Bei gleicher Umgebung schaut doch ein jeder in eine andere Welt!

Kommunikation und Transparenz gehören zu den Eckpfeilern dieser Demokratie. Sie bilden regelrecht die Grundlage für ein vernünftiges und friedliches Miteinander. Jena hatte einmal einen funktionierenden Stadtrat und eine bürgerfreundliche Verwaltung. Damit meine ich nicht die Besetzung der Sitze im Stadtrat, sondern eine funktionierende Struktur. Sicherlich muss man zugeben, ein lokales Parlament arbeitet ehrenamtlich und gehört rein rechtlich sogar zur Verwaltung einer Stadt.

Die Thüringer Kommunalordnung regelt das im §22 wie folgt: (1) Organe der Gemeinde sind der Gemeinderat und der Bürgermeister. Sie verwalten die Gemeinde nach den Bestimmungen dieses Gesetzes. Der Gemeinderat führt in den Städten die Bezeichnung Stadtrat. Und die eigentliche Hoheit obliegt dem Stadtrat Entscheidungen zu treffen bei Bauleitplanungen oder beim Haushalt der Stadt. In alle dem wohnt die Kontrolle des Oberbürgermeisters, als dem eigentlich Chef der kommunalen Verwaltung.

Darin begründet liegt wohl auch die Krux. Bürger spielen letztendlich keine bedeutende demokratische Rolle im gesamten Prozess. Der Bürger möge rechtschaffend arbeiten und/oder unternehmerisch tätig sein. In welche Sackgasse uns diese Logik geführt hat, bekommen wir aktuell jeden Tag immer mehr zu spüren. Auch in Jena bemühen sich Bürger aktiv einzubringen. Sie werden aber regelrecht von Staatsorganen, die sich eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen müssten, sehr oft ignoriert, es sei denn, es gibt bereits wieder staatliche Strukturen, die ein Korsett für eine vorgespielte Demokratie vorsehen wie z.B. das Bürgerbudget.

Bürger kann man nur mitnehmen, in dem man Bürger auch gewähren lässt und nicht hinter jeder Anfrage im Stadtrat Böswilligkeit vermutet. Bei der nächsten Wahl kann der Oberbürgermeister oder die Dezernenten schon mal schnell wieder weg sein. Der Bürger jedoch bleibt und er wird sich, alleine schon durch die neuen Wege der Öffentlichkeit wie das Smartphone seinem Interesse Gehör verschaffen. Und in Zukunft wird der Bürger die Verwaltungen kontrollieren, wenn es die Stadträte nicht mehr machen. Dies erkennt man schon jetzt an vielen Beispielen in Jena.

Aber das alles geht nicht ohne eine aktive und funktionierende Zivilgesellschaft. Das reine Verwaltungshandeln wird uns immer weiter in die Krise führen. Wenn eine grüne Partei kein Interesse mehr daran hat, die Stadt ökologisch zu schützen, dann machen das eben die Bürger wieder selber. Dazu muss man sich nicht wählen lassen.

Und wieder war auch das alte Jena Muster im Jenaer Stadtrat erkennbar beim Beschluss zum Eichplatz. Die meisten Stadträte haben das jetzt nur beschlossen, weil wir das „endlich mal zum Abschluss bringen müssen“. Das ist aber leider nur die Übernahme klassischen Verwaltungsdenkens. Wer eben zu lange im Stadtrat sitzt, denkt eben dann auch nur noch wie eine Verwaltung. Diesen Vorwurf müssen sich auch die Stadträte gefallen lassen. Und nicht nur aus Denkmalschutzgründen ist es ein Wahnsinn dort im Stadtzentrum noch Hochhäuser zu bauen. Die ökologischen Konsequenzen sind ebenso nicht mehr kalkulierbar.

Es ist eine völlig alte Logik des Bauens und der Stadtentwicklung. Alles immer weiter zu verdichten. Und wenn das nicht mehr geht, dann baut man eben einfach in die Höhe. Der Inselplatz ist das nächste schlechte Beispiel. Es wird versucht, damit ein Gefühl von Zukunft zu generieren. Letztendlich ist es keine Zukunft, es ist ein weiter so, nur mit anderen Mitteln. Und Jena ist dabei, weitere schlechte Beispiele zu generieren. Dann sollen sie es so machen, aber sie bekommen dafür wenigstens öffentlichen Widerspruch.

Der hohe Preis des Protests: Ein Kassensturz für Ostdeutschland

Journalistischer Text - Teaser Seite Wenn der Zorn teuer wird Der Abwasch ist gemacht, doch die Diskussionen am Küchentisch hallen nach. „Es muss sich was ändern“, heißt es oft, und der Blick geht erwartungsvoll Richtung AfD. Doch ich frage mich: Haben wir wirklich durchgerechnet, was das für unser Konto bedeutet? Wenn die Wut verraucht ist, bleiben die Fakten – und die sehen für den normalen Arbeitnehmer düster aus. Es scheint, als würden wir aus purer Enttäuschung eine Politik wählen, die am Ende genau jenen Wohlstand gefährdet, den wir eigentlich verteidigen wollten. Journalistischer Text - Seite Die Rechnung zahlt der Wähler Die Debatte um eine Regierungsbeteiligung der AfD wird oft emotional geführt, doch ein Blick in das Parteiprogramm bringt ernüchternde Fakten ans Licht. Experten warnen: Die versprochenen Steuergeschenke würden vor allem Gutverdienern nützen, während ein Loch von 180 Milliarden Euro im Haushalt klaffen würde. Die Konsequenz wären drastische Kürzungen bei Fördermitteln und Infrastruktur – ein Szenario, das strukturschwache Regionen im Osten besonders hart treffen würde. Gleichzeitig droht Ungemach auf dem Arbeitsmarkt. Wirtschaftsverbände warnen eindringlich vor der geforderten Abschottung. In Branchen wie dem Bau oder der Pflege sind Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund längst systemrelevant. Ihr Wegfall würde nicht zu mehr Jobs für Einheimische führen, sondern zu einem Stillstand vieler Betriebe, die ohne diese Hände schlicht nicht mehr arbeitsfähig wären.

Verschrottete Zukunft: Wie die DDR ihre Automobil-Visionäre ausbremste

Teaser 1. Persönlich (Max. 500 Zeichen) Ein Leben für den Schrottplatz. Stellen Sie sich vor, Sie bauen das perfekte Auto – modern, sicher, seiner Zeit voraus. Sie stecken Jahre Ihres Lebens, all Ihr Herzblut hinein. Und dann kommt der Befehl von ganz oben: "Vernichten." Genau das erlebten die Ingenieure in Zwickau. Sie mussten zusehen, wie ihr genialer P603, der "Golf des Ostens", zerstört wurde. Eine bewegende Geschichte über zerplatzte Träume und den Schmerz, wenn die eigene Vision verboten wird. 2. Sachlich-Redaktionell (Max. 500 Zeichen) Geheime Prototypen enthüllt. Der Trabant galt als Symbol der Rückständigkeit. Doch neue Recherchen zeigen: Die DDR-Ingenieure waren der Weltklasse ebenbürtig. Bereits in den 60ern standen in Zwickau und Eisenach serienreife Modelle bereit, die technisch und optisch westliche Standards übertrafen. Wir analysieren, warum Politbürokraten 1968 die Notbremse zogen, Innovationen verboten und damit den wirtschaftlichen Untergang der DDR-Autoindustrie besiegelten. 3. Analytisch & Atmosphärisch (Max. 500 Zeichen) Stillstand per Dekret. In den staubigen Archiven schlummert eine alternative Realität. Konstruktionszeichnungen zeigen schnittige Coupés und moderne Kleinwagen, die nie eine Straße berührten. Die Geschichte der nie gebauten DDR-Autos ist ein Lehrstück über die Lähmung einer Planwirtschaft. Während Ingenieure die Zukunft entwarfen, regierte im ZK die Angst vor "Playboy-Autos". Ein atmosphärischer Blick in eine Ära, in der Innovation nicht als Chance, sondern als Gefahr galt.