Schmerztagesklinik am UKJ lädt zu Tag der offenen Tür am 4. Juni

Das Team der Schmerztagesklinik lädt am 4. Juni zum Tag der offenen Tür. Foto: UKJ
Das Team der Schmerztagesklinik lädt am 4. Juni zum Tag der offenen Tür. Foto: UKJ

Jena. Ob Gelenkerkrankungen, Migräne oder Rückenschmerzen – etwa 17 Prozent aller Deutschen sind von langanhaltenden, chronischen Schmerzen betroffen, also mehr als zwölf Millionen Menschen. Oft vergehen viele Jahre bis sie die richtige Behandlung finden – beispielsweise an der Interdisziplinären multimodalen Schmerztagesklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ), der einzigen Tagesklinik dieser Art in Thüringen. Wo liegen die Behandlungsschwerpunkte der Schmerztagesklinik? Welche Übungen helfen bei Schmerz? Und wie können ein TENS-Gerät oder Aromatherapie eingesetzt werden? All diese und viele weitere Fragen klären die Schmerzexperten des UKJ anlässlich des bundesweiten Aktionstags gegen den Schmerz beim Tag der offenen Tür am 4. Juni von 15.30 bis 17.30 Uhr. „Wir laden Interessierte und Betroffene herzlich ein, uns und unser Behandlungsangebot kennenzulernen“, sagt apl.-Professor Dr. Winfried Meißner, der zusammen mit PD Dr. Christina Lemhöfer die Schmerztagesklinik leitet. Je um 15.30 Uhr sowie 16.30 Uhr stellen die Experten das Therapiekonzept in einem Vortrag in Hörsaal 2 vor. Anschließend (15.45 Uhr sowie 16.45 Uhr) können sich die Besuchenden bei einem Rundgang durch die Räumlichkeiten von der Ausstattung der Schmerztagesklinik überzeugen.

Seit mehr als zehn Jahren können Patientinnen und Patienten jeden Alters mit chronischen Schmerzen am vierwöchigen tagesklinischen Kurs der Schmerztagesklinik teilnehmen. Bei der multimodalen Schmerztherapie greifen verschiedene Behandlungsverfahren ineinander, dazu gehören etwa Physio-, Ergo- und Sporttherapie, psychologische Unterstützung, schmerztherapeutische und psychologische Schulungen sowie Entspannungsübungen, die in Kombination helfen sollen, den Schmerz besser bewältigen zu können. „Auch wenn der Schmerz durch die Therapie nicht ganz verschwindet, können wir ihm zumindest den Schrecken nehmen. Denn wenn man als Patient den Schmerz besser versteht, kann man ihn auch besser beeinflussen“, weiß Christina Lemhöfer. Etwa ein Jahr lang begleitet das Team der Schmerztagesklinik ihre Patienten auch nach dem Kurs. Unter anderem mit Fragebögen erfassen sie, wie es den Betroffenen geht. „Und die Therapie zeigt Wirkung. Schmerzreduktion und Funktionsverbesserungen halten mehr als zwölf Monate an. Starke Schmerzmittel können um fast 50 Prozent reduziert werden“, so der Schmerz-Experte Winfried Meißner.

Die Veranstaltung im Überblick

Tag der offenen Tür in der Schmerztagesklinik am UKJ

Wann: Dienstag, 4. Juni 2024, 15.30 bis 17.30 Uhr
Treffpunkt Vortrag 15.30 Uhr, 16.30 Uhr: Hörsaal 2, Am Klinikum 1, 07747 Jena Treffpunkt Führung 15.45 Uhr, 16.45 Uhr: Schmerztagesklinik, Am Klinikum 1, 07747 Jena, Magistrale mittig zwischen den beiden Cafeterien
Was: Vorstellung des Therapiekonzeptes sowie Rundgang durch die Räumlichkeiten

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen unter https://www.uniklinikum-jena.de/schmerztagesklinik/

Gebrochene Seelen: Das dunkle Erbe der DDR-Umerziehung

Teaser 1. Persönlich Sie nahmen mir alles, außer meine Angst. Corinna war erst 16, als sie Hilfe suchte und in der Hölle landete. Statt Unterstützung bekam sie Dunkelhaft, Gewalt und das Gefühl, wertloser "Dreck" zu sein. Wie ihr erging es Tausenden, deren Kindheit in den Spezialheimen der DDR systematisch zerstört wurde. Noch heute, Jahrzehnte später, wachen sie nachts schweißgebadet auf, verfolgt von den Schatten der Vergangenheit. Dies ist keine Geschichte aus einem Geschichtsbuch, sondern das offene, blutende Herz einer Generation, die lernen musste, dass Gehorsam wichtiger war als Liebe. Ihre Stimmen brechen nun das Schweigen. 2. Sachlich-Redaktionell Systematischer Drill statt pädagogischer Fürsorge. Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war die Spitze eines repressiven Eisbergs. Rund 500.000 Kinder und Jugendliche durchliefen das Heim-System der DDR, doch in den Spezialheimen herrschte ein anderes Gesetz: Brechung der Persönlichkeit zur Erziehung eines "sozialistischen Menschen". Historiker und Zeitzeugen belegen mit erschütternden Dokumenten und Berichten, wie militärischer Drill, Zwangsarbeit und Isolationshaft als legitime Erziehungsmittel eingesetzt wurden. Ein analytischer Blick auf die Strukturen staatlicher Gewalt, die rechtlichen Grauzonen der Aufarbeitung und den langen Kampf der Opfer um Anerkennung und Entschädigung. 3. Analytisch und Atmosphärisch Kalte Mauern, eisiges Schweigen, verlorene Zeit. Wenn man die Ruinen der alten Werkhöfe betritt, spürt man sie noch: die beklemmende Enge der "Fuchsbauten", jener winzigen Zellen, die den Willen brechen sollten. Hier wurde Kindheit nicht gelebt, sondern exekutiert. Die Umerziehung in der DDR war mehr als Strenge; sie war eine psychologische Waffe, geschmiedet, um das Individuum im Kollektiv aufzulösen. Wir tauchen ein in die Psychogramme der Macht und der Ohnmacht, beleuchten die dunkle Pädagogik eines Staates, der Angst mit Respekt verwechselte, und zeichnen nach, wie sich das Trauma in die DNA der Betroffenen eingebrannt hat – ein Echo, das bis heute nachhallt.