Stadtpromenade Cottbus: Vom Schandfleck zum lebendigen Zukunftsort

Die Brachfläche an der Stadtpromenade in Cottbus, die lange Zeit als Schandfleck im Herzen der Stadt galt, erfährt eine Transformation hin zu einem lebendigen Zukunftsort. Erste Schritte sind bereits umgesetzt worden, und Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen aktiv einbringen. Am 30. Januar 2025 findet dazu ein Winterdialog im Stadthaus statt, bei dem Vorschläge für die weitere Entwicklung gesammelt werden.

Erste Fortschritte und Visionen
Die Umgestaltung begann mit einem modernen Spielplatz, der am 28. November 2023 von Oberbürgermeister Tobias Schicke eröffnet wurde. Der Spielplatz bietet Kindern und Familien einen neuen Treffpunkt und wurde durch Sitzmöglichkeiten ergänzt, die zum Verweilen einladen. Diese ersten sichtbaren Fortschritte zeigen das Potenzial des Areals und geben Hoffnung auf eine gelungene Neugestaltung.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wurden bereits nach ihren Ideen befragt. Die Antworten reichen von der Wiederbelebung historischer Elemente wie der Mockermilch-Eisbar und des Sternchens aus DDR-Zeiten bis hin zu Vorschlägen für neue Grünflächen, Geschäfte und gastronomische Angebote. Auch innovative Konzepte wie Spreewaldkähne als Verweilmöglichkeiten wurden diskutiert. Besonders ältere Bewohner erinnern sich gerne an die lebendige Vergangenheit des Ortes und wünschen sich eine Rückkehr zu einem belebten Zentrum.

Winterdialog als Mitgestaltungsmöglichkeit
Der Kommunale Entwicklungsbeirat (KEB) lädt am 30. Januar 2025 um 17 Uhr ins Stadthaus ein, um über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Die Veranstaltung bietet den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, Rückfragen zu stellen und eigene Ideen einzubringen. Der Winterdialog dient zudem als Vorbereitung auf die entscheidende Sitzung des KEB am 15. Februar 2025, deren Ergebnisse in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden.

„Die Gestaltung der Stadtpromenade ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem wir die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an einbeziehen möchten. Es ist uns wichtig, eine breite Akzeptanz zu schaffen und den Ort so zu gestalten, dass er den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird“, erklärte ein Sprecher des KEB.

Zukunftsperspektiven
Die Stadtpromenade in Cottbus soll von einem öden Freiraum zu einem lebendigen Zentrum transformiert werden. Die Vision umfasst grüne Erholungsflächen, soziale Treffpunkte und attraktive Angebote für alle Altersgruppen. Dabei werden auch die Ergebnisse einer Untersuchung des Kellerbereichs berücksichtigt, die das Potenzial für weitere Nutzungen verdeutlicht hat.

Der Winterdialog zeigt, dass die Umgestaltung der Stadtpromenade nicht nur durch städtische Gremien, sondern vor allem durch die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger getragen wird. Die Entwicklung hin zu einem Zukunftsort ist ein Symbol für Wandel und neue Chancen in der Stadt Cottbus.

Henry Hübchen über die DDR und die Arroganz des Überlebens

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn Henry Hübchen über die DDR spricht, vergleicht er das Land mit Atlantis – einem versunkenen Kontinent, dessen Konturen im Nebel der Geschichte langsam unscharf werden. Teaser: In der Rückschau auf sein Leben, das er zu gleichen Teilen in zwei verschiedenen Systemen verbracht hat, verweigert sich der Schauspieler den einfachen Kategorien von Täter und Opfer. Vielmehr beschreibt er eine Haltung der „Renitenz“, die sich nicht in politischem Widerstand, sondern in einer spezifischen Arbeitshaltung ausdrückte. Besonders eindrücklich ist seine soziologische Beobachtung der Machtverhältnisse: Während er den Westdeutschen als Souverän in der Freizeit, aber als angepasst im Berufsleben wahrnahm, war es im Osten genau umgekehrt. Der Mangel zwang im Privaten zur Unterordnung, doch im Betrieb herrschte oft eine anarchische Gleichheit, in der der Arbeiter dem Meister die Stirn bot. Diese Erfahrung eines Zusammenbruchs und Neuanfangs hat bei Hübchen keine Unsicherheit hinterlassen, sondern eine „große Arroganz“ des Überlebenden. Wer das Scheitern eines Staates erlebt hat, blickt mit anderen Augen auf die Krisen der Gegenwart. Seine Skepsis gegenüber aktuellen politischen Narrativen ist keine bloße Laune des Alters, sondern das Resultat einer Biografie, die gelernt hat, hinter die Kulissen der Macht zu schauen. Es ist der Blick eines Mannes, der weiß, dass keine Ordnung für die Ewigkeit gebaut ist. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Systemwechsel 1989 war für viele Ostdeutsche ein Schock, für Henry Hübchen jedoch eher die Bestätigung eines Erfahrungsvorsprungs. Teaser: Der Schauspieler spricht von einer inneren Unabhängigkeit, die weit vor dem Mauerfall begann. Interessant ist dabei seine Analyse der Anpassungsleistungen nach der Wende: Während man sich ökonomisch und beruflich in die Bundesrepublik integrierte, blieb eine kulturelle und mentale Differenz bestehen. Hübchen identifiziert dies nicht als Defizit, sondern als Ressource. Die Erfahrung, dass gesellschaftliche Verhältnisse fragil sind und Ideologien wechseln können, schützt vor einer allzu naiven Haltung gegenüber der Gegenwart. Diese ostdeutsche Skepsis, die sich heute oft in politischen Dissonanzen zeigt, wurzelt tief in der Erkenntnis, dass Wahrheit oft eine Frage der Perspektive und des Zeitgeistes ist. Die Geschichte lehrt hier nicht Eindeutigkeit, sondern Vorsicht. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Im Osten war der Arbeiter im Betrieb oft der König, während er in der Mangelwirtschaft der Freizeit zum Bittsteller wurde – eine Umkehrung der westlichen Verhältnisse. Teaser: Henry Hübchen analysiert präzise, wie diese spezifische Sozialisation bis heute nachwirkt. Die im Arbeitsleben der DDR erlernte Respektlosigkeit gegenüber Hierarchien und die Fähigkeit, Autoritäten infrage zu stellen, sind geblieben. Es ist eine Form der Renitenz, die sich schwer in gesamtdeutsche Strukturen einfügen lässt, weil sie aus einer völlig anderen Logik von Abhängigkeit und Freiheit entstanden ist. Das Verständnis für diese feinen Unterschiede schwindet, je weiter das Land in der Vergangenheit versinkt. https://www.ardmediathek.de/video/suite-der-kulturtalk-mit-serdar-somuncu/muessen-wir-uns-an-die-ddr-erinnern-henry-huebchen/rbb/Y3JpZDovL3JiYl83YzUyNmMwYy00MzZmLTQyNzItOWYzMi04NDMyNjE0ODFiN2NfcHVibGljYXRpb24