Fragen selbst zu stellen, doch dieser lehnte Reformen ab und legte Vorschläge von Krenz in den Panzerschrank.

Ein Wendepunkt war der 7. Oktober 1989, der 40. Jahrestag der DDR, an dem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten kam. Krenz berichtete von einer Beratung am 8. Oktober mit allen Verantwortlichen für die Sicherheit der DDR, bei der er eine sechsseitige Erklärung zur politischen Lage verlas. Der letzte Satz: „Politische Probleme müssen politisch gelöst werden, es darf keine Gewalt geben“. Die Generäle, die für die Sicherheit der DDR zuständig waren, hätten daraufhin Beifall geklatscht. Krenz betonte, dass seit dem 8. Oktober keine gewaltsamen Zusammenstöße mehr zwischen Demonstranten und Staatsmacht in der DDR stattfanden. Er führte diese kollektive Bereitschaft, nicht in die Konfrontation zu gehen, auf die „humanistische Erziehung“ in der DDR-Schule zurück. Holger Friedrich lobte dies als „zivilisatorische Großtat“.

Die Zeit nach der Wende: Persönliche Bilanz und Appell zur Versöhnung
Nach seinem Rücktritt Anfang Dezember 1989 und der Machtübergabe an Hans Modrow und später Lothar de Maizière, sah sich Krenz mit Hausdurchsuchungen, Enteignungen und Gerichtsprozessen konfrontiert. Er wurde zu 6,5 Jahren Haft verurteilt und saß vier Jahre. Er kritisierte das rückwirkende Gesetz, das im wiedervereinigten Deutschland angewandt wurde, und die Zeugenaussagen im Honecker-Prozess, die seiner Meinung nach nicht die tatsächliche Situation des sowjetischen Einflusses auf das Grenzregime widerspiegelten.

Krenz beschrieb den Moment der Vereinigung der beiden deutschen Staaten als den Verlust seines Vaterlandes, der ihm die Tränen in die Augen trieb. Dennoch sah er darin auch etwas Großes: die Beseitigung der Möglichkeit, dass zwei deutsche Staaten Krieg gegeneinander führen könnten. Er zeigte sich erstaunlich gelassen im Rückblick auf die ihm zugefügten Ungerechtigkeiten, was Holger Friedrich tief beeindruckte.

Holger Friedrich lenkte die Diskussion auch auf die „Ausgrenzung der ostdeutschen Eliten“ nach der Wende, die nicht ausreichend aufgearbeitet worden sei. Er sprach von tragischen Schicksalen, darunter Bilanz-Suizide von Menschen, die ihre Arbeit verloren hatten oder sozial ausgegrenzt wurden. Krenz bekräftigte, dass es an der Zeit sei, dass sich die „altbundesdeutsche Elite“ bei den Ostdeutschen entschuldigt. Sein größter Wunsch ist, dass seine Kinder, Enkel und Urenkel den Frieden erleben und „nie wieder einen Krieg haben“.

Das Gespräch zwischen Egon Krenz und Holger Friedrich bot somit nicht nur einen Einblick in die Vergangenheit, sondern auch eine Mahnung für die Gegenwart, die Mechanismen von Macht und Propaganda kritisch zu hinterfragen und die Lehren aus der deutschen Geschichte zu ziehen, um eine friedliche Zukunft zu gestalten.

Mehr als nur Sport: Warum Ost-West-Duelle politisch stets „heikel“ waren

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Deutsch-deutsche Fußball-Duelle zwischen der DDR und der Bundesrepublik waren in ihrer Zeit weit mehr als bloße Sportveranstaltungen. Fast immer ausverkauft, wie das Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC, stellten sie für die DDR einen internationalen Vergleich dar, der politisch stets heikel war. Die Bezeichnung als „Freundschaftsspiel“ oder „deutsch-deutsche Spiele“ wurde von der DDR strikt vermieden; stattdessen sprach man von „Internationalen Spielen“, um den Anspruch als eigenständiger zweiter deutscher Staat zu unterstreichen.

Reise in eine andere Welt und strenge Kontrolle
Für die Bundesligisten glichen diese Reisen, wie jene von Hannover 96 nach Erfurt, einer Fahrt in eine „andere Welt“, wo die Profis den „real existierenden Sozialismus“ erlebten. Organisiert wurden die Spiele von den beiden Sportverbänden, nachdem die Bundesrepublik 1962, nach dem Mauerbau, den Sportverkehr abgebrochen hatte. Ein „Sportprotokoll“ ermöglichte später die Wiederaufnahme des Austauschs in allen Sportarten. Während die Bundesrepublik aus humanitären Gründen mehr Begegnungen wünschte, bevorzugte die DDR eine straffe Kontrolle über das Prozedere und eine geringere Anzahl an Spielen.

Die Spieler aus dem Westen erhielten vor den Partien genaue Anweisungen. Olaf Thon, junger Star beim FC Schalke 04, erinnert sich, dass der Manager ihnen einschärfte, sich „zu benehmen“ und „nicht auffällig“ zu sein. Selbst die Anreise war von ungewöhnlichen Prozeduren geprägt, wie Untersuchungen durch Personen, die mit Spiegeln unter den Bus schauten.

Die Bedeutung für den Osten und unerlaubte Hilfen
Für DDR-Mannschaften wie Hansa Rostock, die in den 80er Jahren im Schatten von Dresden, Jena oder dem Stasi-Club BFC standen, waren diese Spiele von immenser Bedeutung. Ein Vergleich gegen einen Bundesligisten war ein großes Ereignis. Die Stadien waren immer ausverkauft, ob in Erfurt, Rostock oder Berlin. Im Verein wurde das Spiel „extrem hoch gehängt“, mit Funktionären und Parteisekretären, die die Bedeutung des Sieges gegen den „Klassenfeind“ betonten.

Ein Vorfall rund um das Spiel Hansa Rostock gegen Schalke 04 im Jahr 1986 wirft ein Schlaglicht auf den Druck und die Methoden im DDR-Sport: Der junge Axel Kruse, damals 19 Jahre alt, erhielt kurz vor dem Anpfiff „unterstützende Mittel“ – im Grunde Doping. Kruse, der nicht wusste, dass es sich um Doping handelte, bemerkte lediglich, dass er sich an diesem kalten, regnerischen Tag trotz der Umstände blendend fühlte und ahnte, dass es „kein Magnesium“ war. Er wurde zum Matchwinner und schoss zwei Tore gegen Schalke.

Allgegenwärtige Kontrolle: Die Stasi im Spiel
Die bürokratisch organisierten deutsch-deutschen Partien waren in der DDR beliebt, doch die Karten wurden vor allem an linientreue SED-Kader oder in Betrieben verteilt. Trotzdem waren DDR-Fans oft zweigeteilt, da viele auch Fans eines Bundesligisten waren. Der protokollarische Ablauf war penibel geplant und monatelang vorbereitet.

Die Staatssicherheit war bei diesen Spielen allgegenwärtig. Es gab einen „immensen Vorlauf“ an Überwachung und Kontrolle durch das Ministerium für Staatssicherheit, das Spieler, Trainer und das gesamte Umfeld frühzeitig ins Visier nahm. Informelle Mitarbeiter (IM) waren rund um das Schalke-Spiel in Rostock im Einsatz und überwachten nicht nur Hansa, sondern auch die Schalker Profis. Olaf Thon bemerkte, wie ihm Personen, die er im Hotel gesehen hatte, später auch in der Kneipe begegneten – ein Zeichen der Überwachung.

Selbst nach den Duellen wurde nichts dem Zufall überlassen. Direkter Austausch war nicht vorgesehen. Bei Banketten sollte es möglichst „frei von Politik“ sein, aber auch „nicht zu viel Verbrüderung“ zwischen den Mannschaften stattfinden. Dies nahm „groteske Formen“ an, so dass vorgeschrieben wurde, dass die Mannschaften an verschiedenen Seiten des Tisches saßen.

Der Fall Axel Kruse: Ein Scherz mit weitreichenden Folgen
Axel Kruse wurde nach seinen Toren gegen Schalke in der DDR-Presse gefeiert. Doch ein harmloser Scherz des damaligen Schalke-Präsidenten Fenne, der in Anspielung auf Kruses Namensvetter Thomas Kruse (Verteidiger bei Schalke) scherzte: „Klar, Stürmer sind immer mehr gefragt als Abwehrspieler“, alarmierte die Staatssicherheit.

Für die DDR war es unvorstellbar, dass ein Leistungsträger wie Axel Kruse in den Westen wechseln könnte. Kruses eigener Kommentar, dass man bei solch einem Spruch wusste, dass „die das nicht lustig finden“ und es „Ärger geben“ würde, bewahrheitete sich. Kurz darauf eröffnete die Stasi eine Operative Personenkontrolle (OPK) gegen ihn. Die Angst davor, dass der Stürmer sich absetzen könnte, war zu groß, und er verlor seinen Reisestatus. Axel Kruse durfte beim Rückspiel 1987 auf Schalke nicht mehr ausreisen und war nicht dabei. Der Präsident drängte ihn sogar, seine Eltern zu besuchen, um Gerüchte über seine Abwesenheit in Gelsenkirchen zu vermeiden.

Diese Ausbootung hatte weitreichende Konsequenzen für Kruse. Er hatte zuvor nie den Gedanken gehabt zu fliehen, doch die Erfahrungen „drängten“ ihn schließlich dazu. Zwei Jahre später, vor einem Intertoto-Spiel in Kopenhagen, floh er aus dem Mannschaftshotel. Im Osten wurde er per Haftbefehl gesucht, während er im Westen bei Hertha BSC eine erfolgreiche Karriere als Bundesligaspieler begann.

Die deutsch-deutschen Fußballbegegnungen waren somit nicht nur sportliche Wettkämpfe, sondern tiefgreifende politische Inszenierungen, in denen der Kalte Krieg und die deutsche Teilung auf dem Spielfeld und abseits davon sichtbar wurden.

Die Einschulung in der DDR war ein Fest der Rituale und Werte

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Für Kinder in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war der erste Schultag weit mehr als nur der Beginn des Lernens – er war ein tiefgreifendes gesellschaftliches Ereignis, ein festlicher Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, geprägt von Stolz, Ritualen und einer klaren ideologischen Ausrichtung. Von der Zuckertüte bis zur Pionieruniform war die Einschulung ein sorgfältig inszeniertes Puzzle aus Bildung, Erziehung und Weltanschauung.

Der Zuckertütenbaum und das Abschiedsfest im Kindergarten
Schon Wochen vor dem eigentlichen Schulstart begann die Vorfreude. Im Kindergarten wurde das „Zuckertütenfest“ zelebriert, ein liebevoller Übergang vom Spielen zum Ernst des Lebens. Die Kinder bastelten, probten Lieder und Theaterstücke und lauschten den Erzählungen ihrer Erzieherinnen vom mystischen Zuckertütenbaum, an dem die süßen Tüten reifen sollten. Am Festtag selbst versammelten sich Familien, um die Darbietungen der Vorschulkinder zu sehen, bevor die Erzieherinnen sie zu einem mit kleinen, bunten Zuckertüten geschmückten Baum führten. Die Augen der Kinder leuchteten, als sie ihre ersten, meist noch kleinen, Zuckertüten pflückten – gefüllt mit Süßigkeiten und kleinen Überraschungen. Dieser Vorgeschmack auf das Kommende sollte den Abschied vom Kindergarten versüßen.

Der große Tag: Ein gesellschaftliches Ereignis
Der eigentliche Einschulungstag fiel traditionell auf den Samstag vor dem offiziellen Schulbeginn, um den Familien die gemeinsame Feier zu ermöglichen. Früh am Morgen, oft noch im warmen Spätsommer, klackerten frisch geputzte Schuhe auf dem Schulhof der Polytechnischen Oberschule (POS), die Kinder, oft noch kleiner als ihre prall gefüllten Zuckertüten, an der Hand ihrer Eltern, Großeltern und Geschwister.
Die POS war für den Anlass festlich geschmückt. In der Turnhalle versammelten sich die neuen Schulkinder in der ersten Reihe auf harten Bänken, dahinter die Familien. Die Feier begann mit einer Begrüßung durch den Schulleiter oder die Schulleiterin, gefolgt von Auftritten älterer Schüler mit Liedern, Gedichten und kleinen Theaterstücken, die den Neulingen Mut machen und sie willkommen heißen sollten.

Anschließend wurden die Kinder klassenweise ihren neuen Lehrerinnen und Lehrern vorgestellt und betraten zum ersten Mal ihren Klassenraum, wo sie auch ihre neuen Mitschüler kennenlernten.

Nach dem offiziellen Teil setzte sich die Feier oft privat fort, sei es zu Hause bei Oma und Opa oder in einem Restaurant. Dann kam der Moment, auf den die Kinder wochenlang hingefiebert hatten: Die Zuckertüte wurde endlich geöffnet. Jede Tüte war ein streng gehütetes Geheimnis und ihr Inhalt einzigartig – gefüllt mit Süßigkeiten, Brausepulver, einem kleinen Spielzeug und mit etwas Glück sogar einem Büchlein mit Abenteuern von Pity Platsch oder Moosmutzel. Die Zuckertüte war dabei mehr als nur ein Geschenk; sie symbolisierte den Übergang in eine neue Welt von Schule, Struktur und Verantwortung. Diese Tradition wird in vielen ostdeutschen Regionen bis heute gepflegt und unterstreicht den hohen Stellenwert von Bildung und Gemeinschaft.

Der erste richtige Schultag: Bildung im Geiste des Sozialismus
Am ersten offiziellen Schultag, der direkt in der POS stattfand – eine separate Grundschule gab es nicht, die POS begleitete die Schüler von Klasse 1 bis 10 – wurde schnell deutlich: Schule war in der DDR nicht nur ein Ort des Wissenserwerbs, sondern auch ein Mittel zur Erziehung im Geiste des Sozialismus. Schon beim Empfang wurden Worte über Fleiß, Disziplin und Kameradschaft vermittelt.

Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer stand bereit, oft eine Bezugsperson, die die Kinder über viele Jahre begleitete, fast wie eine zweite Familie. Beim Betreten des Klassenzimmers, einem Zeichen des Respekts vor der Lehrerfigur, erhoben sich alle Kinder. Am ersten Tag standen das Kennenlernen, das Besprechen von Regeln und das Üben des richtigen Meldens im Vordergrund. Jedes Kind erhielt eine neue Mappe aus Kunstleder, gefüllt mit linierten Heften, Füller, Holzlineal und Löschpapier.

Lehrer waren in der DDR nicht nur Wissensvermittler, sondern Erzieher, Vorbilder und oft auch Repräsentanten des Staates. Sie waren meist streng, aber auch herzlich, überzeugt von ihrer Aufgabe, die Kinder „stark zu machen für das Leben, für die Gemeinschaft und im Sinne der sozialistischen Gesellschaft“. Obwohl der Schulalltag stark strukturiert und ritualisiert war – mit Stundenplan, Pausenzeiten und Fahnenappellen – gab es neben dem Ideologischen auch viel Menschliches. Lehrkräfte wie „Frau Mertens“ schüttelten jedem Kind die Hand und „Herr Berger“ zeigte nicht nur, wie man den Füller hält, sondern auch, dass man sich nicht über Schwächere lustig macht. Sie lebten Werte vor, die oft über Parteivorgaben hinausgingen und echten pädagogischen Wert hatten. Das Klassenzimmer war trotz aller Struktur auch ein Raum für Flüstern, Lachen und neugierige Fragen.

Der nächste Schritt: Aufnahme in die Pionierorganisation
Kaum war der erste Schultag vorbei, folgte oft schon der nächste wichtige Schritt: die Aufnahme in die Pionierorganisation. In der ersten Klasse wurden die Kinder zu Jungpionieren. Das feierliche Umlegen des blauen Halstuchs war für viele ein Moment des Kribbelns im Bauch und des Stolzes. Bei Schulfesten oder Appellen standen sie gemeinsam und sagten im Chor: „Ich will ein guter Jungpionier sein – lernen, arbeiten und helfen wie unsere Vorbilder“. Später, als Thälmannpioniere, tauschten sie das blaue gegen ein rotes Halstuch – ein kleiner Übergangsritus, der sie ein Stück erwachsener wirken ließ. Diese Mitgliedschaft wurde oft als Gefühl der Zugehörigkeit wahrgenommen, auch wenn die Politik immer präsent war.

Eine bleibende Erinnerung
Wer heute ehemalige DDR-Bürger nach ihrem ersten Schultag fragt, sieht oft ein Lächeln und einen weichen Blick. Erinnerungen an die schwere Zuckertüte, die Mama oder Papa tragen mussten, an stolze Gefühle, Zahnlücken und Tränen in den Augen der Eltern bleiben lebendig. Es war ein Tag zwischen Veränderung und Neugier, Aufregung und Erwartung, der Kopf, Herz und Leben in Bewegung setzte. Die Schule in der DDR verknüpfte Bildung, Erziehung und Weltanschauung eng miteinander, aber sie nahm diese Aufgabe auch sehr ernst. Rückblickend entdecken viele nicht nur Indoktrination, sondern auch Struktur, Gemeinschaft, kindliche Neugier und einen Zusammenhalt, der heute oft vermisst wird.

Die Geschichte der Einschulung in der DDR zeigt, wie kraftvoll Rituale sein können, wie Symbole prägen und wie wertvoll es ist, wenn ein neuer Lebensabschnitt mit Würde beginnt. Der erste Schultag ist für viele eine lebenslange Erinnerung.

Urlaub in der DDR – Eine Reise durch die Sehnsuchtsorte im eigenen Land

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Wer denkt, Urlaub in der DDR sei langweilig gewesen, der irrt gewaltig. Viele Bürger der Deutschen Demokratischen Republik warteten nicht selten bis zu zehn Jahre auf einen begehrten Ferienplatz und schwärmen noch heute von ihren Erlebnissen. Fernab von Massentourismus und westlichem Luxus prägten Gemeinschaftssinn, Naturverbundenheit und oft eine Prise Abenteuer die Urlaubslandschaft der DDR. Das Angebot war begrenzt, die Nachfrage riesig, doch die Erinnerungen sind unvergesslich.

Die Ostsee: Sehnsuchtsort und Privileg Für viele DDR-Bürger war die Ostsee das ultimative Urlaubsziel. Das Meer, die salzige Luft und das Rufen der Möwen symbolisierten Freiheit im Rahmen des Möglichen. Wer einen Ferienplatz über den FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) zugewiesen bekam, konnte sich glücklich schätzen, denn die Verteilung erfolgte fair, aber selten spontan. Besonders begehrt waren Orte wie Rügen und Usedom.

Rügen, die größte Insel Deutschlands, faszinierte mit schroffen Kreidefelsen wie dem Königsstuhl, stillen Buchten und mondänen Seebrücken wie der in Sellin. Usedom hingegen wirkte mit ihren sogenannten Kaiserbädern wie Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin fast noch eleganter und erinnerte mit ihrer verspielten Bäderarchitektur eher an westliche Kurorte. Kühlungsborn war ein weiteres Highlight, bekannt nicht nur für seinen Strand, sondern auch für die nostalgische Schmalspurbahn „Molly“. Eine Besonderheit an der Ostsee war die allgegenwärtige FKK-Kultur, die in der DDR nicht nur toleriert, sondern als Normalität empfunden wurde, besonders an abgelegenen Strandabschnitten wie auf dem Darß oder bei Prerow.

Grün, Still und Zeitlos: Die Bergregionen Wer nicht ans Meer konnte oder die Berge bevorzugte, landete oft im Thüringer Wald. Diese Region war vor allem grün, still und irgendwie zeitlos, geprägt von Fichtenluft, rauschenden Bächen und Wanderpfaden. Der Rennsteig, ein rund 170 km langer Wanderweg, war ein Klassiker unter den DDR-Wanderern. Oberhof, bekannt als das „St. Moritz des Ostens“, war das Zentrum für Wintersport und Hochleistungstraining. Doch auch im Sommer boten die kühlen, sattgrünen Wälder und klaren Luft ihren Reiz, mit Ferienlagern und Betriebsheimen versteckt in Tälern.

Besonders märchenhaft wurde es im Winter im Erzgebirge. Hier verdichteten sich Geschichte, Tradition und Heimat zu einer eigenen Welt, duftend nach Holz, Räucherkerzen und Plätzchen, besonders zur Weihnachtszeit, wenn sich das ganze Gebirge in ein Lichtermeer verwandelte. Orte wie Annaberg-Buchholz oder Seiffen waren bekannt für ihre Handwerkskunst. Doch das Erzgebirge war auch rau, seine Wurzeln lagen im Bergbau, und die alte Silberstraße lud zu Besuchen in Museen und Schaubergwerken ein. Oberwiesenthal war schon damals ein Magnet für Wintersportfans.

Der Harz und die Sächsische Schweiz boten eine Mischung aus Bewegung und Magie. Der Brocken, der höchste Berg der Region, hatte einen legendären Ruf, umwoben von Geschichten um Walpurgisnacht und Hexentanz. Die Anreise mit der dampfenden Harzer Schmalspurbahn war bereits ein Erlebnis. Die Sächsische Schweiz, ein bizarres Felsenlabyrinth entlang der Elbe, faszinierte mit schroffen Sandsteintürmen und tiefen Schluchten. Die Basteibrücke war ein Klassiker für DDR-Urlauber, und Klettern war hier Teil der Kultur, das schon Kinder lernten. In diesen Regionen gab es die typischen Ferienformen: staatliche Wanderheime, Betriebsunterkünfte und Ferienlager, die Gemeinschaft und Austausch förderten.

Stille Seen und Autolose Inseln Wer es ruhiger mochte, abseits des Touristentrubels, fuhr an die Mecklenburgische Seenplatte, einen Flickenteppich aus Seen und stillen Wasserarmen. Orte wie Waren (Müritz) standen für Urlaub, der nach Stillstand schmeckte – kein Lärm, kein Plan, nur Luft und Licht.

Ein besonderer Rückzugsort war Hiddensee, eine Insel, die man nur per Fähre erreichte und die autofrei war. Hier gab es keine Hupen oder Parkplatzsuche, stattdessen nur Fahrradreifen auf Muschelkalk, das Klappern von Bollerwagen und das Schnauben von Pferden, die Kutschen zogen. Die Unterkünfte waren einfach, doch Hiddensee war ein Ort für stille Gedanken, Künstler und Familien, die Muscheln sammelten und Burgen bauten – ohne Radio oder Fernsehen, nur Wind und Wellen.

Kultur und Metropole: Weimar und Berlin Wer Geist tanken wollte, fuhr nach Weimar. Die Stadt war kein klassischer Ferienort, doch Tausende von Schulklassen, FDJ-Gruppen und kulturinteressierten Familien besuchten sie jährlich, gefördert von der DDR. Hier schlenderten Besucher über Kopfsteinpflaster, vorbei an klassizistischen Fassaden, stellten sich Goethe und Schiller vor, besuchten das Goethehaus, das Schillerhaus und das Bauhausmuseum. Urlaub in Weimar bedeutete kein Abschalten, sondern ein „Aufschalten“, ein Nachdenken über Humanismus und Fortschritt.

Die Hauptstadt Berlin tickte anders – größer, ernster, lauter. Am Alexanderplatz fühlte man sich wie vor einem riesigen Spielplatz aus Stein. Der Fernsehturm thronte über allem und bot einen beeindruckenden Blick auf die Stadt. Die Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum war Pflicht, und abends lockte der Palast der Republik mit Theater und Konzerten. Der Tierpark bot eine weitläufige grüne Oase mit Elefanten und Giraffen.

Ungezwungene Freiheit: Camping, Datsche und Ferienlager Nicht jeder kam im Sommer nach Rügen oder ins Erzgebirge. Eine Urlaubsform, die ganz ohne Losverfahren oder FDGB-Zuweisung auskam, war das Camping. Wer mit Trabbi, Zelt und Klappfix losfuhr, ließ den Alltag zurück und fand Gemeinschaft auf der Wiese zwischen Kiefern, Grillgeruch und Hilfsbereitschaft. Der Campingdienst der DDR organisierte offizielle Plätze, aber auch unzählige „wilde Ecken“ wurden geduldet.

Ein weiterer Traum vieler war die Datsche, ein kleines Wochenendhäuschen auf Pachtland, oft selbst gebaut. Hier wurde Gemüse gezogen, Wäsche getrocknet, und abends saß man beisammen, trank selbstgemachten Saft und diskutierte.

Für viele Kinder waren die Ferienlager die prägendsten Wochen des Jahres. Abseits der Eltern, betreut von jungen Gruppenleitern, gab es feste Programme aus Frühsport, Basteln, Wandern und Singen, aber auch Raum für erste Verliebtheiten und Abenteuer. Die Unterkünfte waren einfach, aber die Gemeinschaft war stets ein Erlebnis.

Diese Urlaubsformen – Camping, Datsche, Ferienlager – waren vielleicht nicht spektakulär, aber jeder konnte teilhaben und sie mitgestalten. Sie waren keine Luxusreisen, sondern Erlebnisse von Gemeinschaft, Natur und der Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen. Erinnerungen daran sind für viele bis heute unvergesslich und tief im Gedächtnis eingebrannt.

Der Autodieb, der den Grundstein für Zwickaus VW-Werk legte

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Zwickau, 1988. Ein Autowerk in Sachsen wird von einer unglaublichen Nachricht erschüttert: Ein unbescholtener Familienvater soll 25 nagelneue Autos entwendet haben. Die Rede ist von Thomas B., einem 40-jährigen Kfz-Schlosser im VEB Sachsenring, dem größten Pkw-Hersteller der DDR und der einzigen Produktionsstätte des legendären Trabant. Sein Fall ist ein einzigartiger „Trabi-Krimi“, der die Schwachstellen eines Systems offenbart und eine überraschende Wendung nimmt.

Der Meisterdieb und seine Motivation Thomas B. führte ein Doppelleben, von dem niemand in seinem Arbeitskollektiv etwas ahnte. Während er tagsüber seine Schichten von 8 Stunden im Dreischichtsystem absolvierte, die Mittagsschicht bis 22 Uhr dauerte, und 1981 sogar als „Aktivist der sozialistischen Arbeit“ ausgezeichnet wurde, plante er im Geheimen seine Coups. Seine Kollegen wurden zwar stutzig, als er großzügig Zigaretten mitbrachte oder von einem neuen Auto sprach – etwas, das für normale Werktätige aufgrund der geringen Verdienste und langen Wartezeiten unerreichbar schien. Doch niemand schöpfte ernsthaft Verdacht.

Thomas B. verdiente monatlich 1100 Mark netto, zuzüglich 250 Mark Kindergeld für seine drei Kinder, was dem Durchschnittsgehalt eines Arztes in der DDR entsprach. Doch für ihn war es nicht genug. Später gab er zu, schnell und mühelos zu Geld kommen zu wollen. Er fühlte sich von Verwandten, die ihm als Vorbild hingestellt wurden, in seinem Ehrgeiz gepackt und wollte beweisen, dass er „wirtschaften“ könne. „Über Geld spricht man nicht – das hat man“, sagte er seinen Kollegen. Für seine Frau, die „schöne Sachen“ mochte, finanzierte er mit seinen Diebstählen einen Dacia 1310, einen Wohnzeltanhänger CT 6, eine Garage und eine Stereoanlage im Gesamtwert von rund 250.000 Ostmark – über 20 Jahresgehälter. Seine Frau ahnte nichts und glaubte, er würde für Bekannte Autoverkäufe abwickeln.

Ein genialer Coup im System der Mängel Thomas B.s Methode war ebenso einfach wie genial. Er nutzte die Arbeitsabläufe und Sicherheitslücken des VEB Sachsenring aus, dessen Produktion des Trabant durch die Dreiteilung der Werke (ehemalige Horch-, Audi- und Fahrzeug-Schumann-Fabriken) einem „Wanderzirkus“ glich. Die Endfertigung erfolgte in Werk 2, wo Thomas B. arbeitete, und die fertigen Trabis fuhren selbstständig von dort ins Werk 1 zum Verladebahnhof.

Seinen Beutezug begann er stets am Mittelhof, wo Neuwagen mit kleinen Mängeln abgestellt wurden – oft mit Schlüssel im Zündschloss. Er suchte sich einen Wagen aus, fuhr ihn zu einem Abstellplatz nahe der Werksausfahrt und kehrte dann an seinen Arbeitsplatz zurück. Nach seiner Pause, kurz vor 21 Uhr, begann die riskanteste Phase: Er schlich sich mit einem selbstgebastelten roten Kennzeichen zurück zum Auto. Die Ausfahrt, gesichert durch eine Pforte mit Schlagbaum, war eigentlich gut bewacht. Doch Thomas B. nutzte eine historisch bedingte Schwachstelle aus: Die Sicherheitsleute, überwiegend ältere Pförtner, waren daran gewöhnt, dass ständig Neuwagen zwischen den Werken überführt wurden. Sie ließen den Schlagbaum nach einem durchfahrenden Fahrzeug oft oben, was Thomas B. ausnutzte, indem er sich direkt dahinter klemmte. Er sagte später aus, dass die Gefahr, im Sachsenring erwischt zu werden, bedeutend geringer gewesen sei als bei einem Kaufhausdiebstahl, vor dem er „zu viel Angst“ gehabt hätte.

Nach dem Diebstahl parkte er den Wagen zunächst in der Seminarstraße, um ihn nach Schichtende um 22 Uhr in das anonyme Neubaugebiet Eckersbach zu fahren. Dort tauschte er das rote Kennzeichen gegen das seines Campinganhängers aus – ein einzelnes Nummernschild, sodass der gestohlene Trabi vorne kennzeichenlos blieb. Er hoffte, dass dies niemandem auffallen würde.

Der „Neuaufbau“-Trick und die begehrten „Plastebomber“ Der Schlüssel zu Thomas B.s Erfolg war seine clevere Verkaufsmethode: Er entfernte die Fahrgestellnummer der gestohlenen Neuwagen und bot sie als sogenannten „Neuaufbau“ an. In der Mangelwirtschaft der DDR wurden selbst völlig verschlissene Fahrzeuge wieder „neu aufgebaut“. Thomas B. behauptete, Ersatzkarossen ohne Fahrgestellnummer zu liefern und verlangte von seinen Kunden, die Fahrgestellnummern ihrer alten Trabis an ihn zu schicken. Diese klebte er dann in die gestohlenen Neuwagen ein, sodass die Kunden ihre alten Fahrzeugpapiere weiter nutzen konnten und der Neuwagen als runderneuerter Altwagen deklariert wurde. Um alles legal erscheinen zu lassen, stellte er sogar Rechnungen für nie geleistete Arbeitsstunden und nie gekaufte Ersatzteile aus, die am Ende dem Preis eines Neuwagens entsprachen. Unter seinen Abnehmern waren sowohl Privatpersonen als auch Staatsbetriebe.

Der Trabant selbst war ein Kind der 50er und des Kalten Krieges. Seine Einzigartigkeit waren die Duroplast-Teile aus Baumwolle und Kunstharz, eine Innovation, die aus der Not geboren wurde, da der Westen 1950 die Ausfuhr von Stahl in den Ostblock verboten hatte. Dieser stabile und rostfreie Werkstoff brachte ihm den Spitznamen „Plastebomber“ ein. Der Name „Trabant“ selbst entsprang der Raumfahrtbegeisterung jener Zeit und bedeutete „Begleiter“. Und ein treuer Begleiter war er tatsächlich: 1988 trug jeder zweite Pkw in der DDR diesen Namen.

Doch trotz seiner Beliebtheit war der Trabi auch ein Symbol für die Mangelwirtschaft und den Innovationsstau der DDR. Wer einen wollte, musste durchschnittlich zwölf Jahre warten. Dies lag am System: Der VEB Sachsenring war ein Staatsbetrieb in der sozialistischen Planwirtschaft, wo die Parteiführung über Produktionszahlen und Preise entschied. Preiserhöhungen oder Investitionen in neue Fabriken waren nicht erlaubt, da der Trabi erschwinglich bleiben sollte. Zwar hatte sich die Produktion von 60.000 Trabis im Jahr 1964 bis 1988 mehr als verdoppelt, doch im Vergleich zur westdeutschen Volkswagen AG, die zehnmal so viele Fahrzeuge produzierte, war dies wenig. Technisch fiel der Trabant, der seit 1964 im Wesentlichen unverändert als P 601 produziert wurde, mangels Geldes weit hinter der westlichen Konkurrenz zurück. Selbst im Werk kursierten Witze über den „zeitlosen Klassiker“, der auch „Rennpappe“ genannt wurde. Ideen für Prototypen gab es schon in den 60er Jahren, doch das Geld für die Serienproduktion fehlte stets, was zu Frustration bei den Ingenieuren führte. Dennoch blieb der Trabi mangels Alternativen heißbegehrt.

Das Ende eines Diebeszugs 24 Autos hatte Thomas B. auf diese Weise unentdeckt verkauft. Doch seine Gier nach dem 25. Wagen wurde ihm zum Verhängnis. Da seine Garage besetzt war, musste er den frisch gestohlenen Wagen auf der Straße in Eckersbach abstellen. Die 35-jährige Anwohnerin Brigitta T. bemerkte den Neuwagen mit nur 12 Kilometern auf dem Tacho und das fehlende vordere Kennzeichen. Als der Trabi tagelang nicht bewegt wurde, meldete sie ihren Verdacht der Volkspolizei.

Die Beamten gingen dem Hinweis nach und veranlassten eine Untersuchung im VEB Sachsenring. Es stellte sich heraus, dass die Diebstähle Thomas B.s all die Jahre unentdeckt geblieben waren und erst der konkrete Hinweis der Volkspolizei auf die Schliche kam. Als der gestohlene Neuwagen mit dem Kennzeichen von Thomas B.s Campinganhänger sichergestellt wurde, war der Beweis erbracht. Der zuständige Leiter der Endmontage im Werk wurde degradiert.

Verhaftung, Strafe und eine glückliche Wende Am 11. April 1988 wurde Thomas B. in seiner Wohnung verhaftet und legte sofort ein umfassendes Geständnis ab. Er versicherte, weder Komplizen noch Mitwisser gehabt zu haben. Die Polizei beschlagnahmte seinen gesamten Besitz. Ende August 1988 wurde Thomas B. vor dem Kreisgericht Zwickau-Stadt der Prozess gemacht. Trotz seiner Reue und seines Geständnisses erhielt er die Höchststrafe von zehn Jahren Haft und sollte eine Viertelmillion Mark Schadenersatz zahlen, den Großteil davon an seine Kunden, die die gestohlenen Trabis an den VEB Sachsenring zurückgeben mussten. Die Betriebsführung war gezwungen, den peinlichen Fall öffentlich zu machen, und manche sahen in Thomas B. gar einen, der „es denen aber gezeigt“ hatte.

Nur ein Jahr später war die DDR am Ende. Der Trabant wurde auf der gesamtdeutschen Euphoriewelle zum Auto des Jahres 1989 gewählt und erreichte sogar Kultstatus, als er die Grenze in der Nacht des Mauerfalls passierte und als Stargast in der ZDF-Hitparade auftrat. Doch diese späte Ehrung war gleichzeitig der „Todeskuss“ für den Trabi. Im April 1991 lief in Zwickau nach 33 Jahren das letzte Exemplar vom Band.

Für Thomas B. brachte das Ende der DDR eine glückliche Wendung. Das Bezirksgericht Dresden milderte 1991 seine Freiheitsstrafe von zehn auf fünf Jahre ab. Im August 1991 – nach nur drei Jahren Haft – wurde er auf Bewährung entlassen. Dem Gericht schrieb er später: „Jeder Mensch macht in seinem Leben einen Fehler. Meiner war eine riesengroße Dummheit. Ich verstehe im Nachhinein mich selber nicht, wie ich so etwas tun konnte. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich versichere Ihnen, dass dieses Kapitel in meinem Leben für immer geschlossen ist“. Thomas B. zog nach Westdeutschland und kehrte nur noch sporadisch nach Zwickau zurück.

Das Werk 2 des VEB Sachsenring, in dem Thomas B. einst arbeitete, beherbergt heute das Horch-Museum, das die über 100-jährige Geschichte des Automobilbaus in Zwickau zeigt. Der Trabi hat dort einen Ehrenplatz und weckt bei ehemaligen DDR-Bürgern heute nostalgische Gefühle. Die letzte Trabi-Serie erhielt einen Motor von VW, spöttisch „Mumie mit Herzschrittmacher“ genannt, doch dies war auch ein Vorbote für die Zukunft: Volkswagen übernahm Teile des VEB Sachsenring und baute ein riesiges neues Werk am Rande der Stadt, das heute die Transformation zum E-Auto vollzieht. Man kann sagen: „Danke Trabant!“, denn mit ihm wurde der Automobilbau in Zwickau am Leben erhalten, was heute für viel Arbeit in der Region sorgt.