DDR feiert 20. Geburtstag mit Stolz und Kampfbereitschaft

Die Deutsche Demokratische Republik hat ihren 20. Gründungstag mit einer Reihe von festlichen und machtvollen Demonstrationen begangen, die von einem tiefen Gefühl des Stolzes auf die errungenen sozialistischen Erfolge und einer entschlossenen Kampfbereitschaft für die Zukunft geprägt waren. Überall im Land wurde der „Aufbruch ins dritte Jahrzehnt“ zelebriert, mit einem besonderen Fokus auf die Jugend und die bewaffneten Organe, allen voran die Nationale Volksarmee (NVA).

Die Feierlichkeiten begannen traditionell mit einem Wachaufzug der Nationalen Volksarmee am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus. Wenige Stunden später versammelte sich die Jugend der DDR im Schein von Fackeln, um sich zu ihrem sozialistischen Staat zu bekennen. An ihrer Seite marschierten 15 Offiziere, Fackelträger der historischen Kampfdemonstration vom Oktober 1949, darunter Oberstleutnant Hans, der betonte, wie dieser Marsch vor 20 Jahren einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen und ihn zum Angehörigen der bewaffneten Organe gemacht hatte. Er erinnerte an die schweren Stunden des Anfangs und das Aufblühen der Republik, symbolisiert durch den Aufbau des Zentrums der Hauptstadt. Das Wichtigste sei jedoch das Wachstum des „neuen sozialistischen Menschen“ und der „sozialistischen Menschengemeinschaft“. Hans drückte seinen Stolz aus, als Offizier der NVA einen Teil dazu beigetragen zu haben und auch in Zukunft mithelfen zu wollen, die Menschen zu erziehen, die das Jahr 2000 gestalten werden.

Um dieses „große Werk“ zu würdigen, reisten Gäste aus 84 Ländern zur Geburtstagsfeier an. An der Spitze stand eine sowjetische Militärdelegation mit Marschall der Sowjetunion Konew und Marschall der Sowjetunion Tschuikow, die beide aktiv den Grundstein für ein sozialistisches Deutschland gelegt hatten. Ein „Spalier der heißen Herzen“ begleitete sie vom Flugplatz bis nach Berlin Niederschönhausen.
Die NVA präsentierte sich auf den Feierlichkeiten als Garantin des Friedens und des Sozialismus. So hatten sich 5000 Grenzsoldaten die Schützenschnur erkämpft, um die Staatsgrenze der DDR zuverlässig zu schützen. Mit etwa 50 Exponaten war die NVA auch auf der diesjährigen „Messe der Meister von Morgen“ vertreten, wobei die Arbeiten eindeutig auf die Unterstützung und Verbesserung der Gefechtsausbildung ausgerichtet waren. Die Tätigkeit der Neuerer an der Offiziersschule „Ernst Thälmann“ erbrachte einen Nutzen von rund 24.000 Mark. Aus den Reihen der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung kamen 475 neue Kandidaten für die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED).

Besondere Erwähnung fanden die Teilnehmer des Manövers „Oder-Neiße 69“, die ihr „größtes militärisches Examen“ in diesem Jahr erfolgreich mit ihren sowjetischen, polnischen und tschechoslowakischen Waffenbrüdern bestanden hatten. Auch die Matrosen der Volksmarine schlossen ihre Jagdaufgaben sowie das Torpedo- und Raketenschießen mit der Note „sehr gut“ ab.

Ein junger Gefreiter namens Stössel berichtete stolz von seiner Teilnahme an der Rechenschaftslegung der jungen Generation vor dem Politbüro, wo er mit neun weiteren Genossen der NVA Genossen Walter Ulbricht ihre Wettbewerbsergebnisse melden durfte. Dies sei ein Höhepunkt in seinem Leben gewesen, der bewies, dass ihre Leistungen denen von Kollegen aus Betrieben und Hochschulen in nichts nachstünden.

Die militärischen Vorführungen der Volksmarine im alten Hafen von Rostock, vor der Bevölkerung der Ostseemetropole und einer Delegation des Politbüros unter Leitung des Genossen Friedrich Ebert, zeigten den hohen Kampfwert und die ständige Gefechtsbereitschaft der Matrosen und Soldaten. Diesen Vorführungen war eine Flottenparade vorausgegangen, an der auch Einheiten der baltischen Rotbannerflotte beteiligt waren, was als besonderer Geburtstagsgruß der sowjetischen Waffenbrüder gewertet wurde: „Ihr, unsere Waffenbrüder, wart und seid unbesiegbar“.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die Ehrenparade der Nationalen Volksarmee auf dem Berliner Marx-Engels-Platz. Diese „gewaltige Berliner Kampfdemonstration“ unterstrich die Worte Walter Ulbrichts, dass der sozialistische Staat das „Gewissen der ganzen deutschen Nation“ sei, da er den „aggressiven Ränken und Plänen des westdeutschen Imperialismus, Militarismus und Neonazismus eine Barriere entgegensetzt“ und dem Werk des Humanismus und Friedens dient. Die Soldaten demonstrierten ihre Bereitschaft und Entschlossenheit, ihren militärischen Klassenauftrag vorbildlich zu erfüllen. Sie gehen mit „revolutionärer Leidenschaft, optimistisch und lebensfroh, wachsam und verteidigungsbereit“ dem dritten Jahrzehnt ihres sozialistischen Vaterlandes entgegen.

Ein junger Bürger, der seinen 20. Geburtstag zeitgleich mit der Republik feierte, zeigte sich beeindruckt von den Feierlichkeiten mit der Berliner Bevölkerung und den jungen Sozialisten. Er gelobte, sein Kollektiv werde bei der „Operation 70“ wieder an der Spitze stehen, sei es in der Gefechtsausbildung oder beim Schutz der Staatsgrenzen. Es werde keinen Stillstand geben, sondern die Maßstäbe im sozialistischen Wettbewerb noch höher gesteckt, um den Klassenauftrag vorbildlich zu erfüllen.

Die Losung für die kommenden Jahre ist klar: „stets kampfbereit zu denken, die militärische Ordnung und Disziplin zu festigen und unsere Kampfkollektive zu entwickeln“, um für das dritte Jahrzehnt „gefechtsbereit“ zu sein. Die Feiern zum 20. Geburtstag der DDR waren somit nicht nur ein Rückblick auf Erfolge, sondern ein leidenschaftlicher Appell an die Zukunft, um weiterhin Höchstleistungen für die Gestaltung des sozialistischen Vaterlandes zu vollbringen.

Zwischen Warteliste und Zuteilung: Das System der Wohnungsvergabe in der DDR

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Geschichte des Wohnens in der DDR beginnt meist nicht mit dem Einzug, sondern mit dem jahrelangen Warten. Teaser: Wer sich heute an die großen Neubaugebiete des Ostens erinnert, denkt oft zuerst an den Komfortsprung durch Fernwärme und Innenbad. Doch der Weg dorthin war geprägt von einem undurchsichtigen Verteilungskampf. Offiziell sollte die Dringlichkeit entscheiden, doch in der Praxis wurde Wohnraum zu einem Instrument der Arbeitskräftepolitik. Große Betriebe nutzten eigene Kontingente, um Mitarbeiter zu binden, während andere Antragsteller oft über Jahre in maroden Altbauten ausharren mussten. Die Plattenbauwohnung war in diesem System mehr als nur ein Dach über dem Kopf; sie war eine Zuteilung, die man sich durch berufliche Relevanz oder Beziehungen erarbeiten musste. Diese Erfahrung einer politisierten Mangelverwaltung prägt den Blick auf das eigene Zuhause bei vielen Ostdeutschen bis heute, weit über das Ende der DDR hinaus. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Hinter der ideologischen Programmatik des Wohnungsbaus verbarg sich eine harte ökonomische Selektion. Teaser: Das Wohnungsbauprogramm der DDR war das zentrale sozialpolitische Versprechen der Ära Honecker. Doch die Umsetzung folgte oft weniger sozialen als wirtschaftlichen Kriterien. Da Arbeitskräfte in der Planwirtschaft knapp waren, erhielten volkswirtschaftlich wichtige Kombinate direkten Zugriff auf Wohnungskontingente. Dies führte dazu, dass die Zuteilung von Wohnraum faktisch oft an die Betriebszugehörigkeit gekoppelt war. Parallel dazu verschob sich der Fokus so stark auf den industriellen Neubau, dass die historischen Innenstädte einem massiven Verfall preisgegeben wurden. Die Ambivalenz zwischen modernem Komfort in der Platte und dem Verlust städtischer Substanz im Altbau ist eine städtebauliche Erbschaft, die die ostdeutschen Städte bis in die Gegenwart hinein strukturell definiert. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer für den falschen Betrieb arbeitete, wartete oft Jahre länger auf den ersehnten Mietvertrag. Teaser: Die Gleichheit der Lebensverhältnisse war ein Postulat, das an der Wohnungstür oft endete. Das System der AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) und die Betriebskontingente schufen eine Hierarchie, die offiziell kaum thematisiert wurde. Wohnraum war ein Hebel zur Steuerung von Biografien: Er belohnte Konformität und Leistung im Sinne des Staates. Die Platte war somit nie nur Beton, sondern immer auch ein politisch aufgeladener Raum, dessen Zuteilungsmechanismen tief in die persönliche Lebensplanung eingriffen. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=vT0V0y-JDgc