Großbaustelle Schloss Heidecksburg: Sanierung startet 2026

Schloss Heidecksburg in Rudolstadt in Thüringen steht vor einer umfassenden Sanierung. Die geplanten Bauarbeiten, finanziert durch das Sonderinvestitionsprogramm (SIP I) von Bund und Land, sollen ab 2025/26 beginnen. Das historische Bauwerk, das einst als Residenz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt diente, weist erhebliche bauliche Mängel auf. Dringend sanierungsbedürftig sind vor allem die Dächer des West- und Nordflügels sowie der Marstall und die prächtigen Rokoko-Säle im Südflügel.

Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die Schiefereindeckung der Schlossdächer ist stark verwittert, sodass Feuchtigkeit eindringt und bereits in den prunkvollen Festsälen Spuren hinterlässt. Teile der Fassade und Dachkonstruktionen sind ebenfalls betroffen. Erste Notmaßnahmen wie Schutzgerüste wurden bereits getroffen, um Besucher und Museumsmitarbeiter vor herabfallenden Bauteilen zu schützen. Dennoch werden die eigentlichen Bauarbeiten erst nach aufwendigen Analysen und Planungen starten.

Auch der Marstall, einst Pferdestall und später Lager- und Wohnraum, wird einer umfassenden Sanierung unterzogen. Besonders herausfordernd ist hier die durch jahrhundertelange Stallnutzung entstandene aufsteigende Feuchtigkeit. Restauratoren und Architekten stehen vor der schwierigen Aufgabe, historische Bauelemente zu bewahren, während moderne Anforderungen an Brandschutz und Statik erfüllt werden müssen.

Historische Glocken erklingen wieder
Ein symbolisches Highlight des Sanierungsprojekts ist die Wiederinbetriebnahme der drei prächtigen Glocken im Schlossturm, die seit 30 Jahren nicht mehr geläutet wurden. Ein statischer Test ergab, dass das Mauerwerk den Schwingungen der Glocken standhält, sodass sie künftig zu besonderen Anlässen wieder erklingen können.

Herausforderung Bauen im Denkmal
Die Sanierung eines historischen Bauwerks wie Schloss Heidecksburg ist eine komplexe Aufgabe. Behördliche Abstimmungen, europaweite Ausschreibungen und der Denkmalschutz machen den Prozess langwierig. Zudem muss der Museumsbetrieb trotz Bauarbeiten weitestgehend aufrechterhalten werden. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die für das Schloss verantwortlich ist, sieht sich daher nicht nur technischen, sondern auch organisatorischen Herausforderungen gegenüber.

Kulturelles Erbe bewahren
Schloss Heidecksburg ist eines von 31 Kulturdenkmalen, die von der Stiftung verwaltet werden. Insgesamt 200 Millionen Euro stehen für dringende Bauprojekte an 13 dieser Objekte bereit. Die Arbeiten an der Heidecksburg sind dabei nur ein Teil eines groß angelegten Rettungsplans für Thüringens historisches Erbe.

Trotz der unvermeidlichen Einschränkungen und Unannehmlichkeiten ist das Ziel klar: die Heidecksburg als kulturelles Juwel für kommende Generationen zu erhalten. „Am Ende wird alles gut und schön und neu“, bringt es eine beteiligte Mitarbeiterin auf den Punkt. Doch bis dahin gilt: Achtung, Baustelle!

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Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf
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