Die Sorge in Gera wird bunt: „Zukunft Sorge – Eine Straße voller Wünsche“

Gera. Auf der Geraer Sorge wird es schon bald einen neuen Hingucker geben, denn die städtische Einkaufsstraße wird in den kommenden Tagen mit etwa 125 bunten Regenschirmen überspannt. Genutzt werden dafür die Seile, an denen in der Adventszeit auch die Weihnachtsbeleuchtung befestigt wird. Zudem werden weitere sechs Seile gespannt, um die Fläche zu verdichten. Ziel, der zunächst als Pilotprojekt über den Sommer angelegten Aktion, ist es dabei, die Sorge als städtischen Raum für Bürgerinnen und Bürger aber auch Gäste der Stadt aufzuwerten und einen Impuls für eine positivere Wahrnehmung zu setzen.

„Wenn wir darüber reden, die Innenstadt zu beleben, erwarten viele Menschen immer ein großes Projekt, was alles verändern wird. Es gehören aber auch so viele kleine Dinge dazu, die die Innenstadt zu einem liebeswerten und attraktiven Ort machen. Die Schirme sind hier ein Puzzlestück im großen Ganzen, um ein positives Zeichen für unser Zentrum und speziell die Sorge als eine der Hauptachsen in diesem Bereich zu setzen“, so Geras Citymanagerin Amelie Becker, die die Aktion im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gemeinsam mit Oberbürgermeister Julian Vonarb initiiert hat und nun auch auf eine gewisse Sogwirkung hofft: „Das Aufhängen bunter Regenschirme wird die Sorge nicht von heute auf Morgen vollkommen verändern, doch die Aktion wird hoffentlich viele Neugierige in die Straße locken – und davon werden auch die Sorge und ihre Akteure profitieren.“

Die offizielle Einweihung findet am 3. Mai 2024 um 13 Uhr im oberen Teil der Sorge statt und wird von verschiedenen Informations- und Kinderangeboten begleitet. Dazu gehört unter anderem ein buntes Rahmenprogramm der Volkssolidarität mit Tanzeinlagen und musikalischen Darbietungen. Zudem ist der Tierpark Gera mit einem kleinen Streichelgehege vor Ort. Auch die Frage, wie die Zukunft der Sorge und auch der gesamten Innenstadt einmal aussehen kann, wird kreativ im Rahmen von Schaufenstergestaltungen nachgegangen: In einigen leeren Ladenlokalen werden in Zusammenarbeit mit der Volkssolidarität Aufsteller platziert, die mit verschiedenen Wünschen der Bürgerinnen und Bürger an die Stadt versehen werden.

Zudem wird es in Kooperation mit „Schönes Gera“ einen Fotowettbewerb geben, bei dem das schönste Bild in Verbindung mit der Schirmaktion gesucht wird. Alle Interessierten haben dann bis zum 31. Mai 2024 die Möglichkeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Auf die Gewinner warten attraktive Preise. Für all jene, die die Stadt fotografisch entdecken wollen, wird zudem mit Unterstützung der Energieversorgung Gera eine Selfie Point Innenstadttour erstellt. Zudem wird auch der bereits aus dem Küchengarten bekannte Holz-Bilderrahmen von „Schönes Gera“ im Rahmen der Aktion in die Innenstadt auf den Zschochernplatz verlegt, um auch hier Inspiration für neue Motive zu bieten.

„Die bunten Schirme mögen die Probleme, vor denen die Innenstadt steht, nicht lösen können, sie sind jedoch ein wunderbares Beispiel dafür, was in Gera alles möglich ist, wenn man sich engagiert und Hand in Hand arbeitet. Denn ohne die Unterstützung all unserer Partner wäre es nicht möglich gewesen, dieses Projekt zu realisieren“, so die Citymanagerin weiter. Zu diesen gehören neben der TAG Wohnen und der Energieversorgung Gera als Sponsoren auch die OTEGAU, der Zweckverband Wasser/Abwasser mittleres Elstertal, Schönes Gera, die Volkssolidarität, die Feuerwehr Gera, die Gera Arcaden, der Geraer Tierpark und die Hauseigentümer, die ihr Einverständnis für das Projekt gegeben haben.

„Das Projekt hat gezeigt, dass es in Gera viele Menschen gibt, die gern mit anpacken, wenn es darum geht, etwas Gutes für die Stadt zu tun. Wenn wir diese Energie bündeln und gemeinsam nutzen, können wir auch in Zukunft noch einiges für Gera erreichen“, erklärt Becker.

Wie das Dresdner DEFA-Trickfilmstudio Welten erschuf, verlor und wiederfand

Drei Teaser 1. Persönlich Heimatverlust. Stell dir vor, dein Arbeitsplatz ist mehr als nur ein Büro – er ist eine Familie, eine kreative Trutzburg gegen die graue Realität draußen. Für die Mitarbeiter des DEFA-Trickfilmstudios war genau das Alltag. Sie erschufen Welten aus Papier und Draht, während um sie herum ein Staat zerbröckelte. Doch dann kam die Wende, und mit ihr nicht die erhoffte Freiheit, sondern der Rauswurf. Wir begleiten ehemalige Regisseure und Puppenbauer, die mit Tränen in den Augen erzählen, wie sie ihre Lebenswerke buchstäblich aus dem Müllcontainer fischen mussten. Eine Geschichte über gebrochene Biografien, unbändige Leidenschaft und die schmerzhafte Frage: Was bleibt von mir, wenn mein Studio stirbt? 2. Sachlich-Redaktionell Trickfilmgeschichte. Über 35 Jahre lang war Dresden das Zentrum des ostdeutschen Animationsfilms. Von 1955 bis zur Abwicklung 1992 produzierten hier rund 240 Angestellte hunderte Filme für Kino und Fernsehen – vom Sandmännchen-Vorprogramm bis zur regimekritischen Parabel. Die Dokumentation „Kaspar, Mäxchen Pfiffig und Teddy Plüsch“ zeichnet den Aufstieg und Fall des DEFA-Studios für Trickfilme präzise nach. Sie beleuchtet die Produktionsbedingungen unter sozialistischer Planwirtschaft, die Zensurmechanismen und die drastischen Folgen der Treuhand-Abwicklung. Zugleich dokumentiert sie die erfolgreiche Gründung des Deutschen Instituts für Animationsfilm (DIAF), das heute das kulturelle Erbe verwaltet und für die Nachwelt sichert. 3. Analytisch und Atmosphärisch Schattenriss. Zwischen Propaganda und Poesie: Der DDR-Trickfilm war stets ein Balanceakt. In den Dresdner Studios entstand eine Ästhetik des Subtilen, geboren aus der Notwendigkeit, zwischen den Zeilen zu erzählen. Die Dokumentation legt die Mechanismen einer „Insel der Glückseligkeit“ frei, die paradoxerweise streng bewacht war. Atmosphärisch dicht verwebt der Film die melancholische Schönheit alter Silhouetten-Animationen mit der brutalen Nüchternheit der Nachwendezeit. Es ist eine Analyse der Macht von Bildern – wie man mit einer einfachen Drahtfigur politische Systeme hinterfragen kann und wie fragil künstlerische Freiräume sind, wenn sie plötzlich den Marktkräften ausgesetzt werden. Ein Abgesang auf das Analoge im digitalen Zeitalter.