Liedermacher Biermann: „Wagenknecht und Höcke sind das politische Brautpaar der Stunde“

Wolf Biermann, der prominente Liedermacher und frühere DDR-Dissident, äußert in einem Interview mit „Die Zeit“ seine Besorgnis über die politische Entwicklung in Deutschland und zieht eine deutliche Verbindung zwischen der AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Er bezeichnet die Partnerschaft zwischen Wagenknecht und dem AfD-Politiker Björn Höcke als das „politische Brautpaar der Stunde“ und betont, dass in der ehemaligen DDR eine Vereinigung stattfindet, die er als die Zusammenkunft von Erben des Nationalsozialismus und des Stalinismus beschreibt.

Biermann kritisiert scharf die politischen Positionen sowohl der AfD als auch des BSW, insbesondere deren Unterstützung für Wladimir Putin im Ukrainekrieg. Er argumentiert, dass diese politischen Gruppierungen die Werte der Demokratie und die „Regenbogenfarben“ der Vielfalt verachten. Für Biermann stehen die AfD und das BSW symbolisch für eine Rückkehr zu autoritären und totalitären Ideologien.

Zusätzlich richtet Biermann seine Kritik an die Sympathisanten dieser Parteien. Er wirft ihnen vor, den „Bequemlichkeiten“ der Diktatur nachzutrauern und die Herausforderungen und Mühen der Demokratie abzulehnen. Seiner Meinung nach ist ihre Unterstützung für diese Parteien ein Ausdruck von Scham über ihr früheres Leben und ein nostalgischer Rückblick auf eine Zeit, die sie idealisieren.

Biermann erkennt jedoch auch die Komplexität der Situation an und stellt fest, dass es keinen „simplen Ostdeutschen“ gibt. Er hofft, dass die Wähler bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen eine klare Entscheidung für eine bunte und vielfältige Demokratie treffen werden. Er erwartet, dass viele Wähler sich von der „Wutbürger-Romantik“ abwenden und für etablierte Parteien wie die CDU, SPD, Grünen und DDP stimmen werden. Diese Aussicht erfüllt ihn mit Hoffnung und Freude, da sie seiner Ansicht nach den Weg für eine stabile und demokratische Zukunft ebnen würde.

Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf