Angehörige der Uni Leipzig gegen anti-israelische Besetzung des Audi Max

Antisemitische Gruppen besetzen Audimax der Uni Leipzig

Leipzig. Am Nachmittag des 7. Mai 2024 haben Aktivist*innen verschiedener antisemitischer Gruppierungen das Auditorium Maximum der Universität Leipzig besetzt. Die Besetzung findet unter dem Namen “Palestine Campus” statt und steht im Kontext weiterer Besetzungen an Universitäten in Deutschland. Die antisemitischen Aktivist*innen errichteten Zugangskontrollen zum Neuen Augusteum und übten Gewalt gegen Studierende aus, die die Besetzung kritisch begleiteten.

Mit der derzeitigen Besetzung möchten die antisemitischen Gruppen die Universität Leipzig unter Druck setzen. Ihr Ziel ist eine Übernahme antisemitischer Positionen gegenüber dem Staat Israel seitens der Universität. Zu diesen Forderungen gehört insbesondere eine Aufweichung der durch die Universität Leipzig angenommenen IHRA-Definition (International Holocaust Remembrance Alliance) von Antisemitismus. Bei der IHRA-Definition handelt es sich um die gängigste und allgemein akzeptierte Definition von Antisemitismus, die jedoch von antisemitischen Aktivist*innen seit einigen Jahren massiv angegriffen wird.

Die von den Besetzer*innen geforderte “Offenlegung” aller “Investitionen” und “Beziehungen” zu Israel, einschließlich der “Verbindung von Investoren” der Uni Leipzig zielt auf die Isolierung und letztendliche Zerstörung Israels ab. Einen Tag nach dem Holocaustgedenktag erschreckt uns die Forderung, nicht beim jüdischen Staat zu kaufen, zu investieren oder mit ihm zu arbeiten. Die Besetzer*innen unterstrichen ihre Forderung nach der Vernichtung Israels und weiterer Gewalt gegen israelische Zivilist*innen mit den Rufen “Intifada Revolution” und “Yallah Intifida” (“Los Intifada!”). “Intifada” kommt aus dem arabischen und bezeichnet zwei Wellen der Gewalt gegen israelische Zivilist*innen.

Insbesondere bei der “Al-Aqsa-Intifada” in den frühen 2000er Jahren wurden etwa 1000 israelische Zivilist*innen bei Selbstmordanschlägen, unter anderem auf Linienbusse, ermordet. Mehrere tausend Palästinser*innen kamen ebenfalls ums Leben. Ihren Ausgang hatte diese Art von Aktivismus an zahlreichen Universitäten in den Vereinigten Staaten von Amerika genommen. Die Besetzung geschieht einen Tag nach dem internationalen Holocaustgedenktag und genau sieben Monate nach dem Beginn der antisemitischen Massaker der Hamas an israelischen Zivilist*innen. Bei den Besetzungen auf den Campus von US-Universitäten kam es wiederholt zu antisemitischer Propaganda, Sachbeschädigungen, sowie zu teils massiver physischer Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie gegen Kritiker*innen.

Zu den Vorfällen in den Vereinigten Staaten gehörten beispielsweise Solidaritätsbekundungen mit islamistischen Terrororganisationen wie der palästinensischen Hamas, der libanesischen Hisbollah und den jemenitischen Houthis. Besetzer*innen errichteten zum Teil Absperrungen und Kontrollpunkte, an denen sie Identitäts- und Gesinnungsüberprüfungen ihrer Kommiliton*innen durchführen. Jüdische Studierende wurden zum Teil durch massive körperliche Gewalt am Betreten der Universitäten gehindert. Antisemitische Gruppen versuchen bereits seit Monaten derartige Praktiten auch an der Universität Leipzig zu etablieren.

Insbesondere der SDS Leipzig arbeitet dabei eng mit den außeruniversitären Gruppen Föderation Klassenkämpferischer Organisationen, Handala, Kommunistischer Aufbau, Young Struggle und Zora zusammen. Als gemeinsame Tarnorganisationen haben diese Gruppen in der Vergangenheit unter dem Label “Students for Palestine” agiert. Bei gemeinsamen Aktionen dieser Gruppen kam es auf dem Campus immer wieder zu antisemitischen Vorfällen. Bei Demonstrationen und Kundgebung außerhalb der Universität haben sich diese Gruppen ebenfalls mehrfach explizit mit antisemitischen Terrororganisationen wie der “Volksfront zur Befreiung Palästinas” (PFLP), der Hamas und den Houthis solidarisiert. Auch zwei schweren gewalttätigen Übergriffen gegenüber Pressevertreter*innen sind von derartigen Veranstaltungen bereits ausgegangen.

Wir fordern – eine Verurteilung der antisemitischen Vorfälle durch zivilgesellschaftliche Akteure, Parteien und Gruppen in Leipzig – keine Kooperation mit Antisemit*innen – eine klare Distanzierung und Verurteilung der Universitätsleitung von den beteiligten Gruppen – eine sofortige Beendigung der Besetzung – deutliche Konsequenzen für die Besetzer*innen – Information über und Abwahl aller Referent*innen und Beauftragten des Student*innenRates der Universität Leipzig, die die heutige Besetzung und vergleichbare Aktionen unterstützt haben

Associazione Sapere Aude

Leipzig, 7.. Mai 2024

Associazione Sapere Aude ein Zusammenschluss von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Leipzig

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