Ein Film über den ostdeutschen Liedermacher Gerhard Gundermann

Der Film „Gundermann“ von Regisseur Andreas Dresen erzählt die Geschichte des ostdeutschen Liedermachers Gerhard Gundermann, der in der DDR sowohl als Baggerfahrer im Braunkohletagebau als auch als Musiker tätig war. Der 2018 erschienene Film, basierend auf einem Drehbuch von Laila Stieler, beleuchtet das komplexe Leben Gundermanns, der nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine politische Verstrickung in das System der DDR bekannt wurde.

Hauptdarsteller Alexander Scheer verkörpert Gundermann und liefert eine beeindruckende schauspielerische Leistung, indem er nicht nur dessen äußere Erscheinung, sondern auch seine inneren Konflikte und Widersprüche einfängt. Die Musik, ein zentraler Bestandteil des Films, wurde von Scheer selbst eingesungen, was der Darstellung zusätzliche Authentizität verleiht.

Gundermann war ein einzigartiger Künstler, der sich in seinen Liedern mit sozialistischen Idealen, Arbeiterromantik und persönlichen Reflexionen auseinandersetzte. Seine Texte waren poetisch, direkt und oft melancholisch, reflektierten jedoch stets seine Liebe zur Arbeit und seine kritische Auseinandersetzung mit der politischen Realität. Der Film schildert diese Doppelleben – auf der einen Seite der leidenschaftliche Musiker und auf der anderen Seite der Mann, der als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die Staatssicherheit arbeitete.

Der Film zeigt eindrücklich, wie Gundermanns Leben von den Widersprüchen und Konflikten geprägt war, die aus seiner tiefen Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und gleichzeitig seiner Kollaboration mit der Stasi resultierten. Es wird deutlich, dass Gundermann zwar ein Teil des repressiven Systems war, aber auch einer, der an den Idealen des Sozialismus festhielt und sich immer wieder mit der Realität seiner Umwelt auseinandersetzte.

Die filmische Inszenierung fängt die Atmosphäre der DDR und die sozialen sowie politischen Umstände dieser Zeit gekonnt ein. Die liebevoll gestalteten Kulissen und die detailgetreue Ausstattung versetzen den Zuschauer direkt in die Welt der 70er und 80er Jahre der DDR.

„Gundermann“ ist nicht nur eine Hommage an einen bedeutenden Künstler, sondern auch ein tiefgründiger Film über die Ambivalenz menschlicher Existenz in einem totalitären Staat. Der Film regt dazu an, über Moral, Kunst und die Grauzonen der Geschichte nachzudenken, und bietet eine bewegende Geschichte über einen Mann, der versuchte, in einer komplexen Welt seinen eigenen Weg zu finden.

Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen in GUNDERMANN einen Blick auf das Leben von Gerhard „Gundi“ Gundermann, einem der prägendsten Künstler der Nachwendezeit. Er starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren. Das Drehbuch stammt von Laila Stieler. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat. Anna Unterberger steht als seine Frau Conny Gundermann vor der Kamera und in weiteren Rollen sind unter anderem Axel Prahl, Thorsten Merten, Bjarne Mädel, Milan Peschel, Kathrin Angerer und Peter Sodann zu sehen.

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Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf
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