Angela Merkel im Gespräch über ihr Buch Freiheit

In ihrem neuen Buch Freiheit gibt Angela Merkel spannende Einblicke in ihre 16 Jahre als Bundeskanzlerin sowie ihr Leben vor der politischen Karriere in der DDR. Das Werk beleuchtet sowohl politische Entscheidungen als auch persönliche Erfahrungen, die sie geprägt haben. Im dazugehörigen Interview spricht Merkel offen über ihre Beweggründe, die Herausforderungen während ihrer Amtszeit und ihre Gedanken zu den drängenden Fragen unserer Zeit.

Merkel reflektiert zentrale Ereignisse ihrer Kanzlerschaft, wie die Flüchtlingskrise 2015, die Corona-Pandemie und die Klimapolitik. Sie erklärt, dass sie das Buch schreiben wollte, um ihre Motive zu erläutern und die Werte zu verteidigen, die ihr in diesen Krisen wichtig waren. Ehrlichkeit und Authentizität waren ihr dabei ein großes Anliegen – ebenso wie der Versuch, einen Blick hinter die Kulissen der Macht zu gewähren.

Die ehemalige Kanzlerin spricht auch über ihre persönliche Entwicklung, etwa ihre späte Einsicht, wie wichtig der Feminismus ist, und ihre Überzeugung, dass sie mit ihrer Politik Frauen und Mädchen Mut machen konnte. Ihre Erfahrungen in der DDR, wo Freiheit keine Selbstverständlichkeit war, prägen ihren Blick auf gesellschaftliche Werte und die Bedeutung demokratischer Prinzipien bis heute.

Neben politischen Themen beleuchtet das Buch auch Merkels menschliche Seite: ihre Vorliebe für Hausmannskost, ihr Wunsch, mit Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren, und ihr Bedürfnis nach einem geschützten Privatleben. Sie gibt zu, dass sie sich oft zurücknehmen musste, um Konflikte zu vermeiden, und hofft, dass sie im Ruhestand mehr Raum für persönliche Dinge haben wird.

Ein weiteres zentrales Thema ist ihr Verhältnis zu Russland und Wladimir Putin, dessen Verhalten sie kritisch bewertet. Merkel schildert, wie sich die geopolitische Landschaft in Europa durch den Ukraine-Krieg verändert hat, und betont die Notwendigkeit, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Gleichzeitig unterstreicht sie die Wichtigkeit, die freiheitlichen Werte Europas zu bewahren.

Das Buch Freiheit ist mehr als eine politische Rückschau – es zeigt eine Kanzlerin, die nicht nur auf ihre Erfolge, sondern auch auf Herausforderungen und Fehler blickt. Es ist ein Appell, Freiheit, Respekt und Demokratie in einer zunehmend polarisierten Welt zu bewahren. Mit diesem Werk lädt Merkel dazu ein, ihre Perspektiven nachzuvollziehen und über die großen Fragen unserer Zeit nachzudenken.

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Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf
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