„Creme Brühlee“ startet mit Konzerten und Familienprogramm in Erfurt

Ab dem 14. Mai 2024 ist es wieder soweit:„Creme Brühlee“ startet in die neue Saison und begrüßt große und kleine Erfurterinnen und Erfurter zu Musik und Theater im Brühler Garten.

Erfurt. Freuen können sich alle „Creme Brühlee“-Fans in diesem Jahr zunächst auf das Figurentheater Christiane Weidringer mit dem Puppentheaterstück „Die Regentrude“ nach Theodor Strom, das die Reihe am 14. Mai um 17 Uhr eröffnet. Die Puppenkinder Maren und Andrees machen sich in dem Stück auf den Weg, das Land von der Dürre zu befreien. Mit grüner Wiese und hoffentlich weniger Regenschauern im Gepäck, versüßt das „Creme Brühlee“ anschließend immer am zweiten Dienstag im Monat den Nachmittag im Brühler Garten.

Weiter geht es am 11. Juni mit dem Drumensemble „Rambazamba“ der Erfurter Musikschule und am 9. Juli mit dem Kindertheaterstück „Der Froschkönig“, aufgeführt vom Theater im Palais. Am 13. August können alle Besucherinnen und Besucher beim Quatschliederkonzert von Björn Sauer laut mitsingen und zum Sommerausklang am 10. September bringt das Duo Crepes Sucette jede Menge tanzbare Straßenmusik aus Weimar und der Welt mit.

Tipp: Picknickdecke und Picknickkorb nicht vergessen! Der Eintritt ist wie immer kostenfrei. Veranstalter ist die Kulturdirektion der Landeshauptstadt Erfurt.

Steinernes Schweigen und politische Wende: Das Ehrenmal Treptow 1989

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Es gibt Orte, die speichern Geschichte nicht nur, sie atmen sie aus. Wenn man heute durch den Treptower Park läuft, zwischen den riesigen Pappelreihen und dem roten Granit, spürt man eine seltsame Ruhe. Aber 1989 war dieser Ort alles andere als ruhig. Er war ein Brennglas. Ich habe mir noch einmal angesehen, was in diesem einen Jahr dort alles passiert ist. Im Mai standen dort noch die alten Männer in ihren Mänteln und feierten eine Wahl, die keine war. Im Oktober stand dort Gorbatschow, und alle Blicke ruhten auf ihm, voller Hoffnung, dass sich endlich etwas bewegt. Und im Dezember, als die Mauer schon offen war, kippte die Stimmung in Wut und Farbe. Es ist faszinierend, wie schnell sich die Bedeutung von Symbolen ändern kann, wenn die Gesellschaft drumherum aufwacht. Steine verändern sich nicht, aber unser Blick auf sie wandelt sich jeden Tag. B) SEITE 1 (Kontext) Das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow gilt oft als zeitloser Ort des Gedenkens. Doch ein Blick in die Chronik des Jahres 1989 zeigt, wie sehr das Monument in die politischen Kämpfe der Wendezeit verstrickt war. Innerhalb weniger Monate wandelte sich die Funktion der Anlage radikal. Im Mai 1989 diente es noch der SED-Führung zur Inszenierung ihrer Macht nach den gefälschten Kommunalwahlen. Im Oktober wurde es durch den Besuch Michail Gorbatschows zur Kulisse für das Ende der alten Doktrinen. Ende Dezember schließlich markierten Schmierereien mit Parolen wie "Besatzer raus" das endgültige Ende der staatlich verordneten Unantastbarkeit. Die darauf folgende Instrumentalisierung der Vorfälle durch die PDS zeigt, wie sehr Geschichte gerade in Umbruchzeiten als politische Waffe dient. Ein Lehrstück über Deutungshoheit. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Der "Befreier" aus Bronze blickt seit 1949 über Berlin. Aber wen oder was er beschützt, das definierte das Jahr 1989 neu. Erst war er der Garant der SED-Herrschaft, dann im Oktober die Kulisse für Gorbatschows Reformversprechen, und im Dezember plötzlich Zielscheibe von Wut und Vandalismus. Symbole bleiben nur so lange stabil, wie die Macht, die sie stützt. Wenn diese Macht zerfällt, werden aus Denkmälern Fragen.