Geralf Pochop und der Punk-Widerstand in der DDR

Das West-Radio bringt 1977 die ersten schnellen Akkorde in die DDR und entfacht eine Sehnsucht, die der Staat nicht dulden will. Für Geralf Pochop beginnt eine Reise, die ihn ins Visier der Staatssicherheit führt. Was als harmlose Jugendkultur beginnt, wird durch den Druck des Regimes schnell zu bitterem politischem Ernst.

Im Jahr 1983 erklärt Stasi-Chef Erich Mielke die Punk-Bewegung zum Hauptfeind. Öffentliche Plätze sind für Jugendliche mit falscher Kleidung plötzlich tabu. Wer mit Irokesenschnitt erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen rechnen, die sich theoretisch mehrmals täglich summieren können, um die Rebellion finanziell zu ersticken.

Die Szene lässt sich nicht verbieten und sucht Schutz in Kirchenräumen. Unter harmlosen Tarnnamen wie „Orgelclub“ finden wilde Konzerte statt. Bauarbeiter im Publikum entpuppen sich als Punks, die ihre Arbeitskluft abwerfen, sobald die ersten Töne erklingen. Es ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel mit der sozialistischen Obrigkeit.

Die Methoden der Zersetzung werden brutaler. Mitten im Winter entführen Stasi-Mitarbeiter Pochop in ein Waldstück bei Halle, um ihn als Informanten anzuwerben. Trotz massiver Drohungen gegen seine Freiheit und Gesundheit bleibt er standhaft und verweigert die geforderte Unterschrift für die Zusammenarbeit konsequent.

Am 7. Oktober 1987, dem Jahrestag der Republik, greift der Staat endgültig durch. Pochop wird verhaftet, kahlgeschoren und landet in Isolationshaft. Der Vorwurf der öffentlichen Herabwürdigung führt zu einer sechsmonatigen Haftstrafe, die er teils mit Schwerverbrechern verbringen muss, was ihn nur weiter radikalisiert.

Aus dem Musikfan wird ein politischer Aktivist, der Flugblätter schreibt und Widerstand leistet. Doch der Druck bleibt enorm. Wenige Tage vor dem Mauerfall im November 1989 wird er zwangsausgebürgert. Er sitzt in einem Sonderzug gen Westen, während hinter ihm ein System zusammenbricht, das ihn eigentlich brechen wollte.

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