Talente gesucht: Die Kinder- und Jugendsportschulen der DDR


Viele der späteren Medaillengewinner der DDR standen nicht erst als Jugendliche auf dem Siegerpodest. Ihre sportliche Laufbahn begann oft schon in der Grundschule – auf dem Sportplatz, in der Turnhalle oder bei Schulwettkämpfen, bei denen Trainer gezielt nach Talenten Ausschau hielten.

Wer durch Schnelligkeit, Ausdauer oder besondere körperliche Voraussetzungen auffiel, konnte an eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) wechseln. Seit den 1950er Jahren entstand in der DDR ein Netz dieser Einrichtungen, das sich über das ganze Land erstreckte. Für viele Familien bedeutete die Aufnahme eine besondere Chance. Gleichzeitig veränderte sie den Alltag der Kinder grundlegend.

Unterricht und Training waren eng miteinander verzahnt. Der Tag begann oft früh und endete erst nach mehreren Trainingseinheiten. Zwischen Mathematik, Deutsch und Physik standen Lauftraining, Schwimmbahnen oder Übungen in der Turnhalle auf dem Programm. Wettkämpfe gehörten ebenso zum Alltag wie medizinische Untersuchungen und Leistungskontrollen.

Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler erfolgte über ein weit verzweigtes Sichtungssystem. Sportlehrer, Trainer und Ärzte beobachteten die Entwicklung der Kinder über Jahre hinweg. Wer die Anforderungen erfüllte, erhielt Zugang zu einer Förderung, die auf langfristige Leistungsentwicklung ausgerichtet war.

In den Internaten der Sportschulen lebten viele Jugendliche fern ihrer Familien. Freundschaften entstanden häufig innerhalb der Trainingsgruppen, während Freizeit knapp blieb. Der Rhythmus des Tages wurde von Stundenplänen, Trainingszeiten und Wettkampfkalendern bestimmt.

Aus diesem System gingen zahlreiche spätere Europa-, Welt- und Olympiasieger hervor. Gleichzeitig bedeutete der Weg in den Leistungssport oft eine frühe Festlegung auf eine einzige Disziplin. Für viele Jugendliche standen Training und sportliche Ziele im Mittelpunkt ihres Lebens, während andere Interessen in den Hintergrund rückten.

Die Kinder- und Jugendsportschulen waren damit ein fester Bestandteil des DDR-Sports. Sie verbanden schulische Ausbildung mit gezielter Förderung und bestimmten über Jahre hinweg den Alltag tausender junger Sportlerinnen und Sportler.

Der letzte Versuch: Wie aus der Staatspartei die SED-PDS wurde

MASTER-PROMPT HOOK Der Parteitag zur Umbenennung in SED-PDS im Dezember 1989 Am späten Sonntagnachmittag treten die Delegierten in Berlin vor die Öffentlichkeit und präsentieren einen Doppelnamen, der die Brücke zwischen alter Macht und neuer Identität schlagen soll. MASTER-PROMPT Teaser JP Die Suche nach dem dritten Weg Gregor Gysi steht am Rednerpult und beschwört die Gefahr eines politischen Vakuums, während im Saal die Hoffnung auf eine eigenständige DDR noch lebendig ist. Manche glaubten in diesen Tagen des Dezembers 1989 fest daran, dass ein demokratischer Sozialismus jenseits der Profitwirtschaft möglich sei. Am 18.12.1989 verabschiedete der Parteitag unter Gysis Führung ein Statut, das den Erhalt der staatlichen Eigenständigkeit zum obersten Ziel erklärte. MASTER-PROMPT Teaser Coolis Außerordentlicher Parteitag beschließt neuen Namen und Statut Nach intensiven Beratungen entscheiden die Delegierten am 17. Dezember 1989 in Berlin, die Partei künftig unter dem Namen SED-PDS weiterzuführen. Der Vorsitzende Gregor Gysi betont in seinem Referat den Willen zur Regierungsverantwortung und warnt vor einem Erstarken rechter Kräfte. Mit der Verabschiedung eines vorläufigen Statuts positioniert sich die Partei für den beginnenden Wahlkampf und bekennt sich zur Eigenstaatlichkeit der DDR.