Jenoptik mit guter Entwicklung im Geschäftsjahr 2024

Thüringen/Jena. „Jenoptik hat das Geschäftsjahr 2024 erfolgreich abgeschlossen, und wir haben trotz eines zunehmend schwierigeren Marktumfelds unsere zu Jahresbeginn gesetzten Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Zudem wurde der Neubau unserer Hightech-Fabrik in Dresden planmäßig vorangetrieben und in der Zwischenzeit abgeschlossen. Durch die Implementierung einer schlankeren Organisationsstruktur wollen wir künftig einfacher und effizienter agieren und den Fokus auf unsere Kernmärkte weiter erhöhen. Das laufende Geschäftsjahr wird für Jenoptik angesichts der gegenwärtig überdurchschnittlich hohen Marktunsicherheiten dennoch herausfordernd“, kommentiert Stefan Traeger, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG.

  • Robuster Umsatz- und Ergebnisanstieg
  • Bilanz- und Finanzkennzahlen weiter verbessert
  • Dividendenvorschlag 0,38 Euro je Aktie (+8,6 Prozent)
  • Prognose für 2025 reflektiert hohe Marktunsicherheiten

Robuster Umsatzzuwachs – Profitabilität weiter gesteigert
Der Photonik-Konzern Jenoptik hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Wachstumskurs weiter fortgesetzt. So stieg der Umsatz um 4,7 Prozent auf 1.115,8 Mio Euro (i. Vj. 1.066,0 Mio Euro). Zu diesem allein organisch erzielten Wachstum trugen alle Divisionen bei, insbesondere die Division Advanced Photonic Solutions, angetrieben durch eine deutliche Umsatzausweitung im Bereich Halbleiterausrüstung. Den höchsten Zuwachs erzielte der Konzern in Deutschland mit einem Plus von 16,9 Prozent, gefolgt von Europa (ohne Deutschland) mit 5,2 Prozent. In der Region Amerika stiegen die Umsätze leicht um 2,8 Prozent, während die Region Asien/Pazifik das Vorjahresniveau nicht erreichte. Insgesamt wurden 71,5 Prozent des Umsatzes im Ausland erzielt (i. Vj. 74,5 Prozent).

Das EBITDA des Konzerns legte um 5,7 Prozent von 209,6 Mio Euro auf 221,5 Mio Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich leicht auf 19,9 Prozent (i. Vj. 19,7 Prozent).

Das EBIT stieg im Geschäftsjahr 2024 deutlich um 16,0 Prozent auf 146,6 Mio Euro (i. Vj. 126,3 Mio Euro). Im Vorjahreswert waren Wertminderungen in Höhe von insgesamt 12,7 Mio Euro enthalten.

Das Ergebnis der Aktionäre lag bei 92,6 Mio Euro (i. Vj. 72,5 Mio Euro); das korrespondierende Ergebnis je Aktie bei 1,62 Euro (i. Vj. 1,27 Euro).

Auftragseingang unter Vorjahresniveau – Investitionen in Kapazitätsausbau
Der Auftragseingang blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere aufgrund einer schwachen Nachfrage aus dem Automotive-Bereich mit 1.027,7 Mio Euro um 5,9 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1.092,2 Mio Euro. Der Auftragsbestand des Jenoptik-Konzerns lag zum Jahresende 2024 bei 670,1 Mio Euro (31.12.2023: 745,0 Mio Euro).

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2024 blieben mit 114,6 Mio Euro vor allem infolge des Ausbaus der Produktionskapazitäten am Standort in Dresden erwartungsgemäß weiter auf hohem Niveau (i. Vj. 110,4 Mio Euro). Investiert wurde in eine hochmoderne Reinraum-Fabrik für Mikrooptiken und Sensoren für die Halbleiterausrüstungsindustrie. Anfang 2025 startete die Produktion in der neuen Fabrik wie geplant.

Free Cashflow auf gutem Niveau; Finanz- und Bilanzqualität weiter verbessert
Der Free Cashflow vor Zinsen und Steuern erreichte trotz hoher Investitionen mit 102,9 Mio Euro ein gutes Niveau. Der Vorjahreswert von 127,3 Mio Euro war unter anderem durch die Veräußerung von Immobilien begünstigt. Dementsprechend reduzierte sich die Cash-Conversion-Rate von 60,8 Prozent im Vorjahr auf 46,5 Prozent. Mit einer Eigenkapitalquote von 55,6 Prozent zum 31. Dezember 2024 (31.12.2023: 54,2 Prozent), einer Nettoverschuldung von 395,5 Mio Euro (i. Vj. 423,1 Mio Euro) sowie einem Leverage (Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA) von 1,8x (i. Vj. 2,0x) verfügt Jenoptik über weiter verbesserte Finanz- und Bilanzrelationen.

Dividendenerhöhung auf 0,38 Euro je Aktie vorgeschlagen
Jenoptik verfolgt das Ziel, die Aktionäre angemessen an der operativen Geschäftsentwicklung zu beteiligen und gleichzeitig weitere Wachstumsinvestitionen zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von 0,38 Euro je Aktie vor (i. Vj. 0,35 Euro je Aktie). Damit würde sich die Ausschüttungssumme um 8,6 Prozent auf 21,8 Mio. Euro erhöhen.

Geschäftsentwicklung der Divisionen
Die Division Advanced Photonic Solutions erzielte im Jahr 2024 einen Umsatzzuwachs von 5,6 Prozent von 821,2 Mio Euro auf 866,8 Mio Euro. Hierzu trug vor allem eine deutliche Umsatzausweitung im Bereich Halbleiterausrüstung bei. Die EBITDA-Marge der Division lag im Berichtsjahr mit 21,8 Prozent etwa auf Vorjahresniveau (21,9 Prozent). Der Auftragseingang blieb mit 812,8 Mio Euro um 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 826,5 Mio Euro.

Die Division Smart Mobility Solutions verzeichnete mit 119,5 Mio Euro einen Umsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahres (118,8 Mio Euro). Umsatzzuwächse erzielte die Division in Europa (inkl. Deutschland) sowie in der Region Mittlerer Osten/Afrika. Die EBITDA-Marge erreichte, bedingt durch höhere F+E-Kosten und Investitionen in die Vertriebsstruktur in den USA, 11,4 Prozent (i. Vj. 12,9 Prozent). Der Auftragseingang der Division unterliegt den typischen Schwankungen des Projektgeschäfts und lag im Jahr 2024 bei 122,9 Mio Euro gegenüber 113,6 Mio Euro im Vorjahr.

Der Umsatz der Non-Photonic Portfolio Companies lag mit 125,9 Mio Euro um 4,0 Prozent über dem Vorjahresniveau von 121,1 Mio Euro. Dabei verzeichnete der Bereich Automation einen deutlichen Zuwachs. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 17,5 Prozent (i. Vj. 14,1 Prozent), angetrieben durch ein verbessertes Ergebnis sowohl im Bereich Automation als auch im Bereich Messtechnik. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds lag der Auftragseingang mit 88,5 Mio Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 147,1 Mio Euro.

Ausblick 2025 durch hohe wirtschaftliche und politische Unsicherheiten beeinflusst
Für das Geschäftsjahr 2025 geht der Vorstand für den Jenoptik-Konzern davon aus, dass nach einem schwachen Start im 2. Halbjahr ein Aufschwung, insbesondere in der Halbleiterausrüstungsindustrie, einsetzt. Zudem wird angenommen, dass sich die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern. Dazu gehören insbesondere konjunkturelle Trends, Regulierungen auf europäischer Ebene sowie weitere makropolitische Entwicklungen in unseren wesentlichen Märkten, zum Beispiel Zölle, und die Kriege in der Ukraine und im Mittleren Osten.

Der Vorstand erwartet unter Berücksichtigung der gegenwärtig überdurchschnittlich hohen Marktunsicherheiten für das laufende Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau (+/- 5 Prozent) (2024: 1.115,8 Mio Euro). In Bezug auf die EBITDA-Marge geht Jenoptik davon aus, dass diese zwischen 18,0 und 21,0 Prozent liegen wird (2024: 19,9 Prozent). Nach dem Abschluss des Neubaus der neuen Reinraum-Fabrik in Dresden erwartet der Vorstand, dass die Investitionen im Geschäftsjahr 2025 deutlich unter dem Vorjahresniveau von 114,6 Mio Euro liegen werden.

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