Sigmund Jähn: Der erste Deutsche im All und sein Vermächtnis

Sigmund Jähn, geboren am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz, war der erste Deutsche im All. Von 1976 bis 1978 wurde der damalige DDR-Bürger in der UdSSR zum Kosmonauten ausgebildet. Am 26. August 1978 startete er mit Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6 und kehrte am 3. September 1978 mit Sojus 29 zur Erde zurück. Während seines einwöchigen Aufenthalts in der Raumstation führte Jähn bedeutende Experimente in Bereichen wie Fernerkundung, Medizin und Biologie durch und nutzte dabei unter anderem die DDR-Multispektralkamera MKF-6M.

Nach seiner Rückkehr übernahm Jähn die Leitung des Zentrums für Kosmische Ausbildung bei der NVA in Eggersdorf bei Strausberg, einer Position, die er bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten innehatte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit promovierte er 1983 am Zentralinstitut für Physik der Erde in Potsdam über Fernerkundung.

Jähn war maßgeblich an der Gründung der Association of Space Explorers (ASE) im Jahr 1985 beteiligt und gehörte dem Exekutivkomitee an. Nach der Auflösung der NVA im Oktober 1990 arbeitete Jähn als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ab 1993 auch für die Europäische Weltraumorganisation (ESA). In dieser Rolle betreute er mehrere europäische Astronauten und half bei der Vorbereitung von Missionen wie Mir-92 und Euromir-94.

Seine Karriere begann bei der DDR-Luftstreitkräfte, wo er 1955 eintrat und eine militärische Ausbildung absolvierte. Jähn studierte an der Militärakademie „Juri A. Gagarin“ in der UdSSR und war bis 1976 Inspekteur für die Jagdfliegerausbildung und Flugsicherheit bei den DDR-Luftstreitkräften.

Sigmund Jähn war verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Er starb am 21. September 2019 im Alter von 82 Jahren. Sein Vermächtnis als Pionier der Raumfahrt und sein Engagement für die Förderung der Raumfahrt bleiben unvergessen.

Erbausschlagungen in Sachsen als spätes Echo der Nachwendezeit

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn der Schlüssel im Schloss des Elternhauses zum letzten Mal gedreht wird und er nicht in der Hand der Kinder, sondern beim Freistaat landet, erzählt das viel über die Brüche in ostdeutschen Biografien. Teaser: In Sachsen schlagen jährlich etwa 1.300 Menschen ihr Erbe aus – eine Zahl, die weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt und Fragen aufwirft, die tiefer gehen als bis zum bloßen Marktwert einer Immobilie. Die Mitarbeiterinnen des sächsischen Flächenmanagements betreten dann Räume, in denen das Leben von heute auf morgen stillzustehen schien. Sie finden persönliche Erinnerungen, Fotos von Enkeln, die längst in westdeutschen Großstädten leben, und immer wieder: alte Schulden. Es sind oft die finanziellen Altlasten der neunziger Jahre, die diese Häuser für die nachfolgende Generation untragbar machen. Kredite, die in der Aufbruchsstimmung aufgenommen wurden und heute als schwere Hypothek auf oft unsanierten Mauern lasten. Hinzu kommt die räumliche Distanz. Die Kinder sind weggezogen, haben sich anderswo etwas aufgebaut. Das Elternhaus in der ländlichen Heimat wird vom Anker zum Ballast. Was bleibt, ist die Stille in den Zimmern und die Aufgabe des Staates, für das zurückgelassene Lebenswerk neue Besitzer zu finden, die den Mut für einen Neuanfang mitbringen. Der Wind streicht leise durch die offenen Fenster der leerstehenden Räume. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Dass der Staat zum Erben wird, ist in Sachsen kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Phänomen, das eng mit der Wirtschaftsgeschichte der Nachwendezeit verknüpft ist. Teaser: Mit rund 1.300 Erbausschlagungen pro Jahr verzeichnet Sachsen absolute Zahlen, die selbst bevölkerungsreichere westdeutsche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen übertreffen. Martin Oberacher vom zuständigen Flächenmanagement benennt dies klar als ein „Ostproblem“. Die Ursachen dafür finden sich häufig in den Grundbüchern der betreffenden Immobilien. Viele Häuser sind bis heute mit Krediten aus den frühen neunziger Jahren belastet. Diese Gelder flossen damals nicht immer wertsteigernd in die Substanz, sondern dienten oft dem Konsum oder Notreparaturen. Heute übersteigen diese Restschulden oft den tatsächlichen Marktwert der Gebäude. In Kombination mit dem enormen Sanierungsstau und der Abwanderung der Erben-Generation in die alten Bundesländer entsteht eine Situation, in der die Annahme des Erbes ein unkalkulierbares finanzielles Risiko wäre. Die Aktenordner im Amt füllen sich weiter stetig mit neuen Fällen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Ein „Nein“ zum Erbe ist im Osten oft weit mehr als eine familiäre Entscheidung – es ist eine nüchterne Bilanzierung der letzten dreißig Jahre. Teaser: Wenn Kinder das Haus ihrer Eltern nicht übernehmen wollen, liegt das selten nur an mangelnder Pietät. Es ist oft die wirtschaftliche Vernunft, die sie dazu zwingt. Schulden aus der Nachwendezeit treffen auf einen Immobilienmarkt im ländlichen Raum, der lange Zeit stagnierte und nun durch hohe Baukosten zusätzlich unter Druck gerät. Der Traum vom Eigenheim, den die Elterngeneration nach 1990 träumte, entpuppt sich für die Erben heute oft als Kostenfalle. Der Staat übernimmt, verwaltet und sucht mühsam nach neuen Wegen für die alten Mauern. Ein Prozess, der zeigt, wie lange Transformationsprozesse tatsächlich dauern.