LNG-Terminal Mukran: Teurer Rohrkrepierer oder strategische Reserve?

Das LNG-Terminal Mukran auf Rügen, einst als wichtiges Projekt der Bundesregierung zur Bewältigung der russischen Gasmangellage angekündigt, steht zunehmend im Kreuzfeuer der Kritik. Was einst als schnelle Lösung in einer Krise geplant war, entwickelt sich nun zu einem kostspieligen Problemfall. Trotz hoher Investitionen und erheblicher Widerstände aus der Bevölkerung läuft der Betrieb des Terminals nur schleppend an.

Schleppende Auslastung und hohe Kosten
Die Auslastung des Mukraner Terminals bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Statt einer Kapazität von bis zu 13,5 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr werden deutlich weniger LNG-Tanker abgefertigt. Kritiker werfen dem Projekt mangelnde Wirtschaftlichkeit vor, da die Einnahmen aus den wenigen genutzten Kapazitäten weit unter den prognostizierten Werten liegen. Es entsteht der Eindruck, dass das Terminal nicht nur teuer in der Errichtung war, sondern auch in der laufenden Unterhaltung ein erheblicher Kostenfaktor bleibt.

Kritik von Umweltorganisationen
Besonders scharf kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das LNG-Terminal in Mukran. Die DUH bezeichnet die Anlage als „teure und unnötige Investitionsruine“. Im Vergleich zu den effizienteren Anlagen in Wilhelmshaven und Brunsbüttel scheint Mukran nicht wettbewerbsfähig zu sein. Zudem verursachen die regelmäßigen Ausbaggerungen des Hafenbeckens hohe laufende Kosten, was die Wirtschaftlichkeit des Projekts weiter in Frage stellt.

Fragwürdige Notwendigkeit
Zunehmend stellen sich Experten die Frage, ob das LNG-Terminal in Mukran überhaupt notwendig war. Angesichts der gut gefüllten Gasspeicher in Deutschland und den vielen Alternativen zur Gasversorgung erscheint das Terminal für viele überflüssig. Stimmen, die eine gründliche Überprüfung der Genehmigung und sogar eine mögliche Stilllegung des Terminals fordern, werden lauter. Es mehren sich Zweifel daran, ob Mukran jemals das leisten kann, was sich die Regierung davon versprochen hat.

Steinernes Schweigen und politische Wende: Das Ehrenmal Treptow 1989

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Es gibt Orte, die speichern Geschichte nicht nur, sie atmen sie aus. Wenn man heute durch den Treptower Park läuft, zwischen den riesigen Pappelreihen und dem roten Granit, spürt man eine seltsame Ruhe. Aber 1989 war dieser Ort alles andere als ruhig. Er war ein Brennglas. Ich habe mir noch einmal angesehen, was in diesem einen Jahr dort alles passiert ist. Im Mai standen dort noch die alten Männer in ihren Mänteln und feierten eine Wahl, die keine war. Im Oktober stand dort Gorbatschow, und alle Blicke ruhten auf ihm, voller Hoffnung, dass sich endlich etwas bewegt. Und im Dezember, als die Mauer schon offen war, kippte die Stimmung in Wut und Farbe. Es ist faszinierend, wie schnell sich die Bedeutung von Symbolen ändern kann, wenn die Gesellschaft drumherum aufwacht. Steine verändern sich nicht, aber unser Blick auf sie wandelt sich jeden Tag. B) SEITE 1 (Kontext) Das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow gilt oft als zeitloser Ort des Gedenkens. Doch ein Blick in die Chronik des Jahres 1989 zeigt, wie sehr das Monument in die politischen Kämpfe der Wendezeit verstrickt war. Innerhalb weniger Monate wandelte sich die Funktion der Anlage radikal. Im Mai 1989 diente es noch der SED-Führung zur Inszenierung ihrer Macht nach den gefälschten Kommunalwahlen. Im Oktober wurde es durch den Besuch Michail Gorbatschows zur Kulisse für das Ende der alten Doktrinen. Ende Dezember schließlich markierten Schmierereien mit Parolen wie "Besatzer raus" das endgültige Ende der staatlich verordneten Unantastbarkeit. Die darauf folgende Instrumentalisierung der Vorfälle durch die PDS zeigt, wie sehr Geschichte gerade in Umbruchzeiten als politische Waffe dient. Ein Lehrstück über Deutungshoheit. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Der "Befreier" aus Bronze blickt seit 1949 über Berlin. Aber wen oder was er beschützt, das definierte das Jahr 1989 neu. Erst war er der Garant der SED-Herrschaft, dann im Oktober die Kulisse für Gorbatschows Reformversprechen, und im Dezember plötzlich Zielscheibe von Wut und Vandalismus. Symbole bleiben nur so lange stabil, wie die Macht, die sie stützt. Wenn diese Macht zerfällt, werden aus Denkmälern Fragen.