Verkauf von E-Autos in Deutschland stagniert

München. Die Nachfrage nach Elektroautos bleibt eher zurückhaltend. Im April wurden 29.668 Autos mit reinem Batterieantrieb (BEV) neu zugelassen. Nach einem leichten Aufwärtstrend im Februar und März sinkt die Zahl der neu zugelassenen E-Autos leicht im Vergleich zum Vormonat. Allerdings war der April insgesamt ein eher zulassungsschwacher Monat – auch bei Verbrenner-Fahrzeugen. Eine erneute Trendwende ist mit dem leichten Rückgang laut ADAC aber nicht einläutet. Der Anteil von E-Autos an allen neu zugelassenen Pkw ist im April sogar leicht gestiegen (von 11,9 auf 12,2 %).

Mit Blick auf die dringend nötige Verkehrswende und auf die von der Politik angestrebten 15 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 ist die aktuelle Entwicklung des Marktes nach Ansicht des Clubs keinesfalls zufriedenstellend. Die Zulassungszahlen von E-Autos im April liegen ziemlich exakt auf den Werten des Vorjahres.

Beliebtestes Segment mit über der Hälfte der neu zugelassenen Elektroautos bleiben SUV (16.177 von 29.668). Mit großem Abstand dahinter folgen Fahrzeuge der Kompaktklasse (3.720). Ein kräftiger Zuwachs konnte in den Segmenten Oberklasse und Großraumvans verzeichnet werden (46 bzw. 193 %), deutliche Einbußen gibt es hingegen für Kleinst- und Kleinwagen (-30 bzw. -25 %). Diese Zahlen zeigen, dass E-Autos noch nicht vollständig die Fahrzeugverteilung im Massenmarkt abbilden. Nach Ansicht des ADAC muss hier die Angebotsvielfalt wachsen und der Preis für kleinere Fahrzeuge deutlich attraktiver werden, um mit den Verbrenneralternativen mithalten zu können.

Das Verhältnis zwischen gewerblichen (18.807) zu privaten (10.829) Neuzulassungen bleibt im Vergleich zum Vormonat unverändert (ca. 2:1). Aufgrund der wesentlich kürzeren Haltedauer von Fahrzeugen in Firmenflotten sichert dies einen beständigen sowie erforderlichen Zulauf von E-Autos in den Gebrauchtmarkt. Der hierfür ausschlaggebende Indikator der Besitzumschreibungen ist auch im April (im vierten Monat in Folge) erneut gestiegen. Insgesamt wurden 13.040 E-Autos auf neue Besitzer umgeschrieben.

Die Nacht der verpassten Chance: Walter Momper trifft Bärbel Bohley

Teaser für Social Media & Newsletter 1. Persönlich (Meinung/Kolumne) Haben Sie sich schon einmal gefragt, wann genau der Traum vom „Dritten Weg“ der DDR eigentlich starb? Ich glaube, es war an einem einzigen Abend in Schöneberg. Walter Momper flehte Bärbel Bohley fast an: „Regiert endlich! Sonst macht es Kohl.“ Ihre Absage rührt mich bis heute fast zu Tränen. Sie wollten rein bleiben, nur Opposition sein – und gaben damit, ohne es zu wollen, ihr Land aus der Hand. Ein Lehrstück darüber, dass Moral allein in der Politik manchmal nicht reicht. 2. Sachlich-Redaktionell (News-Flash) Historisches Dokument beleuchtet Schlüsselmoment der Wendezeit: Ende 1989 lud Berlins Regierender Bürgermeister Walter Momper Vertreter der DDR-Opposition ins Rathaus Schöneberg. Laut Mompers Aufzeichnungen in „Grenzfall“ drängte er Gruppen wie das „Neue Forum“ zur sofortigen Regierungsübernahme, um Helmut Kohl zuvorzukommen. Bärbel Bohley lehnte dies jedoch kategorisch ab („Wir sind und bleiben Opposition“). Eine Entscheidung, die den Weg zur schnellen Wiedervereinigung ebnete. 3. Analytisch und Atmosphärisch (Longread/Feature) Es war ein Aufeinandertreffen zweier Welten im Rathaus Schöneberg: Hier der westdeutsche Machtpragmatiker Walter Momper, dort die idealistischen Moralisten der DDR-Bürgerbewegung um Bärbel Bohley. Während Momper das Machtvakuum sah und vor einer Übernahme durch Bonn warnte, beharrte die Opposition auf ihrer Rolle als Kritiker. Dieser Abend illustriert das tragische Dilemma der Revolution von 1989: Wie der moralische Anspruch der Bürgerrechtler ihre politische Handlungsfähigkeit lähmte.