„Wahlarena Mittelstand Ostthüringen“ zur Landtagswahl 2024 Thüringen

Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen veranstaltete die IHK Ostthüringen zu Gera die „Wahlarena Mittelstand Ostthüringen“ in Kooperation mit der Handwerkskammer für Ostthüringen, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (Der Mittelstand. BVMW e.V.), dem Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER e.V. sowie den Wirtschaftsjunioren Gera e.V.

Folgende Landtagskandidaten (alphabetisch geordnet) stellten sich der Podiumsdiskussion und den Fragen der Unternehmen:

· Thomas L. Kemmerich FDP
· Jörg Prophet AfD
· Peter Schmidt Werteunion
· Andreas Schubert Die Linke
· Steffen Schütz Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)
· Bernhard Stengele BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
· Heike Taubert SPD
· Prof. Dr. Mario Voigt CDU

Das Konzert vom 2. Dezember 1989: Biermann, Wegner und die DDR-Opposition

Journalistischer Text – Facebook Der 2. Dezember 1989 markiert im kulturellen Gedächtnis der deutschen Teilung einen Moment von seltener Intensität. Wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer und noch vor der ersten freien Wahl fand im Ost-Berliner „Haus der Jungen Talente“ eine Veranstaltung statt, die den Titel „Verlorene Lieder – verlorene Zeit“ trug. Es handelte sich um das erste gemeinsame Konzert von in der DDR verbliebenen Liedermachern und jenen Künstlern, die das Land nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 verlassen mussten. Die Atmosphäre im Saal war geladen, geprägt von einer Mischung aus Euphorie, Neugier und der unverarbeiteten Bitterkeit der vergangenen Jahre. Auf der Bühne trafen Welten aufeinander. Wolf Biermann, der erst einen Tag zuvor sein erstes Konzert in Leipzig gegeben hatte, dominierte den Abend mit einer Haltung des historischen Triumphs. Ihm gegenüber standen Künstler wie Bettina Wegner, die weniger die politische Abrechnung als vielmehr den menschlichen Schmerz der Trennung thematisierte. Ihr Lied „Kinder“ wurde zu einem emotionalen Zentrum des Abends. Gleichzeitig vertraten Dagebliebene wie Hans-Eckardt Wenzel oder Gerhard Schöne eine Position, die sich gegen eine vereinfachende Siegermentalität des Westens wandte. Sie pochten auf die Würde einer eigenständigen ostdeutschen Erfahrung, die sich nicht allein durch Anpassung oder Flucht definieren ließ. Besondere Brisanz erhielt der Abend durch die Anwesenheit des damaligen Kulturministers Dietmar Keller. In einer für DDR-Funktionäre präzedenzlosen Geste entschuldigte er sich öffentlich für das Unrecht der Ausbürgerungen. Doch die anschließenden Diskussionen zeigten, dass eine einfache Versöhnung kaum möglich war. Die Gräben zwischen den Exilanten, die die DDR von außen bekämpften, und den Kritikern im Inneren, die das System reformieren wollten, traten offen zutage. Das Konzert dokumentiert somit nicht nur eine musikalische Wiedervereinigung, sondern auch den Beginn eines schwierigen Dialogs über Deutungshoheit und Biografie, der die Nachwendezeit noch lange prägen sollte.