Naturhafen Loddin auf Usedom: Entschleunigung und maritimer Charme am Achterwasser

Der Naturhafen Loddin am Achterwasser auf Usedom ist ein idyllischer Rückzugsort für Naturfreunde, Wassersportler und Erholungssuchende. Abseits des touristischen Trubels der Ostseestrände zeigt sich hier eine andere, ruhigere Seite der Insel. Der kleine Hafen liegt im Ortsteil Loddin, einem der sogenannten Bernsteinbäder, die neben den bekannten Kaiserbädern zu den schönsten Badeorten auf Usedom zählen. Der Naturhafen Loddin ist umgeben von sanften Hügeln, Schilfgürteln und dem glitzernden Wasser des Achterwassers, einem Binnengewässer, das sich hinter der Insel Usedom erstreckt.

Ein Hafen inmitten der Natur
Der Naturhafen Loddin strahlt eine fast vergessene Gelassenheit aus. Hier legen keine großen Schiffe an, sondern hauptsächlich kleine Segelboote, Motorboote und Ruderboote. Die überschaubare Größe des Hafens und seine Lage machen ihn zu einem Ort der Entspannung, an dem man den Blick über das Wasser schweifen lassen und die Ruhe genießen kann. Das Achterwasser, das sich durch seine geschützte Lage und flachen Gewässer auszeichnet, ist ideal für Segler und Paddler, die die ruhigen Wellen und die unberührte Natur genießen möchten. Vor allem bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zeigt sich der Naturhafen Loddin von seiner schönsten Seite, wenn das Licht der tief stehenden Sonne das Wasser und die umliegenden Schilfwiesen in ein goldenes Leuchten taucht.

Geschichte und Tradition
Loddin ist ein altes Fischerdorf, dessen Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Schon immer lebten die Menschen hier von und mit dem Wasser. Auch heute noch kann man die traditionellen Fischerboote im Hafen sehen, und mit etwas Glück trifft man einen der Fischer, der frühmorgens seinen Fang einholt. Der Hafen hat sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und ist ein Zeugnis der langen Geschichte des Fischfangs auf Usedom. Für Besucher bietet sich die Möglichkeit, frischen Fisch direkt vor Ort zu kaufen oder in einem der umliegenden Restaurants regionale Spezialitäten wie geräucherten Fisch zu genießen.

Wandern und Radfahren rund um den Hafen
Die Umgebung des Naturhafens Loddin lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und Radtouren ein. Entlang des Achterwassers verlaufen idyllische Wege, die durch Wälder und Wiesen führen und immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Wasser bieten. Besonders der sogenannte „Loddiner Höft“, eine Anhöhe in der Nähe des Hafens, bietet einen beeindruckenden Panoramablick über das Achterwasser und die Landschaft Usedoms. Von hier aus lassen sich die Weite der Landschaft und die Schönheit der Insel besonders gut erleben.

Für Radfahrer ist der Naturhafen Loddin ein idealer Ausgangspunkt, um das Hinterland der Insel zu erkunden. Verschlungene Wege führen entlang der Ufer des Achterwassers durch malerische Dörfer und grüne Felder. Die Landschaft abseits der großen Straßen ist ein Paradies für alle, die Ruhe und Natur genießen möchten. Auch Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten, denn das Achterwasser ist ein wichtiger Lebensraum für viele heimische Vogelarten, darunter Kraniche und Fischadler.

Ein Ort der Entschleunigung
Der Naturhafen Loddin ist ein Ort, an dem man die Hektik des Alltags hinter sich lassen kann. Die entspannte Atmosphäre, das sanfte Plätschern des Wassers und die unberührte Natur schaffen einen idealen Rahmen, um zur Ruhe zu kommen. Viele Besucher schätzen die Abgeschiedenheit des Hafens und die Möglichkeit, einfach nur zu verweilen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

In den Sommermonaten bietet der Hafen auch einige Freizeitmöglichkeiten. Neben Segeln und Paddeln kann man hier wunderbar Angeln oder einfach die Boote beobachten, die sanft im Wasser schaukeln. Auch das Mieten von Booten ist möglich, sodass man das Achterwasser auf eigene Faust erkunden kann.

Für diejenigen, die das Abenteuer suchen, gibt es die Möglichkeit, mit dem Boot zu den kleinen Inseln im Achterwasser zu fahren oder die versteckten Buchten zu entdecken, die nur vom Wasser aus zugänglich sind. Die Nähe zur Natur und die Freiheit, die diese Gewässer bieten, machen den Naturhafen Loddin zu einem besonderen Erlebnis.

Fazit
Der Naturhafen Loddin am Achterwasser ist ein Juwel auf Usedom. Er verbindet Natur, Tradition und Entspannung auf einzigartige Weise. Hier kann man die Seele baumeln lassen, die Natur genießen und die maritime Atmosphäre in vollen Zügen erleben. Egal ob beim Segeln, Wandern oder einfach nur beim Beobachten des Sonnenuntergangs – der Naturhafen Loddin ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt und ein Gefühl von Frieden und Gelassenheit vermittelt.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl