Einwohneranfragen in Jena ab sofort online beantragen

Neues Webformular bringt Erleichterungen für Antragsteller und Bearbeiter mit sich
Ob zu Parkplätzen, Kitagebühren oder Sportanlagen – Bürgerinnen und Bürger können Fragen, Anregungen und Vorschläge zu unterschiedlichsten städtischen Angelegenheiten einreichen. Diese werden in der 30-minütigen Einwohnerfragestunde zu Beginn jeder öffentlichen Stadtratssitzung behandelt. Jedes Anliegen muss schriftlich im Büro Stadtrat beantragt werden. Dank eines neuen Webformulars können Interessierte ihre Anfragen ab sofort auch online einreichen.

Das Formular ist im Serviceportal der Stadt Jena zu finden: jena.de/einwohneranfrage

Im ersten Schritt fragt das Formular nach der Anschrift, um zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um einen Einwohner oder eine Einwohnerin der Stadt Jena handelt. Liegt die Adresse nicht im Stadtgebiet, kann der Antrag nicht weiter ausgefüllt werden. Nach der Eingabe der persönlichen Daten kann das Anliegen kurz erläutert und in maximal drei Teilfragen formuliert werden. Anschließend wird abgefragt, ob der Bürger oder die Bürgerin das Anliegen selbst vortragen möchte. Falls ein Vertreter geschickt werden soll, muss dessen Name angegeben werden. Wichtig ist auch die Frage, ob gewünscht wird, dass die Anfrage schriftlich beantwortet wird.

Bisher haben Einwohneranfragen das Büro Stadtrat per E-Mail oder per Post erreicht. Da im ersten Schritt oft nicht alle notwendigen Informationen vorlagen, musste häufig mehrfach nachgefragt werden. Das Onlineformular bedeutet daher für beide Seiten eine Erleichterung: Für die Bürgerinnen und Bürger, weil sie wissen, welche Informationen vorliegen müssen. Und für die Bearbeitenden, weil sie alles Wichtige gleich gebündelt erhalten. Ist der Antrag erfolgreich ausgefüllt worden, erhält der Anfragende direkt per E-Mail eine Eingangsbestätigung sowie für seine Unterlagen alle von ihm im Formular angegebenen Daten.

Das Onlineformular ist ein zusätzliches Angebot zu den bisherigen Antragswegen. Die Fristen sind jedoch für alle Varianten gleich: Das Anliegen muss spätestens 14 Tage vor der Stadtratssitzung bis 14 Uhr schriftlich vorliegen.

Der Verbleib ehemaliger MfS-Mitarbeiter in öffentlichen Ämtern und Vereinen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Die Geschichte der DDR endete offiziell mit der Wiedervereinigung, doch die Biografien derer, die den Sicherheitsapparat trugen, liefen weiter – und erreichen nun den sicheren Hafen des Ruhestands. Teaser: Wer sich heute mit der Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit beschäftigt, stößt nicht nur auf Aktenkilometer, sondern auf einen Generationenwechsel. Die ehemaligen Offiziere und Mitarbeiter, die sich in Vereinen organisierten, um ihr eigenes Bild der Geschichte zu zeichnen, verlassen zunehmend das Berufsleben. In ihrer Lesart war die Überwachung Arbeit am Frieden. Diese Narrative existieren parallel zur offiziellen Geschichtsschreibung und bieten den Beteiligten einen geschützten Raum. Mit dem Eintritt in die Rente endet zwar der direkte Einfluss auf Ämter und Politik, doch es bleibt das Schweigen. Viele nehmen ihr Wissen um interne Vorgänge mit. Die Integration der ehemaligen Kader in den öffentlichen Dienst, ermöglicht durch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Wendezeit, sorgte dafür, dass tausende Mitarbeiter ihre Karrieren fortsetzen konnten. Nun, da sie es „geschafft“ haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit für späte Reue. Die Strukturen der Vergangenheit lösen sich biologisch auf, aber die Fragen nach Gerechtigkeit bleiben. B) SEITE 1 und 2: Hook: Eine Studie aus dem Jahr 2009 bezifferte noch rund 17.000 ehemalige Stasi-Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – heute löst sich dieses Phänomen zunehmend durch den demografischen Wandel auf. Teaser: Jahrzehnte nach dem Mauerfall verlässt die Generation der einstigen Funktionsträger die aktive Berufswelt. Die statistische Erhebung von damals warf ein Schlaglicht auf die pragmatische Umsetzung des Einigungsvertrages, der oft Versetzungen statt Entlassungen ermöglichte. Doch mit dem Renteneintritt verschwinden nicht nur die Personen aus den Ämtern, sondern oft auch das Wissen um unaufgeklärte Vorgänge. Diese Entwicklung hinterlässt bei den Opfergruppen gemischte Gefühle. Während die institutionelle Aufarbeitung ihren Gang nahm, haben die ehemaligen Funktionsträger den Systemwechsel oft beruflich unbeschadet überstanden. In Traditionsvereinen wird die eigene Rolle im System bis heute legitimiert. Der Ruhestand bietet nun die finale Sicherheit, sich nicht mehr erklären zu müssen. Die Aktenlage ist eindeutig, doch die gesellschaftliche Debatte über die moralische Bewertung dieser Biografien verläuft weiterhin entlang unsichtbarer Gräben. Quelle: Basierend auf Informationen aus der Reportage „Der unheimliche Einfluss von Ex-Stasi-Leuten | MrWissen2go EXKLUSIV“.