NABU: Thüringen muss bei einigen Schutzgebieten dringend nachbessern.

Ein Fünftel unserer Landfläche sind Schutzgebiete. Jetzt zeigt eine NABU-Studie: Thüringen muss bei einigen Schutzgebieten dringend nachbessern.

Deutschland, einst ein Paradies für die Vielfalt der Natur, sieht sich heute einer stillen Krise gegenüber: Seine Schutzgebiete, wichtige Refugien für bedrohte Arten und Lebensräume, drohen zu versagen. Vor dem Hintergrund der Weltnaturkonferenz COP16 in Cali wirft eine neue Studie im Auftrag des NABU zu den organisatorischen Rahmenbedingungen in deutschen Schutzgebieten erstmals Licht auf die alarmierende Realität: Vielen dieser Rückzugsorte fehlt es an den Grundlagen für den wirksamen Schutz. Es gibt häufig keine klare Zielsetzung, keine ausreichende rechtliche Sicherung, keine Maßnahmenpläne und kein kontinuierliches Monitoring. Sie sind teilweise vernachlässigt und von ihrem eigentlichen Schutzstatus weit entfernt. Deutschland ist damit auf keinem guten Weg, seine Verpflichtung aus dem Biodiversitätsabkommen von Montreal zu erfüllen und bis 2030 30 Prozent seiner Landesfläche effektiv zu schützen.

Die Schutzgebietsmeldungen in Thüringen umfassen etwa 20 Prozent der Landesfläche. Handlungsbedarf besteht vor allem bei den Naturschutzgebieten. „Laut der NABU-Studie sind Schutz- und Pflegemaßnahmen derzeit nur vereinzelt in den Verordnungen der Naturschutzgebiete festgeschrieben und die Maßnahmen nicht ausreichend auf den Erhalt oder die Verbesserung von Arten und Lebensräumen ausgerichtet. Zudem sollten in Thüringen mehr Naturschutzgebiete ausgewiesen werden“, sagt Marcus Orlamünder, Naturschutzreferent des NABU Thüringen. „Dringender Handlungsbedarf besteht auch in den Vogelschutzgebieten, in denen kaum Nutzungseinschränkungen und Maßnahmen vorgesehen sind.“

Naturschutzgebiete dürfen laut des NABU Thüringen nicht zu Flächen verkommen, die nur auf dem Papier geschützt sind, sondern müssen der Artenkrise effektiv entgegenwirken. „Vor allem braucht es mehr Personal in den Behörden damit Verordnungen verbessert und Maßnahmen umgesetzt werden können. Gleiches gilt für eine dauerhafte Betreuung und Überwachung der Schutzgebiete. Hier sind klare Zuständigkeiten zu regeln, Ranger*innen einzusetzen und auch ein gezieltes Monitoring zu verankern, damit die Entwicklung in den Gebieten regelmäßig evaluiert und nach Naturschutzaspekten besser gesteuert werden kann“, so Orlamünder.

FFH-Gebiete werden in der NABU-Studie nach den untersuchten organisatorischen Kriterien hingegen als „geeignet“ eingestuft. Zu den fünf betrachteten Kriterien zählen: 1. definierte Schutzziele, 2. rechtliche Gebietssicherung, 3. das Vorhandensein von Maßnahmenplänen, 4. strukturelle Voraussetzungen für die Umsetzung von Maßnahmen, 5. Voraussetzungen für wissenschaftlich fundiertes Monitoring.

Defizite wurden bei den FFH-Gebieten im Wald festgestellt. Insbesondere bei den FFH-Gebieten im Wald sind eine Überarbeitung und Konkretisierung der Managementpläne erforderlich. Die teilweise starken forstlichen Nutzungen, sind mit den Schutzzielen hier nicht zu vereinbaren.

Die Pipeline der Widersprüche: Stalins Gas für Willy Brandts Westen

Persönlicher Teaser Minus 50 Grad, die Finger klamm, aber das Bier darf nie ausgehen – willkommen in der härtesten WG der DDR-Geschichte. Während wir heute über Homeoffice jammern, haben tausende junge Ostdeutsche in den 70ern und 80ern ihr Leben in die Waagschale geworfen, um im tiefsten Sibirien eine Pipeline zu bauen, die eigentlich unmöglich war. Sie nannten es "Freundschaft", aber es war ein Kampf gegen Eis, Einsamkeit und die Stasi im Nacken. Diese Doku reißt alte Wunden auf und zeigt, warum der "Wilde Osten" für viele die einzige Chance auf ein Stückchen Freiheit war – und warum dieses Trauma bis heute in vielen ostdeutschen Biografien nachzittert. Ein Muss für jeden, der verstehen will, aus welchem Stahl die DDR wirklich geschmiedet war.

Visuelles Gedächtnis der DDR zwischen Kohlegeruch und stummen Straßen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Es gibt diese Momente, in denen ein einziges Bild den Geruch einer ganzen Epoche zurückbringt, wie den von Braunkohle an einem feuchten Novembermorgen. Teaser: Beim Sichten alter Amateuraufnahmen aus der DDR, die jetzt digitalisiert vorliegen, fällt mir immer wieder auf, wie stark sich das visuelle Gedächtnis von den offiziellen Geschichtsbüchern unterscheidet. Wir sehen keine Helden der Arbeit und keine jubelnden Massen, sondern den ungeschminkten Alltag. Da ist der bröckelnde Putz der Altbauten in Leipzig, die noch rußenden Dampfloks und die fast rührende Improvisationskunst der Menschen. Es ist eine Welt in verblassten Farben, die seltsam still wirkt. Die Aufnahmen zeigen eine Gesellschaft im Dazwischen. Einerseits die staatliche Omnipräsenz durch Plakate und Parolen, die zum visuellen Hintergrundrauschen wurden. Andererseits die privaten Nischen, in denen gelacht, gespielt und gelebt wurde. Diese Ambivalenz ist schwer zu greifen, wenn man nur in Schwarz-Weiß-Kategorien denkt. Die Menschen arrangierten sich mit den Umständen, sie bauten sich ihr Leben in den Fugen des Systems. Das begleitende Lied im Video spricht von „Worten, die man besser nicht laut gesagt hat“. Diese Zeile korrespondiert eindrücklich mit den Bildern der Passanten, die oft in sich gekehrt wirken, fokussiert auf den Weg zur Arbeit oder den Einkauf. Es war eine Choreografie der Notwendigkeit, die den öffentlichen Raum prägte. Und doch blitzt in den Gesichtern immer wieder eine Resilienz auf, die sich nicht verordnen lässt. Die Digitalisierung solcher privaten Filmrollen ist mehr als Archivarbeit; sie gibt der Geschichte ihre Textur zurück. Die Bilder bleiben stehen, als stille Zeugen einer Zeit, die sich langsam im Nebel der Jahre auflöst. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Die private Filmkamera war in der DDR oft das einzige Instrument, das die Realität so festhielt, wie sie war – ungeschönt und jenseits der staatlichen Propaganda. Teaser: Eine Analyse neu digitalisierter Amateuraufnahmen der „Nostalgie Garage Sachsen“ zeigt eindrücklich, wie der ostdeutsche Alltag wirklich aussah. Fernab der ideologischen Überhöhung offenbart sich in den Straßen von Berlin und Leipzig eine Welt der Kontraste: Moderne Plattenbauten wachsen neben verfallenden Altbaufassaden empor, während Losungen an Schaufenstern um Stimmen werben, die es real kaum zu vergeben gab. Diese visuellen Dokumente sind wichtig, weil sie die sensorische Ebene der Erinnerung ansprechen. Der Texturen von Kohle, Beton und der allgegenwärtigen Mangelwirtschaft werden hier greifbar. Sie zeigen aber auch, dass das Leben im Privaten stattfand und funktionierte, oft als Gegenentwurf zur staatlichen Härte. Die Bewahrung dieser Filme verhindert, dass die DDR-Geschichte zu einer rein abstrakten Abhandlung verkommt. Sie erdet die Debatte und lenkt den Blick auf die Menschen, die ihren Alltag unter oft schwierigen Bedingungen meisterten. Ein Blick zurück, der die Komplexität der ostdeutschen Erfahrung wahrt. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Manchmal erzählt das Schweigen auf alten Filmaufnahmen mehr über eine Gesellschaft als tausend geschriebene Worte. Teaser: In den digitalisierten Straßenszenen der DDR-Vergangenheit sehen wir eine Welt, die von einer merkwürdigen Stille durchzogen scheint. Es ist das Bild einer Gesellschaft, in der das Unausgesprochene den Raum zwischen den Menschen füllte, während das Leben dennoch seine Bahnen suchte. Die Aufnahmen fangen genau diese Spannung zwischen staatlicher Norm und menschlicher Nische ein, die bis heute in den Biografien nachwirkt.