Rehkitzrettung: Brandenburger Landestierschutzbeauftragter weist auf notwendige Maßnahmen bei der Mahd hin

Bundeslandwirtschaftsministerium hat Drohnen-Förderung neu aufgelegt – Jungwildrettung mit Bestandsdrohnen bleibt auch weiterhin möglich

Potsdam. Die Mahd von Wiesen und Weiden kann für viele Wildtiere eine große Gefahr darstellen, da sie mitten in die Brut- und Setzzeit fällt. Betroffen sind vor allem Rehkitze, aber auch Feldhasen und Bodenbrüter, da in ihren ersten Lebenswochen die erste Mähperiode des Grünlands ansteht. Rehkitze werden von ihren Müttern häufig in den dichten Wiesen auf landwirtschaftlichen Flächen versteckt. Bei Gefahr verharren sie in der Regel regungslos im Gras und ducken sich anstatt zu flüchten. Landwirten ist es in der Regel nicht möglich, Jungtiere während des Mähvorgangs im hohen Grasland rechtzeitig zu entdecken.

Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras hat sich als effiziente Maßnahme zur Rehkitzrettung erwiesen. Brandenburgs Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke weißt deshalb darauf hin, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Förderung von Drohnen fortführt und der Einsatz von Bestandsdrohnen auch weiterhin möglich ist.
Landestierschutzbeauftragte Dr. Zinke appelliert: „Ich bitte die Landwirtinnen und Landwirte darum, auch in diesem Jahr beim Mähen Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren zu berücksichtigen. Neben herkömmlichen Verfahren wie das Mähen von innen nach außen, Vergrämungsmaßnahmen oder das Absuchen der Flächen kann insbesondere für das Aufsuchen von Jungtieren, wie Rehkitzen, Feldhasen und Bodenbrütern, auch der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik genutzt werden. Drohnen ermöglichen auf effiziente und zeitsparende Weise, dass junge Wildtiere aus der Luft geortet und so vor dem Mähtod bewahrt werden können. Gerade für das Absuchen und den Drohneneinsatz bitte ich auch die jeweils zuständigen Jagdpächterinnen und Jagdpächter um Unterstützung. Zusätzlich kann auch die Hilfe von ehrenamtlich arbeitenden Vereinen wie der „Rehkitzrettung Brandenburg“ genutzt werden. Hierfür ist eine rechtzeitige Abstimmung von Mähterminen essenziell.“

Das BMEL hat die Förderung für die Anschaffung solcher Drohnen in diesem Jahr neu aufgelegt und stellt weitere Mittel in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro für den Schutz von jungen Wildtieren durch Drohnen bereit. Anträge können bis zum 14. Juni 2024 an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gestellt werden: https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Rehkitz/Rettung_node.html

Der Einsatz von Bestandsdrohnen für den Tierschutz bleibt vorerst möglich, auch ohne eine Zertifizierung des Herstellers. Gemäß Bundesverkehrsministerium dürfen Drohnen, die vor dem Inkrafttreten der Europäischen Drohnenverordnung am 1. Januar 2024 angeschafft wurden, in der Zeit bis zum 19. November 2024 weiterhin während der Mahdperiode zur Rehkitz- bzw. Wildtierrettung eingesetzt werden. Diese dürfen näher an Siedlungs- und Gewerbegebiete als bisher heranfliegen – der Mindestabstand wurde von 150 Metern auf zehn Meter reduziert. Der seitliche Mindestabstand zu bebauten Flächen muss weiterhin stets größer als die Flughöhe des Fluggerätes sein. Damit kann eine größere Fläche nach Wildtieren abgesucht werden. Die erlassene Allgemeinverfügung des Luftfahrt-Bundesamtes finden Sie hier: https://www.lba.de/SharedDocs/Startseite_Nachrichten/DE/Aktuell/Drohnen_Allgemeinverfuegung.html

Haftalltag und Radikalisierung im Strafvollzug Brandenburg

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Die Mauern der Strafvollzugseinrichtung Brandenburg waren dick, alt und speicherten eine Kälte, die tief in das Bewusstsein der Insassen kroch. Teaser: Wer hier einsaß, gehörte zu den "Langstrafern" der DDR. In diesem Mikrokosmos, abgeschirmt von der Außenwelt, trafen junge politische Häftlinge auf eine Hierarchie, die von schweren Gewaltverbrechern dominiert wurde. Der Alltag bestand aus dem Kampf gegen die Isolation und dem Versuch, die eigene geistige Integrität zu wahren – sei es durch das Rezitieren von Schulgedichten oder die mühsame Kommunikation durch Rohrleitungen. Doch Brandenburg war mehr als nur ein Ort der Bestrafung; es war ein Raum ungewöhnlicher Begegnungen. In den späten achtziger Jahren saßen dort noch verurteilte NS-Kriegsverbrecher ein. Für junge Oppositionelle, die sich vom Staat abgewandt hatten, boten diese alten Männer eine verstörende Faszination. Der Kontakt zu Tätern der Geschichte, die im staatlich verordneten Antifaschismus als das absolute Böse galten, führte nicht zur Abschreckung, sondern bei einigen zur ideologischen Neuausrichtung. Die Radikalisierung fand nicht trotz, sondern wegen der Haftbedingungen statt. Selbst der Moment der Freiheit war von der Willkür des Apparats gezeichnet. Wer ohne Ausweis, nur mit einem Entlassungsschein in die Freiheit entlassen wurde, spürte sofort, dass es für ihn keinen Platz mehr in diesem Land geben sollte. Die Flucht über Prag war oft weniger eine politische Entscheidung als ein Akt der nackten Notwendigkeit. Die Ankunft im Westen glich dann weniger einem Jubelschrei als einem psychischen Zusammenbruch, wenn die Anspannung der Haft abrupt von der Überfülle der neuen Realität abgelöst wurde. Der Zug hielt am Bahnhof, und die Passagiere stiegen in eine Welt, die sie erst noch begreifen mussten. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Das Gefängnis in Brandenburg-Görden galt als eine der härtesten Stationen im Strafvollzug der DDR, reserviert für jene, die der Staat für lange Zeit wegsperren wollte. Teaser: Die Zusammensetzung der Häftlinge schuf eine explosive Mischung. Neben Mördern und Kriminellen fanden sich dort politische Gefangene wieder, die oft noch sehr jung waren. In diesem Umfeld entwickelten sich Dynamiken, die weit über den eigentlichen Haftzweck hinausgingen. Besonders brisant war die Anwesenheit von NS-Kriegsverbrechern, die ihre lebenslangen Strafen verbüßten. Der Austausch zwischen diesen historischen Tätern und den jungen Häftlingen ist ein oft übersehener Aspekt der DDR-Haftgeschichte. Er zeigt, wie das System unfreiwillig zur politischen Radikalisierung beitrug. Die Isolation und der Druck des Gefängnisalltags machten empfänglich für Ideologien, die dem System diametral entgegenstanden. Gleichzeitig offenbart der Umgang mit Entlassenen im Herbst 1989 den Zerfall der staatlichen Ordnung. Die bürokratische Schikane, Ausweise zu verweigern, trieb die Menschen förmlich aus dem Land. Die Züge in den Westen waren voll, doch in den Abteilen herrschte oft eine Mischung aus Erleichterung und tiefer Verunsicherung über das, was nun kommen würde. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Freiheit ist im ersten Moment oft kein Gefühl der Freude, sondern eine Erfahrung der totalen Überforderung. Teaser: Wenn sich die Türen der Haftanstalt öffnen und kurz darauf die Grenze in den Westen überschritten wird, prallen zwei Welten aufeinander. Für Häftlinge aus Brandenburg war der Weg von der Isolation der Einzelzelle in die bunte Lautstärke Bayerns ein Schock. Es fehlte oft die Vorstellungskraft für das Leben "danach", da der Überlebensinstinkt in der Haft alle Ressourcen gebunden hatte. Die Realität der Freiheit war komplexer als der Traum davon. Man stand auf dem Bahnsteig und sah sich um.