Eine Zeitreise zum Anfassen: Die DDR-Ausstellung DEUDERA in Erfurt

Erfurt – Die Vergangenheit wird lebendig in der DDR-Ausstellung DEUDERA in Erfurt, einem Ort, an dem Besucher nicht nur schauen, sondern auch anfassen, ausprobieren und in Erinnerungen schwelgen dürfen. Was hier geboten wird, ist mehr als eine bloße Präsentation – es ist ein interaktives Erlebnis, das zum Verweilen einlädt.

Gleich nach dem Entrichten des Eintritts erwartet die Besucher eine ausführliche Einweisung, die nicht nur die verschiedenen Ausstellungsbereiche vorstellt, sondern auch die beste Route durch die Sammlung aufzeigt. Und das Beste daran: Es ist ausdrücklich gestattet, alles anzufassen und auszuprobieren.

Die Ausstellung gleicht einer Schatzkammer der DDR-Alltagskultur. In der Mobilitätsabteilung finden sich Ikonen wie die Schwalbe und die S50. Autofans können in einem Lada Platz nehmen, der sogar in einer Sonderausführung mit Blaulicht und speziellem Zubehör präsentiert wird. Auch ein schicker Wartburg darf hier nicht fehlen.

Für Nostalgiker gibt es eine Spielzeugecke, die Kindheitserinnerungen weckt – viele Besucher werden hier das eine oder andere Stück aus ihrer eigenen Vergangenheit wiedererkennen. Musikalisch wird es mit der guten alten Triola, die in DDR-Schulen ganze Triola-Gruppen inspirierte, und kleinen Klavierchen.

Technikbegeisterte können an einem roten Telefon ausprobieren, ob am anderen Ende noch jemand abhebt (oft vergeblich, wie in alten Zeiten mit „Leitungsstörung“). Ein PC neuerer Bauart steht bereit, um im Genex-Katalog zu stöbern – eine faszinierende Zeitreise in die Produktwelt der DDR. Auch ein Kolorfernseher gehört zur Ausstellung.

Die Leseecke lädt dazu ein, in sozialistischer Literatur zu schmökern. Die Fibel aus der Schulanfangszeit und die beliebten Trompeterbücher, die zum stillen und lauten Lesen anregten, wecken bei vielen Besuchern sicherlich Erinnerungen an die eigene Schulzeit.

Doch DEUDERA ist mehr als nur eine Ausstellung. Ein Mini-Flohmarkt bietet die Möglichkeit, kleine Schätze zu erwerben, wobei der Preis selbst bestimmt werden kann – ideal, um die eigene Sammlung zu ergänzen. Zudem gibt es ein Café mit stilechtem Geschirr, wo man bei Kaffee und Kuchen das Erlebte Revue passieren lassen kann.

Wer seinen Besuch am Sonntag plant, sollte um 10 Uhr da sein, denn dann heißt es „Film Sonntag“ – ein weiterer spannender Einblick in die Vergangenheit. Sportlich wird es mit Turngeräten und Medizinbällen, die vielen noch aus dem Schulsport in Erinnerung sind.

Die Betreiber der Ausstellung legen Wert auf ein umfassendes Erlebnis. So kann man hier nicht nur DDR-Zeitzeugnisse wie Busen an Eierbechern, Abzeichen, Aufnäher und kleine Bildbänder kaufen, sondern auch mehrere Stunden zubringen, da man wirklich überall herumstöbern und in Büchern blättern kann.

Die DDR-Ausstellung DEUDERA in Erfurt ist somit ein „tolles Erlebnis“ für alle, die einen authentischen und interaktiven Einblick in das Leben in der DDR suchen. Es ist eine Empfehlung für jeden, der die Vergangenheit nicht nur sehen, sondern auch „anfassen“ möchte.

Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf