Schwerins Residenzensemble wird UNESCO-Welterbe: Triumph nach 20 Jahren Einsatz

Das Residenzensemble in Schwerin wurde am 27. Juli 2024 zum UNESCO-Welterbe erklärt – ein Triumph, der zwei Jahrzehnte des Engagements und der Hartnäckigkeit belohnt. Das Ensemble umfasst das prächtige Schweriner Schloss sowie 37 weitere historische Gebäude außerhalb der Schlossinsel, die zusammen die kulturelle und architektonische Pracht Schwerins widerspiegeln. Der Weg zum Welterbetitel begann bereits im Jahr 2000, initiiert durch den Verein Pro Schwerin, dessen unermüdlicher Einsatz maßgeblich zur Anerkennung beitrug.

Am 24. September 2024 fand im Plenarsaal des Schweriner Schlosses eine Dankesveranstaltung statt, bei der Landtagspräsidentin Birgit Hesse den Beteiligten für ihren langjährigen Einsatz dankte. „Es ist für uns eine große Ehre, und wir sind sehr stolz. Aber wir wissen auch, wie viel Arbeit dahinter steckt, und gerade deshalb ist diese Dankesveranstaltung ein weiteres großes Highlight für Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Hesse. Mit Schwerin gesellt sich nun ein dritter Standort in Mecklenburg-Vorpommern zu den UNESCO-Welterbestätten, neben Stralsund und Wismar.

Das Residenzensemble in Schwerin beeindruckt durch seine reiche Geschichte und seine architektonische Vielfalt, die von mittelalterlichen Ursprüngen bis hin zu klassizistischen und neugotischen Stilen reicht. Das Herzstück des Ensembles, das Schweriner Schloss, ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern auch ein Meisterwerk der Romantik, das majestätisch auf einer Insel im Schweriner See thront. Die weiteren Gebäude des Ensembles, darunter Ministerien, Gärten, Denkmäler und die historische Orangerie, fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein und erzählen die Geschichte von Macht, Kunst und Kultur in Mecklenburg.

Die Aufnahme des Residenzensembles in die Welterbeliste ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch eine Verpflichtung. Der Titel bringt die Aufgabe mit sich, das kulturelle Erbe zu schützen, zu erhalten und zukünftigen Generationen zugänglich zu machen. Seit der Gründung des Landes wurden bereits rund 400 Millionen Euro in die Restaurierung und den Erhalt der Bauten investiert. Der Welterbetitel soll den Schutz und die Pflege dieser einzigartigen Kulturlandschaft weiter stärken und zugleich die Bedeutung Schwerins als historisches Zentrum im Norden Deutschlands hervorheben.

Die Entscheidung, das Residenzensemble in die Welterbeliste aufzunehmen, ist ein bedeutender Meilenstein für Schwerin und ganz Mecklenburg-Vorpommern. Es zeigt, dass die Stadt ihre reiche Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch mit Stolz in die Zukunft trägt. Der Titel bringt internationale Anerkennung und eröffnet neue Möglichkeiten, das kulturelle Erbe zu fördern und zu schützen. Für Schwerin ist es nicht nur eine Ehrung, sondern auch ein Auftrag, das historische Erbe lebendig zu halten und es der Welt zu präsentieren.

Katharina Thalbach bei Gaus: Von der Utopie und der Fremdheit im Westen

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Sie musste sich nie emanzipieren, weil sie gar nicht wusste, dass sie unfrei sein sollte. Teaser: Wenn Katharina Thalbach über ihre Jahre in der DDR spricht, dann fehlt jeder Ton der Bitterkeit. Im Gespräch mit Günter Gaus, geführt 1996, beschreibt sie eine Jugend im Schatten des Berliner Ensembles, geprägt von der Strenge Helene Weigels und dem Geist Bertolt Brechts. Doch viel spannender ist ihr Blick auf das normale Leben: Für Thalbach war die Gleichberechtigung der Frau keine erkämpfte Errungenschaft, sondern gelebter Alltag. Arbeit, Kinder, Unabhängigkeit – das war die Basis, auf der sie stand. Der Kulturschock folgte erst mit dem Wechsel in den Westen im Jahr 1976. Plötzlich traf sie auf eine Gesellschaft, die Emanzipation erst theoretisch diskutieren musste. Thalbachs Beobachtungen sind dabei so scharf wie unaufgeregt. Sie beschreibt das westliche Theater als oft ich-bezogen, während die Kunst im Osten eine politische Dringlichkeit besaß, eine Art geheime Kommunikation zwischen Bühne und Publikum. Sie hat die DDR verlassen, aber die Utopie einer gerechten Gesellschaft, die ihr dort „anerzogen“ wurde, hat sie mitgenommen. Berlin ist für sie Mitte der Neunzigerjahre eine große Baustelle, und genau diesen Zustand liebt sie. Das Unfertige, das Offene ist ihr lieber als der satte Stillstand. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: War Kunst in der DDR wichtiger als im Westen? Teaser: Für Katharina Thalbach ist die Antwort eindeutig. Im Rückblick auf ihre Arbeit in Ost-Berlin und ihren Wechsel in die Bundesrepublik 1976 zeichnet sie einen interessanten Vergleich der Systeme. Im Osten war das Theater politisch aufgeladen, eine „Geheimsprache“, die von oben und unten verstanden wurde. Jedes Wort auf der Bühne hatte Gewicht, weil es Reibung erzeugte. Im Westen dagegen erlebte sie eine Kulturszene, die oft mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit gesellschaftlichen Fragen. Die Relevanz, die Schwere der Kunst, sie fehlte ihr. Thalbachs Analyse aus dem Jahr 1996 ist keine Ostalgie, sondern eine kulturelle Bestandsaufnahme: Was geht verloren, wenn Kunst nicht mehr Reibungsfläche sein muss, sondern nur noch Ware sein darf? Die Schauspielerin bleibt skeptisch gegenüber einem System, das allein auf Verkäuflichkeit setzt. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Entmündigung gab es in beiden Systemen, nur die Methoden waren verschieden. Teaser: Katharina Thalbach macht es sich nicht leicht mit dem Urteil über die DDR und die Bundesrepublik. Dem Osten wirft sie vor, die Menschen zu ihrem Glück zwingen zu wollen – eine klare Entmündigung. Doch auch den Westen spricht sie nicht frei. Hier geschehe die Entmündigung subtiler, verdeckt durch Konsum und scheinbare Freiheit. Ihr Fazit ist das einer Beobachterin, die sich ihre Utopien nicht nehmen lässt, auch wenn die Realität sie selten einlöst.