Frauen in Uniform: Alltag und Ideale in der DDR-Armee

Das Video „Frauen in der DDR und nach der Wende“ beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven von Frauen, die vor und nach der Wende in der DDR lebten und arbeiteten. Es zeigt die Schicksale von drei jungen Frauen, die ihre berufliche Zukunft in der Nationalen Volksarmee (NVA) sahen, sowie Frauen, die in der Unterhaltungsindustrie tätig waren und den tristen Alltag der DDR mit leichten Liedchen verschönten.

Ein Lehrfilm der DDR-Grenztruppen
Ein zentrales Element des Videos ist ein Lehrfilm der DDR-Grenztruppen aus dem Jahr 1988. Diese Einheit war 47.000 Mann stark, darunter einige hundert Frauen, die als Funkerinnen und Technikerinnen dienten. Der Film zeigt die harte Ausbildung und den Alltag der Soldatinnen, die sich freiwillig für den Dienst meldeten.

Drei Frauen, drei Schicksale
Das Video stellt drei Frauen vor, die mit 18 Jahren freiwillig zur Armee gingen: Katrin Kleindienst, Elvira Gehrke und ihre Zwillingsschwester Rita. Sie alle waren stolz auf ihre Uniform und ihre Ausbildung, die sie als etwas Besonderes empfanden. Katrin Kleindienst, heute 39 Jahre alt, erinnert sich an ihre Zeit bei den Grenztruppen und die soziale Sicherheit, die sie in der DDR hatte. Elvira Gehrke machte mit 18 Jahren die Ausbildung zur Funkerin, ihre Zwillingsschwester Rita wurde ebenfalls Funkerin.

Die Wende und ihre Folgen
Vier Jahre nach der Wende, im Jahr 1993, begleitete eine Reportage die ehemaligen DDR-Soldatinnen zu ihrer alten Kaserne nach Perleberg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Frauen erinnern sich an die harte Ausbildung und die schleichende Manipulation, der sie ausgesetzt waren. Heute sind sie aufgeklärter und vorsichtiger, was die Akzeptanz von Informationen betrifft.

Katrin Kleindienst lebt heute in Südthüringen, einem ehemaligen DDR-Grenzgebiet. Sie hat eine Ausbildung zur selbständigen Versicherungskauffrau begonnen und kämpft immer noch um eine Karriere. Sie erinnert sich an die soziale Sicherheit, die sie in der DDR hatte, und ist enttäuscht von den Versprechungen des vereinten Deutschlands. Ihr Mann Dirk und ihre zwei Töchter begleiten sie zu einem Besuch im Grenzlandmuseum Mödlareuth, wo sie die innerdeutsche Grenze zum ersten Mal sieht.

Britta Butschek: Eine weitere Soldatin
Britta Butschek, eine weitere ehemalige Soldatin, lebt heute in Leinefelde in Thüringen. Sie hat zwei Kinder und arbeitet in einem Restaurant. Sie erinnert sich an ihre Zeit bei den Grenztruppen und die Uniform, die sie damals trug. Das Grenzlandmuseum Mödlareuth zeigt die Realität der innerdeutschen Grenze, die die Soldatinnen nie zu Gesicht bekamen.

Elvira Gehrke: Vom DDR-Soldaten zur Bundespolizistin
Elvira Gehrke, die stillste und ernsthafteste der drei, arbeitet heute als Sicherheitsbeamtin im Bundeskanzleramt. Sie bewirbt sich nach ihrer Entlassung aus den DDR-Grenztruppen beim Bundesgrenzschutz und wird dort aufgenommen. Sie erinnert sich an ihre Zeit bei den Grenztruppen und die schwierige Umstellung nach der Wende.

Die Zwillinge Elvira und Rita
Die Zwillinge Elvira und Rita feiern ihren vierzigsten Geburtstag in Leinefelde. Der Kirchenchor singt ein Glückwunschständchen, und die ehemaligen NVA-Freundinnen sind eingeladen. Rita hat sich einen lang ersehnten Wunsch erfüllt und singt im Kirchenchor. Die ehemaligen Soldatinnen erinnern sich an ihre Zeit bei den Grenztruppen und die harte Ausbildung, die sie durchlaufen haben.

Das Video zeigt eindrucksvoll, wie die politische Idee der DDR das Leben vieler Frauen geprägt hat. Es beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven und Schicksale von Frauen, die vor und nach der Wende in der DDR lebten und arbeiteten. Die ehemaligen DDR-Soldatinnen blicken auf ihre Vergangenheit zurück und erinnern sich an die Zeit, die sie bei den Grenztruppen verbracht haben. Sie haben gelernt, die Vergangenheit zu akzeptieren und in der Gegenwart zu leben. Die Erinnerungen an die DDR und die Zeit bei den Grenztruppen sind ein wichtiger Teil ihrer Identität und prägen ihr Leben bis heute.

DDR-Alltag im Januar 1990 zwischen Wirtschaftsreform und Massenabwanderung

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn man auf die erste Januarwoche des Jahres 1990 blickt, sieht man eine Gesellschaft, die versucht, in der Auflösung so etwas wie Normalität zu simulieren. Teaser: Die Zahlen, die das Bundesinnenministerium zu Jahresbeginn veröffentlicht, sind mehr als nur Statistik. Über 343.000 Menschen haben die DDR im Jahr 1989 verlassen. Das ist der Hintergrund, vor dem sich in diesen Tagen alles abspielt. Während die großen politischen Räder drehen – die SED zieht sich aus der Armee zurück, neue Parteien formieren sich für den Mai – versucht die Verwaltung, den Alltag zu organisieren. Es ist eine seltsame Mischung aus großer Geschichte und kleinteiliger Regulierung. Da wird einerseits ein Wechselkurs von 3:1 festgelegt, andererseits treten detaillierte Regeln für den ambulanten Handel in Kraft. Man darf jetzt Waldfrüchte ohne Genehmigung verkaufen, muss aber für selbstgebastelte Waren Preise beantragen. In Gransee gründen sich Mittelstandsverbände, während in Bitterfeld zum ersten Mal ein Umweltbeauftragter versucht, das Ausmaß der Schäden zu erfassen. Gleichzeitig endet in Berlin ein Stück der Nach-Mauerfall-Ausnahme: Die kostenlose Fahrt in Bus und Bahn für DDR-Bürger ist vorbei. Zwei Mark kostet das Ticket jetzt. Es sind diese kleinen Momente, in denen die neue Realität greifbar wird, jenseits der großen runden Tische. Reiseführer sind auf beiden Seiten ausverkauft. Die Menschen wollen wissen, wo sie eigentlich leben und wohin sie jetzt fahren können. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Januar 1990 markiert den Punkt, an dem aus dem politischen Protest des Vorjahres eine administrative Transformation wird. Teaser: Die Nachrichtenlage der ersten Januarwoche liest sich wie ein Inventarbericht eines Staates im Umbau. Mit der Einrichtung eines Ministeriums für Umwelt und Naturschutz und der Benennung von Umweltbeauftragten in Regionen wie Bitterfeld reagiert die Führung auf die offensichtlichen ökologischen Defizite. Es ist der Versuch, staatliche Strukturen an die Forderungen der Bürger anzupassen. Wirtschaftlich beginnt mit dem Kurs von 3:1 und neuen Handelsbestimmungen eine Phase der Monetarisierung. Der "Verband der mittelständischen privaten Betriebe", der sich in Gransee gründet, steht symbolisch für das Ende der reinen Planwirtschaft. Politisch ist der Rückzug der SED-Parteiorganisationen aus der NVA und den Grenztruppen das vielleicht wichtigste Signal dieser Tage. Die Entflechtung von Partei und bewaffneten Organen ist die Grundvoraussetzung für die anstehenden freien Wahlen. In den Buchhandlungen sind Reiseführer Mangelware. Das Interesse an der eigenen, nun offenen Geografie übersteigt das Angebot bei weitem. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Zwischen dem Ende der Gratis-Fahrten in Westberlin und den neuen Preisen für den ambulanten Handel kommt die Marktwirtschaft in kleinen Schritten an. Teaser: Während die Politik sich auf den Mai vorbereitet und Programme schreibt, schafft die Realität Fakten. 343.000 Menschen weniger in einem Jahr – diese Zahl steht über allem. Die Reaktion ist eine Mischung aus Liberalisierung und dem Versuch, die Kontrolle zu behalten. Jeder Schritt, von der Preisbewilligung für Handwerkswaren bis zum ersten Umweltbeauftragten in Bitterfeld, erzählt von der Suche nach neuen Regeln. Die alte Ordnung gilt nicht mehr, die neue ist noch nicht geschrieben.