(JP) Mehr E-Autos und 4100 Nutzer – Carsharing wächst rasant

Die Stadt Jena macht einen weiteren Schritt in Richtung umweltfreundliche Mobilität. Mit der Eröffnung einer neuen E-Carsharing-Station vergrößert der Anbieter teilAuto seine Elektroflotte in der Saalestadt. Dies ist das Ergebnis einer Fortsetzung der Kooperation mit der Energiegenossenschaft Ilmtal eG aus Weimar. Am Standort Wöllnitzer Straße wurde kürzlich neue Ladetechnik in Betrieb genommen, die zunächst für ein E-Auto der Kompaktklasse zur Verfügung steht. Ein zweites Elektrofahrzeug soll das Angebot in Kürze ergänzen.

Dies ist bereits der zweite Standort im Jenaer Kernbergviertel, an dem teilAuto und die Ilmtal Energiegenossenschaft gemeinsam Lademöglichkeiten für gemeinschaftlich genutzte Elektroautos geschaffen haben. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Partner in der Heimstättenstraße eine E-Carsharing-Station eröffnet.

Christian Vollrath, Regionalleiter bei teilAuto, hebt die Bedeutung Jenas hervor: „Unsere Flotte in Jena hat im Vergleich mit anderen Thüringer teilAuto-Städten aktuell den größten E-Auto-Anteil“. Er betont jedoch auch Herausforderungen bei der Installation von Ladetechnik: „Gern würden wir bei der Ausstattung unserer Carsharing-Stationen mit Ladetechnik schneller vorankommen. Viele Beteiligte müssen dafür an einen Strang ziehen“. Umso erfreuter zeigt er sich über die Zusammenarbeit: „Daher sind wir sehr froh, auf das Know-how und die Unterstützung der Energiegenossenschaft bauen zu können“.

Die Nachfrage nach Carsharing in Jena wächst spürbar. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Nutzenden um 600 neue Fahrtberechtigte auf nunmehr 4.100 Personen. Christopher Gieb, Projektleiter bei der Ilmtal Energiegenossenschaft, sieht darin großes Potenzial: „Die Nachfrage nach CO2-neutraler Mobilität wächst mit dem Angebot von Elektroautos“. Er ist überzeugt, dass gerade im Carsharing viele Menschen von dieser Entwicklung profitieren können. Durch den zielgerichteten Einsatz von Ladetechnik kann diese effizient genutzt werden, wodurch Elektromobilität einer großen Zahl von Nutzern zugänglich gemacht wird.

Das Konzept des Carsharings bietet vielfältige Vorteile. Studien zufolge kann ein einziges Carsharing-Auto im Durchschnitt acht bis zehn private Pkw ersetzen, was zur Entlastung des Straßenraums beiträgt. Laut Bundesverband Carsharing ist das organisierte Autoteilen insbesondere für Personen attraktiv, die im Jahr weniger als 14.000 Kilometer fahren und das Auto nicht täglich für den Arbeitsweg benötigen.

Die Gemeinschaftsautos stehen rund um die Uhr zur Verfügung und können flexibel gemietet werden – von einer Stunde bis zu mehreren Wochen. Die Buchung ist jederzeit per App, Webseite oder telefonisch möglich. Der Zugang zu den Fahrzeugen erfolgt über die Smartphone App. Für die erste Nutzung ist eine einmalige Registrierung auf teilauto.net erforderlich.

Neben Pkws in unterschiedlichen Größen bietet teilAuto auch Lieferfahrzeuge, Kleinbusse und Transporter zur Ausleihe an. Diese Vielfalt ermöglicht es den Nutzern, für jeden Bedarf das passende Fahrzeug zu finden, ohne ein eigenes besitzen zu müssen.

Die Erweiterung des E-Carsharing-Angebots in Jena durch die Kooperation von teilAuto und der Ilmtal Energiegenossenschaft markiert einen wichtigen Schritt für eine nachhaltigere und effizientere Mobilität in der Stadt, der auf das wachsende Interesse der Bevölkerung an CO2-neutralen Transportmöglichkeiten reagiert.

Die inoffizielle Hierarchie der DDR-Gesellschaft jenseits der Ideologie

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Es gehört zu den prägenden Erfahrungen vieler Ostdeutscher, dass der berufliche Titel auf dem Klingelschild wenig darüber aussagte, wie es hinter der Wohnungstür tatsächlich aussah. Teaser: Wer sich an die Strukturen der DDR erinnert, stößt schnell auf ein Paradoxon, das den Alltag vieler Familien bestimmte. Da war der Ingenieur, der komplexe Fertigungsanlagen plante, aber am Wochenende hilflos vor einem tropfenden Wasserhahn stand, weil ihm sowohl das Material als auch die Verbindung zum Klempner fehlte. Und da war der Nachbar, der als Fernfahrer im internationalen Verkehr unterwegs war und dessen Wohnzimmer mit Geräten ausgestattet war, die der Ingenieur nur aus dem Westfernsehen kannte. Diese Diskrepanz war kein Zufall, sondern ein systemimmanenter Effekt. Die staatlich verordnete Gleichheit führte nicht zur Abschaffung von Hierarchien, sie verschob sie nur auf andere Ebenen. Nicht mehr der Bildungsabschluss oder die Verantwortung im Beruf waren die primären Währungen für sozialen Aufstieg und materiellen Wohlstand, sondern der Zugriff auf das, was fehlte. In einer Gesellschaft, in der Geld im Überfluss vorhanden, aber Waren knapp waren, verschoben sich die Machtverhältnisse zugunsten derer, die Mangel verwalten oder umgehen konnten. Das führte zu einer schleichenden Entwertung akademischer Biografien und zu einem leisen, aber stetigen Frust bei jenen, die glaubten, Leistung müsse sich lohnen. Die wirkliche Elite bildete sich oft im Verborgenen, in den Netzwerken der "Zweiten Ökonomie" und auf den Raststätten der Transitautobahnen. Es entstand eine Gesellschaft, in der die offizielle Ordnung und die gelebte Wirklichkeit immer weiter auseinanderklafften, bis sie nicht mehr zu vereinbaren waren. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Die soziale Ordnung der DDR folgte einer Logik, die in keinem Lehrbuch für Marxismus-Leninismus zu finden war und die den Alltag dennoch stärker prägte als jeder Parteitagsbeschluss. Teaser: Wenn man heute auf die Gesellschaftsstruktur der DDR blickt, muss man den Begriff der "Klasse" neu definieren. Es ging weniger um den Besitz von Produktionsmitteln als um den Besitz von "Beziehungen" und Devisen. Eine Analyse der Versorgungswege zeigt deutlich, wie sich eine inoffizielle Hierarchie etablierte, die quer zu den staatlichen Zielen lag. Fernfahrer und Handwerker verfügten über ökonomische Hebel, die vielen Ärzten oder Lehrern fehlten. Während die Politik versuchte, die Intelligenz materiell nicht zu stark von der Arbeiterklasse abzuheben, schuf der Mangel eigene Privilegien. Wer Devisen besaß oder eine begehrte Dienstleistung anzubieten hatte, konnte sich aus den Zwängen der Planwirtschaft teilweise befreien. Diese Mechanismen führten zu einer tiefen Fragmentierung der Gesellschaft, in der der offizielle Status oft im Widerspruch zur realen Kaufkraft stand. Das System der Privilegien war dabei so fein austariert, dass jeder genau wusste, wo er in dieser unsichtbaren Rangordnung stand. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Wer im Sozialismus studierte, tat dies selten in der Erwartung, später einmal zu den Großverdienern der Gesellschaft zu gehören. Teaser: Die Nivellierung der Einkommen war politisches Programm, doch sie hatte unbeabsichtigte Nebenwirkungen. Dass ein erfahrener Facharzt oft kaum mehr verdiente als ein Schichtarbeiter und deutlich weniger Möglichkeiten hatte als ein Handwerker im Schwarzarbeits-Sektor, sorgte für eine stille Erosion der Leistungsmotivation. Die Währung der Anerkennung war entkoppelt von der Währung des Konsums. Man lebte in einem System, in dem derjenige am meisten galt, der organisieren konnte, was