Zusammenhalt statt Meckern: Norbert Nachtweih für Teamgeist und Durchhaltevermögen

Beim Tag der Deutschen Einheit, am 04.10.2022, organisiert von der BBB BürgerBewegung Bergwinkel, stand nicht nur die Erinnerung an die deutsche Wiedervereinigung im Mittelpunkt, sondern auch die Frage: Was können wir aus der Vergangenheit für unsere Gegenwart lernen? Eine Antwort darauf gab Fußball-Legende Norbert Nachtweih, der als Gastredner in Walroth auftrat.

Der gebürtige Thüringer und ehemalige DDR-Nationalspieler, der 1976 in den Westen floh und später für Eintracht Frankfurt und den FC Bayern München spielte, schlug im Gespräch mit einem lokalen Moderator den Bogen von seiner persönlichen Geschichte zu den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.

„Krisen sind dazu da, um sie zu meistern“, sagte Nachtweih mit ruhiger, klarer Stimme. „Aber man muss auch aufhören, ständig nur zu meckern. Man braucht einen Plan, Durchhaltevermögen und den Mut, wieder aufzustehen.“

Diese Worte fanden hörbar Anklang im Publikum, das sich im Vereinsheim von Walroth versammelt hatte. Die aktuelle gesellschaftliche Stimmung – geprägt von geopolitischen Konflikten, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer spürbaren Polarisierung – war deutliches Thema der Veranstaltung. Nachtweih warnte davor, sich entmutigen zu lassen oder zu resignieren. Gerade in schwierigen Zeiten gelte es, an den Gemeinschaftssinn zu glauben.

„Ob im Fußball oder im Leben: Es geht nicht alleine. Man braucht ein Team, das einen auffängt und mitzieht,“ betonte der 68-Jährige. Und weiter: „Fehler macht jeder. Aber entscheidend ist, wie man sich wieder aufrichtet – und ob man bereit ist, auch anderen dabei zu helfen.“

Besonders eindrücklich wurde es, als Nachtweih über die Nachwuchsarbeit im Fußball sprach. Seine Botschaft an die jungen Spieler, die ebenfalls anwesend waren, war ebenso einfach wie eindringlich: „Nicht den Kopf hängen lassen. Lernen, kämpfen, gemeinsam weitermachen. Der Erfolg kommt nicht immer sofort – aber wer dranbleibt, wird besser.“

Die BürgerBewegung Bergwinkel setzte mit dem Event ein klares Zeichen für den gesellschaftlichen Dialog jenseits politischer Lager. Nachtweihs Auftritt verband historische Erfahrung mit sportlicher Lebensschule – und wurde damit zum eindrucksvollen Appell an eine verunsicherte Gesellschaft.

In einer Zeit, in der viele Menschen Halt und Orientierung suchen, erinnerte Norbert Nachtweih daran, dass Zusammenhalt, Geduld und Eigeninitiative keine veralteten Tugenden sind – sondern genau das, was jetzt gebraucht wird.

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Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf
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