7. Stadtgespräch in Cottbus – Kommunale Betriebe: Gemeinwohl oder Profit?

Eine Gruppe freier Cottbuser hat sich unter dem Namen “Bürgerforum” zusammen getan, um aktiv etwas gegen die zunehmende Verengung des öffentlichen Debattenraumes zu tun. Die Geschehnisse der jüngsten Geschichte, sei es die Flüchtlingskrise 2015, die Corona-Maßnahmen, der Russland-Ukraine-Krieg oder die Energiepolitik der Ampelregierung haben das eigentlich breite gesellschaftliche Meinungsspektrum sehr weit eingeschränkt. Schwarz oder weiß, links oder rechts, gut oder böse – Standpunkte dazwischen scheinen nicht mehr zu existieren. Mainstreammedien, staatliche Institutionen, Parteien sind unserer Ansicht nach jeweils in ihrer eigenen Sichtweise gefangen oder zumindest stark eingeschränkt. Das zeigt sich beispielsweise in Parteiprogrammen, Agenden, Satzungen, Brandmauern und noch einigem mehr.

Unser Weg aus dieser festgefahrenen Situation ist eine aktive Zivilgesellschaft. Darum haben wir uns in der Initiative “Bürgerforum” zusammen getan. Wir halten unsere eigenen Strukturen bewusst auf einem Minimum. Bei uns gibt keine offizielle Mitgliedschaft, keinen Vorstand und keine Satzung. Projekte bewältigen wir durch die Initiativkraft unserer Mitwirkenden, jeder bringt sich mit seinen individuellen Fähigkeiten in effektivster Form ein: “Eine natürliche Ordnung, jeder nach seinen Möglichkeiten.”
Vielleicht ist dies ein Experiment innerhalb einer Initiative, das in seiner Theorie chaotische Ausmaße erahnen lässt. In der Realität hat es sich bisher durchaus bewährt. Neben dem Format “Stadtgespräch” sind in fernerer Zukunft Podiumsdiskussionen, Vortragsabende und Veranstaltungen geplant.

Wir sind selbst gespannt, wie sich unsere Projekte und Ideen entwickeln.
Wenn du bei uns mitwirken möchtest, besuch uns einfach bei unserer nächsten Veranstaltung und sprich uns an. Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Mitstreitern.

weitere Informationen unter: Bürgerforum Cottbus

Zwischen Warteliste und Zuteilung: Das System der Wohnungsvergabe in der DDR

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Geschichte des Wohnens in der DDR beginnt meist nicht mit dem Einzug, sondern mit dem jahrelangen Warten. Teaser: Wer sich heute an die großen Neubaugebiete des Ostens erinnert, denkt oft zuerst an den Komfortsprung durch Fernwärme und Innenbad. Doch der Weg dorthin war geprägt von einem undurchsichtigen Verteilungskampf. Offiziell sollte die Dringlichkeit entscheiden, doch in der Praxis wurde Wohnraum zu einem Instrument der Arbeitskräftepolitik. Große Betriebe nutzten eigene Kontingente, um Mitarbeiter zu binden, während andere Antragsteller oft über Jahre in maroden Altbauten ausharren mussten. Die Plattenbauwohnung war in diesem System mehr als nur ein Dach über dem Kopf; sie war eine Zuteilung, die man sich durch berufliche Relevanz oder Beziehungen erarbeiten musste. Diese Erfahrung einer politisierten Mangelverwaltung prägt den Blick auf das eigene Zuhause bei vielen Ostdeutschen bis heute, weit über das Ende der DDR hinaus. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Hinter der ideologischen Programmatik des Wohnungsbaus verbarg sich eine harte ökonomische Selektion. Teaser: Das Wohnungsbauprogramm der DDR war das zentrale sozialpolitische Versprechen der Ära Honecker. Doch die Umsetzung folgte oft weniger sozialen als wirtschaftlichen Kriterien. Da Arbeitskräfte in der Planwirtschaft knapp waren, erhielten volkswirtschaftlich wichtige Kombinate direkten Zugriff auf Wohnungskontingente. Dies führte dazu, dass die Zuteilung von Wohnraum faktisch oft an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt war. Parallel dazu verschob sich der Fokus so stark auf den industriellen Neubau, dass die historischen Innenstädte einem massiven Verfall preisgegeben wurden. Die Ambivalenz zwischen modernem Komfort in der Platte und dem Verlust städtischer Substanz im Altbau ist eine städtebauliche Erbschaft, die die ostdeutschen Städte bis in die Gegenwart hinein strukturell definiert. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer für den falschen Betrieb arbeitete, wartete oft Jahre länger auf den ersehnten Mietvertrag. Teaser: Die Gleichheit der Lebensverhältnisse war ein Postulat, das an der Wohnungstür oft endete. Das System der AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) und die Betriebskontingente schufen eine Hierarchie, die offiziell kaum thematisiert wurde. Wohnraum war ein Hebel zur Steuerung von Biografien: Er belohnte Konformität und Leistung im Sinne des Staates. Die Platte war somit nie nur Beton, sondern immer auch ein politisch aufgeladener Raum, dessen Zuteilungsmechanismen tief in die persönliche Lebensplanung eingriffen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=vT0V0y-JDgc