Ulrich Meyer: Ein Fürsprecher für die Reserve der Bundeswehr

Ulrich Meyer ist ein bekannter Fernsehjournalist, -produzent und -moderator, vielen bekannt aus dem „heißen Stuhl“ bei RTL und der Sendung „Akte“ in Sat.1. Am 10. Oktober hielt er ein Grußwort zum Start der Imagekampagne „Bereit sein ist alles“ in Berlin. Als Oberstleutnant der Reserve setzt er sich aktiv für die Bundeswehr ein und betont die Wichtigkeit, die Gesellschaft für Sicherheitsfragen zu sensibilisieren.

Meyer hat jahrzehntelang als Reservist gedient, von den Anfängen in der Mittenwalder Gebirgstruppe bis hin zu seiner aktuellen Position im Cyber- und Informationsraum. Seine 47 Jahre als Reservist umfassten Einsätze bei Waldbränden und Hochwasser. Diese Erfahrungen haben ihn gelehrt, dass die Bundeswehr nicht nur bei militärischen Konflikten, sondern auch in zivilen Krisen entscheidend ist.

Ein denkwürdiger Moment für Meyer war die Zeit nach dem Mauerfall, als er und seine Kameraden erkannten, dass sie ohne Blutvergießen einen wichtigen historischen Moment erlebten. In seiner Ansprache zur Kampagne betonte er die Notwendigkeit, die Gesellschaft für Sicherheit zu sensibilisieren und die Bedeutung der Reserve hervorzuheben.

Meyer fordert eine aktive Teilnahme der Bürger an der Diskussion über die Bundeswehr und betont, dass Reservisten wertvolle Erfahrungen mitbringen, die für die Gemeinschaft nützlich sind. Die Kampagne „Bereit sein ist alles“ soll das Bewusstsein für die Reserve stärken und Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen.

In den kommenden Monaten sind Veranstaltungen geplant, um das Engagement für die Reserve zu fördern. Ulrich Meyer ruft alle dazu auf, sich für eine starke Reserve und ein sicheres Deutschland einzusetzen. Nur durch Gemeinschaft und Engagement kann die Gesellschaft zukunftsfähig bleiben.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl